Mai
31
Schiess auf einen Iraker
Mai 31, 2007 | Comments Off
NAFAS Magazin - Florian Rötzer |
Ein irakischer Künstler hat sich für sechs Wochen in einem Raum in Chicago eingeschlossen und lässt Internetbenutzer mit einem Paintball-Gewehr auf sich schießen, um auf die Situation der Menschen im Irak aufmerksam zu machen.
Das Projekt Domestic Tension von Wafaa Bilal
Eigentlich hatte Bilal vor, seine Installation “Schieß auf einen Iraker” (Shoot an Iraqi) zu nennen. Seiner Galeristin war dies aber doch zu direkt und zu politisch. Nun heißt sie verhaltener Domestic Tension und macht doch ebenso das Anliegen des Künstlers deutlich, dessen jüngerer Bruder 2005 in Nadschaf von einem amerikanischen Soldaten erschossen wurde. Kurz danach wurde auch sein Vater getötet. Bilals Medienprojekt mit hohem persönlichen Einsatz ist eine eminent politische Arbeit als Kritik des Irak-.Kriegs und dessen Folgen, gleichzeitig stellt es wichtige Fragen über das Verhältnis von Nähe und Ferne, von Wirklichkeit und Virtualität, und ist eine typische Form, wie in der von Medien bestimmten Aufmerksamkeitsökonomie die knappe Ressource Aufmerksamkeit gewonnen wird.
Domestic Tension | Projekt-Website
Mai
29
Gipfel der Gezeichneten
Mai 29, 2007 | Comments Off
TAZ - Katrin Bettina Müller |
Mit schönen Grüßen aus dem Jenseits: Die Lust am Bösen und die Mystik der Erlösung finden zusammen in den Bildgeschichten von Joe Coleman.
Hollywood kennt ihn eher als die Kunstszene, die ihn erst zu entdecken beginnt. Die Ausstellung in den Kunst-Werken ist seine erste in Deutschland und damit ein schöner Coup der neuen Leiterin des Hauses, Susanne Pfeffer. Denn Colemans bilderreiche Sprache macht auch ein Angebot an alle, für die Kino, Comic und Rummelplatz attraktiver scheinen als Kunstdiskurse.
Er malt mit haarfeinem Pinsel, lupendicke Brillengläser vor den Augen. Damit strichelte er die Feuergarben, die aus explodierenden Kühltürmen zischen am Horizont seines apokalyptischen Bildes “Ecce Homo” (von 1994). Im Mittelgrund bricht eine eingeschossige Ladenzeile zusammen, wie eine Wildwestfilmkulisse, und in der Mauerlücke des Hong Kong Sea Food erscheint Christus im Lichterkranz. Das kümmert die aber wenig, die vorne im Bild den größten Platz einnehmen, Schwänze lutschend, Drogen spritzend, ausgiebig bewaffnet und heftig zernarbt. Und man weiß nicht, was dem Maler mehr Spaß macht: das Verderben auszupinseln oder das Versprechen der Erlösung.
Joe Coleman | Kunst-Werke, Berlin | bis 12.8.2007
siehe auch Heilige Monster | Nicola Kuhn | TAGESSPIEGEL | 5.2007
Mai
28
Jörg Immendorff
Mai 28, 2007 | Comments Off

Einer der wichtigsten deutschen Künstler der Gegenwart, der Maler und Kunstprofessor Jörg Immendorff, ist am Montag im Alter von 61 Jahren gestorben.
Seine bekannteste Arbeit - der Bildzyklus “Café Deutschland” (1977-83) - thematisiert die Teilung Deutschlands und deren Auswirkung auf Kunst und Gesellschaft; diese Bilder enthalten bereits Visionen einer Deutschen Wiedervereinigung.
