Jun
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John Bock | Filme
Juni 12, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg -
Jens Ullheimer | PT Schirn |
Die Schirn präsentiert eine Auswahl von Film- und Videoarbeiten sowie eine Neuproduktion des Deutschen Künstlers John Bock.
John Bock ist in erster Linie für seine spektakulären, komisch-grotesken Aktionen bekannt, in denen sich Theater, Vorträge, Video, Installation und Skulptur in einzigartiger Weise durchdringen. In den letzten Jahren rückt das Medium Video zunehmend in den Vordergrund und löst sich von den performativen Vorträgen.
Von rasant geschnittenen Kurzvideos ist Bock in jüngster Zeit zu deutlich längeren und narrativeren Filmen übergegangen, in denen er mit Schauspielern arbeitet und reale Kulissen nutzt, die er mit seinem eigenen Universum infiltriert. Wie in seinen Liveauftritten zelebriert er auch hier eine bunte, gleichermaßen hintergründige wie absurde Welt, die von zahllosen biografischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bezügen durchsetzt ist, sich einer rationalen Deutung aber entzieht. Die Ausstellung konzentriert sich erstmals auf die genuin filmischen Arbeiten John Bocks und präsentiert sechs Filme und Videos aus den Jahren 2001 bis 2006 sowie den eigens für die Schirn produzierten Film „Palms“, eine in Los Angeles gedrehte Mischung aus Roadmovie und Gangsterfilm.
John Bock, geboren 1965 in Gribbohm/Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin und gilt als einer der wichtigsten und innovativsten jungen Künstler der Gegenwart. Mit seinen Performances, Videos und Installationen war er an zahlreichen internationalen Ausstellungen, unter anderem der Biennale in Venedig (1999 und 2005), der documenta 11 in Kassel (2002) und der Manifesta 5 in San Sebastian (2004), beteiligt.
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
| bis 23. September 2007
KATALOG | John Bock: Filme
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Darstellung und Interpretation der Performance- und Installationsarbeiten der Gegenwartskünstler Jonathan Meese und John Bock bilden den Kern der vorliegenden Untersuchung. Eine Gegenüberstellung mit den Manifestationen der klassischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts läßt in den künstlerischen Ansätzen durchaus vergleichbare Positionen erkennen.
Daraus resultiert die Frage, inwiefern auch im 21. Jahrhundert der Begriff Ävantgarde- Kunst” Gültigkeit besitzt, obwohl von den Theoretikern der Postmoderne das Scheitern sowie das Ende der Avantgarde nachdrücklich proklamiert wurde.
Die abschließende Darlegung einer Unabgeschlossenheit des avantgardistischen Wirkungsanspruchs ermöglicht die These eines “Projektes Avantgarde”. Beiden Künstlern gelingt es durch neue ästhetische Mittel und inhaltliche Erweiterungen zur tendenziellen Fortführung jenes Projektes beizutragen.
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Ein Teufelskerlchen
FR online - Sandra Danicke
Meist beginnt es mit einem Kampf: Hase gegen Strohskulptur, Mann gegen Leberwurst, Körper gegen Krampf. Bereits in der ersten Sekunde ist man mitten im Geschehen und kann sich auch später nicht entspannen, denn die Filme von John Bock fordern Aufmerksamkeit permanent.
Präsentiert werden sie in einer Art schaurigem Behördengang mit Neonleuchten und Schalensitzen, von denen aus man die einzelnen Film-Zimmer betritt.
Es beginnt mit “Porzellan Isoschizo Küchentat des neurodermitischen Brockenfalls im Kaffeestrudel” ( 2001), ein hektisch geschnittener Bildersog, in dem der Künstler in seiner Küche von Lebensmitteln attackiert wird. Dosenspaghetti springen aus dem Topf, Weißbrotscheiben hüpfen aus dem Toaster, Marmelade, Leberwurst und Rotwein haben sich gegen den Künstler verbündet, mit der Absicht, ihn zu besudeln.
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VIDEO
| Clip aus ”8 1/2 x 11, mit Schisslaveng” Anton Kern Gallery, NY 2007
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Als ob: John Bock in der Schirn
FAZ - Michael Hierholzer
Film kann unter Umständen Kunst sein. Ein untrügliches Anzeichen dafür ist, wenn der Film nichts erzählt. Oder nicht wirklich etwas erzählt, also nur so tut, als ob. John Bock schreitet auf dem Weg des Als-ob zügig voran.
Der Mann, von dem man womöglich alsbald einen abendfüllenden Nicht-Spielfilm erwarten darf, lässt in seinen neueren Arbeiten die Genres Revue passieren, simuliert in schon auf einstündige Spieldauer aufgeblasenen Produktionen die Lichtspielkunst und nähert sich mit immer opulenteren Ausstattungen dem großen Leinwandepos an. Nur freilich, um es zu fragmentieren, dekonstruieren, entmythologisieren, um es mit allen denkbaren anderen Sparten wie Performance, Skulptur, absurdem Theater, Musik zu mischen. Ansichten aus einer Spätestmoderne, in der das Spiel mit dem Material entscheidender ist als dieses selbst.
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SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
| bis 23. September 2007
KATALOG | John Bock: Filme
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Tanz der Äste
Juni 12, 2007 | Comments Off
Der US-Maler Brice Marden macht im Hamburger Bahnhof Station.
Am besten, man legt beiseite, was man über Malerei weiß. Natürlich, es geht um Licht. Um Farbe, Fläche, Format, um Linie, Rhythmus und Proportion. Es geht um die Malerei selbst in diesen Bildern. Aber es geht auch um den Versuch, genau das wieder zu vergessen. Die Fragen, die der Blick auf die Arbeiten aufwirbelt, sollen sich wieder setzen. Abstraktion sei der Versuch, so sagte Brice Marden einmal, „von der Literatur wegzukommen und zur Dichtung zu gelangen“.
Diesen Weg von der Reflektion über die Möglichkeiten der Malerei zu einem dichterisch freien Ausdruck, den der amerikanische Maler Marden ging, kann man nun in der ersten europäischen Retrospektive im Hamburger Bahnhof abschreiten.
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| Hamburger Bahnhof, Berlin, bis 7. Oktober 2007
| KATALOG | Brice Marden - Retrospektive
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Brice Marden ( 1938) machte sich den 1960er- und 1970er-Jahren mit leuchtenden, einfarbigen Farbpanelen einen Namen, zunächst in einer Palette aus Grautönen und gedämpften Farben gehalten, später mit kräftigeren, hellen Tönen und anspruchsvollen Kombinationen aus mehreren Leinwänden. Mitte der Achtzigerjahre begann er, kalligraphische Zeichen zu malen, die er auf einen schimmernden Fond stellte; im letzten Jahrzehnt wandte sich sein Werk erneut einer verstärkten Farbigkeit zu. Der umfangreiche Band, der anlässlich der ersten Retrospektive zum Gesamtwerk des Künstlers erscheint, versammelt über 170 Gemälde und Zeichnungen seit den frühen Sechzigerjahren bis heute und belegt aufs Anschaulichste die Entwicklung von Mardens malerischen Untersuchungen zu den Bereichen Farbe, Oberfläche und Licht.


