Okt
31
Max Beckmann | Exil in Amsterdam
Oktober 31, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg -
Jens Ullheimer
| PT Pinakothek der Moderne München |
Die Pinakothek der Moderne München zeigt bis zum 06. Januar 2008 eine Ausstellung über das Amsterdamer Exil von Max Beckmann. Während seines zehnjährigen Aufenthaltes in den Niederlanden entstand rund ein Drittel seines Gesamtwerkes.
Die Pinakothek der Moderne beherbergt mit dem St. Louis Art Museum den umfangreichsten Werkkomplex sowie das Archiv des Künstlers und stellt damit die für ihn wichtigste Forschungsstelle. München ist zudem der Ort, an dem sich die menschenverachtende nationalsozialistische Kulturpolitik 1937 mit der Eröffnung des »Hauses der deutschen Kunst« und der Ausstellung »Entartete Kunst« in aller Schärfe artikulierte. Dies war für Max Beckmann direkter Auslöser seiner Emigration nach Amsterdam. Das Entsetzen über die Entwicklungen in Deutschland, die physische und psychische Anspannung des Exils mobilisierten dort Gegenkräfte, die sich in einer Fülle herausragender Werke niederschlugen.
Vor diesem Hintergrund, der die besondere Brisanz des auch kulturpolitisch eminent wichtigen Themas markiert, ist die Ausstellung nicht nur für die Kenntnis von Max Beckmann relevant. Siebzig Jahre nach der Ausstellung »Entartete Kunst« bedeutet sie vielmehr auch eine erneute Auseinandersetzung und Aufarbeitung dieser kritischen Periode deutscher Geschichte.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Van Gogh Museum in Amsterdam.
Max Beckmann - Exil in Amsterdam
| Pinakothek der Moderne München
| bis 06. Januar 2008
Max Beckmann
| Infos auf wikipedia
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Fotostrecke ausgestellter Arbeiten ansehen
BR online | München 2007
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KATALOG
zu den Ausstellungen
in München und Amsterdam 2007
Max Beckmann
| Exil in Amsterdam
Deutsch
440 Seiten,
273 Abb.,
davon 231 farbig,
42 in Duplex
25,00 x 30,70 cm
gebunden
mit Schutzumschlag
Profundes Überblickswerk über die fruchtbarste und bedeutendste Schaffensphase Max Beckmanns mit zahlreichen Farb- und Duplexabbildungen.
Beginnend mit dem letzten in Deutschland vollendeten Werk, dem Triptychon Versuchung aus dem Besitz der Pinakothek der Moderne, widmet sich die Publikation dem malerischen und zeichnerischen Œuvre des Künstlers in einer Zeit bedrohlicher äußerer Instabilität und zugleich innerer Konzentration bis zu seiner Übersiedlung in die USA. Der Band ist damit von größter Bedeutung für die Kenntnis des beckmannschen Werkes in seiner produktivsten und wichtigsten Lebensphase.
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Die Todesboten stehen bereit
NZZ - Anne Erfle
Max Beckmanns Bilder aus dem Amsterdamer Exil zählen zu seinen stärksten Werken. Eine grandiose Ausstellung in der Münchner Pinakothek der Moderne zeigt sie in reicher Auswahl.
«Das Unsichtbare sichtbar machen durch die Realität, die das eigentliche Mysterium des Daseins bildet»,
das wollte Beckmann in seiner Malerei umsetzen. Überzeugendes Beispiel zu dieser These sind die Selbstporträts. Sie ziehen sich wie ein Psychogramm durch Beckmanns Werk und eröffnen dem Betrachter Einblick in seine individuelle seelische Verfassung.
Das in den ersten Monaten im Exil entstandene Selbstporträt mit dem zynischen Titel «Der Befreite» spiegelt die tiefe Trauer und die Ohnmacht auf schmerzhafte Weise. Eingezwängt auf engstem Raum blickt er aus depressiv verschatteten Augen ins Leere. Die eine Gesichtshälfte erscheint maskenhaft in pastosem Weiss, die andere in giftigem Grün, als sei er bereits kontaminiert. Die schwere Eisenkette, die er in seinen Händen hält, ist zwar gesprengt, jedoch noch am vergitterten schwarzen Fenster im Hintergrund verankert und lastet schwer auf seiner Schulter. «Amerika» als diffuser Schriftzug am Bildrand liegt noch in weiter Ferne.
