Josephine Meckseper

Juli 16, 2007 | Comments Off

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KUNSTSCHAU Hamburg -
Jens Ullheimer |
PT Kunstmuseum Stuttgart |
 
Das Kunstmuseum Stuttgart widmet Mecksepers Gesamtwerk jetzt die erste große Einzelpräsentation.

Über 150 Exponate geben einen Überblick über Mecksepers Schaffen von den frühesten Werken bis zu ganz neuen Arbeiten, die sie speziell für die Stuttgarter Ausstellung entwickelt hat.

Im Zentrum von Josephine Mecksepers künstlerischer Arbeit stehen konsumkritische Betrachtungen sowie die Ästhetisierung von Politik. Fasziniert von der gleichberechtigten Gegenüberstellung von Werbung und politischem Bericht in den Zeitschriften stellt sie in ihren Arbeiten ebenfalls die klassische Kategorien High und Low radikal in Frage. In ihren Schaufensterinstallationen oder in genähten Stoffarbeiten, in denen sie beispielsweise Palästinensertücher und andere Insignien der linken Szene mit Modeaccessiores kombiniert, befragt sie die Dinge nach ihrer Bedeutung: Konsumartikel oder politisches Symbol?

Josephine Meckseper lebt und arbeitet seit vielen Jahren in New York. Ihren internationalen Durchbruch erlebte die Deutsche mit der erfolgreichen Teilnahme an großen Ausstellungen und Biennalen zur zeitgenössischen Kunst wie zuletzt an der Whitney Biennale 2006 oder der Moscow Biennale 2007. Meckseper arbeitet mit sämtlichen Medien und in verschiedensten Techniken: Sie baut große Installationen, errichtet Schaufenster, fertigt Skulpturen, Gemälde, Fotografien und Filme.

Kunstmuseum Stuttgart

| bis 28. Oktober 2007

Josephine Meckseper | Saatchi London

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Der große Kunstrabatt

TAZ - Marcus Woeller

Verstrickt in die Zeichensysteme moderner Kunst: Für Josephine Meckseper wird das Kunstmuseum Stuttgart zum Schaufenster, das ihre raffinierte Kunst des politischen Sommerschlussverkaufs zeigt.

Josephine Meckseper operiert auf einem gefährlichen Feld. Zurzeit wird sie als linke Heldin der Konsumkritik gefeiert. Andere lassen sich von ihrer Salonkommunistinnenattitüde provozieren und trauen ihr nicht. Sie distanziere sich zu wenig von ihren schicken Oberflächen.

Auf Porträts trägt sie modische Kleidung und Markenschuhe. Doch Kapitalismuskritik darf in unserer Gesellschaft nur üben, wer selbst in Lumpen gekleidet ist. Dabei bringt Meckseper lediglich zum Ausdruck, dass man nicht aus der Konsumfalle herauskommt. Sie so wenig wie andere. Es ist schwierig genug, Waren zu konsumieren, wenn gleichzeitig so verschiedene Kriterien wie Kosten, Geschmack, Nutzen und inzwischen auch Faktoren wie Ökobilanz und Produktionsverhältnisse koordiniert werden müssen. Noch schwieriger der kontrollierte Konsum von freien Gütern, also Gedanken, Meinungen, Einstellungen.

Da mag Meckseper sich manchmal selbst auf den Leim gehen. Trotzdem gibt sie uns die Möglichkeit, die bekannten Strukturen aufs Neue zu überprüfen.

TAZ - Artikel lesen 

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Kritikerin der Konsumgesellschaft

FR online - dpa

Auf der Vorderseite der edlen Unterwäschepackung verführt ein durchtrainierter Männerkörper zum Kauf, auf der Rückseite ist das Bild einer asiatischen Näherin zu sehen. Sie muss bis zur Erschöpfung in den Fabriken westlicher Modeunternehmen arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Mehrere hundert Spiegel hat die Konzeptkünstlerin Josephine Meckseper im Stuttgarter Kunstmuseum installiert, um den Besuchern Hintergründe und Schattenseiten der Konsumgesellschaft aufzuzeigen. Mecksepers Kunst ist Gesellschaftskritik pur. Im Vordergrund steht dabei die Steuerung unseres Alltags durch marktwirtschaftliche Mechanismen.