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Er hat nie aufgehört zu malen
NZZ - Claudia Schwartz
Zum Tod des deutschen Künstlers Jörg Immendorff
Die offizielle Rolle des Künstlers als moralische Instanz und Nervensäge passte nie so recht zu Immendorff, dem Düsseldorfer Kunstprofessor zwischen Rocker-Gehabe und Drogen-und- Nutten-Skandalen, der sich in schwarzes Leder warf, mit Gold schmückte und sich ärgerte, wenn ihn die einheimischen Medien als Malerfürsten belächelten, während er ausserhalb Deutschlands längst als einer der wichtigsten Gegenwartskünstler galt. Die These seines Lehrers Beuys von der gesellschaftlichen Wirkungsmacht der Kunst verfolgte auch Immendorff, wenngleich seine Bilder nicht auf die soziale Formung des Menschen abzielten, sondern auf politisches Handeln.
In Immendorffs Werk spiegeln sich vier Jahrzehnte bundesrepublikanische Geschichte. Dass er seine Botschaften unverhohlen aus der Betroffenheitsperspektive malte, machte ihn angreifbar und empfindsam. Als man ihn als den «politischsten» unter Deutschlands Gegenwartskünstlern nicht in die Galerie der Gegenwartskunst von Baselitz über Heisig bis Richter im Berliner Reichstag aufnahm, hat ihn das nachhaltig gekränkt.
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Das Schwarz-Rot-Goldene wiederentdeckt
FR online - Elke Buhr
“Wir müssen uns wieder darauf verständigen, dass Kunst nicht irgendein Fettauge auf einer mageren Suppe ist. Kunst ist wie eine Essenz.”
LIDL war das Stichwort der frühen Jahre in Düsseldorf: die LIDL-Kunst, das waren postdadaistische Aktionen, die Phase der “Intuition”, so hat Immendorff es später genannt. LIDL, das war das Papierhaus, das der 23-jährige Immendorff 1969 an das Bundeshaus in Bonn andockte: “Ich halte mich als Verteidigungsminister bereit”, verkündete das dazugehörige Flugblatt.
In den Siebzigern hat Immendorff schönstes Agit Prop gemalt, mitsamt Vietnam-Demonstrationen und lesendem Arbeiter in Brecht-Nachfolge. Doch selbst unter dem Beschuss der K-Gruppen war die Selbstironie noch intakt: “Ich wollte Künstler werden”, heißt ein Gemälde von 1972, auf dem ein lausig dahingepinselter Jüngling bei Kerzenschein vor seiner Palette sitzt. “Mein Leitfaden war der Egoismus”, gesteht die Unterzeile.
Zu Beginn der achtziger Jahren rasierte Immendorff dem Ego den Kopf, panzerte es mit Schnurrbart und Ledermontur und baute sich zum punkigen Malerfürsten und Herrn des Nachtlebens um.
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Einmal Nationalmelange ohne Zucker
FAZ - Niklas Maak
Wo andere ungebrochenes malerisches Pathos an den Tag legten, scheint Immendorff dieser Direktheit zu misstrauen; er collagiert, er malt, als wäre er Comiczeichner, zeichnet, als hätte ihm Max Ernst befohlen, eine Werbetafel für den Surrealismus zu entwerfen, die auch Dalí gefallen könnte.
Mit gutem Geschmack hatte er nichts am Hut: Lustvoll halbverdorbene, furchterregende Magentafarben, naiv verbogenes, schief Schmierendes verursacht Schmerzen in den Augen, bewahrt manches Bild aber auch vor der einschläfernd milden Gefälligkeit und dem kraftlos brummenden Pathos neuerer deutscher Malerei.
Bei allem lederjackenhaft-kumpeligen Auftritt und allen Kokain- und Bordellskandalen war er derjenige, der Ende der sechziger Jahre die heroische Künstlerfigur, die Arbeit am eigenen Künstlermythos, entschlossen auseinandergenommen hat und zu einer anderen Art von Kunstproduktion und -rezeption kommen wollte: darin liegen sein Verdienst und seine Bedeutung.
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Der Maler Jörg Immendorff
GOETHE-INSTITUT | KuBus Magazin - Michael Kluth
Angeregt von seinem Lehrer Joseph Beuys, mischt sich der junge Immendorff seit Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts in die Politik der Bundesrepublik Deutschland ein.
