30 Jahre Punk
Im Erinnerungsgenerator |
TAZ – Frank Keil |
Schnappschüsse von Pogo-tanzenden Jünglingen und strenge Ansichten einer menschenleeren Stadt: Die Ausstellung “Kein Kiel” dokumentiert, wie Punk ebendort gelebt wurde, und vermeidet dabei die gängigen Methoden, das Jugendphänomen auch Erwachsenen erklärbar zu machen
Kuratiert wurde diese Schau von den ortsansässigen Musikkennern und “No More”-Erben Kerstin Schwarz und Andreas Schwarz, die ihren Rückblick auf die wilden Kieler Jahre neben schlichtesten Konzertplakaten und ebensolchen Fanzines mit Dokumentarfotos untermauern.
Es prägt die Ausstellung folglich jener Moment des stummen Entsetzens über das Versiegen der noch eben vorpreschenden 68er wie auch das Erstaunen über das brachiale und zuweilen ungelenke Aufbegehren gegen die zähe bundesrepublikanischer Normalität im Schatten des Deutschen Herbstes.
“Kein Kiel. Post-Punk & No Wave – Kieler Musikszene 1977-1982″
| bis 3. 6. 2007 | Kunsthalle Kiel
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Eine Frage der Haltung | Punk rockt
FAZ – Katja Eichinger
Aggressiv, hässlich, laut: Punks schrieen ihren Protest gegen die Konventionen so laut in die Welt hinaus, dass sie niemand ignorieren konnte. In ihrem dreißigsten Jahr scheint die Bewegung nur noch in der Mode lebendig zu sein. Ein Plädoyer für mehr Punk.
Zentrales Thema der ersten Punks war Wut. Wut auf das bürgerliche Establishment, Wut auf die Klassengesellschaft, Wut auf die friedfertigen Hippies, die mit ihren Endlosdiskussionen alles zerredet und nichts erreicht hatten. Und diese Wut kristallisierte sich in der Musik.
Als die „Sex Pistols“, die erste britische Punk-Band, am 7. Juni 1977 auf einem Boot die Themse hinunterfuhren und das fünfundzwanzigste Thronjubiläum von Elizabeth II. damit feierten, dass Johnny Rotten sang „God Save the Queen, the Fascist regime, there’s no future and England’s dreaming!“ war das eine Frontalattacke auf die Leitplanken der englischen Gesellschaft.
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Spannend: Musikdoku “Punk: Attitude” auf DVD
Hamburg (dpa)
Gut dreißig Jahre sind vergangen, seit die Punk-Bewegung in den Epizentren London und New York das Establishment schockierte und die Musikszene auf den Kopf stellte.
Der Londoner DJ, Filmemacher und Autor Don Letts sieht seinen Film keineswegs als nostalgischen Rückblick auf ein längst vergangene Epoche an, Punk ist für ihn keine Musikrichtung oder Modemasche, sondern eine “Attitude”, eine Einstellung, die entschiedene Negation des Bestehenden.
VIDEO | Trailer | Punk Attitude
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