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Gilbert & George | Die grosse Ausstellung
Juli 29, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT HdK München
”Sei stets elegant gekleidet, gepflegt entspannt, freundlich höflich und völlig Herr der Lage” (G+G-Bildhauergesetz Nr. 1 von 1969)
Die Times nannte Gilbert & George die »Prügelknaben der britischen Kunst« - was die Briten nicht daran hinderte, das Künstlerduo 2005 den englischen Pavillon auf der Biennale in Venedig gestalten zu lassen. »We are delighted to accept this kind invitation and promise to do our very worst!«, lautete der Kommentar des Duos. Seit 1967 sind Gilbert & George ein Paar – in der Kunst wie im Leben. Durch ihre Auftritte als „Living Sculptures“ wurden sie weltberühmt; Heute sind sie die Popstars der zeitgenössischen Kunst.
“Die große Ausstellung” im Haus der Kunst München zeigt etwa 200 Werke des berühmten Künstlerduos aus 40 Jahren und allen künstlerischen Medien, in denen Gilbert & George gearbeitet haben.
Zu Beginn ihrer Karriere – beide sind Bildhauer – standen Gilbert & George zunächst mit leeren Händen da: ohne Galerie und ohne Atelier, aber mit dem bedeutenden Einfall, sich selbst zu Kunstwerken zu erklären. damit erweiterten, ja revolutionierten sie den Skulpturbegriff und brachten sich selbst als „Living Sculptures“, als lebende Skulpturen, heraus. auf das Publikum Ende der 1960er Jahre wirkte ihre Erscheinung und ihre systematischen Trinkgelage in gepflegten Maßanzügen einigermaßen irritierend – schließlich stand der bürgerliche Habitus, den Gilbert & George rein äußerlich kultivierten, stets im Widerspruch zum antibürgerlichen, provokativen und nicht selten schockierenden Inhalt ihrer aberwitzigen Auftritte.
KATALOG
| Gilbert & George.
Die große Ausstellung
| Haus der Kunst
(Broschiert) 208 Seiten,
246 farbige Abbildungen
Gilbert Proesch (geb. 1943) und George Passmore (geb. 1942) bringen Werke zu tabuisierten Themen wie Sexualität und Rassendiskriminierung hervor, die zu den einflussreichsten künstlerischen Aussagen unserer Zeit zählen. Der Band zeichnet das provokative Oeuvre mit seinem radikalen Idealismus vom Ende der 1960er-Jahre bis heute anhand der wichtigsten Werkserien nach darunter auch neueste, bisher unveröffentlichte Arbeiten von Gilbert & George. Ausstellungen: Haus der Kunst, München 11.6.- 9.9.2007 Im Anschluss Castello di Rivoli, Turin, De Young Memorial Museum, San Francisco Milwaukee Art Museum, Brooklyn Museum of Art.
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Gilbert & George | Die große Ausstellung
Haus der Kunst München
| bis 09. September 2007
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MUFTI 2005, Collection of James Chanos, New York and London
Hausbesuch bei Gilbert & George
WELT online - Oliver Koerner von Gustorf
Als sie früher Jesusmotive in ihre Fotowerke einbezogen, galt die Auseinandersetzung mit religiösem Fanatismus in der Szene als überholt. Auch die Forderung der beiden, den Papst aufgrund seiner reaktionären Aids- und Homosexuellenpolitik wegen Massenmordes vor Gericht zu stellen, fand nur wenige Freunde. Den Künstlern wurde vorgeworfen, sie würden sich vor einer Auseinandersetzung mit muslimischem Fanatismus drücken. Doch Gilbert und George sind in jeder Hinsicht antireligiös, glühende Verfechter von Aufklärung und individueller Freiheit.
Ihre jüngste Arbeit, die “Bomb”-Serie, trifft mitten in die verhärteten Fronten, die sich in ihrer vermeintlich multikulturellen Nachbarschaft abzeichnen. Vor “Evening Standard”-Schlagzeilen zum Londoner Bombenterror sieht man Gilbert und George rot anlaufen - als glühende Missiles, mit Stacheldraht umwickelt, als menschliche Waffen, Krieger und Festungen. Ohne sichtbare Emotionen erzählen sie von Flugblättern, die sie auf der Brick Lane sammeln, auf denen der islamische Gottesstaat in Großbritannien ausgerufen oder die Todesstrafe für Schwule gefordert wird.