Sein gesamtes Werk ist von der Frage geprägt: Was kann Kunst im gesellschaftlichen Spannungsfeld leisten? Immendorff hat sich immer eingemischt, er hat immer die Auseinandersetzung mit erstarrten gesellschaftlichen Normen und fest gefügten Traditionslinien gesucht.
„Wo stehst Du mit Deiner Kunst, Kollege?“
Immendorff billigt seiner Kunst auch weiterhin die Möglichkeit zu, das Bewusstsein von Menschen zu berühren und zu verändern. Es ist ein sensibler Prozess, dem „Bild hinter den Bildern“ – wie er sagt – auf die Spur zu kommen. Auf individuelle Weise. Seine Überzeugung von damals (Beuys-Schüler) gilt bis heute: Kunst ist auch Parole, ein Mittel politischer Auseinandersetzung und künstlerischer Schöpfung.
VIDEO | Jörg Immendorff | Goethe-Institut | English Version
Mai
26
Der Gute Ton Zum Wochenende | | | | | | | Mai 26-2007
Mai 26, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg | Jens Ullheimer |
RECHENZENTRUM |
Die Gleichberechtigung von Bild und Ton gehört bei Rechenzentrum zum Konzept: Zum ersten Mal in Erscheinung getreten bei der documenta X in 1997, reisen sie um die Welt, gern als Vorzeige-Deutsche für das Goethe Institut und oft in Kooperation mit anderen Künstlern.
AUDIO | absent minded | Rechenzentrum | Rechenzentrum 2000 | KittyYo
AUDIO | ibm | Rechenzentrum | John Peel Sessions 2001 | KittyYo
VIDEO | ibm | Rechenzentrum | John Peel Sessions 2001
AUDIO | Club Transmediale 2007 | Live-Set von Rechenzentrum 49 min.
| samurai.fm
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Rechenzentrum sind eher Medienkünstler als eine richtige Band. Zur Musik treten Videoinstallationen und Filmschnipsel von Lillevän. Bei Konzerten ist das ein Gesamterlebnis. Ihre letzte CD Director’s Cut gab es zusammen mit einer DVD, auf der man sich das ganze Album als Film anschauen konnte, auch auf The John Peel Session gibt es Multimedia. Das zu Sehende ist immer abstrakt, es sind keine Musikvideos im klassischen Sinn. Manchmal mutet es an wie ein Ersatz psychoaktiver Substanzen.
ZEIT online | TonträgerBlog - Laura Ewert | Beitrag lesen
Rechenzentrum | website
Mai
26
Mehr Frequenzen für das Museum
Mai 26, 2007 | Comments Off
NZZ - Birgit Sonna |
Mächtig scheint die zeitgenössische Kunst vom Glorienschein der (Pop-)Musik angezogen. Diverse Ausstellungen haben sich in den letzten Jahren einmal mehr empathisch, einmal mehr kritisch dem Phänomen der seit rund vierzig Jahren währenden Wahlverwandtschaft genähert.
Was in der zeitgenössischen Kunst mit einem lockeren Flirt begann, ist längst schon zur Gewohnheitsbeziehung mit dennoch immer weiter stimuliertem Reiz geworden: Musikalisches lässt sich als Instrumentarium einer offenbar nach wie vor erlösungsbedürftigen Kunst nicht mehr wegdenken …
Lange auch als VJ in Techno-Klubs aktiv, schlachtet der Künstler Daniel Pflumm verfügbares Bild- und Soundmaterial nach signethaften Gesichtspunkten aus. Dass er dabei wie ein Programmierer vorgeht, sieht man dem eher industriellen Standard seiner gesampelten Videos an, in denen trotz aller Markenzeichenverwerterei eine subtile Spannung zwischen dem ikonographischen Ursprung und der glatten abstrakten Form aufgebaut wird.
