Sep
29
Stan Douglas Werkschau | Video- und Filminstallationen | Fotografie
September 29, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Württ. Kunstverein |
Bis zum 6. Januar 2008 präsentieren der Württembergische Kunstverein und die Staatsgalerie Stuttgart auf zusammen 4000 Quadratmetern die weltweit erste umfassende Werkschau des kanadischen Künstlers Stan Douglas. Es sind 14 Video- und Filminstallationen sowie über 120 Fotografien zu sehen.
Der 1960 in Vancouver geborene Stan Douglas zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Bereits dreimal nahm er an der Documenta (1992, 1997, 2002) und der Biennale von Venedig (1990, 2001, 2005) teil und war auf zahlreichen weiteren Biennalen vertreten. Große Ausstellungshäuser widmeten ihm Einzelausstellungen. In Stuttgart sind jedoch erstmals seine zentralen Werke der letzten 20 Jahre zu sehen. Die von Iris Dressler und Hans D. Christ im engen Dialog mit Douglas entwickelte Ausstellung folgt keiner chronologischen Konzeption, sondern setzt an verschiedenen möglichen Lesarten des vielschichtigen Werks an.
Kein anderer Künstler vermag es, wie Douglas auf gleichermaßen sinnliche wie intellektuelle Weise die Erfahrungsräume des Kinos, Fernsehens und Museums zu erweitern. Im Rückgriff auf die geistigen, kulturellen und ideologischen Traditionen der Moderne stellen seine Werke eine kritische Revision der westlichen Geschichte und Gegenwart dar.
Es ist das Scheitern der modernen Utopien, um das seine Arbeiten immer wieder kreisen. Ihnen allen geht die Auseinandersetzung mit einem bestimmten Ort voraus – Potsdam, British Columbia, Havanna oder Detroit –, dessen Geschichte Douglas entlang literarischer, filmischer oder musikalischer Vorlagen reflektiert: so etwa E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann, den Grimmschen Märchen, Karl Marx’ Das Kapital, Samuel Becketts Film oder Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene. Nicht selten verändert Douglas dabei zum Beispiel das Geschlecht sowie die Hautfarbe der von ihm entliehenen Protagonisten.
Das scheinbar Unvereinbare wird in Beziehung zueinander gesetzt und durch die besondere Art und Weise, in der Douglas sich der audiovisuellen Medien bedient, zur offenen, mehrdeutigen Erzählung.
Stan Douglas
| Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
| Staatsgalerie Stuttgart
| bis 6. Januar 2008
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Stan Douglas
| Informationen auf
Medienkunstnetz
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KATALOG | Stan Douglas
anlässlich der großen,
retrospektiven Schau
in Stuttgart 2007
Past Perfect
Werke 1986 - 2007
Deutsch
ca. 232 Seiten, ca. 180 Abb.,
davon ca. 120 farbig
20,50 x 26,50 cm
gebunden mit Schutzumschlag
Erscheinungstermin: Januar 2008
Kein anderer Künstler vermag es, wie Stan Douglas (*1960 in Vancouver) auf gleichermaßen sinnliche wie intellektuelle Weise die Erfahrungsräume des Kinos und Museums zu erweitern. Hinter fast allen seinen Arbeiten steht die Auseinandersetzung mit einem bestimmten Ort, dessen Geschichten entlang literarischer, filmischer oder musikalischer Vorlagen reflektiert werden. Die von den Herausgebern im engen Dialog mit Douglas entwickelte Begleitpublikation dazu setzt an verschiedenen potenziellen Lesarten des vielschichtigen Werks des Künstlers und dessen Interpretationen von Historie, Film, Literatur und Musik an.
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Die Illusion der Vergangenheit
FR online - Gabriele Hoffmann
Als DAAD-Stipendiat in Berlin entdeckt Douglas in Potsdam Reste einer Schrebergartenkolonie. Die Magie der aus den Fugen geratenen Gartenordnung, vermischt mit dem Schauder vor der dahinterstehenden Immobilienspekulation gibt seiner Lektüre von E.T.A. Hoffmanns Novelle “Der Sandmann” die Richtung, die zum Film gleichen Titels führt.
Gedreht wird in den Babelsberger Studios mit zwei Kameras, die mit einem 360° Schwenk die gleiche Szene einmal mit dem Nachbau eines Schrebergartens aus den 70er Jahren - inclusive Copellius als DDR-Kleingärtner - und einmal mit einem Mix aus Studio und Großbaustelle aufnehmen. Der Riss durch das eine Bild ist die Konstante dieses Films. Er geht bis in die Aufspaltung der Mundbewegung des jungen Schwarzen, der als Nathaniel in Hoffmanns “Sandmann” einen Brief an seinen Freund Lothar in englischer Sprache liest.
Die Faszination, aber auch die Schwierigkeit von Douglas Film- und Videoarbeiten für den Betrachter ergibt sich aus der Verweigerung einer herauslösbaren Erzählung. Die medial äußerst wirkungsvoll ineinander verwobenen Bedeutungsebenen stimulieren die Reflexion über das “past perfect”, die Illusion einer vollendeten Vergangenheit.
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Verfall in schönster Pracht
ZEIT online - Hanno Rauterberg
Der Kanadier Stan Douglas gilt als der große Intellektuelle unter den Film- und Fotokünstlern. Zu Recht? Eine Ausstellung in Stuttgart.
Stan Douglas liebt das Unaufhörliche und hat es sich ausbedungen, dass manche seiner Werke rund um die Uhr laufen. Er schickt seine Filme, die oft nur wenige Minuten lang sind, in die Endlosschleife, wenn auch in eine recht spezielle. Per Computer bringt er die Filmszenen in eine stetig wechselnde Reihenfolge, und so kommt es dem Betrachter vor, als blicke er in ein Kaleidoskop – das Immergleiche immer anders.
Auch wer Stunden über Stunden vor den Filmen zubringt, findet darin keinen überwölbenden Sinn, nichts, was festen Halt böte.
Und gerade das ist es, was viele an Douglas schätzen: Sie loben ihn, weil er den Film aus dem Zwang des Narrativen befreie, weil er das Prinzip des klaren Anfangs und Endes aufbreche und jeden Anspruch auf die eine Wahrheit zurückweise.
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PUBLIKATION
| Stan Douglas
Hrg. Friedrich Christian Flick Collection
183 S. mit ca. 123 farb. Abb.
H 28,5 x B 24,0 cm,
Halbleinenband
Erscheinungsjahr: Herbst 2006
Seinen Themen nähert sich der Künstler über sorgfältige Recherchen und fotografische Serien, die er zu raffinierten Film- oder Videoinstallationen montiert und mit eigenen Projektbeschreibungen kommentiert.
Diese technisch präzise umgesetzten Montagen liefern die Grundlage für seine subtile Kritik an der Gesellschaft, an Autorenschaft und Subjektivität im Übergang von mechanischer Reproduzierbarkeit zum elektronischen Zeitalter. Seine Installationen sind mediale Maschinen, unheimliche Automaten, denen der Autor zu fehlen scheint und die den Betrachter in ihren Mechanismus verstricken.
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Endlos gedehnte Zeit
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Christian Gampert
Manchmal ist es besser, von einem Künstler nur einige ausgewählte Werke zu sehen. Das beweist eindrucksvoll eine Retrospektive des Videokünstlers Stan Douglas in Stuttgart. Douglas’ Prinzipien sind schnell durchschaut und langweilen in Endlosschleifen. Die gleichzeitige Überschüttung mit Material ermüdet, denn die Botschaften sind eher simpel.
Douglas’ Arbeiten erzeugen im besten Fall eine produktive Irritation. Allerdings: eine Arbeit, die Motive des Western neu zusammensetzt, hat eine Gesamtlaufzeit von 67 Stunden, die Dauer des mit bunten Gespenstern bestückten Schwarz-Weiß-Horrorfilms “Suspiria” wird mit “unendlich” angegeben. Es müssen also meditativ begabte Zuschauer sein, die sich der Trance der Douglas-Filme aussetzen und gleichzeitig noch aufmerksam genug sind, die Kleinstverschiebungen im sozialen Feld zu beobachten.
