Die Wurzeln des Neuen kennen

Juni 1, 2007 | Comments Off

SUEDDEUTSCHE - Holger Liebs | Interview mit Harald Falckenberg |

Er ist Geschäftsführer von Elaflex und zugleich einer der wichtigsten Sammler zeitgenössischer Kunst in Deutschland. Die Begeisterung anderer Kunstsammler über “Jagdtrophäen” kann er trotzdem nicht teilen.

SZ: Warum bevorzugen Sie die dunkle Seite der Kunst? Und woher stammt Ihre Kompetenz in diesem Bereich?

Falckenberg: Wieso dunkle Seite? Nach dem Anstoß Büttners habe ich mich auf die Kunst der Postmoderne konzentriert, die Zeit nach dem Scheitern der großen Ideen und Systeme, der Künstlerfürsten und Philosophenkünstler. Das war eine Befreiung. Ich sammle also Kunst, die sich dem Zufall, dem Slapstick, der Ironie und dem Sarkasmus verschrieben hat. Mein Interesse gilt der Kunst der Groteske. Dieses Feld wurde von keinem anderen Sammler bearbeitet. Mein Freund Werner Büttner hat mir viele wertvolle Hinweise gegeben. Man sammelt immer in seiner Zeit – das vergessen die meisten.

SZ: Wie geht’s denn jetzt weiter mit der Phoenix-Kulturstiftung in Hamburg-Harburg?

Falckenberg: Ich habe das Gebäude gekauft und lasse es renovieren. Für April 2008 ist die Eröffnung einer Gemeinschaftsausstellung in der Hamburger Kunsthalle geplant. Es gibt noch keine festen Vereinbarungen, aber dafür habe ich Verständnis. Die heißblütigen Pläne von Sammlern korrespondieren nur schwer mit der langfristigen Planung der Politik für ihre Museen. Das ist noch keine Entscheidung für Hamburg als Standort, aber ein Signal. In meinem neuen Buch sind alle dortigen Aktivitäten aufgeführt. Wichtig ist mir, die Ängste abzubauen, die viele Menschen haben, wenn sie auf Kunstspezialisten treffen. Ich habe auch als Laie angefangen. Glauben Sie mir: Die Kunstwelt baut Begriffe und Künstlernamen fast wie eine Festung um sich herum auf. Doch Kunst sollte nicht schwierig sein.

SUEDDEUTSCHE - Interview lesen

Sammlung Falckenberg Kulturstiftung Phoenix Art, Hamburg-Harburg

BUCH | Aus dem Maschinenraum der Kunst | Juni 2007
Harald Falckenberg | Aufzeichnungen eines Sammlers

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  • Kunst | Presseschau

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  • Ausstellungen | Hamburg

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    ( Archiv )