Jasper Johns | An Allegory of Painting | 1955-1965
Kunstdruck: Drei Flaggen, 1958
Künstler: Jasper Johns
Größe: 71,12 x 55,88 cm
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KUNSTSCHAU Hamburg
| Jens Ullheimer
| PT Kunstmuseum Basel
Das Kunstmuseum Basel zeigt bis zum 23. 09.2007 das Frühwerk des 1930 geborenen Amerikaners Jasper Johns.
Die exklusiv in Europa gezeigte Ausstellung konzentriert sich auf das wegweisende Frühwerk von Jasper Johns, das Mitte der 50er Jahre einsetzte, u.a. mit dem berühmten Werk „Zielscheibe mit vier Gesichtern“ aus dem Museum of Modern Art, New York. Johns benutzte zeichenhafte Elemente der Populärkultur wie eine Zielscheibe oder die amerikanische Flagge, um sie sozusagen als Ready-Mades in gestische Malerei umzusetzen:
„Es sind Dinge, die in unserer Vorstellungskraft bereits existieren. Das gibt mir die Freiheit, auf anderen Ebenen zu arbeiten.“ (Johns)
Mit gestischer Pinselhandschrift malt er alltägliche Gegenstände, montiert aber auch auf unmittelbare Weise reale Objekte auf die Leinwand und schafft so eine vieldeutige Beziehung zwischen dem fiktiven Raum der Malerei und der alltäglichen Gebrauchs- und Konsumwelt. Johns distanziert sich von der ungegenständlichen Absolutheit des Abstrakten Expressionismus und entwickelt neue Bildtechniken. Sein Frühwerk ist nicht nur entscheidend für die Entstehung der Pop Art, sondern auch für manch andere Neuerung in der Malerei.
Die in Zusammenarbeit mit der National Gallery Washington entstehende Ausstellung präsentiert rund siebzig zentrale Leihgaben von Museen und Privatsammlungen aus den USA und Europa.
Jasper Johns | An Allegory of Painting | 1955-1965
| Kunstmuseum Basel
| bis 23. September 2007
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KATALOG | Jasper Johns
| 250 farbige Abbildungen
| gebunden mit Schutzumschlag
| Format: 292 x 203 mm | Sprache: deutsch
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Jasper Johns regte Mitte der 1950er Jahre mit seinen Flaggen und Zielscheibenbildern nicht nur eine kunsttheoretische Diskussion an, sondern wurde auch mit einem Schlag berühmt. Er gilt heute als Wegbereiter für Kunstströmungen wie Pop Art, Minimalismus und Konzeptkunst.
Dieser Ausstellungskatalog über sein wegweisendes Frühwerk verdeutlicht anhand 70 seiner wichtigsten Werke die prozesshafte Weiterentwicklung von Themen wie der Zielscheibe oder der Benennung der Grundfarben. Die hochkarätigen Texte geben dem Leser neben dem visuellen Kunstgenuss einen ausführlichen Überblick über den Künstler, seine Ideen und Werke.
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Malerei, wie zum ersten Mal
NZZ - Maria Becker |
Als einzige europäische Station zeigt das Kunstmuseum Basel die von der National Gallery of Art in Washington konzipierte Ausstellung zum Frühwerk von Jasper Johns. 91 Arbeiten machen Johns’ explizite Auseinandersetzung mit der Malerei und ihrem Prozess sichtbar.
«Es hat mit Schauen zu tun.»
Ein Rezensent der ersten Johns-Ausstellung in der Leo Castelli Gallery im Jahr 1958 erfasste intuitiv einen Aspekt, der in allen Phasen von Johns’ Werk präsent ist. Das Sehen, Erkennen und (neu) Benennen sind Konstanten im künstlerischen Weg des Malers. Johns blickte, wie derselbe Kritiker bemerkte, auf die Malerei
«wie zum ersten Mal»
und lenkte auf diese Weise auch die Aufmerksamkeit des Betrachters hin auf eine Auseinandersetzung mit dem Medium selbst. Wer nur ein wenig in der Kunstgeschichte zurückschaut, wird erkennen, dass er sich damit ganz konsequent in der Nachfolge eines Grossen sieht, dessen Malerei in Amerika nach dem Krieg neu entdeckt wurde und «als pure Essenz der Malerei» gefeiert wurde: Cézannes Kunst und ihre Nachwirkung sind von herausragender Bedeutung für Johns.
Dass er sich mit diesem Vorbild auch wieder den auf Distanz gebrachten abstrakten Expressionisten nähert, beweist ein Rundgang durch die Basler Ausstellung. Mehr noch als die Erforschung des Mediums zieht heute die Schönheit vieler Werke in Bann. Zielscheibe, Ziffer und Wort sind Träger eines exquisiten Gespürs für die klassischen Werte der Malerei.
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Pop in aller Ewigkeit
DEUTSCHLANDRADIO Kultur – Christian Gampert
Sein Bild “Three flags” hat der amerikanische Künstler und Pop-Art-Pionier Jasper Johns 1959 für 900 Dollar verkauft. Als er erleben durfte, wie es rund 20 Jahre später für eine Million Dollar ans New Yorker Whitney Museum verkauft wurde, da soll er amüsiert gewesen sein, nichts als amüsiert. Das Kunstmuseum Basel zeigt Johns Werk.
Dass man die Frühphase dieses Werks wie unter dem Mikroskop beobachten kann, in minimalen Verschiebungen und Vorwärtsbewegungen, ist das Verdienst dieser ungeheuer dichten Basler Ausstellung. Sie kreist einen Zeitraum ein, in dem das kalkulierte gestische Wüten des Abstrakten Expressionismus sich langsam mit anderen Bewegungen überlagert: Jasper Johns hatte früh schon mit Robert Rauschenberg zu tun, öffnete sich aber über John Cage und den Choreografen Merce Cunningham auch der Geräuschmusik und der abstrahierten Bewegung.
DEUTSCHLANDRADIO – Beitrag lesen
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Zum Beißen nah
FAZ - Hans-Joachim Müller, Basel
Mal hockte er vor dem Bild, mal bespuckte er es – und einmal hat der Maler Jasper Johns sogar hinein gebissen. Nie zuvor ist die Geburt des Werks aus dem Geist des Hantierens und Posierens, des Studierens und Probierens so ergiebig zu sehen gewesen.
In der Beschränkung auf die ersten zehn Jahre liegt ein großer Reiz. Die Ausstellung stellt noch einmal scharf ein auf eine der Ursprungsszenen der mythisch gewordenen Gegenwartskunst. Immer hat ja dieses Wiederauftauchen „alltäglicher Motive“ als Startkapital einer Entwicklung gegolten, die mehr noch als der weltabgewandte Abstrakte Expressionismus die amerikanische Malerei zur Leitwährung der Nachkriegskunst machen sollte. Jetzt wird man Zeuge, wie zögerlich sich Jasper Johns von den Vierziger- und Fünfziger-Jahre-Traditionen entfernt, wie behutsam und bedachtsam er seine Malerei vergegenständlicht.
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Jasper Johns
| An Allegory of Painting | 1955-1965
| bis 23. September 2007
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