Documenta 12 | Kuratorenkaraoke & Willkürpathos
ARTNET – Bazon Brock |
Steht die documenta 12 für eine Selbstermächtigung von Kuratoren, die nicht wahrhaben wollen, dass die von ihnen verachtete kommerzielle Sphäre längst intelligentere Kunstvermittlung betreibt als sie selbst? Und erinnert die proklamierte Radikalität des „bloßen Lebens“ nicht an die höfische Verklärung des harten bäuerlichen Daseins durch Marie Antoinette? Eine kritische Betrachtung.
Die Ursachen für den d-12-Schrecken ohne Ende kann man getrost im Unabhängigkeits- gleich Willkürpathos der herrscherlichen Macher sehen, die sich keiner öffentlichen Diskussion stellen und keiner internen Kritik ausgesetzt sind, weil sie sich ohnehin nur mit einen Netzwerk von Opportunisten und armen Würstchen umgeben, denen die Aussicht auf ein anständiges Honorar sogar das Abnicken offensichtlicher Unsinnigkeiten wert ist.
Als Journalist überträgt man eben ganz unverschämt, will sagen unverdächtig, die zahlungsgewichteten Anzeigenmitteilungen gemeinsam mit den honorierten Meinungsäußerungen, die in Wahrheit demokratisch legitimierter Medienfaschismus sind.
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Kassel, bis 23. September 2007
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