Documenta 12 | Halbzeit
TAZ – Thomas Winkler |
Eine organisierte Busfahrt von Berlin nach Kassel erzählt einiges über die Leichtigkeit der Kunst und die Schwierigkeit, sie angemessen zu konsumieren.
Nur leichtes Gepäck. Ein Wochenende in Kassel mit einem basisdemokratisch organisierten Kunst- und Künstlerverein. Wir haben gebucht, die documenta als Rundumsorglospaket.
Mit dabei: Frauen mit leuchtend rot geschminkten Mündern. Frauen mit ausladenden Hüten, großflächigen Ohrringen, exaltierten Brillen und Gummibärchen-Brosche. Frauen, behängt mit grellbunten Tüchern und Handtaschen mit Ethno-Motiven. Frauen in mausgrauem Leinen und lila Bluse, die den Bus zum Kirchentag verpasst zu haben scheinen. Vor allem Frauen. Die Männer tragen graue Dreadlocks oder das Haar kurz rasiert. Die meisten sind Brillenträger. Einige stehen auf Sandalen. Andere scheinen festzusitzen in altmodischen Jacketts. Die Männer sind in der Minderzahl.
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Unbeschreiblich weiblich | Die “documenta” der Frauen in Kassel
DEUTSCHLANDRADIO Kultur – Carmela Thiele
Die documenta 12 in Kassel bringt eine Menge vergessener Positionen ans Tageslicht, die durch das Raster des Kunstmarktes gefallen sind. Die Mehrzahl dieser neu entdeckten Werke stammen von Frauen. Aber auch die jüngere Generation, vertreten durch Cosima von Bonin, Hito Steyerl oder Zoe Leonard, ist an zentralen Stellen präsent.
Trisha Brown und Yvonne Rainer statt Robert Rauschenberg und Jasper Johns: Die d12 korrigiert ohne viel Aufhebens die Geschichte der Kunst. Beide Frauen revolutionierten in den 1960er Jahren den Tanz und beeinflussten damit auch die bildende Kunst. Oder wie die Künstlerin Valie Export es Ende der 1970er Jahre ausdrückte: “Trisha Brown und Yvonne Rainer liefern Beispiele feministischer Tanzaktionen, die der Phallokratie entkommen sind.”
Ohne Umschweife kommt auch Mary Kelly zu Sache. Sie organisierte anlässlich der documenta das nächtliche Happening “Flashing Nipple” mit hundert Frauen im Park Wilhelmshöhe, deren Brustwarzen mit Lichtern markiert waren. In der Dokumentation in der Neuen Galerie wirken die Lichtreflexe wie Glühwürmchen, die durch den öffentlichen Raum tanzen.
DEUTSCHLANDRADIO – Beitrag lesen
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Foto-Rundgang durch die Documenta 12
Teilnehmer aus Afrika, Asien, Lateinamerika
NAFAS Kunstmagazin
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Kassel, bis 23. September 2007
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