VIDEO | Jammin’ Unit - Life On The Balkon
| Kotai und Daniel Pflumm, Berlin
Mai
26
Heilige Monster
Mai 26, 2007 | Comments Off
TAGESSPIEGEL - Nicola Kuhn |
Das Grauen genießen: der amerikanische Maler Joe Coleman in den Berliner Kunst-Werken.
Der Amerikaner Coleman ist ein Kosmos für sich; erst seit kurzem kreuzen sich seine Wege mit dem offiziellen Ausstellungsbetrieb – seit das Rotterdamer Boijmans Van Beuningen-Museum eines seiner überbordenden Werke neben einen Breughel platzierte. Der 55-jährige Autodidakt ist die moderne Version des moralisierenden Geschichtenerzählers von einst. Was dem Mittelalter die Heiligenlegenden waren, die blutrünstigen Erzählungen von Martyrium und Kreuzestod, sind ihm heute die Taten der Psychopathen.
In der Hauptausstellungshalle präsentiert Coleman Schaustücke seines „Odditorium“ genannten Kuriositätenkabinetts, das er in seiner Brooklyner Wohnung seit dreißig Jahren beständig erweitert. Arrangiert in drei ehemaligen Zirkuswagen, sind hier nun Lee Harvey Oswalds Kopf in Wachs zu sehen, eine Locke von William Clark Quantrill, zu dessen Bande auch Jesse James gehörte, oder ein ausgestopftes zweiköpfiges Kalb. Man mag sich gruselnd abwenden oder voyeuristisch hingezogen fühlen. Diese Klaviatur des Bösen, Abnormen wusste zumal in Berlin schon ein anderer perfekt zu spielen …
Joe Coleman | Kunst-Werke, Berlin | bis 12.8.2007
Mai
25
Documenta 12 | Alles, was Schock ist
Mai 25, 2007 | Comments Off
FAZ - Niklas Maak |
Was passiert, wenn Formen in andere Kulturkreise eindringen, sich vermischen, mutieren und für Unruhe sorgen? Die Documenta 12 will vor allem diese Frage beantworten und dabei die utopischen Potentiale der Gegenwartskunst aktivieren.
Die Hoffnung, dass diese Unruhe belebende und bereichernde Folgen haben kann; dass der Einbruch des Anderen die bekannten eigenen Formen neu und frisch und anders sehen lehrt: das ist der heimliche utopische Kern dieser Documenta …
Buergel sagt, er wolle „die Leute aus ihrer Lethargie holen“, wolle sie durch ästhetische Erfahrung aktivieren, die Gegenwart anders zu sehen, und dass er dabei dem Erlebnis von Formen eine so große Bedeutung zugesteht, hat seine Wurzeln am ehesten im deutschen Idealismus: „Der Inhalt, wie erhaben und weitumfassend er auch sei, wirkt jederzeit einschränkend auf den Geist, und nur von der Form ist wahre ästhetische Freiheit zu erwarten“, schrieb Schiller, und in diesem Geist hat Buergel nun die „ästhetische Bildung“ zu einem der Leitmotive der Documenta erklärt, zur „einzig tragfähigen Alternative zu Didaktik und Akademismus auf der einen und Warenfetischismus auf der anderen Seite“.
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Kassel, bis 23. September 2007
siehe auch
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zum Thema DOCUMENTA
Mai
25
Dokumenta 12 | The Making Of Your Magazines
Mai 25, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT archplus |
Architekturzeitschriften als Medien der ästhetischen Vermittlung. Ein Ausstellungs- und Projektraum von archplus als Teilnehmerin der documenta 12 magazines.
