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Steht die documenta 12 für eine Selbstermächtigung von Kuratoren, die nicht wahrhaben wollen, dass die von ihnen verachtete kommerzielle Sphäre längst intelligentere Kunstvermittlung betreibt als sie selbst? Und erinnert die proklamierte Radikalität des „bloßen Lebens“ nicht an die höfische Verklärung des harten bäuerlichen Daseins durch Marie Antoinette? Eine kritische Betrachtung.

Die Ursachen für den d-12-Schrecken ohne Ende kann man getrost im Unabhängigkeits- gleich Willkürpathos der herrscherlichen Macher sehen, die sich keiner öffentlichen Diskussion stellen und keiner internen Kritik ausgesetzt sind, weil sie sich ohnehin nur mit einen Netzwerk von Opportunisten und armen Würstchen umgeben, denen die Aussicht auf ein anständiges Honorar sogar das Abnicken offensichtlicher Unsinnigkeiten wert ist.

Als Journalist überträgt man eben ganz unverschämt, will sagen unverdächtig, die zahlungsgewichteten Anzeigenmitteilungen gemeinsam mit den honorierten Meinungsäußerungen, die in Wahrheit demokratisch legitimierter Medienfaschismus sind.

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Kassel, bis 23. September 2007

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  • Ausstellungen | Hamburg

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    ( Archiv )