Schlingensief | 18 Bilder pro Sekunde
Der Film-, Theaterregisseur und Künstler Christoph Schlingensief zeigt im Münchener Haus der Kunst seine Installation “18 Bilder pro Sekunde”, die eigens für die ehemalige Ehrenhalle entstand.
Im Zentrum der Installation stehen zwei filmische Werkkomplexe: “african twin towers”, gedreht 2005 in der Namib Wüste, sowie Kurzfilme, die während Schlingensiefs Regiearbeit zum “Fliegenden Holländer” am Teatro Amazonas in Manaus, Brasilien, entstanden.
Christoph Schlingensief
| web site mit Video und Ausstellungsspecial
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| Haus der Kunst München
| bis 16. September 2007
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Schlingensief zeigt Film-Reflexion
TAGESSPIEGEL – tso/ddp
In Christoph Schlingensiefs Installation “18 Bilder pro Sekunde” im Münchner Haus der Kunst ist die Überforderung des Betrachters Programm.
Es hat etwas Nostalgisches. Mehrere knatternde Projektoren spielen in kleinen Kabinen grobkörnige 16-Milimeter-Kurzfilme ab, in Schwarz-Weiß, ohne Ton, es knistert, es flimmert. Wenige Schritte weiter dann der visuelle Kontrast: An einer Wand zeigen 18 Flachbildschirme in üppigen Farben oder kontrastreichem Schwarz-Weiß eine Flut von gestochen scharfen Filmaufnahmen.
Schlingensief verwirrt den Betrachter, überrollt ihn mit einer wahren Bilderlawine, meidet das Eindeutige, betont das Verborgene. In “18 Bilder pro Sekunde” muss der Betrachter gewissermaßen selbst zum Regisseur werden: Er muss aus der Flut der Eindrücke und Themen das herausfiltern, was ihn berührt und so im Kopf einen eigenen Film schaffen.
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Reise zu sich selbst
DEUTSCHLANDRADIO Kultur | Walter Kittel
Schlingensief, der Theatermann, stellt sich selber aus im Haus der Kunst. Sein Leben, seine Arbeit, seine Träume, ja sogar seine Kindheit und Jugend werden thematisiert. Und indirekt auch der Tod des Vaters.
Es ist eine erstmals in Form gegossene Facette aus Schlingensiefs Leben und Werk, in der sich die Besucher verirren dürfen. Dass er vom Theater kommt und wie ein Mann vom Theater denkt, zeigen die großen Styroporkulissen. Schlingensiefs Filme könnten kaum für sich alleine stehen. Sie brauchen eine opulente Inszenierung. Die Provokation bleibt aber aus. Christoph Schlingensief wirkt zahm in München. Er sucht nach Ruhe und Distanz. Manchmal wirkt er nachdenklich und ist enttäuscht vom Theater.
DEUTSCHLANDRADIO – Beitrag lesen
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Bravo, Schlingensivo
TAZ – Johanna Schmeller
In der Ausstellung “18 Bilder pro Sekunde” im Münchner Haus der Kunst überrascht Christoph Schlingensief mit sensibel inszenierter privater Trauer.
In einer großartigen Ausstellung im Münchner Haus der Kunst überrascht der 47-Jährige ausgerechnet mit unprätentiös inszenierter, höchst privater Trauer. Gewidmet ist die Ausstellung “18 Bilder pro Sekunde” Schlingensiefs Vater. Im Februar, während der Sohn zum Zwecke einer Inszenierung von Wagners “Fliegendem Holländer” im Urwald von Manaus weilte, starb der nach einem Schwächeanfall. Dies verarbeitet Schlingensief in München mit überraschender Eindringlichkeit und ungeahntem Zartgefühl.
Schlingensiefs Neigung zur Selbstdarstellung verliert sich auf glückliche Weise in der großen Intimität, die diese Ausstellung so glänzen lässt. Und selbst, wer bislang nur neidvoll Skandale und Skandälchen, Krankheitsbilder und nackte Popöchen aufzählen konnte, die der nicht immer unumstrittene Schlingensief zur Komplettierung seines Lebenswerkes aufzutreiben wusste, wird sein Urteil nun zumindest ergänzen müssen.
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| Haus der Kunst, München
| bis 16. September 2007
MEDIEN | Christoph Schlingensief
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