History Will Repeat Itself

Juni 30, 2007 | Comments Off

KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT HMKV Dortmund |

Strategien des Reenactment in der zeitgenössischen (Medien-)Kunst und Performance in der PHOENIX Halle Dortmund.

In der zeitgenössischen Kunst – hier vor allem der Medienkunst und Performance – findet sich in den letzten Jahren immer häufiger das Reenactment als künstlerische Strategie. So ließ beispielsweise der britische Künstler Jeremy Deller, Turner-Preisträger 2004, für seine Arbeit “The Battle of Orgreave” (2001) eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Bergarbeitern und Polizisten aus dem Jahr 1984 von ehemaligen Teilnehmern und Laien-Darstellern nachstellen.

Als Reenactment (dt. Nachstellung, Wiederaufführung) bezeichnet man die historisch korrekte Nachstellung vergangener gesellschaftlich relevanter Ereignisse, wie bedeutende Schlachten oder andere historische Begebenheiten. In einem Reenactment werden Zuschauer zu unmittelbaren Zeugen – manchmal sogar zu Teilnehmern – eines wiederholten historischen Geschehens, das sich vor ihren Augen abspielt.

Im Unterschied zu populärkulturellen Reenactments, wie z.B. der Nachstellung historischer Schlachten, sind künstlerische Reenactments keine performativen Re-Inszenierungen weit zurückliegender Situationen und Ereignisse, sondern es werden solche (durchaus traumatischen) Ereignisse wiederholt, die als bedeutsam für die Gegenwart erachtet werden. Künstlerische Reenactments sind keine affirmative Bestätigung der Vergangenheit, sondern vielmehr Befragungen der Gegenwart mittels des Rückgriffs auf historische Ereignisse, die sich dem kollektiven Gedächtnis unwiderruflich eingeschrieben haben. Reenactments sind künstlerische Hinterfragungen medialer Bilder, die sich der Realität der Bilder zu versichern versuchen, gleichzeitig jedoch auf die Medienbasiertheit des kollektiven Gedächtnisses verweisen.

Die Ausstellung History Will Repeat Itself beleuchtet aktuelle Strategien künstlerischer Reenactments und stellt die Positionen von 22 internationalen KünstlerInnen vor. Sie ist das erste umfassende Ausstellungsprojekt zum Thema Reenactment in Deutschland.

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| Hartware MedienKunstVerein HMKV Dortmund

| bis 23. September 2007

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Die Ausstellung findet in Dortmund parallel zur Documenta 12 (Kassel) und den skulptur.projekten münster in der spektakulären, 2.200 qm großen PHOENIX Halle Dortmund statt, die der Hartware MedienKunstVerein HMKV seit Ende 2003 nutzt. Die 1895 erbaute Halle steht auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks Phoenix-West in Dortmund-Hörde.

moderne-jugend.jpgKUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT MiK Rendsburg |

Die Museen im Kulturzentrum in Rendsburg präsentieren – nach der Flick-Collection in Berlin und der Sammlung Großhaus in Schleswig – eine weitere bedeutende Sammlung von berühmten Gemälden aus einem uns vertrauten Kosmos: die ENTENHAUSEN COLLECTION.

Viele wissen kaum, dass das Band zwischen Donald Ducks Wohnort Entenhausen und der realen Welt der Kunst enger geknüpft ist, als es uns auf den ersten Blick scheinen mag. In vielen der Comics tauchen an den verschiedensten, oft unscheinbaren Stellen fiktive Kunstgemälde auf. Ihre stilistische Nachbarschaft zu Pendants in der wirklichen Welt der Kunstgeschichte ist dabei mehr als offensichtlich.

Die Ausstellung „Berühmte Gemälde aus Entenhausener Privatbesitz“ – entstanden nach einer Idee von Friedrich Bitzhenner, Sigrun Brunsiek und Josef Spiegel – holt diesen umfassenden Kosmos der Entenhausener Kunstgeschichte aus ihrem Schattendasein ins Licht der Öffentlichkeit. Zum ersten Mal hat das Publikum Gelegenheit, die gesamte Vielfalt und stilistische Souveränität der Entenhausener Kunstgeschichte kennenzulernen, zu genießen – aber auch kritisch in ihren Beziehungen zur Welt der realen Kunst, Kunstgeschichte und Kunstkritik zu würdigen.

Viele der Gemälde aus den Comicgeschichten sind für die Ausstellung als „echte Gemälde“ in Öl und Acryl von dem Maler Peter Trautner (Unna) nachgestaltet worden, so dass dem Besucher die originale Bild-Anmutung der Comic-Bildstaffagen von Donald und Co. So werkgetreu wie möglich nahegebracht wird.