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
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Stan Douglas
| Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
| Staatsgalerie Stuttgart
| bis 6. Januar 2008
Sep
29
Documenta 12 | Das Fazit
September 29, 2007 | Comments Off
Der Trailer ist ein Ausschnitt aus Rush Hour, Morning and Evening, Cheapside (2005), 35mm, 4 Minuten. Der Film von Mark Lewis wurde der documenta 12 mit freundlicher Genehmigung des Museum of Modern Art, New York, Fund for the Twenty-First Century, zur Verfügung gestellt.
VIDEO _ Trailer ansehen
Mehr Informationen zum Trailer
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Nach der Documenta
Brot für die Künstler, Spiele für das Publikum
FR online - Ulf Erdmann Ziegler
Den bildenden Künstlern geht es gut. Die Akademien boomen. Galeristen jagen über Semesterausstellungen; Abschlussklassen stellen gleich im Museum aus.
Dem Publikum dagegen geht es schlecht. Es soll fressen, was auf den Tisch kommt. Galerien sehen zunehmend aus wie Gemischtwarenhandlungen; ernsthafte Retrospektiven sind rar geworden; hochnäsige Kuratoren bestellen mit Riesenbudgets Riesenausstellungen mit einer Halbwertszeit von einem Jahr.
Selbst eine vergebliche Anstrengung wie die Documenta 12 wird von Kritikern mit Samthandschuhen angefasst: die Süddeutsche, die FR, die FAZ, Die Zeit, die New York Times - alle haben sich größte Mühe gegeben, aus raren Blüten Honig zu saugen. Monatelang hatte ein eloquenter Kurator intellektuelle PR gemacht für ein Aby Warburgsches Projekt, den motivischen Abgleich von Fundstücken und Fundstellen. Das Prinzip lebt von der Verkleinerung, vom Wegnehmen der Farbe, von der Darstellung im Zweidimensionalen.
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Was bleibt?
BERLINER ZEITUNG - Sebastian Preuss
Nein, die Kunstwelt wurde nicht verändert durch diese zwölfte Documenta. Zu sehr haben sich die Profikunstkenner dem Ansatz von Roger M. Buergel und seiner mitbestimmenden Frau Ruth Noack verweigert. Nur Häme und Spott hatten Künstler und Sammler, natürlich auch die Vertreter des von Buergel so konsequent ausgegrenzten Kunsthandels für die Kasseler Ausstellung übrig,…
Am allermeisten aber polemisierten Buergels Kuratorenkollegen, denn er stellte fast alles in Frage, was ihnen lieb und teuer ist: den Kanon der allseits bevorzugten Künstler, die gängigen Theoriekonstrukte, die Präsentation im weißen Kubus oder in der verrotteten Fabrik, nicht zuletzt die Verflechtung im Netzwerk der Machthaber und Funktionäre.
BERLINER ZEITUNG - Artikel lesen
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Kasseler Sprengkraft
ZEIT online - Hanno Rauterberg
Verstörung war das große Ziel – und verstört hat diese Documenta.
Auf fast schon klassische Weise hat sie das Übliche ins Ungewohnte gewendet: hat nicht die Brachialkunst gezeigt, die sonst so gern genommen wird, sondern sich am Beiläufigen delektiert. Hat sich frei gemacht vom Diktat der Innovation und sich einen Blick in die Geschichte der Moderne gestattet, hoffend darauf, auch die Ideale dieser Moderne zu reaktivieren. Nicht zuletzt hat sie ein neues Vertrauen in die Kunst gesetzt, in ihre ästhetische Eigenmacht. Sie wollte ein Geschmacks-, kein Theorieverstärker sein, sie ließ sich leiten von einer tiefen Lust an der Form.
. wird diese Documenta als eine Documenta der Neubestimmungen in Erinnerung bleiben. Auf geradezu verwegene Weise stellte sie nicht die Kunst, sondern den Betrachter in den Mittelpunkt. Sie forderte seine Bildung, und das heißt: seine Bereitschaft, sich selbst etwas einzubilden, eigene Deutungen zu entwickeln, sich heranzutrauen an das Unvertraute. Früher nannte man dergleichen ästhetische Erfahrung. Welche Sprengkraft sie noch immer besitzt, auch das hat dieser Kunstsommer gezeigt.
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DOCUMENTA 12 | Foto _ Galerie ansehen [ airpoet ]
DOCUMENTA 12 | Foto-Rundgang [ NAFAS Kunstmagazin]
| Teilnehmer aus Afrika, Asien, Lateinamerika
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Die Helden helfen nicht mehr
TAGESSPIEGEL - Nicola Kuhn
Trotz . Rekordmeldung will nicht recht Freude aufkommen über die Documenta 12. Die professionelle Kritik scheint sich auf ein Missfallen eingeschworen zu haben.
In einem Akt des Aufbegehrens setzte sich Roger M. Buergel, der künstlerische Leiter des Unternehmens, kurz vor Torschluss mit einer doppelseitigen Erwiderung im „Spiegel“ noch einmal gegen den „Lynchmob“ zur Wehr, der beschlossen habe, seine Ausstellung zu hassen. „In der Verurteilung der Documenta 12 drücken sich Ratlosigkeit und Angst aus,“ konstatierte er – Angst vor der Globalisierung und Angst vor dem Verlust eines festen Kanons.
Was also ist schief gelaufen? Und: Ist die Documenta wirklich das Desaster, als das sie allgemein verhöhnt wird? Zunächst hat noch jede Documenta einen Aufschrei der Empörung ausgelöst. In ihr kreuzen sich so viele Erwartungen, Vorstellungen von Kunst und ihrer künftigen Form, dass noch keine Ausgabe auf die sofortige Gegenliebe von Kritikergemeinde oder Kuratorenkollegen stieß.
Das beantwortet zugleich die immer mitgestellte Frage, ob sich in Zeiten der permanent vervielfältigenden Biennalen, des sich immer schneller drehenden Rades im Kunstbetrieb, das Modell Documenta nicht längst erübrigt hat. Gerade nicht, wie sich aus den Reaktionen ablesen lässt.
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„Wir sind ein bisschen konventionell geblieben“
HANNOVERSCHE ALLGEMEINE - Johanna und Luca Di Blasi
Interview mit Roger Buergel und Ruth Noack … über Kritiker, Kunsthygiene und alte Männer, die nicht loslassen können.
Wie erklären Sie sich die harsche Ablehnung von Profis wie Bazon Brock? Der nannte die documenta ein „völlig beliebiges, ohne jeden Sinn und Verstand, ohne jedes Konzept, ohne jede Thesenbehauptung präsentiertes Sammelsurium dritter Klasse“.
Buergel: Das sind ältere Männer, die nicht loslassen können. Sie glauben, es sei ihre documenta. Da findet jetzt einfach eine Generationsablösung statt. Mit pauschalen Aburteilungen kommt man natürlich nicht weiter. Man muss jetzt einfach warten – und ich bin da auch geduldig. Ich ziehe im Moment noch so eine Kommentarebene ein, schreibe Texte, in denen ich etwas über Zusammenhänge erzähle, und pinne sie an Wände. Ich betrachte die documenta als ein Laboratorium, nicht als fertige Vitrine.
HANNOVERSCHE ALLGEMEINE - Interview lesen
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Wen die Theoriekeule schlägt
WELT online - Uta Baier
. die Ausstellung zeigte bei theoretischer Höchstleistung vor allem Eines: praktische Überforderung und kuratorisches Unvermögen. Nicht umsonst gaben einige Kritiker zu Protokoll, noch keine schlechtere Ausstellung gesehen zu haben.
Doch das Überraschendste am Ende der zwölften Documenta ist, wie aggressiv ihr Chef auf seine Kritiker reagierte. Zum Hass hätten die sich zusammengeschlossen, schrieb Buergel in einer “Kritik der Kritik” und entblödete sich nicht, die Kritiker - Kunsthistoriker, Kuratoren, Museumsdirektoren - als Lynchmob zu bezeichnen, bei dem “das Interesse am Urteil größer (ist) als am Prozess”. Und er zog über ältere Männer her, die nicht loslassen können von ihren Erinnerungen an frühere Documenta-Ausstellungen, an denen sie selbst beteiligt waren und nannte die Kritik einen “Rülpswettbewerb”. Dabei hatte er doch immer wieder kokett verkündet: “Scheitern ist einkalkuliert.”
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DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carsten Probst
im Gespräch mit Barbara Steiner,
Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig
Die gebürtige Österreicherin sieht nicht die documenta, sondern das gesamte System der Produktion, Präsentation und Kommerzialisierung von Kunst in der Krise.
