Jul
12
Jasper Johns im Kunstmuseum Basel
Juli 12, 2007 | Comments Off
Kunstdruck: Drei Flaggen, 1958
Künstler: Jasper Johns
Größe: 71,12 x 55,88 cm
Malerei, wie zum ersten Mal
NZZ - Maria Becker |
Als einzige europäische Station zeigt das Kunstmuseum Basel die von der National Gallery of Art in Washington konzipierte Ausstellung zum Frühwerk von Jasper Johns. 91 Arbeiten machen Johns’ explizite Auseinandersetzung mit der Malerei und ihrem Prozess sichtbar.
«Es hat mit Schauen zu tun.»
Ein Rezensent der ersten Johns-Ausstellung in der Leo Castelli Gallery im Jahr 1958 erfasste intuitiv einen Aspekt, der in allen Phasen von Johns’ Werk präsent ist. Das Sehen, Erkennen und (neu) Benennen sind Konstanten im künstlerischen Weg des Malers. Johns blickte, wie derselbe Kritiker bemerkte, auf die Malerei
«wie zum ersten Mal»
und lenkte auf diese Weise auch die Aufmerksamkeit des Betrachters hin auf eine Auseinandersetzung mit dem Medium selbst. Wer nur ein wenig in der Kunstgeschichte zurückschaut, wird erkennen, dass er sich damit ganz konsequent in der Nachfolge eines Grossen sieht, dessen Malerei in Amerika nach dem Krieg neu entdeckt wurde und «als pure Essenz der Malerei» gefeiert wurde: Cézannes Kunst und ihre Nachwirkung sind von herausragender Bedeutung für Johns.
Dass er sich mit diesem Vorbild auch wieder den auf Distanz gebrachten abstrakten Expressionisten nähert, beweist ein Rundgang durch die Basler Ausstellung. Mehr noch als die Erforschung des Mediums zieht heute die Schönheit vieler Werke in Bann. Zielscheibe, Ziffer und Wort sind Träger eines exquisiten Gespürs für die klassischen Werte der Malerei.
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Jasper Johns | An Allegory of Painting | 1955-1965
| bis 23. September 2007
| Kunstmuseum Basel
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| KATALOG | Jasper Johns
250 farbige Abbildungen
gebunden mit Schutzumschlag
Format: 292 x 203 mm | Sprache: deutsch
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Jasper Johns regte Mitte der 1950er Jahre mit seinen Flaggen und Zielscheibenbildern nicht nur eine kunsttheoretische Diskussion an, sondern wurde auch mit einem Schlag berühmt. Er gilt heute als Wegbereiter für Kunstströmungen wie Pop Art, Minimalismus und Konzeptkunst.
Dieser Ausstellungskatalog über sein wegweisendes Frühwerk verdeutlicht anhand 70 seiner wichtigsten Werke die prozesshafte Weiterentwicklung von Themen wie der Zielscheibe oder der Benennung der Grundfarben. Die hochkarätigen Texte geben dem Leser neben dem visuellen Kunstgenuss einen ausführlichen Überblick über den Künstler, seine Ideen und Werke.
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Zum Beißen nah
FAZ - Hans-Joachim Müller, Basel
Mal hockte er vor dem Bild, mal bespuckte er es - und einmal hat der Maler Jasper Johns sogar hinein gebissen. Nie zuvor ist die Geburt des Werks aus dem Geist des Hantierens und Posierens, des Studierens und Probierens so ergiebig zu sehen gewesen.
In der Beschränkung auf die ersten zehn Jahre liegt ein großer Reiz. Die Ausstellung stellt noch einmal scharf ein auf eine der Ursprungsszenen der mythisch gewordenen Gegenwartskunst. Immer hat ja dieses Wiederauftauchen „alltäglicher Motive“ als Startkapital einer Entwicklung gegolten, die mehr noch als der weltabgewandte Abstrakte Expressionismus die amerikanische Malerei zur Leitwährung der Nachkriegskunst machen sollte. Jetzt wird man Zeuge, wie zögerlich sich Jasper Johns von den Vierziger- und Fünfziger-Jahre-Traditionen entfernt, wie behutsam und bedachtsam er seine Malerei vergegenständlicht.
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Jasper Johns | An Allegory of Painting | 1955-1965
| bis 23. September 2007
| Kunstmuseum Basel
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siehe auch Jasper Johns | An Allegory of Painting | 1955-1965
| 6.2007


