KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Kunstverein |

Die Berliner Künstlergruppe Honey-Suckel Company entwickelte eine multisensorische raumgreifende Installation im Kunstverein Harburger Bahnhof. Reihe:Ordnung sagt _ Liebe.

Der Kunstverein arbeitet seit Januar 2007 mit einem neuen kuratorischen Team (Tim Voss, Susanne Schröder, Veit Rogge). Die Ausstellungsreihe “Ordnung sagt” hatte ihre Premiere zum Thema “Arbeit”. Die kam auch im Kunstforum International gut an. Jetzt folgt die zweite spektakuläre Inszenierung im Hamburger Süden zum Thema “Liebe”. Es duftet, es tönt und es ist ziemlich weiß.

Wer über Liebe spricht, erzählt fast immer Geschichten. Unsere medialisierte Umwelt ist so voll davon, dass, wer von ihr sprechen will, es schwer hat. Wer kann hier überhaupt von den eigenen empfundenen Sehnsüchten, Gefühlen und Erinnerungen sprechen, ohne sie in ein Verhältnis zu diesen allgegenwärtigen und unglaublich starken, schon bestehenden Bildern der “Liebe” zu setzen? Zumal Liebe als ein entgrenzendes Gegenmodell zu den Beschränkungen, Anforderungen, Funktionalisierungen und Ökonomisierungen der menschlichen Alltags- und Arbeitswelt aufgefasst wird. Es schmerzt oft, nicht entsprechend exklusive Bilder für dieses exklusivste Gefühl zu haben.

“Wer sich nach Licht sehnt, ist nicht lichtlos. Denn die Sehnsucht ist schon Licht!”, schrieb die deutsche Dichterin Bettina von Arnim.

Die Honey-Suckle Company hat der Immaterialität der subjektiven Empfindungen des Betrachtenden einen entsprechenden Raum geben. Ein großer weißer Raum mit offener Decke, von der die Szenerie mit Licht geduscht wird. Ästhetisch - schneeweiß - ohne Ecken und Kanten. Der Raum ist leer und erzeugt einen leicht psychedelischen Zustand. Und doch - die Bilder stehen dort, ohne präsent zu sein - so wird trotz aller Subtraktion dieser Raum zu einem Raum der Unmöglichkeit und diese ästhetische Erfahrung reflexiv thematisch.

Licht und Liebe in der Schale
Auf Stelen platzierte Schalen erinnern an die “Weltschalen” aus der arabischen Philosophie und der Kosmologie des 13. Jahrhunderts. Die neunte Weltschale war der Kristallhimmel, der göttlichen Sphäre am nächsten und Ursprung aller Naturprozesse. Von hier ging das göttliche Licht in Materie über. Eine schöne Verbindung zum nahen Lichtraum.

Gerade für Zugreisende “in Sachen Kunst” bietet sich ein Zwischenstopp in Hamburg-Harburg an. Der Kunstverein ist direkt im Bahnhof beheimatet. Kurze Wege sind damit garantiert.

Kunstverein Harburger Bahnhof ( Archiv 2002 - 2007 )

Reihe:Ordnung sagt _ Liebe
| Honey-Suckle Company & Konrad Sprenger
| bis 19. August 2007 | Dienstag bis Sonntag 14-18 Uhr

Documenta 12 | Zeitgenössische Kunst ist Pop

Juni 7, 2007 | Comments Off

WELT online - Uta Baier |

Ab nach Kassel! Die Macher der Documenta 12, Roger M. Buergel und Ruth Noack, haben um die hundert Künstler eingeladen. Im Gespräch mit WELT ONLINE erklären die beiden, wie die gigantische Schau werden soll. Und warum sie Werke wichtiger finden als Künstler.

Noack: Das, was diese Ausstellung wirklich unterscheidet, verdankt sie der Zeit und nicht den Individuen. Das Entscheidende ist, dass sie 2007 gemacht wird und nicht 2002. Zu einer bestimmten Zeit muss eine bestimmte Ausstellung gemacht werden.

WELT ONLINE: Die Ausstellung hätte also gar nicht anders werden können?

Buergel: Unterschiedliche Leute machen natürlich unterschiedliche Ausstellungen. Aber die Probleme sind ähnlich. Es ist neu, dass es eine Bewegung der zeitgenössischen Kunst in den Mainstream gibt, dass zeitgenössische Kunst kein versprengter Zirkel mehr ist, sondern Pop. Das ist der Punkt, wo man die Schraube weiterdreht. Für uns bedeutet das, dass wir mit einem Bildungsanspruch in eine Pop-Wirklichkeit gehen.

Noack: Vor fünf Jahren bedeutete die Documenta, dass man andere für relevant hielt. Jetzt aber sind wir in einer Situation, wo wir froh sein können, wenn wir noch für relevant gehalten werden. Zum Beispiel von China und Indien, die die neuen ökonomischen Player sind. Wir können nicht mehr sagen, wir integrieren die nicht-westliche Welt. Sondern wir müssen uns anstrengen, damit wir noch wahrgenommen werden.

WELT - Gespräch lesen

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Documenta 12 | Provokation und Politik

TAGESSPIEGEL - Joachim F. Tornau, ddp |

Buergel versteht seine Documenta als politische Ausstellung.

