A. R. Penck | Retrospektive

Freitag, Juni 15, 2007
By Peter Panter

penck1961-2006-retrospektive-katalog.jpgKUNSTSCHAU Hamburg -
Jens Ullheimer | PT Schirn |

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert die erste große Retrospektive von A.R. Penck nach zwanzig Jahren

Wie kaum ein anderer deutscher Künstler steht A.R. Penck für die Erneuerung der Malerei in Deutschland. Bereits in der DDR thematisiert Penck immer wieder die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft. Nach seiner Ausbürgerung 1980 schafft er mit seinem unverwechselbaren Stil aus abstrahierten Figuren und Bildzeichen ein universales Vokabular, in dem die Erinnerung an den Beginn der Malerei mit der aktuellen Zeitgeschichte und der modernen Naturwissenschaft zu einer einprägsamen Bildwelt verschmilzt.

Max Hollein, Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt: „Viele Werke von A.R. Penck sind lange Jahre nicht mehr zu sehen gewesen, andere ständiger Bestandteil großer öffentlicher Sammlungen. Es ist unser ausdrückliches Ziel, eine charakteristische Gesamtdarstellung dieses bereits fast 50 Jahre umfassenden Schaffens zu präsentieren. Dabei kommt gerade auch Pencks mediale Vielseitigkeit sowie der beeindruckende geistige Kosmos zum Ausdruck, der sich nicht nur in den Gemälden, sondern auch über seine zahlreichen Texte erschließen lässt.“

Ingrid Pfeiffer, Kuratorin der Ausstellung: „Pencks umfassendes Werk verdient es, von den Anfängen bis heute neu besichtigt zu werden: Die Allgemeingültigkeit, Zeitlosigkeit und Dauerhaftigkeit der darin ausgedrückten Fragen und Konflikte – Rolle des Individuums in der Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst, Kommunikation mit dem Betrachter, Krieg, Gewalt, Ausgeliefertsein, aber auch Freundschaft, Solidarität, Kampf um die Zukunft – machen es reizvoll, den ‚Fall A.R. Penck‘ hier nochmals aufzurollen.“

Diese erste große Überblicksausstellung in Deutschland nach 20 Jahren zeigt Pencks Werk vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher und kunstimmanenter Kontexte und Rezeptionsweisen. Mit rund 130 großformatigen Gemälden, Skulpturen und Objekten von 1961 bis heute präsentiert die Ausstellung den Künstler mit seinen wichtigsten Themen und Werkgruppen. Eine Besonderheit bildet zusätzlich eine Auswahl von etwa 70 Künstlerbüchern, die auch den Sprachkünstler und Zeichner Penck in umfassender Weise vorstellen.

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KATALOG A.R. Penck | 1961 – 2006

| Schirn Kunsthalle Frankfurt
| bis 16. September 2007

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Der Mann, der sich Penck nennt

FAZ – Andreas Platthaus

In der DDR blieb er weitgehend unbekannt. Seine Arbeiten entsprachen nicht dem ästhetischen Ideal des sozialistischen Realismus. Erst als Ralf Winkler alias A. R. Penck in den Westen ging, eroberten seine Bilder die Welt. Die Frankfurter Schirn widmet ihm jetzt eine großartige Retrospektive.

… „Ein Embryo durch alten Geist verführt, so deutsch, wie dumm, die schlimmste Perversion. Scheißlöffel, der in großer Kacke rührt, der Mangel selbst, das Elend der Nation. Doch war sie ein Versuch, Versuch zu leben als Totgeburt, Versagen, Wahnsinnsschweben“

- das rief Winkler 1993 der DDR hinterher. Dreizehn Jahren zuvor war er in den Westen gegangen.

Die Frankfurter Retrospektive zeigt uns sein Werk als einen unverwechselbaren Beitrag zur zeitgenössischen Kunst, und trotzdem stecken PRaymond Pettibon und Jonathan Meese und Neo Rauch und Daniel Richter im Kern schon drin.

FAZ – Artikel lesen

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Der Künstler des Atomzeitalters

FR online – Arno Widmann

Die Frankfurter Schirn zeigt in einer monumentalen Schau das Gesamtwerk von A.R. Penck.

Pencks Welt der Zeichen und Piktogramme ist nicht nur gegen die Bilder und Abbilder des Sozialistischen Realismus entstanden. Sie ist auch nicht nur ein dritter Weg zwischen diesen und der westlichen Abstraktion. Sie ist auch gerichtet gegen die Wörter. Die wichtigsten Bilder der DDR nämlich waren keine. Die wichtigsten Bilder der DDR waren Parolen. Das Land war vollgestellt mit Direktiven, Belehrungen und Aufforderungen. Ein Schilderwald aus Worten, gerichtet gegen das ihn umgebende Bild der Welt.

FR – Artikel lesen

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