Kunstbiennale Venedig 2007

Juni 13, 2007 | Comments Off

Der Stoff, der die Welt hält

FR online - Elke Buhr

Die revolutionären Studenten, Arbeiter und Intellektuelle von Venedig rufen zum Boykott der Biennale auf. Sie ist veraltet, bourgeois und ein Instrument des Nationalismus, Imperialismus und Rassismus!” So steht es auf einem Plakat, das in einer Trattoria hängt, ganz in der Nähe von Venedigs Rialto-Brücke. Allerdings hängt dieses Plakat seit dem Jahr 1968 dort.

Mittlerweile ist die Biennale längst von innen heraus gesprengt.
… - eine Arena für den internationalen Kampf um Definitionsmacht und Einfluss, die immer noch vorgibt, ein Wettbewerb der Nationen zu sein, und die längst niemand mehr boykottiert.

“Denke mit den Sinnen - fühle mit dem Geist” hat Storr, der an der Yale-Universität lehrt und selbst auch malt, seine Ausstellung überschrieben. Er wolle die üblichen Gegensätze von Körper und Geist, Gedanke und Gefühl, Intellekt und Sinnlichkeit überwinden, so seine Programmatik.

Er hat zwar dafür gesorgt, dass erstmals auch der afrikanische Kontinent einen Pavillon hat. Allerdings hat er die Verantwortung dafür an ein Kuratorenteam abgegeben, das ausnahmslos aus der Privatsammlung von Sindika Dokolo schöpft, ein Verwandter des Präsidenten von Angola mit undurchschaubaren Beziehungen in Waffenhändler-Kreise.

FR - Artikel lesen

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Zu unentschieden: Banal grande in Venedig

FAZ - Peter Richter, Venedig |

Was für ein Kunstsommer hatte das werden sollen! Die schönste Documenta aller Zeiten wurde uns versprochen - und für den deutschen Biennale-Pavillon nicht weniger als eine Weltsensation. Und dann das.

… es ist nicht nur weniger aufregend als erwartet, alles ist auch gleich eine ganze Nummer bescheidener als bei den letzten Biennalen. Das gilt übrigens für das Partydrumherum genauso wie für die Kunst in vielen der Länderpavillons und ganz besonders in der zentralen Ausstellung, von der man sich ja am ehesten den Anspruch erwarten darf, einen gewissen Stand der Dinge zu formulieren. Und hier wird nun dieses Jahr deutlich, wie die Kunst den messianischen Erwartungen, die inzwischen auf ihr lasten, tendenziell begegnet, nämlich durch Flucht in die Introversion.

… ausgerechnet jetzt wird in Venedig über weite Strecken ein Abschied in die Abstraktion und ins Malerei-Fachgespräch zelebriert: In dem Moment, wo der bildenden Kunst endlich mehr oder weniger die Rolle einer Leitdisziplin unter den Umgangs- und Erkenntnisformen dieser Welt eingeräumt wird; wo ihr Dinge zugetraut und zugemutet werden wie noch nie zuvor: da zieht sie sich lieber wieder auf sich selbst zurück …

FAZ - Artikel lesen

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Schwere Kost, die beflügelt

SPIEGEL online - Jenny Hoch, Venedig

Globale Perspektive statt nationaler Kraftmeierei: Kurator Robert Storr setzt in der Arsenale-Ausstellung auf Themen wie Krieg und Exil. Dennoch wirkt die Schau nicht spröde, sondern bunt und vielgestaltig wie das Leben selbst.

Das liegt vor allem daran, dass Storr zum großen Teil auf Künstler setzt, die in der europäischen und nordamerikanischen Kunstszene weitgehend unbekannt sind. Er hat nicht nur Platz gemacht für eine große Schau afrikanischer Kunst und einen türkischen Pavillon, sondern zeigt auch überproportional viele Arbeiten aus Ländern wie Iran, Algerien, Brasilien, Ghana, Jordanien, Indien, Serbien oder Nicaragua.

Im schlimmsten Fall werde seine Ausstellung eben ein Amuse Geule, also ein Appetithäppchen für den Kunstbetrieb, hatte Robert Storr angesichts seines geringen Budgets vorher geunkt. Das Gegenteil ist der Fall. Sie ist ein gelungener Gegenentwurf zur nationalen Repräsentation, die in den Pavillons gepflegt wird. Statt länderbezogener Kraftmeierei öffnet sich hier der Blick zu einer globalen Perspektive.