FR - Artikel lesen

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josephine_meckseper-angry-brigade.jpgDie Kunst der stilvollen Anarchie

SPIEGEL online - Nicole Büsing und Heiko Klaas

Die New Yorker Künstlerin Josephine Meckseper provoziert, indem sie politische Anklagen mit Hochglanz- und Luxus-Produkten kreuzt. Von der linken Konsumkritik will sich die Deutsche dennoch nicht vereinnahmen lassen. In Stuttgart sind ihre verstörenden Werke erstmals gesammelt zu sehen.

Die “New York Times” verglich ihre hypereleganten Installationen letztes Jahr mit einer “aufgegebenen High-End-Boutique, die von stilbewussten Anarchisten besetzt wurde”. Doch Meckseper wehrt sich dagegen, als “stylishe Linke” abgestempelt zu werden: “Die Spekulation um den Luxus-Begriff erscheint mir etwas dekadent und zynisch, denn Luxus ist letztendlich nichts anderes als das Gegenteil von Armut”, sagt Josephine Meckseper und fügt kämpferisch hinzu: “Richtig ist aber, dass jegliche Konsumverweigerung schon ein Akt der Befreiung und des Fortschritts ist.”

Ob diese Botschaft in den nächsten Monaten bei konsumverwöhnten Stuttgarter Flaneuren ankommen wird, bleibt abzuwarten.

SPIEGEL - Artikel lesen

siehe auch ….

Die göttliche Linke

| MONOPOL Kunstmagazin - Ralf Christofori
| Artikel übernommen von SPIEGEL online 7.2005

“Museums turn into shopping malls, shopping malls into museums”,

hatte Andy Warhol seinerzeit prophezeit, und tatsächlich ist es auch in Mecksepers Arbeiten nur ein kleiner Schritt von der Ware zur Kunst, vom Sweat-Shop zur Galerie. Ihre “Ware” verrät indes noch eine ganz andere Logik, wenn man nur lange genug vor einem der Schaufenster steht. Dann nämlich wird deutlich, daß die scheinbar gegenläufigen “Images” von Kultur und Gegenkultur, von System und Revolte, von gesellschaftlicher Konditionierung und Auflehnung insgeheim ein und dasselbe Ziel verfolgen: Sie wollen mit aller Macht Identität stiften, um so ein möglichst breites Kollektiv erreichen.

SPIEGEL - Artikel lesen

DEUTSCHE GUGGENHEIM Berlin |

Vom 14. Juli bis zum 14. Oktober 2007 präsentiert das Deutsche Guggenheim die Ausstellung Phoebe Washburn: Regulated Fool’s Milk Meadow. Mit dieser Auftragsarbeit verwandelt die junge New Yorkerin den Raum Unter den Linden in ein Environment zwischen Werkhalle und Gewächshaus.

Als Rohstoffe für ihre Arbeiten dienen Abfälle aus Konsum und Handel, zumeist größere Mengen von Pappkartons oder Holzstücken, die Washburn bei ihren Streifzügen zwischen Containern und Laderampen sammelt und wiederverwertet. Die Überreste tagtäglicher Handlungen, die ihr der Zufall in die Hände spielt, werden im Atelier gehortet, sortiert und aufbereitet. Wertloses erhält wieder Wert.

Washburn macht auf die Möglichkeiten aufmerksam, die in unbeachteten oder ausrangierten Dingen stecken. Das Recyceln von Sekundärstoffen kann als politisches Statement aufgefasst werden, als Kommentar auf die Überflussgesellschaft oder als Sinnbild (oder Symptom) heutiger Konsumgewohnheiten. Aber der Künstlerin geht es im Grunde vor allem darum, verbrauchte und vernachlässigte Materialien zu einem vitalen Ganzen zu kombinieren. Sie stapelt, bindet und zimmert abgenutzte, abgetragene, ausgediente Objekte, die Spuren ihres Vorlebens tragen, zu Environments, deren Entstehungsgeschichte sich offen vor dem Betrachter ausbreitet. Sogar Nebenprodukte wie Sägespäne oder Verpackungsstoffe bleiben Teil der endgültigen Komposition.