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KATALOG zu den Ausstellungen in der TATE Modern, London | MoMA, New York | Centre Georges Pompidou, Paris 2003
Gebundene Ausgabe
304 Seiten
174 Farb- und
40 s/w-Illustrationen
Englisch
28,4 x 24,6 x 2,8 cm
Exhibition Brochure ansehen
| viele Abbildungen (pdf-Format)
| MoMA, New York 2003
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Lebenshunger. Todesangst
BERLINER ZEITUNG - Ingeborg Ruthe
Die zehn Exil-Jahre in Amsterdam, die nur als Transitstation auf dem Weg nach Amerika gedacht waren, sind - trotz aller Nöte und Ängste - seine intensivsten. Ein Drittel seines Werkes entsteht in der Zeit, in der er auf das Visum für die USA wartet. Die Papiere kommen nach Kriegsende: 1947. Beckmann bleiben noch drei Jahre.
Das Triptychon “Karneval” 1942/43 ist das Exilbild schlechthin. Max Beckmann malte sich, tragisch eingeklemmt zwischen Sündenfall und Paradies, um ihn tobt der Zweite Weltkrieg. Wehrmacht, Gestapo, SS haben Amsterdam, das Notquartier des deutschen Malers, im Griff. Bald wird der Herzkranke abermals eine Einberufung an die Front bekommen, ihr nur durch den physischen Zusammenbruch entgehen.
Jene dunkle-turbulente Zeit macht Münchens Pinakothek der Moderne, zusammen mit dem Van Gogh-Museum Amsterdam, zum Thema einer überwältigenden Ausstellung.
BERLINER ZEITUNG - Artikel lesen
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Zehn Jahre Amsterdam
3SAT - Kerstin Arnold
“Ich suche aus der gegebenen Gegenwart die Brücke zum Unsichtbaren – ähnlich wie ein berühmter Kabbalist es einmal gesagt hat: »Willst du das Unsichtbare fassen, dringe so tief du kannst ein in das Sichtbare«.”
Die kommenden Jahre bieten dem Künstler viel, manchmal vielleicht zu viel Sichtbares, in das er eindringen muss. Mit dem Ausbruch und dem Vordringen des Krieges verdüstert sich auch das Panorama seiner Bilder. Schwarz, Braun und Grau verdrängen die übrigen Farben aus dem Blickfeld oder mischen sich verdunkelnd unter sie. Immer wieder tragen und gebrauchen die dargestellten Figuren Schwerter und andere Waffen. Auch dass er sich neben – meist blutigen – Geschichten aus der griechischen und biblischen Mythologie gerade mit der Apokalypse und dem “Faust II” beschäftigt, wird kein Zufall gewesen sein.
Dennoch oder gerade deshalb geht von diesen Bildern eine unglaubliche Faszination aus. Man fühlt sich teils gleichermaßen abgestoßen und angezogen von ihnen. Gerät fast unweigerlich in ihren Bann, selbst wenn sie sich nur schwer fassen lassen. Doch sie können, wie Beckmann es ausgedrückt hat,
“wenn der Kontakt da ist, einen heftigen Glanz annehmen und Wahrheiten sagen, die ich nicht mit Worten ausdrücken kann und auch vorher nicht gewusst habe.”
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Artikel im Zusammenhang mit der vorangegangenen Schwesterausstellung
im Van Gogh Museum, Amsterdam 2007
“Als Übergang ist Amsterdam ganz schön”
WELT online - Tim Ackermann | April 2007
Eigentlich wollte der Maler nach Frankreich fliehen. Stattdessen saß er sieben Jahre in den Niederlanden fest.
Erst zwei Jahre nach dem Krieg besucht der Direktor des Amsterdamer Stedelijk Museums Beckmann.
Er kauft bei der Gelegenheit nichts. So befinden sich heute nur drei Bilder des Malers in öffentlichen niederländischen Sammlungen.
Die fehlende Beachtung dürfte Beckmann geschmerzt haben. Ebenso die Tatsache, dass er nach Kriegsende noch über ein Jahr lang als „feindlicher Ausländer“ eingestuft wird und keine Bilder verkaufen darf. Im Sommer 1947 erhält er endlich die ersehnte Einreiseerlaubnis in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1950 als Kunstprofessor arbeiten wird. Beckmann freut sich auf die neue Heimat Amerika. Nach zehn Jahren, wie er betont, in „diesem Plättbrettland“.
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Land der eisernen Grenzen
TAGESSPIEGEL online - Christina Tilmann
Vor allem war es die Erfahrung, als Maler nicht geschätzt zu werden, die Anonymität, die Einsamkeit, die dem in den Zwanzigern in Deutschland als Malerstar gefeierten Beckmann in Amsterdam zu schaffen machten.
Das Desinteresse allerdings war gegenseitig. Weder hat sich Max Beckmann, der ohnehin zur abweisenden Einzelgängerei neigte, je bemüht, richtig Niederländisch zu lernen oder Kontakt zu den Amsterdamer Kunstkreisen aufzunehmen – Französisch hatte er in seinen Pariser Jahren, Englisch in den letzten Jahren in den USA hingegen ordentlich, wenn auch mit starkem deutschen Akzent gesprochen. Noch wurde sein Werk in Amsterdam auch nur ansatzweise geschätzt.