AUDIO
| Das vollständige Gespräch mit Barbara Steiner hält Deutschlandradio für begrenzte Zeit zur Verfügung.
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Vom “sinnlichen” Kunstereignis zum “Chaos”
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carsten Probst
Die documenta 12 begann mit Versprechungen und Vorschlusslorbeeren. Von einer “sinnlichen” documenta war die Rede, davon, dass ein “Umsturz” bevorstehe. Doch am Ende der Kasseler Ausstellung stellen die Experten dem Kurator Roger M. Buergel ein vernichtendes Urteil aus.
Jan Hoet, einer von Buergels Amtsvorgängern, bescheinigte ihm kürzlich, von dieser documenta werde nichts im Gedächtnis bleiben. Die “Süddeutsche Zeitung” lässt die Schau zum Schluss, trotz neuen Besucherrekordes, gleich ganz im Chaos versinken.
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
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Pleiten, Pech und Pannen
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carsten Probst
im Gespräch mit Rudolf Schmitz
Für den Kunstkritiker Rudolf Schmitz ist der Ruf der Kasseler documenta als wichtigste Kunstausstellung der Welt ruiniert.
Die Ausstellung, die am Sonntag endet, sei eine Folge von Pleiten, Pech und Pannen gewesen, sagte Schmitz im Deutschlandradio Kultur.
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
AUDIO
| Das vollständige Gespräch mit Kunstkritiker Rudolf Schmitz
hält Deutschlandradio bis zum 20.2.2008 zur Verfügung.
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Kassel, bis 23. September 2007
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Sep
25
Georg Baselitz | Retrospektive in der Royal Academy of Arts London
September 25, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Royal Academy Of Arts |
Eine große Retrospektive zu Ehren des herausragenden deutschen Künstlers Georg Baselitz gibt es zur Zeit in London zu sehen. Mit über 60 Gemälden und einer großen Zahl seiner Zeichnungen, Drucke und Skulpturen präsentiert die Royal Academy of Arts bis zum 09. Dezember 2007 einen umfassenden Überblick über das Werk von Baselitz
Diese Werke sind Leihgaben von mehr als 30 Besitzern, die hauptsächlich in Europa ansässig sind; daher ist die Ausstellung eine einzigartige Gelegenheit, den Erfolgsweg des Malers über fünf Jahrzehnte zu bewundern. Baselitz, der 1981 in großem Stil an der wichtigen Ausstellung A New Spirit in Painting an der Royal Academy teilnahm und bei dieser Gelegenheit sein Werk dem englischen Publikum vorstellte, ist Ehrenmitglied der Royal Academy.
Diese Ausstellung ist die erste Retrospektive in England seit der Ausstellung in der Whitechapel Gallery im Jahr 1983. Georg Baselitz, der 1938 in Deutschbaselitz, Sachsen geboren wurde, gilt als einer der produktivsten und bekanntesten Künstler Deutschlands. Baselitz erlangte wahrscheinlich die meiste Berühmtheit mit der Motivumkehr, die dazu dient, den Bildraum außer Kraft zu setzen. Sein frühes gegenständliches Werk befasst sich jedoch mit den existentiellen Problemen des Daseins in Deutschland in einer Zeit, in der die Abstraktion größtenteils die Vorherrschaft hat. Aggressiv und oft unbequem vereint das Werk von Baselitz halbabstrakte Figuren, Tiere und Landschaften auf einem Hintergrund voller Farben und freier Pinselführung. Sein Werk vermittelt auf einprägsame Weise ein Gefühl von Feindseligkeit und Isolierung.
Als Maler, technischer Zeichner, Drucker und Bildhauer nahm Baselitz im Jahr 1956 das Malstudium an der Hochschule für Bildende Künste in Ostberlin auf, wurde jedoch nach nur einem Semester wegen ’sozialer und politischer Unreife’ der Universität verwiesen. Nach seinem Umzug nach Westberlin im Jahr 1956 nahm Baselitz das Kunststudium 1957 wieder auf und brachte es 1962 zum Abschluss.
In seinen frühen Jahren stand er unter dem Einfluss der Kunst- und Schriftwerke einflussreicher Künstler und Theoretiker wie Kandinsky, Malevich, Nietzsche, Baudelaire, Samuel Beckett und des französischen Schriftstellers und Künstlers Antonin Artaud. Baselitz stand später in hohem Maße im Banne der Kunst von Geisteskranken und anderer, am Rande der Gesellschaft lebender Existenzen, eine Kunst, die auch eine bedeutende Quelle der Inspiration bildete. Sein Werk ist in gleichem Maße von der traditionellen afrikanischen Kunst, der manieristischen Malerei und dem Druck des 16. Jh. in Frankreich und Italien, aber auch einem tiefen Sinn für Schmuck und Verzierung inspiriert.
Die Ausstellung beginnt mit einigen der frühesten, um 1962 entstandenen Werke von Baselitz, wie die Große Nacht im Eimer und den Heldengemälden Der neue Typ. Weiter folgen herausragende Beispiele seiner zu Ende der 60er-Jahre entstandenen ‘Fraktur’-Gemälde, bis hin zu den ersten Gemälden mit der sogenannten ‘Motivumkehr’, wie der Mann am Baum, 1969. Durch sein Werk fand Baselitz eine neue Sprache, die ihm erlaubte, die Prinzipien der Abstraktion mit denen des Realismus zu verbinden und philosophisch ‘die Welt auf den Kopf zu stellen’, die vielen seiner späteren Werke als Metapher und Leitmotiv dienen sollten.
Die Ausstellung zeigt auch seine in jüngster Zeit erfolgte Rückwendung zu Motiven, die er in seiner frühen Karriere bearbeitete. Diese weisen einen transparenteren, mehr linearen Charakter auf, den er Remixes nennt. In der Ausstellung werden auch bedeutende Skulpturen gezeigt, besonders das Modell für eine Skulptur, das bei seiner Vorstellung 1980 an der Biennale von Venedig als Sensation gefeiert wurde.
Georg Baselitz - Eine Retrospektive
| Royal Academy of Arts London
| bis 09. Dezember 2007
FOTOSTRECKE auf Telegraph.co.uk
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GEORG BASELITZ
| Infos auf wikipedia
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Der Kriegsmaler
TAGESSPIEGEL - Markus Hesselmann
In den 1960er Jahren gab es große Empörung über die Werke von Georg Baselitz. Die Rezensenten von “Times” und “Guardian” reagieren auch heute noch angesichts von Hakenkreuzen und nackter Penisse.
Der Besucher „läuft in die Welt eines künstlerischen Schlachters“, schreibt die „Times“. Doch provozieren wird Baselitz im Jahr 2007 in London mit seinen Bildern, so sehr sie auch Blut, Sperma und Hakenkreuze zeigen, kaum noch. Anders als in den Sechzigern, als sein Gemälde „Die große Nacht im Eimer“, auf dem ein körperlich deformierter Junge bei der Masturbation zu sehen ist, in Berlin wegen Obszönität konfisziert wurde.
„Times“ und „Guardian“ haben das frühe Baselitz-Bild als Hauptillustration ihrer Rezensionen ausgewählt. Den Briten gefällt, dass sich Baselitz auf einen englischsprachigen Dichter beruft. Beide Zeitungen greifen den Katalogtext auf, in dem Georg Baselitz von einer Lesung Brendan Behans erzählt, die der irische Dichterrebell mit offener Hose und gut sichtbarem Penis bestritt. Baselitz habe das Bild gemalt, nachdem ihm schlagartig klar geworden sei, dass Behans Penis eine Kraft hatte, die seine Poesie nicht haben konnte, schreibt die „Times“.
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KATALOG zur Ausstellung in London 2007
Georg Baselitz:
A Retrospective
| Gebundene Ausgabe
| 260 Seiten
| 250 Illustrationen
| Royal Academy of Arts (September 2007)
| Sprache: Englisch
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London steht kopf
DEUTSCHLANDFUNK Kultur - Hans Pietsch
Georg Baselitz, bekannt dafür, dass er seine Motive gern auf den Kopf stellt, ist der erste deutsche Maler, dem in London eine große Retrospektive gewidmet wird. Die Schau in London ist ein Doppel-Ereignis: politisch und künstlerisch.