Mit The Making of Your Magazines (TMoYM) möchte archplus ausgewählte Zeitschriftenproduktionen vergegenwärtigen und das Machen kritischer Architekturzeitschriften selbst thematisieren. Neben der Frage nach den Möglichkeiten einer zeitgenössischen Vermittlung von gesellschaftsrelevanten architektonischen Problemstellungen soll zum Selbst- und Mitmachen unter heutigen Bedingungenangestiftet werden. TMoYM verknüpft historisch-reflexive Betrachtung und gegenwärtige kulturelle Praxis um zu erkunden, welche Aufgaben Zeitschriftenmacher im Kontext der digitalen Omnipräsenz vernetzten Wissens für sich sehen und welche Formen der Wissensvermittlung sie verfolgen.
archplus richtet im KulturBahnhof Kassel (Südflügel) einen Ausstellungs- und Arbeitsraum ein. Dieser wird, in Anlehnung an die Idee der Bürolandschaft, die in den 1960er-Jahren durch die Gründergeneration des Quickborner Teams formuliert wurde, als Raum demokratischer, ahierarchischer und humaner Arbeitskultur konzipiert. Der Raum dient als Offene Redaktion, in der die archplus Redaktionsgruppe und eingeladene Zeitschriftenmacher zusammen arbeiten. archplus 185 und archplus 186 entstehen als Folge dieser öffentlichen Arbeitsprozesse. Die Offene Redaktion wird sich gleichzeitig den Vermittlungsfragen der Besucher stellen. Außerdem können sich diese aus einem Textarchiv ihre eigene Zeitschrift analog zusammenkopieren: The Making of Your Magazines.
Die inhaltliche Kopplung mit den documenta-Leitmotiven und das Entwickeln gemeinsamer spontaner Formate mit wechselnden Beteiligten der documenta 12 magazines-Redaktionen in der documenta-Halle ist vorhersehbar. In diesem Sinne betrachtet sich die Initiative von archplus als kleiner „Architektur-Satellit“ innerhalb des documenta 12 Zeitschriftennetzwerkes.
Mit Camenzind, Beatriz Colomina, dérive, Harun Farocki, Joachim Krausse, Reinhold Martin, Joost Meuwissen, monu, Georg Schöllhammer, Werner Sewing, Wonderland u.a.
Aus New York übernimmt archplus die von einer Forschungsgruppe um Beatriz Colomina kuratierte Ausstellung Clip/Stamp/Fold, in der ein internationales Spektrum kleiner Zeitschriften aus den 1960er/70er-Jahren gezeigt wird. In kritischer Reaktion auf die politischen, technologischen und sozialen Umbrüche fungierten diese Zeitschriften als Katalysatoren für die berühmt gewordenen experimentellen Praktiken in Architektur und Kunst aus dieser Zeit.
Mehr Infos auf archplus
The Making of Your Magazines
Eröffnung: 16. Juni, 19 Uhr
| bis 23. September 2007 (parallel zur d12)
KulturBahnhof Kassel, Südflügel, Bahnhofsplatz 1
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Kassel, bis 23. September 2007
siehe auch
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zum Thema DOCUMENTA
Mai
25
Made In Germany
Mai 25, 2007 | Comments Off
Was ist das Deutsche an der Kunst? |
WELT online - Uta Baier |
Auch die Schau mit dem Titel „Made in Germany“, die von diesem Freitag an in Hannover zu sehen ist, traut sich kein Statement zum Deutschen in der deutschen Gegenwartskunst zu, obwohl sie bereits mit der Bekanntgabe des Titels eine dankbar aufgenommene Diskussion um nationale Eigenheiten der Gegenwartskunst provozierte.
Doch die Angst, nicht global zu denken, nicht international zu sein und überhaupt nur Selbstbespiegelung zu betreiben, ist offenbar noch immer groß. Deshalb flüchtet man sich in Hannover in die Idee, Deutschland als „Produktionsstandort“ zu verstehen und unter allen hier lebenden jungen Kreativen auszuwählen.
Viel interessanter wäre es gewesen, man hätte wirklich einmal nach dem spezifisch Deutschen in der jungen Kunst gesucht und Internationalität, entspannten Umgang mit der Geschichte und den deutschen Geschichten gefunden, der sowohl Traditionsbewusstsein, Geschichtskommentar als auch Desinteresse an allem Nationalen einschließt – wie es einige Werke der Ausstellung sehr wohl zeigen.
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In den Charts
FR online - Elke Buhr |
Hannover drängelt sich mit dem Großprojekt “Made in Germany” frech an den Anfang des Kunstsommers.