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Vom Schaum der Zeit gebremste Schönheit - Kein Spässchen, nirgends

NZZ - Samuel Herzog

Die internationale Ausstellung der 52. Biennale von Venedig schlägt ernste bis düstere Töne an. Auch in den Länder- Pavillons tritt die Kunst mehrheitlich wohltemperiert in Erscheinung - die Zeit der frechen Gesten scheint vorbei.

Der amerikanische Maler, Kurator und Kritiker Robert Storr hat sich vorgenommen, einen von ihm im Blutbild der Gegenwartskunst konstatierten Gegensatz zwischen Gefühl und Intellekt zu vereinen. Dabei ist eine Ausstellung entstanden, die auf alles Spektakuläre verzichtet und von einem durchwegs ernsthaften Grundton bestimmt wird. Die Kunst erscheint hier als eine vom Schaum der Zeit gebremste Schönheit, die endlich auf alles Make-up verzichtet und betont von den äusseren Reizen zu den inneren Werten gelangt ist.

Viele Werke sind engagiert, fast alles hat museale Qualitäten. Viel Raum hat Storr der Malerei eingeräumt - Richter, Polke, Kelly, Ryman, LeWitt und Kippenberger füllen den halben Padiglione d’Italia.

NZZ - Artikel lesen

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| Think with the Senses - Feel with the Mind.
| 52. Esposizione Internazionale d’Arte.
| Venezia: Giardini, Arsenale und diverse weitere Orte.
| Bis 21. November 2007.

| MEDIEN | La Biennale di Venezia. Der Deutsche Beitrag 2007
Die deutschen Beiträge zur Biennale Venedig 1895-2007

Gesamtüberblick über die deutsche Teilnahme an der Biennale Venedig. Das facettenreiche Spektrum der 112-jährigen Kunst- und Ausstellungsgeschichte reicht vom Bau eines eigenen deutschen Pavillons über die Zeit des Nationalsozialismus, die Nachkriegszeit und die iennale-Beteiligungen der DDR bis in die Gegenwart. Die Bebilderte Chronologie erscheint mit ausgewählten Schwarzweiß- und Farbabbildungen von Künstlern und Künstlerinnen, angefangen bei Max Liebermann, Käthe Kollwitz und Emil Nolde, über Willi Baumeister, Gerhard Richter und Joseph Beuys bis zu Hans Haacke, Katharina Fritsch und Isa Genzken. - Der deutsche Pavillon in Venedig im Wandel der Zeit - Eine einzigartige historische Dokumentation - Präsentation von deutscher Kunst im Lauf der Geschichte.

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arte-television-europe

 

Isa Genzken bei Biennale in Venedig | 2007
| VIDEO-Reportage ansehen (real video)

Die Biennale in Venedig
In der Reportage zu sehen: der koreanische Künstler Hyungkoo Lee, Isa Genzken, Sophie Calle, Francesco Vezzoli und Tracey Emin.
| VIDEO-Reportage ansehen (real video)

arte.tv hält Sie den ganzen Sommer lang über die documenta 12 in Kassel und die Biennale in Venedig auf dem Laufenden. Themenabend, zwei Blogs und Reportagen.
| arte _ Kunstspecial

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| Kunstbiennale in Venedig 10. Juni bis 21. November 2007

| http://www.deutscher-pavillon.org/

Isa Genzken. Biennale Katalog Venedig:
German Pavilion, Venice 2007 (Gebundene Ausgabe)
Official publication of the German Pavilion at the Venice Biennale 2007.

siehe auch Astronauten im Nazitempel | Holger Liebs | SUEDDEUTSCHE 6.2007 

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  • Kunst | Presseschau

    Auswahl aktueller Veröffentlichungen zum Themenschwerpunkt Kunst in der deutschsprachigen Internet - Medienlandschaft. Die Artikel werden hier kurz angerissen, teilweise thematisch gebündelt - mit Video/Audio, Katalog- & Medien - Informationen ergänzt - und sind direkt mit den Online-Medien verlinkt.

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  • Ausstellungen | Hamburg

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
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