Kurator Norman Rosenthal von der Royal Academy hat die Retrospektive seines alten Freundes, mit mehr als 60 Bildern, vielen Zeichnungen und Grafiken sowie einem Dutzend Holzplastiken, streng chronologisch gehängt - jeder Raum eine andere Werkgruppe: von den “Heldenbildern”, dem “Neuen Typ”, über die “Frakturbilder” und die “Motivumkehr” bis zu den jüngsten, als “Remix” bezeichneten Gemälden.
Vorbei geht es an klotzigen Waldarbeitern und heldenhaften Männern, an abstürzenden Adlern und nackten Selbstporträts. Düstere Farben, viel Braun, viel Rot. Und dann sein Markenzeichen, die auf dem Kopf stehenden Bilder, als eines der ersten “Der Mann am Baum” von 1969 - der Versuch, das Bild von seinem Inhalt zu befreien: Abstraktion ohne den Verzicht auf das Figürliche. Besonders verstörend der Raum mit den Frakturbildern - zerlegte Körper, abgehackte Gliedmaßen. Eine wüste, wilde Malerei, die kompromisslose Untersuchung dessen, was es heißt, ein Deutscher zu sein und in einer brutalen Welt zu leben.
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
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Katalog | Georg Baselitz | REMIX zu den Ausstellungen: Pinakothek der Moderne, München 21.7.–29.10.2006 · Albertina, Wien 16.1.–22.4.2007
Hrsg.: Pinakothek der Moderne, München 2006.
Deutsch 296 Seiten, 174 Abb., davon 169 farbig
25,40 x 32,80 cm
gebunden mit Schutzumschlag
»Ich habe mich immer häufiger gefragt, ob es möglich ist, Fehler, die ich einmal gemacht habe, zu korrigieren.« Georg Baselitz
Fast wäre man versucht, Baselitz Remix. Dialog der Bilder als ein weises Alterswerk zu betrachten — als Resümee eines großen Künstlers, der am Ende seines Schaffens zurückblickt auf sein Oeuvre. Kritische Geister mögen einwenden, dass Baselitz einfach nichts Neues mehr eingefallen sei und er sich schlichtweg selbst reproduziere. Beides ist grundlegend falsch. Baselitz Remix ist mehr als ein Remix. Und Baselitz’ Kunst wirkt frischer denn je. –Thomas Köster
Ein ebenso ungewöhnliches wie spektakuläres Experiment: In einer umfangreichen Werkgruppe interpretierte Georg Baselitz (*1938) programmatische Werke seiner künstlerischen Entwicklung wie die Helden, Neuen Typen oder Orangenesser völlig neu. Entstanden sind großformatige Bilder, Zeichnungen und Aquarelle, die mit bestechender gestischer Leichtigkeit und malerischer Verve souverän den Dialog mit dem eigenen Werk aufnehmen.
Die Publikation zu einer Ausstellung in der Pinakothek der Moderne, die diese Werkgruppe farbig reproduziert und nach Themen interpretiert, enthält fundierte Essays von Carla Schulz-Hoffmann und Richard Shiff, die das Werk des Künstlers seit Jahren verfolgen. Sie analysieren den spannungsreichen Dialog des Künstlers mit sich selbst und damit auch seine grundlegenden Fragestellungen zu Möglichkeiten und Grenzen der Malerei.
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Wie Georg Baselitz jetzt London erobert
WELT online - Dorothee Hellig
Der Künstler wird Ende der Woche mit einer Ausstellung in der ehrwürdigen Royal Academy of Arts in London geehrt, als erster lebender Deutscher überhaupt.
Angesprochen auf die Rekordpreise in der Kunstbranche, die jüngere Kollegen wie Neo Rauch, Daniel Richter oder der Chinese Fang Lijun auslösen, wettert er nicht wie manche Kollegen auf den Markt:
„Ich finde es großartig, dass lebende Künstler so hoch bewertet werden und dass man als Maler mit Leinwand, Papier und Farbe solche Chancen hat. Der Kunstbetrieb ist abhängig vom Geldmarkt, darüber läuft die Bewertung. Rembrandt oder Rubens und die Italiener waren zu ihrer Zeit genauso teuer, nur sieht das heute anscheinend niemand mehr.“
Er ist überzeugt, dass die hohe Wertschätzung die Kunstszene lebendig hält – im Gegensatz zu der der Komponisten, Theaterregisseure oder Dichter. Über Hochsubventionierte Filmemacher kann er sich ziemlich aufregen.
„Es kommt ja nix dabei heraus, das ist ja unmoralisch!“ ruft er, „früher haben Brecht, Beckett und Sartre ihre Stücke selbst inszeniert, das kann man sich gar nicht mehr vorstellen!“ Bei seinen eigenen Anfängen gab es kaum Hoffnung auf materiellen Erfolg und Anerkennung. „Wir waren besetzt, dem Kulturdiktat unterworfen. Die besseren Bilder wurden in Frankreich, England und Amerika gemalt.“
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Georg Baselitz - Eine Retrospektive
| Royal Academy of Arts London
| bis 09. Dezember 2007
Sep
24
Johannes Grützke | Malen ist Denken | Ausstellungen zum 70. Geburtstag
September 24, 2007 | Comments Off
Otmar Alt und Johannes Grützke ( rechts ) in ihrem Atelier
Camillo Fischer | West-Berlin, 1960er Jahre
Photographie | Stadtarchiv Bonn
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Schloss Gottorf |
Bis zum 18. November 2007 zeigt die Reithalle des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums auf Schloß Gottorf den Berliner Zeichner und Maler Johannes Grützke. Mit Hilfe zahlreicher Privatsammlungen gelingt es gemeinsam mit dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, einen umfassenden Querschnitt von mehr als 50 überwiegend großformatigen Ölbildern und einigen Pastellarbeiten zu zeigen.
“Was wir so Denken nennen, übernehme die Malerei. Nicht Wörter, nicht Begriffe, - die Malerei ist die Ausdrucksform! Praktische Probleme lösen sich durch die Praxis: Also an die Arbeit. Nicht vor dem Malen denken, Malen ist Denken!” (Johannes Grützke)
Grützke zählt seit Jahren zu den großen deutschen Porträtisten,der oftmals mit sarkastischen Mitteln die gesellschaftlichen Verhältnisse beschreibt und Besonderheiten bei Persönlichkeiten aufdeckt. Der Maler, Zeichner und Druckgrafiker Johannes Grützke wurde 1937 in Berlin geboren. Er ist nicht nur der Mitbegründer der Schule der neuen Prächtigkeit, sondern auch dessen bekanntester Maler.
Seit den 1960er Jahren schafft Grützke ein Werk, das durch seine Konsequenz ebenso beeindruckt wie durch die Wahl seiner Motive und die souveräne Handhabung der Techniken. In seiner am Gegenständlichen orientierten Kunst geht es ihm darum, eine Idee malerisch so umzusetzen, als sei sie der Wirklichkeit entsprungen. Bestes Beispiel dafür ist Grützkes Beitrag zur Gottorfer Baumallee. 2003 verewigte sich der Berliner als „Baumkünstler“ in der Kunstsammlung des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums Schloß Gottorf.
Außer im Malatelier arbeitete Grützke auch als Bühnenbildner fürs Theater, 1979 begann hier eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Zadek an vielen deutschen Bühnen.
Von 1985 bis 1988 ist er dessen Künstlerischer Berater am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.
Die bis heute bekannteste gemeinsame Inszenierung ist die Urfassung von Lulu von Frank Wedekind.
Grützke lehrte 1976/1977 als Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, 1987 kehrt er, diesmal als Dozent in Nachfolge seines ehemaligen Lehrers Oskar Kokoschka, an die Internationalen Sommerakademie für Bildende Künste Salzburg zurück. 1992 wurde er Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.
Johannes Grützke | Malen ist Denken
Schloss Gottorf / Schleswig, Schleswig-Holstein
bis 18. November 2007
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VIDEO | Witzbold in Öl | ansehen
Radio Bremen - Christoph Köster
[3′55] (34 kbit Real Media)
Beitrag anlässlich einer umfangreichen Werkschau im Landesmuseum für Kunst in Oldenburg | April 2007
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“Mit Grützke blickt eine ganze Gesellschaft in den Spiegel und decouviert sich in ihrer posierenden Mimik und Gestik, die der Künstler so präzise und kaltschnäuzig einfängt wie ein Cowboy eine Kuh.” (Florian Illies zum 60. Geburtstag von Johannes Grützke | FAZ - 1997)
KATALOG | Johannes Grützke | Malen ist Denken
| Gebundene Ausgabe
| 124 Seiten
| 29 x 23,2 x 1,4 cm
Grützkes 70. Geburtstag im Jahr 2007 ist Anlass für mehrere Ausstellungen und einen umfangreichen Werkkatalog. Seine Malerei ist farbenprächtig, irritierend und vielseitig.