Eine einzige Ausstellung gab es 1938 im Kunstzaal van Lier – die Kritiker beurteilten Max Beckmann als „überschätzten deutschen Expressionisten“. So schrieb der Kunstkritiker Kasper Niehaus:
„Für ein geübtes Auge, geschult an unserer eigenen, verfeinerten Art zu malen, sind diese groben Bilder ohne Nuancen nicht gerade ein Fest.“
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Max Beckmann - Exil in Amsterdam
| Pinakothek der Moderne München
| bis 06. Januar 2008
Okt
28
Daido Moriyama | Retrospektive ab 1965
Oktober 28, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT SK Stiftung Kultur Köln |
Die rund 350 Photographien umfassende Retrospektive stellt bis 09. Dezember 2007 das ausgesprochen komplexe und kreative Werk von Daido Moriyama (* 1938), einem der renommiertesten japanischen Photographen, vor. Sie zeigt dreizehn, vorwiegend auf Vintage-Material beruhende Bildreihen und eine Filmpräsentation in der Fotografischen Sammlung / SK Stiftung Kultur Köln, Mediapark.
Ist die Bildsprache Moriyamas Photographien schroff, kontrastreich, unscharf und grobkörnig, so beruht dies einerseits auf seiner geschwinden, vielfach aus der Bewegung heraus vorgenommenen Aufnahmetätigkeit, bei der er sogar den Blick durch den Bildsucher meidet, andererseits auf seiner kraftvoll durchdringenden Dunkelkammerarbeit, während der er die Motive erneut erlebt und zu verdichten sucht. Die Aufnahme des „Stray Dog“ (1971), des unruhig streunenden Hundes, ist gleichsam ein von Moriyama selbst gewähltes Symbol für seine eigenes Schaffen: grenzgängerisch, ungebunden, mit Instinkt und großer Aufmerksamkeit für Atmosphäre und Details. Der Akt des Photographierens wie auch der Nachbearbeitung kann für Moriyama durchaus als eine existentielle Notwendigkeit bezeichnet werden, der er extensiv und kompromisslos nachgibt.
Die Kölner Ausstellung ist in enger Kooperation mit dem Künstler und der Taka Ishii Gallery in Tokio realisiert worden. Folgende Bildreihen werden zu sehen sein: Pantomime (1965), Actor Shimizu Isamu (1967), NIPPON GEKIJO SHASHINCHO (Japan Theater Photo Album) (1968), Marine Accident (1969), Smash-Up (1969), Provoke No. 2 and No. 3 (1969), 71 N.Y. (1971), KARIUDO (Hunter) (1971), SHASHINYO SAYOUNARA (Farewell Photography) (1972), Light and Shadow, (1981/82), Daido Hysteric (1993) und Shinjuku (2000–04).
Daido Moriyama. Retrospektive ab 1965
| Fotografische Sammlung / SK Stiftung Kultur
| bis 09. Dezember 2007
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Daido Moriyama, 1938 in der Nähe von Osaka geboren, gehört mit Nobuyoshi Araki zu den einflussreichsten Repräsentanten der zeitgenössischen japanischen Fotografie. Beeinflusst von der Bildauffassung eines Weegee und William Klein entwickelt Moriyama seit den 1970er Jahren seinen unverkennbaren Stil: Treffend als ¯Hunter of Light® charakterisiert, besticht Moriyama in seinen Fotografien durch Hell-Dunkel-Kontraste und die diffuse Abstufung von Grautönen. Seine Vorliebe für das Atmosphärische und Enigmatische führt immer wieder zu einer Abstraktion des Bildmotivs.
PHOTO _ BUCH
Daido Moriyama: Shinjuku
Text von Zdenek Felix
Deutsch/Englisch
2006. 124 Seiten,
72 Abb. in Duplex
24,40 x 34,20 cm
Broschur
Das Buch präsentiert bislang unveröffentlichte Fotografien aus dem Tokioter Viertel Shinjuku, dessen labyrinthische Anordnung und dunkle Zonen Moriyama seit jeher in den Bann schlagen. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Panorama an Schwarzweißfotografien, die mit schnappschussartiger Geschwindigkeit aufgenommen, in der Dunkelkammer aber einer langen Nachbearbeitung unterzogen wurden.