Regulated Fool’s Milk Meadow, Washburns Auftragswerk für das Deutsche Guggenheim, ist eine in sich geschlossene »Fabrik«, die während der Dauer der Ausstellung ihr eigenes Grasdach erzeugt. Ein Förderband transportiert Rasenstücke zu Beleuchtungs- und Bewässerungsstationen. Für deren Pflege ist ein »Gärtner« zuständig, der das Gras ansät, in einem Treibhaus keimen lässt und dann in der Fabrik aufzieht, um es schließlich auf dem Dach, wo ihm Licht und Wasser fehlen, dahinwelken zu lassen. Die Installation verdeutlicht damit den Kreislauf von Regeneration und Degeneration.

| Deutsche Guggenheim, Berlin

| bis 14. Oktober 2007

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arte-television-europe

 

“Regulierte Narren-Milchwiese“ heißt die Fabrik übersetzt. Das produzierte Gras verendet sinnlos auf dem Dach. Die Sackgasse der Industrie. Die Fabrik konsumiert ihr Produkt. Absolut Sehenswert.

ARTE | Kultur | Ausstellungen

| VIDEO-Reportage ansehen (real video)

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Die Grashüpferin

TAGESSPIEGEL - Nicola Kuhn

Wasser für die Wiese: Phoebe Washburns Installation in der Deutschen Guggenheim Berlin.

Nicht an eine Größe des Betriebs ging diesmal die jährliche Auftragsarbeit der Deutschen Guggenheim, sondern an eine junge Nachwuchskünstlerin aus New York, von der man hierzulande wenig kennt. Nach Jeff Koons, Gerhard Richter, James Rosenquist und John Baldessari ist diese Wahl ein wirklich neuer Schritt.

Prompt bekommt der Besucher Unter den Linden keine klassischen Gemälde zu sehen, sondern die edle Galerie verwandelt sich in eine Fabrik. Dort rumpelt es im Kreisverkehr, wie man es von eher romantischen Fließband-Szenarien her kennt. Doch das Produkt ist nicht etwa Kunst, sondern Gras. Phoebe Washburn meint es ernst: Ihre Fabrik ist eine hochkomplexe Skulptur, in der sich Mechanisches und Organisches vereint. Wer ihre „Regulated Fool’s Milk Meadow“ von dieser Seite sieht, entdeckt ein verrücktes, kluges und sogar schönes Werk, das sich einer eilfertigen Deutung entzieht.

TAGESSPIEGEL - Artikel lesen

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Das Gras wachsen sehen

TAZ - Brigitte Werneburg

Phoebe Washburn kultiviert Rasen - unsere alltägliche Vision einer besseren Welt. Die Installation “Regulated Fools Milk Meadow” in der Deutschen Guggenheim Berlin.

Gerade weil Phoebe Washburn im Interview mit der Kuratorin Joan Young meint, es sei “wahrhaftig keine Kunst”, Gras zu kultivieren, und ihre Maschinerie “verrückt und lächerlich” nennt. “Regulated Fools Milk Meadow” existiert, weil Phoebe Washburn “der irre Aufwand an Technik und Energie” fasziniert, “alles nur für ein Büschel Gras”. Aber selbst bei Gras geht es selten nur um ein Büschel, eine Nichtigkeit.

Sehr konkret skizziert Phoebe Washburn die gesellschaftspolitischen Überlegungen, die sie bei ihrem Projekt beschäftigten:

“Der Rasen hat wie so viele andere Dinge in unserer Kultur eine völlig neue Bedeutung erhalten. Die Breite des Rasenbands vor dem Haus ist als Statussymbol fast so wichtig wie die Marke des Autos in der Garage.”

Der Aufwand, der vor allem in den Vereinigten Staaten um die Vorzeige-Vorgärten getrieben wird, steht ihrem Aufwand wohl in nichts nach.

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    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
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    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
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