Sein wohl bekanntestes Werk ist die malerische Ausgestaltung der Frankfurter Paulskirche, “Der Zug der Volksvertreter”. Im Katalog “Malen ist Denken” kommen prominente Kunstkenner zu Wort: der FAZ-Kritiker Eduard Beaucamp, Werner Hofmann (ehem. Leiter der Hamburger Kunsthalle), Wieland Schmied (Kunsthistoriker), der Künstler Jan Peter Tripp und natürlich Johannes Grützke selbst.
Johannes Grützke ist Mitbegründer und bekanntester Maler aus der Schule der neuen Prächtigkeit. Er malt in einem figurativen, sehr eigenständigen Stil. Die von ihm dargestellten Personen und die Szenen, in die er sie stellt, wirken ironisch überzeichnet, als hervorragender Porträtist idealisiert seine Modelle nicht gerade, oft sind Nase und Ohren übergroß, der Kopf insgesamt verzerrt.
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| JOHANNES GRÜTZKE
| CHRISTOPH HAUPT
| Linoldrucke, Gouachen, Aquarelle,
| Bleistiftzeichnungen
| zum Thema China
Vom 28. September bis 07. Oktober 2007 werden Arbeiten von Johannes Grützke zusammen mit denen seines jüngeren Kollegens Christoph Haupt in Hamburg-Wilhelmsburg zu sehen sein. Eine kleine und feine Ergänzung zur großen Grützke-Schau auf Schloss Gottorf.
Zur Ausstellung liegt ein Künstlerbuch vor:
20 Originalgrafiken, Handsatz, gedruckt in der Druckwerkstatt des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg 2007.
Produzentengalerie im Atelier Schaarmann
| Hamburg-Wilhelmsburg
| 28. September bis 07. Oktober 2007
| Freitag 18-20 Uhr, Sa. und So. 12-18 Uhr
Sep
21
August Macke und Cuno Amiet | Jena ! Reloaded
September 21, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg -
Jens Ullheimer
| PT Stadtmuseum in Jena
Mit August Macke und Cuno Amiet werden zwei der bekanntesten Künstler der Klassischen Moderne präsentiert, die bereits 1912 eine gemeinsame Ausstellung in Jena bespielten. Die bis zum 25. November 2007 laufende Ausstellung wird von zahlreichen großen Sammlungen unterstützt.
Als Eberhard Grisebach am 7. Juli 1912 im Jenaer Kunstverein die Ausstellung August Macke & Cuno Amiet eröffnete, ahnte wohl keiner, dass die Ausstellung zu einer der erfolgreichsten in der 30jährigen Geschichte dieses überaus weitblickenden Vereins werden sollte.
Doch auch die Künstler waren zufrieden und Macke bemerkte – wiederum nur wenige Tage später – an Berhard Koehler:
… In Jena habe ich viel Erfolg gehabt, acht Bilder und Aquarelle verkauft. In der großen Kunstbegeisterung, die dort entstand, gründete Grisebach die schon erwähnte moderne Galerie. Also habe ich eine Galerie auf dem Gewissen. Schad nix. In der Zeitung zu Jena stand, „man dürfe von diesen Bildern keins wieder aus Jena herauslassen“. …
In der Tat sollte sich die Begegnung von August Macke und Eberhard Grisebach auf der Kölner Sonderbund-Ausstellung in Jena folgenreich auswirken. Im Zusammenspiel der beiden formte sich nicht nur der Gedanke einer baldigen Ausstellung von Mackes Werken in Jena, sondern auch jener einer eigenen Sammlung von Kunstwerken, die dann im Sommer 1914 eröffnet werden konnte.
1912 (mit Amiet), 1914 und 1925 gab es umfangreiche Einzelausstellungen Mackes in Jena, dazwischen war er mit seinen Werken in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten. Ähnliches lässt sich auch von Cuno Amiet sagen, dessen Kontakt nach Jena sich nicht nur aus der mit Grisebach gemeinsamen schweizerischen Herkunft, sondern auch von seiner Mitgliedschaft in der Brücke ableiten lässt.
August Macke und Cuno Amiet
| Stadtmuseum in Jena
| bis 25. November 2007
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KUNSTDRUCK | “Leute am blauen See”
von August Macke
| Hochwertiger Kunstdruck
| Leinwand ultramatt
| auf Keilrahmen gespannt
| Farben mind. 70 Jahre lichtecht
| verschiedene Größen zur Auswahl!
August Macke
| mehr Kunstdrucke
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Wind der weiten Welt
| Die Maler August Macke und Cuno Amiet im Stadtmuseum in Jena
NZZ - Ursula Seibold-Bultmann
Der deutsche Expressionist August Macke (1887–1914) und sein Schweizer Kollege Cuno Amiet (1868–1961) stellten ein einziges Mal zusammen aus: 1912 im thüringischen Jena. Nun konfrontiert das dortige Stadtmuseum die Werke beider Künstler zum zweiten Mal miteinander.
Auf den ersten Blick scheinen die Maler August Macke und Cuno Amiet wenig gemeinsam zu haben. Doch kannten sie sich persönlich – und sie dürften sich einiges zu sagen gehabt haben, vertrat doch Macke innerhalb der Münchner Künstlergruppe «Der Blaue Reiter» den Geist der neueren französischen Kunst ebenso nachdrücklich wie Amiet gegenüber seinen jüngeren Mitstreitern bei der Dresdner «Brücke».
Insgesamt sind knapp einhundertfünfzig Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken der beiden Maler zu sehen; manche Bilder, darunter zum Beispiel Amiets eiskalt zarte «Winterlandschaft» (1907) aus dem Kunsthaus Aarau, konnten schon 1912 in Jena bewundert werden. Quantitativ liegt in der jetzigen Schau ein leichtes Übergewicht bei Macke, der hier nicht nur als Kolorist, sondern insbesondere auch als ungemein vielseitiger Zeichner mit einem hochempfindlichen Gespür für Valeurs in Erscheinung tritt. Amiet ist dafür mit einer grösseren Zahl von Gemälden vertreten und kommt als stets nach neuen Formen fragender Experimentator ebenso zu seinem Recht wie als Virtuose gebrochener, aber dennoch leuchtender Farbskalen.
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PUBLIKATION | August Macke
Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde aus dem Kunstmuseum Bonn
Sprache: deutsch
200 Seiten
147 farbige Abb.
24 schwarz-weiss Abb.
Pappband mit bedrucktem Deckenüberzug
bedrucktes und geprägtes Leinen,
290 x 220 mm.
August Macke, der sich 1911 der Künstlergruppe “Der Blaue Reiter” anschließt, gehört zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionismus. Mit nur 27 Jahren stirbt er zu Beginn des Ersten Weltkrieges. In den wenigen Jahren, die Macke zum Arbeiten blieben, hat er ein malerisches und zeichnerisches Werk von unvergleichlicher Dichte und Intensität geschaffen.
Dieser großzügig bebilderte Ausstellungskatalog zeigt eine exemplarische Werkauswahl aus den Beständen des Kunstmuseums Bonn, eine der größten Macke-Sammlungen weltweit. Neben der Biografie des regen Künstlerlebens wird auch der Einfluss der Literatur auf Mackes Werk beleuchtet, ein bisher noch nie berücksichtigter Aspekt.
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August Macke und Cuno Amiet
| Stadtmuseum in Jena
| bis 25. November 2007
Sep
19
Nouveau Réalisme | Revolution des Alltäglichen
September 19, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Sprengel Museum Hannover |

Niki de Saint-Phalle | Schießbilder
“1961 schoss ich auf: Papa, alle Männer, kleine Männer, grosse Männer, bedeutende Männer, dicke Männer, Männer, meinen Bruder, die Gesellschaft, die Kirche, den Konvent, die Schule, meine Familie, meine Mutter, alle Männer, Papa, auf mich selbst, auf Männer.”
