KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer

Wenn Ihnen einer auf die Nerven geht, dann ist es Heino Jaeger …
… denn Heino Jaeger macht Menschen nach und redet und redet und redet und redet und redet und redet …

heino-jaeger.jpgHeino Jaegers Biographie bietet genügend Stoff für eine Verfilmung a la “Angst und Schrecken in Las Vegas”. Ein durchgeknalltes (RocknRoll) Leben zwischen Schizophrenie und Genie, zwischen Romantik und depressiver Nachkriegsrealität.

Als unangepasster, freakiger Underground-Performer, in Cabarets und Rundfunk ( u.a. Radiokultsendung Lebensberatung Dr. Jaeger ), entging er der Massenwirksamkeit.

Olli Dittrich:
Heino Jaeger ist der Meister von uns allen, ein Genie und bis heute unerreicht.”
( ZEIT-Interview | 2006 )

Loriot:
Wie konnte es geschehen, dass Heino Jaeger 25 Jahre ein Geheimtipp blieb. Wir haben ihn wohl nicht verdient.”

Heino Jaeger wurde 1938 in Hamburg-Harburg geboren.
1956 - 59 | Studium an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg (Klasse von Professor Alfred Mahlau).

heino-jaeger-winter.jpgVerschiedene Ausstellungen, u.a. die Provokation “Heino Jaeger: Ein Maler des deutschen Reichs stellt in der ehemaligen Reichshauptstadt aus!” sorgt für einigen Wirbel in Berlin.
Neben Gemälden und Zeichnungen entstehen die legendären Kurzgeschichten und kabarettistische Texte, die in Rundfunk, Fernsehen und auf Langspielplatten verbreitet werden. “Lebensberatung Dr. Jaeger” wird zum Markenzeichen.

Der Kult-Star in der intellektuellen Kunst-Szene, hochgeschätzt von Eckhard Henscheid, Hanns-Dieter Hüsch über Loriot bis Olli Dittrich, verstarb 1997 und hinterlässt - neben Schallplatten, die in Gold aufgewogen werden - auch Zeichnungen und Zeugnisse seiner Malerei, mit Hang ins 19. Jahrhundert.

3 Audio-CD´s und eine umfangreiche Biografie geben Einblick in das Schaffen dieses genialen Künstlers und halten sein Lebenswerk lebendig.

Im Oktober 2007 wird die 4. CD erscheinen.

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HEINO JAEGER
Hitler in Südamerika

Monologe & Szenen

| herausgegeben von Eckhard Henscheid
| Coverbild:
Heino Jaeger
| Audio-CD
ca. 60 Minuten

 

WEBSITE |
Heino Jaeger 
auf netplanet | mit Bildergalerie

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Das Ohr zur Welt

FAZ - Tilman Spreckelsen

Heino Jaeger hatte das absolute Gehör für deutsche Töne, seine Scherze waren lebensgefährlich.

… Autor und Sprecher von Stegreifgeschichten, die als Radiosendungen und Plattenaufnahmen ihre Kreise zogen. Zurück ließen sie ein verstörtes oder begeistertes Publikum, denn Jaegers Dialoge, die er als Telefongespräch mit sich selber führte, waren nichts Geringeres als ein Echo der mittleren Bundesrepublik …

Absolut stilsicher, aber mit jenen feinen Verzerrungen, die aus der vertuschenden Alltagssprache ein Medium der Erkenntnis machen, ließ er Hausfrauen und Krankenschwestern, Rentner und Wurstfabrikanten auftreten, die sich an den Radioratgeber “Dr. Jaeger” wandten, um sich über die Welt beruhigen zu lassen … Tatsächlich hatte Jaeger, gesegnet oder geschlagen mit einem übersensiblen Ohr für Redewendungen, Dialekte und Subtexte, von Kindheit an eine Faszination für  Gesprochenes entwickelt …

Seine Brillanz wurzelt offenbar nicht wenig in der Bereitschaft, als Imitator tatsächlich bis zur Grenze der eigenen Person zu gehen - und das heißt hier, in die akute Gefahr, sich selbst in fremden Zungen zu verlieren.

FAZ - Artikel lesen

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Der verlorene Schatz des Jaegers

TAZ - Frank Schäfer

Er sammelte und archivierte Sprache, in all ihren gelebten Unzulänglichkeiten: der fast vergessene Heino Jaeger.

“Ich halte ihn für den erbarmungslosesten Ohrenzeugen unserer Allerweltsgespräche …” schwärmt der Kabarettist Hans Dieter Hüsch 1969.

Als bildender Künstler feierte Jaeger durchaus Achtungserfolge, nachgerade religiös verehrt und jetzt als verlorenen gegangenes Vorbild wieder entdeckt werden indessen seine Sprechstücke. Mit Recht. Heino Jaeger besaß das absolute Gehör für das gesprochene Wort. Dialekte, verbale Marotten, artikulatorische Eigenheiten, die der Situation geschuldeten Zauderpausen und sich wiederholenden Platzhalter, das leidvolle Aufstöhnen der immer wieder überforderten, über ihre Verhältnisse redenden Protagonisten - Jaeger konnte das alles mimetisch exakt nachbilden bzw. aus einer wild wuchernden Lautfantasie heraus generieren.

Die Komik ist reine Artistik, sprachliche Elevation … Seine Sujets holt er sich in erster Linie bei den Schul-, Kultur- und Bildungsprogrammen - und noch seine Darbietungsformen, das Interview, die Reportage, den Kommentar, bezieht er daher. Und es ist der Kontrast aus dieser besonderen Kommunikationssituation, in der abgewogen, sachgemäß, mit dem entsprechenden Fachjargon nur die Fakten verhandelt werden, und einem dabei wie zufällig aufblitzenden, durch Wortverdrehungen, falschen Fremdwortgebrauch und Neologismen angetriebenen Irr- und Aberwitz, der einen großen Teil des komischen Mehrwerts dieser Piecen ausmacht.