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KATALOG |
Gilbert and George:
The Complete Pictures
Der - von den Künstlern selbst gestaltete - Katalog zur Londoner Retrospektive 2007 ist der größte in der Geschichte der Tate Modern bislang. 1200 Seiten, gebundene Ausgabe,
Box-Set. Ca. 1.500 farbige Illustrationen, 203 Detail- und 256 Ausstellungsansichten illustrieren das Werk von Gilbert und George. Verständliche Einführung, zahlreiche Kommentare der Künstler.
“Bei so viel Exzentrik wirkt Damien Hirst wie das Sandmännchen.” “Zurück bleibt ein Übermaß an Exzentrik, lange vor Damien Hirst und seinem in Formaldehyd getauchten Haifisch. So mag man Gilbert und George die Taufpaten der Britart nennen, doch sind sie besser als das: Ein Unikat des Abartigen, unabhängig und unverwechselbar, so albern-obszön wie rätselhaft magisch in ihrer jegliches Feminine ausschließenden schwulen Geisterwelt.” | Thomas Kielinger
| anlässlich der TATE Modern Schau | 2. 2007 | WELT - Artikel lesen
TIPP
| virtueller Rundgang durch die TATE Modern Schau
| Klick auf die jeweiligen Räume des dargestellten Raumplanes führt zur umfangreichsten Präsentation von Arbeiten Gilbert & Georges im Internet.
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Die Kunst, das Lachen zu unterdrücken
SUEDDEUTSCHE - Gottfried Knapp
Vom Schautempel der Nazis zur Kathedrale der Kunst: Wie Gilbert & George das Haus der Kunst in München zur Kirche umwidmen - im Namen der Filzlaus.
Für sie ist der Schau-Tempel der Nazis eine Kathedrale der Kunst, in die sie die fehlenden Farbfenster einsetzen dürfen. Und tatsächlich wächst ihren hinter Glas grell in drei, vier Grundfarben aufglühenden, von Rechteckrahmen zerschnittenen Schaubildern erstmals etwas zu von jener kalten Buntfarbigkeit neugotisch-viktorianischer Kirchenfenster, die den beiden Farbskulpteuren vorgeschwebt hat.
Bis ins Detail wird in der Ausstellung das Kathedralmuster durchgespielt. Das Mittelportal, das von Hitlers Ehrenhalle aus in den Osttrakt, also in die derzeitige St. Gilbert & George Cathedral hineinführt, wird von den ersten Porträtzeichnungen der beiden damals frisch verliebten Kunststudenten flankiert: Wie Apostel im Gewände eines gotischen Doms hängen Gilbert, gezeichnet von George, und George, gezeichnet von Gilbert, symmetrisch rechts und links neben der Eingangstür.
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Pierre–Olivier François trifft Gilbert & George in ihrem Stadtteil in London, erhält Einblick in ihre Arbeitsweise und spricht mit ihnen über ihr nächstes Projekt zum Thema Liebe und Hass.
ARTE | Metropolis | Sendung vom 28. April 2007.
| VIDEO-Reportage ansehen (real video | english)
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Zwei Personen, ein Künstler | “Gilbert & George” in München
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Julie Metzdorf
Große und kleine Penisse, Exkremente, Blumen und Kruzifixe in knalligen Farben, junge Männer in Schwarzweiß, die Straßen des Londoner East End blutrot eingefärbt: 200 großformatige Werke prangen von den hohen Ausstellungswänden im Münchner Haus der Kunst.
George: “Wir müssen erkennen, dass auch in Scheiße Schönheit steckt. So wie Eltern ihre Kinder dazu ermutigen, die Schönheiten der Natur zu entdecken: Schau dieser Käfer auf dem Baum, wie schön er ist. Oder schau diese Felsformen. Warum gilt das nicht für Scheiße?”
Tatsächlich sehen die Exkremente in der extremen Vergrößerung eher wie vertrocknetes Brot oder ein misslungener Kuchen aus. Blut unter dem Mikroskop betrachtet sieht aus wie ein mittelalterliches Kirchenfenster und Urin erinnert an Blümchentapete.
Spätestens nach der Betrachtung der Röntgenaufnahmen von Gilbert und Georges Penissen, beginnt die Ausstellung wie eine Art Therapie zu wirken. Die Scham, dass man gerade einen Penis angeschaut hat, verschwindet. Man glaubt, nun könne nichts mehr schockieren, doch Gilbert und George übertreffen sich immer wieder. Etwa in dem Bild eines Kreuzes, dessen Balken von vergrößerter Penishaut ausgefüllt werden. In der Mitte prangt ein liebliches Kindergesicht mit teuflisch roten Augen.
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
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Gilbert & George | Die große Ausstellung
Haus der Kunst München
| bis 09. September 2007