Bis zum 27. Januar 2008 zeigt das Sprengel Museum Hannover die Ausstellung „Nouveau Réalisme. Revolution des Alltäglichen“, die in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou Paris und den Galeries nationales du Grand Palais entstanden ist. Sie gibt mit zahlreichen hochkarätigen Arbeiten der französischen Künstlergruppe, die sich am 27. Oktober 1960 in der Pariser Wohnung Yves Kleins konstituierte, einen umfangreichen Überblick über eine der interessantesten späten Avantgardebewegungen des 20. Jahrhunderts.
Der von Pierre Restany geprägte Begriff ‚Neuer Realismus’ wurde zum Markenzeichen dieser Künstler. Einer von ihnen, der 2005 verstorbene Raymond Hains, erinnerte sich viel später:
„Der Nouveau Réalisme ist eine Art Bruderschaft. Ein Zusammenschluss kleiner Cäsaren, die sich die Welt teilen, so wie man einen Kuchen unter sich aufteilt. Yves Klein nimmt das Blau, César die zum Block gepressten Autos, Arman die Mülleimer, Villeglé, Rotella und ich die abgerissenen Plakate, Christo die Verpackungen. Mit den Nouveaux Réalistes gehen wir von der Welt der Malerei in die Welt der Wahrheit. Die Künstler hören auf, Kunst herzustellen, um personifizierte Abstraktionen zu werden.”
Die schillernde Welt des Massenkonsums, der Werbung und der Unterhaltungsindustrie wurden zur Quelle ihrer Inspirationen und bestimmte ihre Ästhetik maßgeblich. In der Ausstellung vertretene Künstler sind
Arman, Lee Bontecou, César, John Chamberlain, Christo, Gérard Deschamps, Erik Dietman, François Dufrêne, Raymond Hains, Alain Jacquet, Yves Klein, Robert Malaval, Daniel Pommereulle, Jean-Pierre Raynaud, Martial Raysse, Mimmo Rotella, Niki de Saint Phalle, Daniel Spoerri, Richard Stankiewicz, Jean Tinguely, Günther Uecker, Jacques Villeglé, Wolf Vostell und Gil Joseph Wolman.
Von ihnen werden ca. 240 Werke gezeigt.
Nouveau Réalisme
| Sprengel Museum Hannover
| bis 27. Januar 2008
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KATALOG | Nouveau Réalisme
Revolution des Alltäglichen
| Deutsch, ca. 352 S.,
| ca. 424 Abb.,| ca. 252 farbig,
| 23 x 30,5 cm,| gebunden
| mit Schutzumschlag
Prächtig ausgestattetes, sachkundig kommentiertes Standardwerk zu dem großen Thema der französischen Kunst der 1960er-Jahre und einer der interessantesten Avantgardebewegungen des 20. Jahrhunderts.
| Mit Werken von Arman, Christo, Yves Klein, Daniel Spoerri, Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle u.a..
Als sich im Jahr 1960 um den französischen Kunstkritiker Pierre Restany die Nouveaux Réalistes als Gruppe zusammenschlossen – mit Künstlern wie Arman, Yves Klein, Daniel Spoerri, Jean Tinguely und später auch Niki de Saint Phalle –, begann ein überaus spannendes Jahrzehnt.
Die Mitglieder hatten sich in Abkehr vom vorherrschenden Abstrakten Expressionismus und der informellen Malerei zum Ziel gesetzt, mit neuen Materialien und Techniken die Realität des täglichen Lebens in die Kunst zu integrieren. Durch die Einbeziehung von trivialen Fundgegenständen erweiterte sich der Spielraum der Kunst um ungeahnte Möglichkeiten.
Die Publikation bietet einen ungemein umfangreichen Überblick über die künstlerische Bewegung: So werden die Protagonisten der Künstlergruppe, ihre bevorzugten künstlerischen Verfahren, der Rückbezug auf dadaistische Strategien und das Vorbild Marcel Duchamp oder auch der Dialog zwischen Paris und New York breit vorgestellt. Eine mit historischen Fotos reich bebilderte Geschichte der vielfältigen Aktionen, eine umfangreiche Chronologie und eine ausführliche Biblio- und Filmografie ergänzen das Standardwerk.
Katalog zu den Ausstellungen:
Galeries nationales du Grand Palais, Paris 28.3.-2.7.2007,
Sprengel Museum Hannover 9.9.2007-27.1.2008
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Von Plakatabreißern und Alltagsrevolutionären
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Volkhard App
Farbige Papierfetzen, hier und da der Rest eines Slogans oder Fragmente eines Fotos: So sieht sie aus, die Poesie abgerissener Plakatwände. Jene urbanen Flaneure um 1960, die diese Flächen in ihre Ateliers brachten und an die Wände von Galerien, gehörten zu den “neuen Realisten”, zu den Archäologen des modernen Alltags. Sie nahmen sich industrieller und massenmedialer Objekte an und verwandelten sie.
Von 1960 datiert das vom Theoretiker Pierre Restany formulierte Gründungsmanifest der “Neuen Realisten”, länger als drei Jahre existierte diese heterogene “Bruderschaft” nicht. Doch individuell dauerte die “Revolution des Alltäglichen” bei diesen Dekonstrukteuren, Sammlern, Bastlern und Aktionisten weiter an. Und nach wie vor war ein vitaler Widerstand gegen andere, herrschende Kunstrichtungen spürbar. Museumsdirektor Ulrich Krempel:
“Die Künstler haben gesagt: In einer Zeit so kurz nach dem Ende des großen Krieges, so kurz nach dem Abwurf der Atombomben, in einer Zeit, in der zum Beispiel Frankreich Kriege führte in den ehemaligen Kolonien, kann man nicht so tun, als könne man sich nur mit dem Innenleben und der großen Kontemplation im Kopf beschäftigen. Also ging es gegen diese Kunst, die dominant war in Frankreich und international.”
Eine wichtige Schau - die öffentlichen Aktionen von einst, die Spektakel und Skandale der Künstler lassen sich allerdings nur noch ahnen. Tinguelys Maschinen zertrümmerten in einem Schaufenster Unmengen von Porzellan, Arman zerstörte Klaviere, Christo blockierte aus Protest gegen die Berliner Mauer und die Kriege eine Durchfahrt mit Ölfässern. Und Niki de Saint-Phalle, die einzige prominente Frau in dieser Gruppierung, ließ auf ihre Materialbilder schießen, so dass sich Farbbeutel darüber entluden.
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
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Der Alltag und die «ästhetische Taufe des Objekts»
Zur Kritik der Neo-Avantgarde: die Pariser Gruppe der Nouveaux Réalistes
NZZ - Peter Bürger
Der 1960 in Paris gegründeten Gruppe der Nouveaux Réalistes ging es nicht um Fragen des Daseins, sondern vor allem um eine Erneuerung des künstlerischen Vokabulars – um den Versuch, eine neue Unmittelbarkeit zu erreichen. Eine kritische Würdigung der Bewegung aus Anlass einer Ausstellung im Sprengel-Museum Hannover.
Nicht um Fragen des Daseins geht es der Gruppe, sondern um eine Erneuerung des künstlerischen Vokabulars. Genauer um den Versuch, eine neue Unmittelbarkeit zu erreichen durch den Verzicht auf Transposition. Die grossen Autoren der Moderne haben die Frage nach der Möglichkeit künstlerischer Darstellung mit einer Theorie der Transposition bzw. der Metapher beantwortet – Prousts Maler Elstir gibt das Meer mit den Farben des Landes und das Land mit den Farben des Meeres wieder –, die historischen Avantgarden hofften die ästhetischen Kräfte im Leben selbst freizusetzen, erstrebten also, strenggenommen, gar kein Werk mehr.
Im Gegensatz dazu geht es den Nouveaux Réalistes (wenn wir Restany folgen) um den Ausdruckswert der gesellschaftlichen Realität selbst. Man kann darin den Versuch erblicken, das zu benennen, was Yves Kleins «Anthropométries», Spoerris «Fallenbilder» und Hains’ Plakatabrisse gemeinsam haben. Wenn Klein mit blauer Farbe bemalte nackte Frauen zu «lebenden Pinseln» erklärt und sie sich auf Papier oder Leinwand wälzen lässt, Spoerri die Reste einer Mahlzeit, so wie sie sich zufällig ergeben haben, auf der Tischplatte fixiert und diese als Bild an die Wand hängt und Hains von Wind und Wetter zerfetzte Plakatabrisse auf Bildträger aufbringt, dann verzichten sie auf die traditionellen Mittel der Malerei und setzen stattdessen auf die ästhetische Wirkung des zufälligen Realitätsfragments.
