Kirchners Heimholung

Montag, Juni 18, 2007
By Peter Panter

NZZ – Christian Saehrendt |

Chemnitz zeigt die Ausstellung “Ernst Ludwig Kirchner – Die Deutschlandreise”

Die Ausstellung ist Beispiel einer kulturellen Identitätspolitik par excellence, die die Stadt sehr erfolgreich mit ihrem Museum betreibt. Im Mittelpunkt der Chemnitzer Schau steht der künstlerische Ertrag von Kirchners Deutschlandreise, die er im Winter 1925/26 von seinem Davoser Wohnsitz aus unternahm, um Sammler, Galeristen, Freunde und Verwandte in Frankfurt, Dresden, Berlin und Chemnitz zu treffen.

Die Klammer, die die z. T. hochkarätigen Werke in der Chemnitzer Schau zusammenhält, ist Kirchners Biografie. Seine Briefe und Werke, die im Zusammenhang mit den Reisen entstanden sind, verdeutlichen die Spannung, unter der er stand: Er schwankte zwischen der Geborgenheit des Alpentals und dem rotierenden Kunstbetrieb der Weimarer Republik. Tatsächlich hat man mit den Deutschlandreisen ein Desiderat für eine weitere thematische Kirchner-Ausstellung gefunden – und eine der wenigen Lücken zu finden, die die dichte und anhaltende Rezeption dieses Künstlers überhaupt noch hinterlassen hat, ist an sich schon eine bemerkenswerte Leistung.

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| bis 5. August 2007

Die Ausstellung im Chemnitzer König-Albert-Museum zeigt Gemälde und Arbeiten auf Papier. Schwerpunkt sind die Jahre 1925/1926. Zu dieser Zeit hielt sich Kirchner nach Jahren in der Schweiz erstmals wieder in seiner Heimatstadt Chemnitz auf.

Ernst Ludwig Kirchner war nicht nur dominierender Charakter der Künstlervereinigung “Die Brücke”, seine Darstellung von Straßenszenen und Menschen in der Großstadt machten ihn auch zu einem Hauptvertreter des deutschen Expressionismus.

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286 Seiten mit 95 farbigen und 117 s/w Abbildungen 24 x 30 cm

Erstmalige Beschäftigung mit den Deutschlandreisen des bedeutenden Expressionisten.

Chemnitz ist als Geburtsstadt von Karl Schmidt-Rottluff bekannt – aber kaum jemand weiß, dass auch ein weiteres Gründungsmitglied der Künstlergruppe “Brücke” (1905) hier aufwuchs: Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1938). Nach seinem Umzug in die Schweiz reiste der bedeutende Expressionist Ende 1925 zurück nach Deutschland, wo er sich mehrere Monate u.a. in Frankfurt am Main, Dresden und Berlin aufhielt. Den Jahreswechsel 1925/26 verbrachte Kirchner in Chemnitz bei seinen Eltern und unternahm im Juni 1926 eine weitere Reise nach Deutschland. Die Publikation zeigt mit zahlreichen Gemälden und Arbeiten auf Papier, darunter Tanzbilder, Akte, Großstadtbilder mit Schaufenster- und Straßenszenen sowie Porträts, wie der Künstler sein Heimatland aufnahm. 

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