KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Monumenta |

Die MONUMENTA in Paris ist ein neues Rendezvous der zeitgenössischen Kunst. Bis 8. Juli läuft die Kiefer-Schau “Chute d’étoiles” (Sternenfall).

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Mélanie Frey / Le Figaro Magazine

Die Monumenta wird jedes Jahr abwechselnd einen französischen (oder in Frankreich lebenden) und einen ausländischen Künstler einladen. Erster Gast ist der in Frankreich lebende Deutsche Anselm Kiefer, der einen neuen, spektakulären Werkzyklus ausstellt.

2008 folgt ihm der amerikanische Bildhauer Richard Serra, und 2009 einer der wichtigsten französischen Künstler, Christian Boltanski. Das Grand Palais wurde kürzlich vollständig renoviert und ist in Paris und in der Welt ein außergewöhnlicher Bau. Das Palais wurde für die Weltausstellung von 1900 angelegt und ist ein architektonisches Wunderwerk mit monumentalen Dimensionen – ein lebendiges Symbol der Moderne. Das riesige Glasdach erreicht in der Kuppel bis zu 60 Meter Höhe, das Schiff erstreckt sich am Boden über 200 Meter Länge und hat eine Grundfläche von 13.500 m² aus einem Stück.

Anselm Kiefer wurde 1945 geboren und ist seit den 70er Jahren in der künstlerischen Öffentlichkeit aktiv. Seine Malereien werden von einer mächtigen Dramaturgie getragen, in der sich Bild und Materie miteinander verbinden und emotionale und ästhetische Intensität entstehen lassen. Sowohl in den Bildern als auch in den Skulpturen erforscht Anselm Kiefer grundlegende Erfahrungen menschlichen Daseins und konfrontiert das Individuum mit den großen Mächten der Geschichte und der Mythologie. Hierbei wird das Traumatische der jüngeren europäischen Geschichte heraufbeschworen, anhand dessen er ohne Unterlass die Grundfeste der Menschheit hinterfragt.

“Seine Kunst erforscht die Grunderfahrungen menschlicher Existenz. Das Organische, das Irdische und das Himmlische werden in vielen Kompositionen immer wieder miteinander verbunden, oft in monumentalen Werken. Anselm Kiefer sucht sich verschiedenartigste Materialien aus, um eine Kosmogonie aufzubauen, die unsere Zeit beleuchtet. Diese Installation, die speziell für das Grand Palais entworfen und ausgeführt wird, beschwört die mächtigen Kräfte der Schöpfung, um mit lyrischem Engagement Kunst gegen Vergessen zu stellen. Kiefer bezieht sich bewusst auf den Bruch in der Geschichte nach Auschwitz und würdigt hier (auf neue) den berühmten deutschsprachigen
Dichter jüdischer Herkunft, Paul Celan (1920-1970), sowie die Dichterin der Leidenschaft und der Weiblichkeit, Ingeborg Bachmann (1926-1973). Das Grand Palais wird also der Schauplatz einer Konfrontation zwischen Plastischem und Architektonischem, verbunden mit einem Appell an die Pflicht der
Erinnerung - und an die Lebenskraft.”

José Alvarez, der Leiter des Verlages Editions du Regard, bei dem gerade eine Monographie über Anselm Kiefer erschienen ist, ist der Kurator dieser Ausstellung.

KATALOGE | MEDIEN > Anselm Kiefer

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Sternenfall im Grand Palais

BERLINER ZEITUNG | Johannes Wetzel

Typisch deutsch oder doch universell? Die Pariser Monumenta-Schau des Mythenmalers Anselm Kiefer

Die 2007 entstandenen Skulpturen finden mühelos Platz im Grand Palais: Zwei wie aus zerbombten Betonbunkern aufgestapelte, drei- und vierstöckige Türme, von schwarzen Sonnenblumen durchbrochen, und die wie durch ein Erdbeben zerstörte “Verunglückte Hoffnung”, deren zerdrückte Stahlgitterstruktur als düstere Prophezeiung zu den Eisenträgern des Glasdachs aufragt.

Nicht monumental und deutsch sind sie, sondern groß und universell. Nicht erdrückt soll sich der Betrachter fühlen, sondern bloß klein: “Ich fühle mich auch immer sehr klein, wenn ich den Sternenhimmel betrachte, und philosophische Verzweiflung mich ergreift”, sagt Kiefer. Wer sich ihm nähern will, darf keine Angst vor großen Fragen haben.

Kiefer, so der Kritiker von “Le Monde”, akzeptiere die Bilderwelt der “deutschen Kunst von Caspar David Friedrich bis zur Nazi-Ästhetik” und schaffe zwiespältige Werke voll düsterer Geheimnisse. “Abstoßend” wie “faszinierend” sei das Schauspiel im Grand Palais, “arrogant” und “erdrückend”.