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Nouveau Réalisme
| Sprengel Museum Hannover
| bis 27. Januar 2008
Sep
15
Gesellschaftsbilder
September 15, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Kunstverein Hamburg |
Der Hamburger Kunstverein zeigt eine umfangreiche Schau mit zeitgenössischer Malerei und Wandbildern. Die überwiegend großformatigen Arbeiten von Minerva Cuevas, Caroline von Grone, Eberhard Havekost, Victor Man, Gunter Reski, Wilhelm Sasnal, Dierk Schmidt, Wawrzyniec Tokarski, Corinne Wasmuht und Johannes Wohnseifer sind noch bis zum 30. Dezember 2007 zu sehen.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Malerei und Gesellschaft. Sie untersucht unter anderem, inwieweit Kunst Gesellschaft repräsentiert, sich in einen dokumentarischen Modus hierzu setzt oder in Form einer interventionistischen Praxis gesellschaftliche Strategien ergreift.
Die Konzentration auf das historisch aufgeladene und durch den Markt am stärksten korrumpierte Medium Malerei mag auf den ersten Blick überraschen, ist aber bewusst als Gegenentwurf zur weit verbreiteten Auffassung gewählt, dass es heute der Malerei an einem gesellschaftlich verankertem Theorieverständnis mangele und sie nicht in der Lage sei, soziale, politische und ökonomische Themen adäquat zu verhandeln. Das Spektrum der vorgestellten Arbeiten reicht von politisch motivierten Wandbildern, die in der Tradition lateinamerikanischer Muralisten stehen, über sich an der Historienmalerei orientierende Darstellungen bis hin zu Projekten im Öffentlichen Raum.
| Hamburger Kunstverein
| GESELLSCHAFTSBILDER
| bis 30. Dezember 2007
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Klick Bild für FOTOSTRECKE | Gesellschaftsbilder
Abb.: Wawrzyniec Tokarski | Fotos: Jens Ullheimer
Sep
14
Robin Rhode | Walk Off
September 14, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT HdK München |
„Walk Off“ ist die erste umfangreiche Ausstellung Robin Rhodes in Europa. Bis 06. Januar 2008 sind u.a. Zeichnungen, Fotografien, Animationen und Skulpturen zu sehen – ergänzt durch einen Aktionsraum, in dem Rhode eine Wandzeichnung produzieren und gemeinsam mit dem Tänzer Jean-Baptiste André und dem Komponist Thomas Larcher eine Performance erarbeiten wird. Robin Rhode lebt und arbeitet in Berlin und Johannesburg.
Rhode eignet sich vorübergehend Flächen im öffentlichen Raum an, zeichnet mit Kreide Objekte darauf und tritt anschließend mit diesen in Interaktion: er malt ein Fahrrad auf den Boden und versucht, es wegzuschieben, er zeichnet ein Auto auf eine Wand und versucht, es mit einer Brechstange zu öffnen. diese Verbindung von Zeichnung und Performance ist für die Kunst Robin Rhodes charakteristisch: der vorgestellte zeichnerische Raum wird Wirklichkeit, weil der Künstler ihn wie Wirklichkeit behandelt.
Während die frühen Arbeiten Rhodes nur mit der Greifbarkeit von Gegenständen spielen, wird diese bei seinen skulpturalen Arbeiten eingelöst; sie haben den gegenständlichen Aggregatzustand erreicht. allerdings hat ihnen Rhode nur eine beschränkte Lebensdauer mitgegeben: in der Arbeit „Soap & Water“ (2007) etwa steht neben einem Fahrrad aus lindgrüner Seife ein mit Wasser gefüllter Blecheimer – putzt man das Fahrrad, löst es sich in Lauge auf …
Robin Rhode | Walk Off
| Haus der Kunst München
| 16. September bis 06. Januar 2008
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KATALOG | Robin Rhode | Walk Off
| Gebundene Ausgabe: ca. 208 Seiten
| ca. 550 farbige Abbildungen,
| 30 x 22,5 cm, Halbleinen
| Sprache: Deutsch
Erste üppig bebilderte Monografie zu Robin Rhode.
Die Faszination für das unkonventionelle Werk des südafrikanischen Perfomancekünstlers Robin Rhode (*1976 in Kapstadt) nimmt nach Ausstellungsbeteiligungen in Europa, den USA und Afrika weiter zu.
Auf einzigartige Weise versteht er es, Themen des Alltags-, Kultur- und Großstadtlebens in Johannesburg aufzugreifen. Durch die Verbindung von Zeichnung und Performance ergibt sich dabei ein mitunter grotesker Effekt: zum Beispiel, wenn Rhode ein Auto auf eine Wand zeichnet und anschließend versucht, sich mit einer Brechstange Zugang zu verschaffen. Der zeichnerische Raum wird Wirklichkeit, weil der Künstler ihn zur Wirklichkeit erhebt.
2005 war Robin Rhode bei der Biennale Venedig oder auch im New Yorker MoMA zu sehen - nun ist der Künstler endlich in Deutschland zu entdecken. Der opulent bebilderte Band bietet einen ersten repräsentativen Querschnitt durch sein Schaffen, darunter eine eigens für das Haus der Kunst in München realisierte Werkserie; der Schwerpunkt liegt auf raumgreifenden Zeichnungen sowie neuen skulpturalen Werken, begleitet von Foto-, Film- und Videoarbeiten.
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VIDEO | Street Level
| Mark Bradford, William Cordova and Robin Rhode
| Nasher Museum
| 29. März – 29. Juli 2007
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Bang, da hatt’ ich’s!
FR online - Elke Buhr

Wenn das Timing stimmt: Der junge südafrikanische Künstler Robin Rhode bringt die Straße ins Museum.
… Robin Rhode, geboren wurde er 1976 in einem schwarzen Viertel von Cape Town. Jetzt sitzt er in seinem Atelier in Berlin-Wedding zwischen großformatigen Kohlezeichnungen und erklärt den Ausgangspunkt seiner Kunst. Es war ein bestimmter Initiationsritus an seiner Highschool: “Die älteren Kinder gingen mit den Kleinen auf die Jungentoilette. Dort malten sie mit Kreide Objekte an die Wand und zwangen die Kleinen, etwas mit diesen Objekten zu machen. Sie malten zum Beispiel eine Kerze an die Wand, und die Kleinen mussten sie ausblasen. Oder sie malten ein Fahrrad, und die Kinder mussten darauf fahren - wenn sie es nicht schafften, bekamen sie einen Klaps, oder ihnen wurde etwas weggenommen. Es war ein Spiel, und gleichzeitig eine Begegnung mit Erniedrigung und Scheitern.”
Schon auf der Kunsthochschule in Südafrika, inmitten einer erdrückenden Mehrheit von weißen Studenten, hat Robin Rhode begonnen, aus dem fies-schönen Highschool-Spiel eine ganz eigene künstlerische Form zu destillieren. Er malt mit Kreide oder Kohle auf Straßen, Galerienwände, Mauern, und interagiert dann mit den gemalten Gegenständen - ganz ernst und gleichzeitig sehr witzig, mal rau, mal poetisch. Rhode steht dabei zwischen Performance, klassisch gegenständlicher Zeichnung und den Codes der Straße, des Alltags und der Popkultur; er mischt High und Low, so wie er die Konventionen des westlichen Kunstsystems mit der urbanen visuellen Sprache Südafrikas konfrontiert. Und die Kunstwelt liebt ihn dafür.
Robin Rhode | Walk Off
Haus der Kunst München
16. September bis 06. Januar 2008
Sep
12
Jamie Shovlin & Schneider TM | LUSTFAUST
September 12, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg -
Jens Ullheimer |
Am 13.09.07 wird die Berliner Dependance der Haunch of Venison Galerie mit einer Live-Performance von Jamie Shovlin und dem Berliner Musiker Schneider TM eröffnet.
Der britische Konzeptkünstler Jamie Shovlin hat eine Berliner Krautrock-Band der späten 1970er Jahre mit dem Namen „Lustfaust“ erfunden und dabei gleich ein ganzes Universum von gefakten Erinnerungen mit entworfen. Eine Welt voll mit Fetischen einer fiktiven Fankultur: Tapes, Tourposter und T-Shirts, Eintrittskarten, Fanzines usw..
