“Keine Atempause - Geschichte wird gemacht” (Fehlfarben 1980)

“Kassel brennt” (London´s burning, The Clash 1977)

Kunst kommt von Knallen

DIE ZEIT -  Hanno Rauterberg vergleicht die Biennale in Venedig mit der Kasseler Documenta und bringt sie auf einen Nenner des Politischen. 

Es ist die Stunde der Besinnung aufs Wesentliche, die Stunde der politischen Künstler. Ihnen gehören die großen Bühnen dieses Sommers. Gleich doppelt dürfen sie aufspielen – auf der Biennale in Venedig und auf der Documenta in Kassel …

Beide Ausstellungen sind sich verblüffend ähnlich: Beide wenden sich gegen die Übermacht des Marktes, verlangen nach einer Kunst der Ein- und Aufmischung …

Soll niemand sagen, die Kunst sei doch nur Tralala. Nur grelles Spektakel, Partykulisse, nur das Spielzeug der Schönen und Reichen. Nein, die Kunst geht aufs Ganze. Sie verkämpft sich, ringt mit dem Schweren, dem Blutigen, mit Folter und Vertreibung, Krieg und Tod. Manche nennen das die Rückkehr des Politischen.

Politisch ist diese Documenta . mehrfach: Sie fragt, was von den alten Utopien noch trägt. Sie fragt, welchen Mustern wir trauen, welchen Formen wir Geltung einräumen. Sie fragt, wie sich unser Blick auf die Welt weiten lässt und ob sich damit unser Bild von der Welt verändern könnte. Und selbst dort ist sie noch politisch, wo sie unpolitisch wird, denn dann setzt sie die Kunst frei von Verwertungs- und Aufklärungsinteressen, begreift sie als Selbstzweck, als Ornament und Dekor, einen Schauwert, nur dafür da, um betrachtet, nicht um bedacht zu werden.

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DEUTSCHE WELLE | Kultur-Sommer 2007 

VIDEO _ Reportage ansehen | Documenta 12 |  Andrea Horakh

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Rückkehr der Dekadenz 

BERLINER ZEITUNG - Sebastian Preuss

Die Documenta 12 erntet wütende Kritik, dabei huldigt sie der Kunst in nie da gewesener Weise

Es sei die schlechteste Ausstellung, die er je irgendwo gesehen habe, wütete der Kritiker des Londoner Daily Telegraph. Andere Experten verurteilten die Schau als reaktionär, weil sie die Kontexte der Kunstwerke vernachlässige. Hier ginge es vor allem um Interior Design, ätzte eine populäre Kunstfigur im Fernsehen. Was denn mit den Europäern los sei, fragte ein fassungsloser Museumsmann aus Amerika. Wo man sich in der Kunstwelt auch umhört, überall Ablehnung, Unverständnis, bis hin zu Abscheu und Verdammung.

Das Kalkül von Buergel, dem Leiter der zwölften Weltkunstschau, und seiner mitkuratierenden Ehefrau Ruth Noack scheint also grandios aufgegangen zu sein. Sie wollten mit allem brechen: mit dem Kanon des Kunstbetriebs und des Marktes, mit den gängigen Präsentationsformen für Gegenwartskunst wie den üblichen Theoriekonstrukten der Ausstellungsmacher.

Dabei muss seine Sinne verloren haben, wen diese Documenta nicht überwältigt.

Trotz aller Mängel bietet diese zwölfte Documenta Seherfahrungen, wie sie in der Gegenwartskunst noch nie zu erleben waren. Festgefahrene Kunstfunktionäre mag das zur Weißglut treiben, doch lieber sollten wir uns alle über diese Gelegenheit freuen.

BERLINER ZEITUNG - Artikel lesen

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Ganz anderer Meinung ist der Documenta-KommunikationsVeteran Bazon Brock, der in einem Telefoninterview des DEUTSCHLANDRADIOS ausführlich zu Wort kommt und das Ende der “staatlich geförderten Kunst” gekommen sieht.

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“Völlig beliebiges Sammelsurium dritter Klasse”

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Bazon Brock

Der Kulturwissenschaftler Bazon Brock hat die Documenta 12 mit scharfen Worten kritisiert. Die am Samstag in Kassel eröffnete Schau zeitgenössischer Kunst bezeichnete Brock im Deutschlandradio Kultur als ein “völlig beliebiges, ohne jeden Sinn und Verstand, ohne jedes Konzept, ohne jede Thesenbehauptung präsentiertes Sammelsurium dritter Klasse”.

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

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| AUDIO | Vollständiges Bazon Brock Interview anhören

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Documenta 12 - KATALOG

| Documenta 12 - BILDBAND

| DOCUMENTA | BÜCHER

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Kassel, bis 23. September 2007

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  • Ausstellungen | Hamburg

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    ( Archiv )