BERLINER ZEITUNG - Artikel lesen

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Acht Häuser hat er gebaut

FR online - Martina Meister

… der Himmel über Paris. Durch das immense Glasdach des Grand Palais kann man ihn sehen, tags wie nachts, das ganze Firmament: “Sternenfall”, hat Anselm Kiefer diese Ausstellung genannt und eine kleine Stadt errichtet, eine Stadt mit Türmen und Ruinen.

Wer eintritt in eines dieser Häuser, wird nicht als derselbe hinausgehen. Es ist die Begegnung mit Kiefers Kosmos unter dem gläsernen Dach der Belle Epoque, das aus einer Zeit stammt, als man den Fortschritt noch für ein Versprechen hielt. Eine Begegnung also, widersprüchlich und verblüffend. Womöglich auch eine, die sich als rendez-vous manqué erweisen könnte, als eine verpasste Gelegenheit. In der französischen Presse war vom “überdimensionalen Ehrgeiz” seines Werkes zu lesen, das den Betrachter erdrücke. Es fiel das Wort “Arroganz”, und es fiel wie ein Fallbeil auf ein Werk, das als maßlos oder überheblich nur empfinden kann, wer das Gefühl nicht aushält, klein dazustehen vor der Kunst.

FR - Artikel lesen

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Der “Sternenfall” des Künstlers Anselm Kiefer

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Kathrin Hondl

“Höher, weiter, größer” scheint das Motto des Kunstsommers 2007 zu werden, und da passt, dass die große Einzelschau für Anselm Kiefer im Grand Palais Paris sich gleich “Monumenta” nennt.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Überreste eines 17 Meter hohen Turms aus Beton und Blei, den Kiefer erst aufbaute, dann kurz vor der Vernissage wieder einreißen ließ. Um die Turmruinen-Skulptur herum hat Anselm Kiefer im Grand Palais sieben Häuser gebaut.

Religion, Geschichte, Natur, Mythologie, Literatur, Poesie - die vielfältigen Quellen und Bezüge von Anselm Kiefers Kunst spiegeln sich in den Titeln seiner “Häuser” im Grand Palais wider: “Aperiatur Terra”, Die Milchstraße, “Reise ans Ende der Nacht”, “Geheimnis der Farne”. Das Haus mit der Nummer 1 heißt “Nebelland”. Wie das Bild, das es umgibt. Und wie ein Gedicht von Ingeborg Bachmann. Die letzten beiden Zeilen des Gedichts hat Kiefer auf sein Bild geschrieben: “Nebelland hab ich gesehen, Nebelherz hab ich gegessen”

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

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Die planetarischen Ruinen von Paris |

FAZ - Werner Spies |

In Paris hat Anselm Kiefers melancholisches Welttheater für einige Wochen großen, triumphalen Einzug gehalten.

“Sternenfall“ nennt er die Installationen, mit denen er unter dem Riesenbaldachin im Grand Palais sein Welttheater aufführt. Und in der Tat, wer sich am späteren Abend dorthin begibt, erlebt unter der Kuppel einen Nachthimmel, in dem sich dunkle Tiefe des Raums und Lichter pathetisch bekämpfen. Was er hier zeigt, was er an Zerstörungspotential, an Ordnung und an Hinweisen auf die Harmonie eines Planetariums einsetzt, oszilliert zwischen den zwei Namen Beirut und Bayreuth …

Die Dramatik Kiefers, die sinnlich erregende Anspielung auf Krieg, Zerstörung, auf Kaputtes, Stürzendes, die Evokation fragiler Zeitlichkeit, der auch der stärkste Beton nicht widersteht, hat in Frankreich - denken wir nur an Virilio - seine großen intellektuellen Kunden gefunden. Genial spielt dieses Bewusstsein vom Verschwinden mit den Vorstellungen von Weltall, ewigen Mythen und nicht zuletzt auch - in Zitaten Kants - mit einem Kategoriengebäude, das geschichtlicher, vom jeweiligen prekären Leben erhoffter Einzigartigkeit einen Riegel vorschiebt.

FAZ - Artikel lesen

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WELT online - Jörg von Uthmann

Bitte keine Bilder neben Zimmerpalmen
Im Gespräch mit WELT ONLINE erklärt Kiefer, warum er um seine Bilder herum Häuser baute und was ihn an deutschen Mythen fasziniert.

WELT - Gespräch lesen

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arte-television-europe

 

Anselm Kiefer | Monumenta | Sternenfall 2007
| VIDEO-Reportage ansehen (real video) ARTE.TV-Kultur

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| bis zum 8. Juli 2007 im Grand Palais - Paris
| MONUMENTA website


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