TAZ - Artikel lesen

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heino-jaeger-lebensberatungspraxis-dr-jaeger.jpg

CD´s 

| Heino Jaeger “Lebensberatungspraxis Dr. Jaeger
[ Audio-CD 1 Std. 13 Min. ]

| Heino Jaeger “Hitler in Südamerika
[ Auswahl, Zusammenstellung: Eckhard Henscheid
| Audio-CD 1 ca. Std. ] 

| Heino Jaeger “Wissenswertes über Hirsche
[ Audio-CD 1 Std. 10 Min. ]

| Heino Jaeger “Alkoholprobleme in Dänemark
[ Auswahl, Zusammenstellung: Eckhard Henscheid
| Audio-CD 1 Std. 7 Min. ]

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AUDIO

Salon Helga 

19.08.2005 | Sondersendung von FMfour, Österreich
| mit einer Auswahl aus Heino Jaeger´s
Alkoholprobleme in Dänemark“. 
| Zusammengestellt von Eckhard Henscheid.

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BUCH

| Heino Jaeger “Man glaubt es nicht” | Leben und Werk
| Gebundene Ausgabe - von Hans-Joska Pintschovius
| 480 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
[Veröffentlicht wird hier auch eine Auswahl der Malerei, mit der Jaeger seinerzeit ebenfalls Achtungserfolge erzielte.]
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Der Spiegel:
“Ein würdiger Nachfolger Karl Valentins”

Titanic:
“Die Vielfalt der von Jaeger zum Leben und Labern erweckten Figuren, ihre dialektale Dämlichkeit und Jaegers darin aalende komische Versiertheit ist schlechterdings, ja, man kann es nicht anders sagen: genial!”

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heino-jaeger-zillertal-reeperbahn-hamburg2.jpgJaeger ( Mitte ) im Zillertal, Reeperbahn, Hamburg-St. Pauli
Foto: Jürgen von Tomëi

Heino Jaeger konnte und wollte nichts ernst nehmen. Alles war komisch.” So hörte er sich z.B. gerne Hitler-Reden an, fand sie komisch und strapazierte danach seine Umgebung stundenlang mit den absurdesten Hitler-Monologen.” Überhaupt: der Führer - bei einem Besuch im “Zillertal”, eine Art Hofbräuhaus auf der Reeperbahn: “Der dickste Musiker mischte sich ins Publikum auf der Suche nach interessanten Laiendirigenten. Wir zeigten auf Heino. Er durfte sich ein Musikstück wünschen und ließ die Kapelle den Badenweilermarsch” (Hitlers Lieblingsmarsch) spielen. Er dirigierte ganz seriös, und mitten in diese entsetzliche Musikstimmung hinein hob er plötzlich den rechten Arm, nahm die Hitlerpose ein. Mir stockte der Atem. Ich befürchtete fliegende Bierkrüge, lauten Protest von Seiten der japanischen und amerikanischen Touristengruppen an den langen Holztischen. Doch es geschah nichts. Heinos Geste war wahrhaft richtig für diesen Ort.”

( Jürgen von Tomëi )

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Mozart der Komik | Erinnerung an Heino Jaeger

Stuttgarter Zeitung - Martin Halter

Komiker sind selten gut auf Kollegen zu sprechen; aber im neidlosen Lob Heino Jaegers ist sich die Zunft einig. Hanns Dieter Hüsch, sein Entdecker, schwärmte von seiner “Ironie dritten Grades”, Olli Dittrich rühmt ihn als unerreichtes Vorbild. Harry Rowohlt fordert seit Jahren eine Werkausgabe, Loriot seufzt: “Wir haben ihn wohl nicht verdient.”

Jaeger konnte aus dem Stegreif unvergessliche Typen entwerfen und schier alle Sondersprachen, Berufsjargons, Dialekte und Tonfälle nachahmen. Aber irgendwann scheint er den kleinen Unterschied zwischen Realität und Satire, Einfühlung und Parodie, virtuoser Stimmenimitation und schizophrenem Stimmenhören vergessen zu haben. Sein Desperado-Humor war selbstmörderisch: Jaeger äffte Polizei und Behörden, Ärzte, Seelsorger und Sozialhelfer noch nach, als er schon ihr Sorgenkind geworden war. Er biss die Hand, die ihn fütterte, verprellte Auftraggeber, Freunde und Gönner. Aber noch in der Psychiatrie wollten ihn seine Ärzte für ihre Privatpartys engagieren.

Jaeger kam immer zu früh oder zu spät. Als er Ende der Sechziger entdeckt wurde, musste man links oder sensibler Liedermacher sein. Jaeger war unpolitisch, schlimmer: bekennender Nostalgiker. Mit Hingabe studierte er die Spinner und Spießer, die vom Zeitgeist aussortiert wurden: bräsige Kulturfilmer, monomanische Kleintierzüchter, munter schwadronierende Rentner, senile Künstlerlegenden, kregle alte Nazis. Wenn er in den Rumpelkammern der Geschichte das Verdrängte und Vergessene aufstöberte, scheute er sich nicht, Hitler in Wort und Bild neu zu erfinden, bunte Fabelwesen in SS-Uniformen zu stecken oder Kriegstrümmer zum Freizeitidyll umzuschminken. Versteht sich, dass sein eigenwilliger Surrealismus auf Ratlosigkeit oder gar Empörung stieß.

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  • Ausstellungen | Hamburg

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
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