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| BUCH | Berühmte Gemälde aus Entenhausener Privatbesitz

| Museen im Kulturzentrum, Rendsburg
[ Arsenalstraße 2-10, 24768 Rendsburg / Schleswig-Holstein ]
| bis 02. September 2007

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| D.O.N.A.L.D.
Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus

Thomas Zipp - Planet Caravan?

Juni 30, 2007 | Comments Off

thomas-zipp-muehlheim-2007.jpgKUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Kunstmuseum Mühlheim |

Is there life after death? - a futuristic world fair
Thomas Zipp bis 23. September in Mühlheim.

Betritt man die Rauminstallationen des in Berlin lebenden Malers Thomas Zipp, so tritt man ein in einen assoziativen Gedankenkosmos, der bildmächtig ausgreift in die Geschichte der Neuzeit und der Moderne mit ihren Utopien und Zukunftsvisionen. Schon der Titel der Mülheimer Schau  zeigt an, dass die Ausstellung rockt, dass hier keine linear lesbaren Geschichtsverkettungen gezeigt werden, sondern Fragen aufgeworfen sind, die – vom mittelalterlichen Memento Mori über die Erfindung von Glühbirne und Atombombe bis hin zur globalen Mobilität – den Menschen in der Gegenwart und mit all seiner Endlichkeit in den Mittelpunkt der Überlegungen stellen.

Ausgehend von der Gewissheit, dass Vergangenheit Zukunft gestaltet, breitet Thomas Zipp kulturelle Ideen und philosophische Gedanken aus verschiedenen Perspektiven und in düster anmutender Atmosphäre vor uns aus. Die Medien Malerei, Skulptur und Grafik verwebt er mit überzeugendem Tiefgang, gepaart mit Humor und Ironie zu dichten begehbaren Installationen, in deren Mittelpunkt in der Mülheimer Ausstellung eine riesige Weltkugel steht. Der Globus vereint Ansichten von Mond und Erde und ist übersät mit Namen von Astro- und Kosmonauten sowie  von Nobelpreisträgern der Naturwissenschaften, die leitmotivisch durch die Ausstellung führen.

Mobile Malereien auf Stelzen erzählen von Ur- und Endzeitlandschaften, auf die Nobelpreisträger mit glänzenden, zombieartigen Augen blicken. Kepler, Tycho de Brahe oder Luther sind Vertreter ihrer Hypothesen, Wahrheiten und Welterklärungsmodelle. Strahlen und Licht verkörpern unsichtbare Energien – sie können gleichwohl für Jenseitserfahrungen, Drogenrausch oder die Atomspaltung stehen. Raumvorstellungen und anderes reflektiert der Künstler stets sowohl aus Sicht der Kunst wie aus derjenigen der Wissenschaft.

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| Kunstmuseum Mühlheim

| bis 23. September 2007

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| BUCH

Thomas Zipp: Achtung! Vision - Samoa.
The Family of Pills & The Return of the Subreals

(Gebundene Ausgabe)
von Gertrude Wagenfeld-Pleister (Vorwort), Zdenek Felix (Autor), Thomas Groetz (Autor), Veit Loers (Autor), Guido W Baudach (Herausgeber)

sammlung-goetz-thomas-zipp-england-attack-subreals.jpg| “England | Attac Of The Subreals” | Sammlung Goetz, München
| Foto: Jens Ullheimer

Thomas Zipp (*1966 in Heppenheim) hat an der Städelschule in Frankfurt bei Thomas Bayrle und Martin Kippenberger sowie an der Slade School of Fine Art in London studiert. Er ist in 2007 auch auf der Ausstellung “Made In Germany” in Hannover vertreten.

In den Bildwelten Zipps berühren sich Gedankenströme des New Age mit einer provokativen spirituellen Ironie. Religion, Kult und Mythos, Drogen und Gewalt - der in Berlin lebende Künstler hält sich nicht mit Belanglosigkeiten auf, seine Haltung ist entschieden: ein Plädoyer für den »Stachel im Fleisch«. Was die anspielungsreichen Arbeiten Zipps jedoch über die Motive hinaus so verstörend erscheinen lässt, ist der Verzicht auf jede Form der Hierarchisierung oder Wertung. Der Band versammelt Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Installationen des Künstlers, die seit 2003 entstanden sind.

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  • Kunst | Presseschau

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  • Ausstellungen | Hamburg

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    ( Archiv )