LUSTFAUST-Beiträge auf wikipedia und myspace ( mit audio ).
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Performance LUSTFAUST LIVE | 13. September 2007
| Live-Webstream ab 21 Uhr
| auf der Projektwebseite
| Visuals: Lillevan von Rechenzentrum
Haunch of Venison Galerie, Berlin
Heidestrasse 46, 10557 Berlin
LUSTFAUST Archive
| 14. - 16. September 2007
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VIDEO _ Mitschnitt

| Klick auf Foto startet VIDEO (wmv)
nach einigen Sekunden Ladezeit automatisch |
| Ausschnitt aus “LUSTFAUST” Performance | web-stream-shot
| Berlin | Projektraum Haunch Of Venison | 9.2007
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Jamie Shovlin
interessiert sich für die Spannung zwischen Wahrheit und Erfindung, Realität und Fiktion. Seine sorgfältig erforschten und durchgeführten Arbeiten verbinden von Natur aus fehlerhafte Systeme, pseudowissenschaftliche Genauigkeit und zweifelhafte philosophische Vorschläge mit der scheinbar objektiven Erfahrung des Archivs.
Die Arbeiten von Shovlin stellen den Weg in Frage, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen und diese Eindrücke einordnen, um sie zu verstehen. ( TATE Britain )
Sep
9
Mark Wallinger | Haus Salve Hospes
September 9, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT KV Braunschweig |
Obwohl einer der wichtigsten britischen Künstler seiner Generation ist Wallingers Ausstellung im Kunstverein Braunschweig die erste Retrospektive des aktuellen Turner-Preis-Kandidaten in Deutschland. Die Ausstellung ist bis 11. November 2007 zu sehen.
Seine Arbeit wurde bereits in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt (wie derzeit bei den Skulptur Projekten in Münster) und er selbst gerade für den renommierten Turner Prize nominiert. Die Ausstellung in Braunschweig wird einen umfangreichen Überblick über Wallingers künstlerisches Schaffen der letzten Dekade in Form von Filmprojektionen, Fotografien, Objekten, Installationen und Gemälden geben. Außerdem werden neue, bisher nicht gezeigte Arbeiten präsentiert.
Mark Wallinger (geb. 1959) gehört zur Generation der britischen Künstler/innen, die unter der Bezeichnung „Young British Art“ in den 1990er Jahren im Kunstbetrieb Furore gemacht haben. Allerdings unterscheiden sich seine Themen und künstlerische Sprache von „Kolleg/innen“ wie etwa Tracey Emin, Damien Hirst, Sarah Lucas oder Chris Ofili, die ihre Inhalte oft mittels direkter Provokation umsetzen. Wallinger untersucht in seinen Arbeiten die Mechanismen von Symbolen, Identitäten und den damit verbundenen Codierungen – nationale, religiöse, kulturelle oder allgemein gesellschaftliche –, um diese zu verkehren, ironisch in Frage zu stellen und neu aufzuführen. Seine künstlerische Haltung verbindet gesellschaftliches und politisches Engagement mit Satire und einem Interesse an abendländischen Traditionen, wobei er sich so unterschiedlicher Medien bedient wie Malerei, Installation, Film, Fotografie, Objekt oder Performance.
1997 singt er z.B. in Hymn ein viktorianisches Kirchenlied – als Blinder verkleidet und einen bunten Ballon haltend, der sein Portrait als Kind zeigt. Seine durch Heliumgas verzerrte und kindlich gehöhte Stimme karikiert jeden unreflektierten Glauben als Kinderglauben; als blinden Glauben, dem die Luft ausgeht wie dem Ballon am Ende des Liedes.
2004 trottet er sieben Nächte lang im Bärenkostüm durch das hell erleuchtete Erdgeschoss der Neuen Nationalgalerie in Berlin, für jeden Nachtschwärmer durch die große Fensterfront des Mies van der Rohe-Baus sichtbar. Durch den Titel Sleeper verknüpfen sich Vorstellungen an Berlin als ehemaliger Hochburg für Spione und Agenten mit der Panikmache um den 11. September und dem Wappentier der Stadt.
2007 baut er im Eingangsbereich der renommierten Tate Britain den über 40 Meter langen Protestzaun nach, den der Brite Brian Haw anlässlich des Irak- und Afghanistankrieges und der britischen Verflechtung darin seit 2001 am Parliament Square gegenüber des Westminster Palastes in London aufgestellt und ständig erweitert hatte – und den die britische Regierung im vergangenen Jahr im Zuge eines plötzlich erlassenen Demonstrationsverbotes im näheren Umkreis des Regierungsviertels über Nacht hat entsorgen lassen (die Tate Britain allerdings befindet sich innerhalb dieser Bannmeile).
State Britain wird in Braunschweig leider nicht gezeigt.
Kunstverein Braunschweig
| Mark Wallinger | Haus Salve Hospes
| bis 11. November 2007
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Wallingers Reisende | In der Bannmeile
FR online - Sandra Danicke
Gilbert und George ging es so. Bei Tony Cragg oder Rachel Whiteread war es das Gleiche: Erst nach der zweiten Nominierung hatten sie ihn endlich, den begehrten “Turner Prize”. Genauso war es übrigens auch bei Damien Hirst, der Mark Wallinger 1995 die Trophäe vor der Nase wegschnappte. Die Chancen stünden also prima für Wallinger, wäre da nicht Mike Nelson. Auch er ist zum zweiten Mal auf der Shortlist. Wallinger ist entsprechend nervös, was er nur ungern zugibt.
Wenn es ein Wallinger-Markenzeichen gibt, dann ist es vermutlich die ausgeprägte Vorliebe für das Groteske. Ob er eine tote Fliege auf der Scheibe filmt, hinter der Flugzeuge, Vögel und Artgenossen teilnahmslos vorbei fliegen (”Fly”, 2000), ob er den britischen Union Jack mit seinen Komplementärfarben orange-grün versieht und ihm damit scheinbar unabsichtlich einen irischen Stempel aufdrückt (”Oxymoron”, 1996), oder ob er - als Blinder verkleidet - einen Luftballon hält, dem das Porträt des Künstlers als Kind aufgedruckt ist, und mit Helium verzerrter Kinderstimme ein viktorianisches Kirchenlied singt, das die damalige Kindersterblichkeit verharmlosen sollte (”Hymn”, 1997).
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Mark Wallinger, State Britain
SPIKE Kunstmagazin - Sally O’Reilly
Aus dem Englischen von Thomas Raab
Eine Sonderverordnung zum Polizeigesetz gegen schweres organisiertes Verbrechen vom Mai 2006 verbot Demonstrationen innerhalb eines Radius von einem Kilometer um den Parliament Square. Sie wurde eigens beschlossen, um den 40 Meter langen improvisierten Protestzaun zu entfernen, der in den letzten fünf Jahren gegenüber dem Parlament entstanden ist. Die Konstruktion und die Plakate wurden mitsamt dem Favela-artigen Ein-Mann-Peace-Camp des Demonstranten Brian Haw mitten in der Nacht von der Polizei entfernt, was zu großer Empörung führte.
Mit »State Britain« (2007) hat Mark Wallinger die mit Slogans voll geschriebenen Transparente, die fotokopierten Montagen und die mit falschem Blut durchtränkten Puppen und Teddys, die auf die Kriegsgräuel im Mittleren Osten verweisen, rekonstruiert. Wallingers Arbeit ist – bevor wir uns deren Politik zuwenden – mit ihrer großen Genauigkeit den detaillierten Fotovorlagen gegenüber ein brillantes Faksimile. Sie erstreckt sich über die gesamte Länge der Grand Duveen Galleries in der Tate, und mit ihrem einfachen Handwerk und den anklagenden Slogans nimmt sie mit Leichtigkeit, nicht ohne mit der Trashästhetik der Post-YBA-Kunst zu spielen, die Rolle der Installationskunst ein.
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Mark Wallinger
| Re-Produktion von Brian Haw’s Parliament Square protest
| in eine Installation in der Tate Britain. ( Photo-Strecke Telegraph.co.uk )
Mark Wallinger | State Britain | Tate Britain, London 2007
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VIDEO | english
| Mark Wallinger spricht über seine Arbeit State Britain | 2007
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Kunstverein Braunschweig
| Mark Wallinger | Haus Salve Hospes
| bis 11. November 2007