Der internationale Erfolg der Kunst “Made in Germany” ist längst ein Klischee - in diesen Tagen dringt Neo Rauch ins Metropolitan Museum von New York vor. Doch viel interessanter ist die Generation, die nachkommt. Die vielen Thirtysomethings, die ihre ersten Ausstellungen in Kunstvereinen und internationalen Gruppenausstellungen schon hinter sich haben, die etabliert sind, aber nicht bekannt, die vielleicht auf dem Sprung sind zu Größerem.
Deutschland sucht seine Super-Künstler. Zumindest innerhalb der Szene geht das Spiel auf: Schon jetzt gilt Dabeisein für manche als ein Karrieresprung, für andere als Trostpflaster dafür, es zu den wirklichen Großevents nicht geschafft zu haben.
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Deutschland sucht den Super-Jacko
TAZ - Tim Ackermann
Wenn Fantum zur Kunst wird: 16 Bewunderer huldigen ihrem Idol Michael Jackson in der … Videoinstallation “King” von Candice Breitz. Die Motivationen sind so unterschiedlich wie die Sangeskünste - eine Spurensuche
Vor zwei Jahren bat Breitz, 16 deutsche Michael-Jackson-Fans zu Einzelaufnahmen in ihr Berliner Studio. Jeder Fan sollte vor laufender Kamera Jackos “Thriller”-Album noch einmal neu einsingen, von der ersten bis zur letzten Note. Aufgenommen wurden nur die Stimmen der Fans, nicht die Begleitmusik. “King” ist die Summe dieser Sessions - eine 16-teilige Video-Simultanprojektion. “Thriller” als A-capella-Fanchor. Eine Hommage. Oder doch peinliche Selbstentblößung? Auf jeden Fall ist “King” nun zum ersten Mal in Europa zu sehen, ab dem 25. Mai bei der Ausstellung “Made in Germany” im Kunstverein Hannover.
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KATALOG | Made in Germany. Aktuelle Kunst aus Deutschland:
Young Contemporary Art from Germany
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|”Made in Germany” | 25. 5. - 26. 8. 2007
| kestnergesellschaft Hannover
| Sprengel Museum Hannover
| Kunstverein Hannover
siehe auch Made In Germany | Teil 2
Mai
25
Des Herzogs Dichter und Denker
Mai 25, 2007 | Comments Off
NZZ - Roman Bucheli |
Eine Ausstellung im Weimarer Schlossmuseum erkundet den Mythos des Musenhofs
Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts war das thüringische Provinznest Weimar Schauplatz einer einmaligen Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Politik. Noch zu Lebzeiten ihrer Exponenten war die Weimarer Klassik zum Mythos ihrer selbst geworden. Eine grosse Ausstellung am Ort des Geschehens breitet nun die Geschichte in ihren vielen Facetten aus.
Als Goethe und Herder nach Weimar kamen, konnten sie in den Schlossruinen ein Sinnbild für die innere Verfassung des Herzogtums erkennen: Dieses musste geradezu neu erfunden werden, freilich ohne die Embleme der Repräsentation, gestützt allein oder immerhin vornehmlich auf die Werke der künstlerischen Vorstellungskraft. Indessen stellte die Kunst an diesem imaginären Hof keinen Selbstzweck dar. Goethe war im Wesentlichen Beamter und lediglich im Nebenamt Dichter. Auch darauf gründete Weimars nun wachsende Reputation: Die Künstler waren nicht Hofnarren, sondern wurden eingebunden in die praktischen Aufgaben des Gemeinwesens.
«Ereignis Weimar - Anna Amalia, Carl August und das Entstehen der Klassik 1757-1807». Schlossmuseum Weimar | bis 4. November 2007
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Katalog | Ereignis Weimar | Der reich illustrierte Katalog zur gleichnamigen Sonderausstellung dokumentiert den aktuellen Forschungsstand zur Weimarer Klassik und zeigt anschaulich, wie Weimar zu einem geistigen Ereignis wurde, das bis heute wirksam ist.


