Sep
24
Johannes Grützke | Malen ist Denken | Ausstellungen zum 70. Geburtstag
September 24, 2007 | Comments Off
Otmar Alt und Johannes Grützke ( rechts ) in ihrem Atelier
Camillo Fischer | West-Berlin, 1960er Jahre
Photographie | Stadtarchiv Bonn
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Schloss Gottorf |
Bis zum 18. November 2007 zeigt die Reithalle des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums auf Schloß Gottorf den Berliner Zeichner und Maler Johannes Grützke. Mit Hilfe zahlreicher Privatsammlungen gelingt es gemeinsam mit dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, einen umfassenden Querschnitt von mehr als 50 überwiegend großformatigen Ölbildern und einigen Pastellarbeiten zu zeigen.
“Was wir so Denken nennen, übernehme die Malerei. Nicht Wörter, nicht Begriffe, - die Malerei ist die Ausdrucksform! Praktische Probleme lösen sich durch die Praxis: Also an die Arbeit. Nicht vor dem Malen denken, Malen ist Denken!” (Johannes Grützke)
Grützke zählt seit Jahren zu den großen deutschen Porträtisten,der oftmals mit sarkastischen Mitteln die gesellschaftlichen Verhältnisse beschreibt und Besonderheiten bei Persönlichkeiten aufdeckt. Der Maler, Zeichner und Druckgrafiker Johannes Grützke wurde 1937 in Berlin geboren. Er ist nicht nur der Mitbegründer der Schule der neuen Prächtigkeit, sondern auch dessen bekanntester Maler.
Seit den 1960er Jahren schafft Grützke ein Werk, das durch seine Konsequenz ebenso beeindruckt wie durch die Wahl seiner Motive und die souveräne Handhabung der Techniken. In seiner am Gegenständlichen orientierten Kunst geht es ihm darum, eine Idee malerisch so umzusetzen, als sei sie der Wirklichkeit entsprungen. Bestes Beispiel dafür ist Grützkes Beitrag zur Gottorfer Baumallee. 2003 verewigte sich der Berliner als „Baumkünstler“ in der Kunstsammlung des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums Schloß Gottorf.
Außer im Malatelier arbeitete Grützke auch als Bühnenbildner fürs Theater, 1979 begann hier eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Zadek an vielen deutschen Bühnen.
Von 1985 bis 1988 ist er dessen Künstlerischer Berater am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.
Die bis heute bekannteste gemeinsame Inszenierung ist die Urfassung von Lulu von Frank Wedekind.
Grützke lehrte 1976/1977 als Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, 1987 kehrt er, diesmal als Dozent in Nachfolge seines ehemaligen Lehrers Oskar Kokoschka, an die Internationalen Sommerakademie für Bildende Künste Salzburg zurück. 1992 wurde er Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.
Johannes Grützke | Malen ist Denken
Schloss Gottorf / Schleswig, Schleswig-Holstein
bis 18. November 2007
______________________________________________________________
VIDEO | Witzbold in Öl | ansehen
Radio Bremen - Christoph Köster
[3′55] (34 kbit Real Media)
Beitrag anlässlich einer umfangreichen Werkschau im Landesmuseum für Kunst in Oldenburg | April 2007
______________________________________________________________
“Mit Grützke blickt eine ganze Gesellschaft in den Spiegel und decouviert sich in ihrer posierenden Mimik und Gestik, die der Künstler so präzise und kaltschnäuzig einfängt wie ein Cowboy eine Kuh.” (Florian Illies zum 60. Geburtstag von Johannes Grützke | FAZ - 1997)
KATALOG | Johannes Grützke | Malen ist Denken
| Gebundene Ausgabe
| 124 Seiten
| 29 x 23,2 x 1,4 cm
Grützkes 70. Geburtstag im Jahr 2007 ist Anlass für mehrere Ausstellungen und einen umfangreichen Werkkatalog. Seine Malerei ist farbenprächtig, irritierend und vielseitig.
Sein wohl bekanntestes Werk ist die malerische Ausgestaltung der Frankfurter Paulskirche, “Der Zug der Volksvertreter”. Im Katalog “Malen ist Denken” kommen prominente Kunstkenner zu Wort: der FAZ-Kritiker Eduard Beaucamp, Werner Hofmann (ehem. Leiter der Hamburger Kunsthalle), Wieland Schmied (Kunsthistoriker), der Künstler Jan Peter Tripp und natürlich Johannes Grützke selbst.
Johannes Grützke ist Mitbegründer und bekanntester Maler aus der Schule der neuen Prächtigkeit. Er malt in einem figurativen, sehr eigenständigen Stil. Die von ihm dargestellten Personen und die Szenen, in die er sie stellt, wirken ironisch überzeichnet, als hervorragender Porträtist idealisiert seine Modelle nicht gerade, oft sind Nase und Ohren übergroß, der Kopf insgesamt verzerrt.
______________________________________________________________
| JOHANNES GRÜTZKE
| CHRISTOPH HAUPT
| Linoldrucke, Gouachen, Aquarelle,
| Bleistiftzeichnungen
| zum Thema China
Vom 28. September bis 07. Oktober 2007 werden Arbeiten von Johannes Grützke zusammen mit denen seines jüngeren Kollegens Christoph Haupt in Hamburg-Wilhelmsburg zu sehen sein. Eine kleine und feine Ergänzung zur großen Grützke-Schau auf Schloss Gottorf.
Zur Ausstellung liegt ein Künstlerbuch vor:
20 Originalgrafiken, Handsatz, gedruckt in der Druckwerkstatt des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg 2007.
Produzentengalerie im Atelier Schaarmann
| Hamburg-Wilhelmsburg
| 28. September bis 07. Oktober 2007
| Freitag 18-20 Uhr, Sa. und So. 12-18 Uhr