Das kann sich in den gezeigten Kunstwerken sehr direkt ausdrücken - wie bei dem Karussell von Andreas Siekmann aus Berlin, das bereits auf dem Friedrichsplatz aufgebaut steht: Rund um das Denkmal des hessischen Landgrafen Friedrich II. werden sich Polizisten und Demonstranten, Niedriglohn-Arbeiterinnen und Weltbank-Präsidenten - kurz - Mächtige und Ausgeschlossene im Kreis drehen.

Doch eigentlich setzt der Documenta-Leiter nicht auf eine derart konkrete Auseinandersetzung: “Die Ausstellung soll die Leute aufwiegeln und dazu bringen, sich selber zu aktivieren und aus einer gewissen Grundlethargie herauszukommen”, sagt er. Es gehe darum, “für die Welt, in der wir leben, aktiv Verantwortung zu übernehmen.”

TAGESSPIEGEL - Artikel lesen

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Documenta 12 - KATALOG

| Documenta 12 - BILDBAND

| DOCUMENTA | BÜCHER

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Kassel, bis 23. September 2007

siehe auch
weitere archivierte Beiträge
zum Thema DOCUMENTA

Die Kohlköpfe Arkadiens

Juni 7, 2007 | Comments Off

fischli-weiss-fragen-blumen-2007-katalog.jpgNZZ - Urs Steiner |

Die Werkschau von Fischli/Weiss ist auf ihrer Europatournee im Kunsthaus Zürich angekommen.

Fischli/Weiss sind dann richtig gut, wenn Uneingeweihte gar nicht merken, dass hier jemand Kunst gemacht hat. Dann kommen ihre Subversivität, ihr Changieren zwischen heiligem Ernst und abgründigem Witz am besten zum Ausdruck. Wie selbstverständlich nehmen die Dinge dann ihren Lauf.

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VIDEO | Der Lauf Der Dinge 1986 | Ausschnitt “Feuerteil”

Dichotomien sind ein grundlegendes Arbeitsinstrument von Fischli/Weiss. Immer wieder werden Sinnlichkeit und Rationalität auseinanderdividiert und neu miteinander in Beziehung gebracht - ein Vorgang, der sich im Ausstellungstitel «Fragen & Blumen» widerspiegelt. Die unter dringendem Kitschverdacht stehenden Blumenbilder etwa sind Resultat von Doppelbelichtungen und somit Kompositionen des Zufalls. Anderseits arrangieren die Künstler ihre an Max Frisch gemahnenden, streng rationalen Fragenkataloge zu luftigen Projektionen.

NZZ - Artikel lesen

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Peter Fischli & David Weiss
| Fragen & Blumen - Eine Retrospektive”
| Kunsthaus Zürich, 8. Juni - 9. September 2007

Die Ausstellung ist 2008 auch in Hamburg zu sehen.
Deichtorhallen Hamburg | 18.4. – 31.08.2008

KATALOG | Fragen & Blumen - Eine Retrospektive

Die Fischli/Weiss-Schau war vorher bis 14.01.2007 in der Tate Modern, London zu sehen.
The Flowering Of A New Unreality
Hier der Link zu einem bebilderten Artikel des New Yorker Kunstkritikers Jan Avgikos im TATE ETC. Magazine — Issue 8 / Autumn 2006 anlässlich der Tate Modern Schau.

isa-genzken.jpgSUEDDEUTSCHE - Holger Liebs |

“Ich habe den knallhart bespielt” - die Bildhauerin Isa Genzken sprach mit uns über ihre Ausstellung im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig und völlig überschätzte Kunst.

Am imaginären Himmel des neugestalteten Raums werden Astronautenanzüge hängen, “gekauft in Amerika. Drei schweben unter der Decke, zwei ruhen sich auf dem Mond aus.”

Genzken sagt, ihr gehe es mit den Astronautenfiguren, die möglicherweise etwas versehrt aussehen, nicht um eine oberflächliche Amerikakritik. Eher um eine Verkörperung des amerikanischen Traums - und seines Scheiterns. Die Astronautenfiguren würden ja den Raum verwandeln, ihn vergrößern - so wäre dann gleichsam das ganze Gebäude von außen nach innen gestülpt und umgekehrt, mit der verhüllten Außenhaut und mit dem sich ins Unendliche erweiternden Innenraum.

“Ich glaube, was mir in Venedig gelungen ist, ist die Verbindung von Innen- und Außenraum. Und von Lieblichkeit und Eiseskälte. Ich habe auch fünf Galgen aufgehängt - aber mit Äffchen daran! Sie stehen sozusagen zum Selbstmord parat.”

SUEDDEUTSCHE - Artikel lesen

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arte-television-europe

 

Isa Genzken bei Biennale in Venedig | 2007
| VIDEO-Reportage ansehen (real video)

arte.tv hält Sie den ganzen Sommer lang über die documenta 12 in Kassel und die Biennale in Venedig auf dem Laufenden. Themenabend, zwei Blogs und Reportagen.
| arte _ Kunstspecial

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| Kunstbiennale in Venedig 10. Juni bis 21. November 2007

| http://www.deutscher-pavillon.org/

Isa Genzken. Biennale Katalog Venedig:
German Pavilion, Venice 2007 (Gebundene Ausgabe)
The official publication of the German Pavilion at the Venice Biennale in 2007.

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    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
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