Documenta 12 | Sakarin Krue-On | Spirituelle Aufklärung
ARTNET – Petra Reichensperger |
Die Saat der documenta geht langsam auf: Neben Sanja Ivekovics Mohnfeld auf dem Friedrichsplatz wird auch das Reisfeld, das Sakarin Krue-On im Bergpark Wilhelmshöhe anlegen lässt, zu den zentralen Outdoor-Ereignissen gehören. Petra Reichensperger stellt die Arbeit des thailändischen Künstlers vor.
Sakarins Wunsch, Ästhetik mit Ethik zu verbinden – die „Herausstellung einer Ethik des Miteinanders“, wie Roger M. Buergel sagen würde – wird besonders deutlich in seiner zehnstufigen Terrassenanlage unterhalb des Schlosses Wilhelmshöhe.
Sein Vorschlag, ein Reisfeld im Bergpark anzulegen, ist politisch motiviert. Er beruht auf der Einsicht, dass der grassierende Kapitalismus auch in Thailand bald zu einem Rückgang der Vielfalt der Reissorten und zum Zusammenbruch der Nachbarschaftshilfe bei der Reisernte führen wird. Sein Interesse gilt dem Clash der Kulturen: Asien trifft auf Europa. Das Zusammentreffen des Heterogenen erzeugt dabei einen Bedeutungsüberschuss. Selbst die Straße zwischen Schloss und Reisfeld erscheint in diesem Zusammenhang als wohl kalkulierter Schnitt, als etwas Trennendes und zugleich Verbindendes, das Synergien freisetzt.
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Sakarin Krue-On, geboren 1965 in Mae Hong Son, ist Direktor des Thai Art Department der Silpakorn University Bangkok, wo er auch lehrt. In seinen raumbezogenen Installationen, Videoprojektionen und Objekten greift er traditionelle thailändische Kunstgattungen, Maltechniken, Farbsymboliken und mythologische Erzählungen auf und verbindet sie mit der zeitgenössischen Kunstproduktion. Das ironisch-kritische Potential in seinen Arbeiten gilt u. a. den modernen Bedingungen der sozialen Umwelt, den kapitalistischen Einflüssen und der materiellen Orientierung der einst buddhistisch geprägten Gesellschaft Thailands.
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Kassel, bis 23. September 2007
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