Johan Grimonprez – Looking for Alfred

Freitag, Juni 15, 2007
By Peter Panter

grimonprez-looking-for-alfred-filmstill-1.jpgJohan Grimonprez: «Looking for Alfred», 2004, Filmstill.

 

KUNSTSCHAU Hamburg – Jens Ullheimer |

Johan Grimonprez in der Pinakothek der Moderne, München.

Alfred Hitchcocks legendäre Gastauftritte in seinen eigenen Filmen bilden den Ausgangspunkt für das 2005 entstandene Projekt “Looking For Alfred” des belgischen Künstlers Johan Grimonprez (*1962). Die Filminstallation wird von einem Komplex von Handzeichnungen und Collagen begleitet, in denen sich die verzweigte Ideen- und Entstehungsgeschichte des Projekts spiegelt.

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VIDEO | Ausschnitt “Looking For Alfred

| bis 26.08.2007

| Pinakothek der Moderne | München

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Die Hommage an den »Master of Suspense« erweist gleichermaßen ihre Reverenz an die Bildwelten des surrealistischen Malers René Magritte. »Looking for Alfred« ist ein Spiel mit unterschiedlichen Realitätsebenen, mit Simulationen und Täuschungen  - wie Grimonprez´ berühmt gewordene Mediencollage »Dial History« (1997)

VIDEO | Trailer | “Dial History
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Johan Grimonprez wurde in 2005 für “Looking For Alfred” mit dem Internationalen Medienpreis für Wissenschaft und Kunst Baden-Baden/Karlsruhe ausgezeichnet.

… auf der Suche nach einem Hitchcock-Double. Sein Film lädt die Zuschauer ein zu einer Entdeckungsreise in die Filmgeschichte und in die eigene Erinnerung. Er ist gespickt mit Zitaten aus bekannten Hitchcock-Klassikern, auch Bildkompositon und Kamera-Führung sind stark an diese dem Zuschauer meist gut bekannten Filme angelehnt.

Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach (Medienpreis-Jury):
„Looking for Alfred“ ist einfach ein technisch brillant gemachter Film, der Farbtiefen hat, der Räume konturiert die in sich stimmig sind und der eine Geschichte erzählt, die uns etwas davon ausweist, wie Erinnerungen funktionieren. Es ist für mich gar nicht so sehr ein Film über Hitchcock, sondern, es ist ein Film, wie wir mit unserem Erleben von Filmen umgehen. Wie wir da heraus eine Realität aufbauen und wie wir Assoziationen setzten, die dann teilweise ein Eigenleben führen, wie wir Teilbereiche eines Wahrnehmungsbildes sozusagen dazu benutzen, etwas auf den Punkt zu bringen und wie wir insoweit hier vor Augen geführt bekommen, wie ein Stück von unserem sich Erinnern funktioniert.

Medienkunstpreis | Website mit Videokunstarchiv

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johan-grimonprez-looking-for-alfred-2004-film-still-courtesy-of-zapomatik-film-video-umbrella.jpgJohan Grimonprez: «Looking for Alfred», 2004, Filmstill.

Hier überblenden sich gleich zwei Déjà-vus: der in die Jetztzeit übersetzte Typus einer verführerischen Hitchcock-Ikone mit Magrittes Bildmotiv aus «Jeune fille mangeant un oiseau» (1927).

rene-magritte-jeune-fille-mangeant-un-oiseau.jpgRene Magritte «Jeune fille mangeant un oiseau» (1927)
Verfolgt von der Fiktion

NZZ – Birgit Sonna

Vor zehn Jahren sorgte der belgische Medienkünstler Johan Grimonprez mit einer Filmcollage für Aufsehen. Die Münchner Pinakothek der Moderne widmet ihm jetzt eine Überblicksschau. …

Grimonprez’ phänomenale Filminstallation «Looking für Alfred», die in der Münchner Pinakothek der Moderne als Kernzelle einer Retrospektive zu dem belgischen Medienkünstler fungiert, lässt die Besucher in ein labyrinthisches Bilderrätsel eintauchen. So vertraut die in kaleidoskopartige Splitter zerstückelten Szenen erscheinen, nach mehrmaligem Sehen merkt man erst, wie sehr man im Einzelnen einer Simulation aufgesessen ist, dass selbst die vermutete bildliche Quelle nicht mehr als eine Täuschung ist. Hitchcock wie Magritte, die beide das Doppelgängertum als Kunstgriff virtuos anwandten, verwischen sich hier in ihrer wechselseitig aufeinander projizierten Urheberschaft bis zur Unkenntlichkeit. «Ab jetzt», so prophezeit Grimonprez, «wird uns die Fiktion als Realität verfolgen» – und damit auch jenes unheimliche Gefühl, dass wir die Dinge schon einmal gesehen haben, dass es alles doppelt gibt.

Überhaupt scheint sich in dem Film-Opus von Johan Grimonprez alles zu verdoppeln, ja sogar bis in die Wahnbilder eines Deliriums zu vervielfachen. Der korpulente Alfred mit signifikant schwulstiger Unterlippe taucht in zahlreichen Varianten auf, begegnet einigen seiner Doppelgänger persönlich und wird auf einem Treppenabsatz sogar mit einem asiatischen Double konfrontiert.

NZZ – Artikel lesen

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