Cardiff / Miller - The Killing Machine

Juli 11, 2007 | Comments Off

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KUNSTSCHAU Hamburg
| Jens Ullheimer
| PT Mathildenhöhe |

Nach dem Museum für zeitgenössische Kunst in Barcelona zeigt die Mathildenhöhe Darmstadt noch bis 26. August 2007 die weltweit umfassendste Retrospektive des Künstlerpaares Janet Cardiff & George Bures Miller.

Bekannt wurden die beiden Kanadier mit Arbeiten wie The Secret Hotel, in dem sie Räume eines alten Grandhotels erleben lassen, oder The Paradise Institute, dem preisgekrönten Publikumserfolg auf der Biennale von Venedig 2001, das auf magische Weise einen Kinosaal der Jahrhundertwende illusioniert, doch parallel zum Filmton eben jenen Geräuschen die Hauptrolle zuspielt, die sonst nur stören – Flüstern, Husten und dem Geraschel von Popkorntüten. Die Werke und Installationen von Cardiff & Miller faszinieren insbesondere durch ihren außergewöhnlichen Einsatz von Stimmen, Geräuschen und Musik.

Entsteht in Rauminstallationen wie The Forty-Part Motet (2001) unter Verwendung eines 40stimmigen Chorwerks von Thomas Tallis aus dem Jahre 1573 ein einmaliger Ort der Konzentration auf Zwischentöne von höchster musikalischer Tiefenschärfe, so entwickeln Totalinstallationen wie Opera for a Small Room (2005) mittels akustischer und visueller Ereignisse eine erzählerische Kraft.

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Die Installation The Killing Machine wurde für die Ausstellung neu realisiert.

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KATALOG | George Bures Miller
The Killing Machine und andere Geschichten 1995-2007

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten | 104 Abb., davon 75 farbig
17,10 x 24,70 cm | Sprache: Deutsch
DVD beiliegend | mit videodokumentierten Installationen

Auffällig ist zudem die liebevolle und aufwändige Gestaltung des Buches mit verschiedenen Inlays, großem Bildanteil und thematisch passenden Textauszügen von Geistesverwandten wie Philip K. Dick und Franz Kafka. Das alles macht sehr neugierig auf die Kunstwerke, die dankenswerterweise auf der beiliegenden DVD als Anschauungsmaterial aufbereitet sind. [data herd]

Die Raum- und Klanginstallationen des Künstlerpaares Janet Cardiff (geb. 1957) & George Bures Miller (geb. 1960) erzeugen faszinierende Erfahrungswelten. Die Publikation vereinigt in einem konzisen Werküberblick bereits bestehende sowie eigens für die Ausstellung entwickelte Arbeiten und versteht sich zugleich als umfassender Reader mit bisher unveröffentlichtem Text- und Bildmaterial sowie literarischen Parallelspuren zum Oeuvre von Janet Cardiff & George Bures Miller. Publikation zu den Ausstellungen: Museu d’Art Contemporani de Barcelona (MACBA) 2.2.-1.5.2007 Mathildenhöhe Darmstadt 20.5.-26.8.2007.

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Die Scheu vor dem roten Knopf

FR online - Sandra Danicke

Wo sich der Besucher fühlt, als geschehe alles nur für ihn: Janet Cardiff und George Bures Miller in Darmstadt.

Die Überlappung verschiedener Realitätsebenen ist eine Spezialität des kanadischen Künstlerpaares, dem das Institut Mathildenhöhe in Darmstadt jetzt mit “The Killing Machine und andere Geschichten 1995-2007″ die erste große Einzelausstellung in Deutschland widmet. Zu sehen, oder besser: zu erleben sind Arbeiten von irritierender Intensität, die erstaunlicherweise vor allem mit akustischen Mitteln ausgelöst wird.

Es erfordert Überwindung, den roten Knopf zu drücken, der die Tötungsmachine, The Killing Machine (2007) in Gang setzt. Ein megafonförmiger Lautsprecher umkreist einen mit rosafarbenem Kunstpelz bezogenen Zahnarztstuhl, auf dem ein unsichtbares Opfer mit roboterartigen Bohrern traktiert wird, die gleichzeitig ein mechanisches Ballett aufzuführen scheinen. Dazu ein dramatisches Getöse.

FR - Artikel lesen

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The Killing Machine und andere Geschichten

NZZ - Marli Feldvoss

Mixed-Media-Installationen, die wie komplizierte «Bewusstseinsmaschinen» das Kino im Kopf des Betrachters mit dem raffinierten Zusammenspiel von Raum-Bild- und Toncollagen auf Hochtouren bringen.

Man muss sich auf das audiovisuelle Angebot einlassen, mitspielen, wenn man die kunstvoll arrangierte Überlappung der Realitätsebenen mit ihren ganz besonderen Erlebniswelten und Täuschungsmanövern so richtig mitbekommen will. Dazu kann man sich auch bequemer und ganz allein in der Loge einer Miniaturoper niederlassen und per Kopfhörer der winzigen videoprojizierten Operndiva auf der Guckkastenbühne lauschen und sich dabei von der Unterhaltung der imaginären Sitz-Nachbarn stören lassen, die irgendein Komplott im Schilde führen.

Die Installation «Playhouse» (1997) war jedoch nur ein Vorgeschmack auf die surreale und vom Film noir inspirierte Kinoerfahrung von «The Paradise Institute» (erster Preis auf der Biennale in Venedig 2001), wo – nunmehr in einem nachgebauten Kino – Kinosituation, Spielfilmhandlung und auf der Leinwand vermeintlich gespiegelte Gedankenwelt eines imaginären Zuschauers durcheinandergewirbelt werden. «Hast du den Herd ausgeschaltet, bevor wir gegangen sind?», flüstert es da besorgt ins rechte Ohr, während auf der Leinwand schon die Feuersbrunst tobt.

NZZ - Artikel lesen

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HR online - nrc / jaar

“Janet und Georges sind in der Gegenwartskunst einzigartig”, sagte Museumsdirektor Ralf Beil. Die Ausstellung sei eine “Bewusstseinsmaschine”, mit der alle Sinne der Besucher angesprochen würden, vor allem aber der Hörsinn. In Darmstadt sind elf Installationen zu sehen, darunter auch die eigens für die Ausstellung auf der Mathildehöhe geschaffene Installation „The Killing Machine“ (Die Tötungsmaschine) zu sehen.

“Die Installation ist ein Spiegelbild unserer Zeit und eine schwarze Komödie”, sagte Cardiff. Entstanden sei die Arbeit in der Auseinandersetzung mit der Todesstrafe in den USA, aber auch mit den Gefangenmisshandlungen in Abu Ghraib im Irak oder Guantánamo. “Durch die Fernsehschirme machen wir deutlich, dass wir alle passive Zuschauer sind, weil wir die Gräueltaten am Fernseher beobachten”, erklärte Cardiff.

HR online - Beitrag | HR online Ausstellungen

VIDEO _ Reportage | HR online | hauptsache kultur
| Janet Cardiff & George Bures Miller
| Portrait einer Ausstellung

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Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe, Darmstadt
| bis 26. August 2007

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