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Gesteigerte Sinnlichkeit
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Michaela Schmitz
Fotoband “Shinjuku” des Japaners Daido Moriyama
Kaum einer hat Shinjukus bittersüße Mischung aus Erotik, Abfall und Kommerz so eingefangen wie Daido Moriyama. Mit seinen expressiven Bildern wurde der bei Osaka geborene Moriyama zu einem der wichtigsten japanischen Fotografen der Nachkriegszeit. Shinjuku ist auch sein neu herausgekommener Fotoband mit bisher unveröffentlichten Bildern des Großstadtviertels gewidmet. Wild, verschwommen und unscharf sind Moriyamas Schwarz-Weiß-Fotografien von Straßen, Gesichtern, Hinterhöfen, Nachtclubs, Fast-Food-Ständen und Supermärkten, körnig und voll harter Kontraste. Die Menschen wirken verloren in seinen rohen und düsteren Großstadtszenen. Fotos, die in ihrer Spontaneität und Beiläufigkeit der Bildauswahl an Polaroids denken lassen, mit denen der Fotograf auch seit den 90er Jahren experimentiert.
“Anstatt irgendeine theoretische Vorgangsweise anzuwenden,” so Moriyama in einem Interview, “reagiere ich total körperlich. Zum Beispiel drehe ich mich nach rechts und fotografiere ein Poster, drehe mich um und fotografiere die Straße. Manchmal richte ich auch die Kamera auf mich selbst. Ich treffe dabei keine Unterscheidungen, trotzdem gibt es in meinem Inneren keinen Widerspruch.”
Wie eilige Schnappschüsse erscheinen die Bilder. Bewusst grobkörnig, unscharf, verkantet und angeschnitten präsentieren sich die im Labor intensiv nachbearbeiteten Fotos.
“Ich und meine Photos”, so Moriyama “stimmen exakt überein.” Die Fotos und seine Biografie zeigen das; in einer künstlerischen Radikalität und existenziellen Konsequenz, die den Betrachter treffen. Direkt, wild und unmittelbar.
DEUTSCHLANDRADIO - Artikel lesen
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Bodenlose Bilder
NZZ - Kerstin Stremmel
. die Fotografische Sammlung / SK Stiftung Kultur bietet eine überbordende Fülle von Arbeiten Daido Moriyamas, die seit 1965 entstanden sind und von ihm für die Retrospektive ausgewählt wurden.
Diese Präsentation kann den Blick auf den 1938 bei Osaka geborenen Meister des fotografischen Existenzialismus verändern, denn in umfangreichen Bildreihen aus dreizehn Serien werden Moriyamas unterschiedliche Werkphasen und die Vielzahl seiner Einflüsse deutlich. Street-Photography jenseits von Klischees und Sentimentalität, geprägt durch Fotografen wie Robert Frank oder William Klein, taucht immer wieder auf; Strassenszenen, viele aus Tokios Vergnügungsviertel Shinjuku, Blicke, die der Flaneur beiläufig auf Passanten geworfen hat, Fassaden, Werbeschilder oder räudige Tiere illustrieren Moriyamas Credo, dass die Welt und die Menschen in ihr nicht schön sind.
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Daido Moriyama. Retrospektive ab 1965
| Fotografische Sammlung / SK Stiftung Kultur
| bis 09. Dezember 2007
Okt
26
Bob Dylan | Subterranean Homesick Blues
Oktober 26, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer |
140 Aquarelle und Gouachen der amerikanischen Folk-Musik-Legende Bob Dylan werden bis 3. Februar 2008 im sächsischen Chemnitz gezeigt. Nach Angaben der Chemnitzer Kunstsammlungen handelt es sich um dessen weltweit erste Ausstellung mit bildender Kunst.
Die unter dem Titel “The Drawn Blank Series” präsentierten Bilder habe Dylan extra für die Ausstellung gemalt, erklärte Museumschefin Ingrid Mössinger. Den Arbeiten liegen Motive zugrunde, die der 66-jährige Künstler von 1989 bis 1992 skizzierte. Daraus sind nun dynamische, farbenfrohe Werke - Porträts, Landschaftbilder, Akte und Stillleben - geworden.
Bob Dylan
| Kunstsammlungen Chemnitz
| bis 03. Februar 2008
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KATALOG
Bob Dylan
| The Drawn Blank Series
Sprache: deutsch
288 Seiten
174 farbige Abbildungen
86 s/w-Abbildungen
gebunden mit Schutzumschlag
Format: 300 x 240 mm
kaufen bei amazon
Trotz seiner mehr als vier Jahrzehnte währenden malerischen Arbeit ist diese dreimonatige Ausstellung - The Drawn Blank Series - seine erste Museumsschau. Speziell für diese Ausstellung schuf Bob Dylan über 200 mehrfarbige, auffallend intensive Variationen von Motiven aus Zeichnungen und Skizzen, die zwischen 1989 und 1992 entstanden und 1994 unter dem Titel “Drawn Blank” bei Random House als Buch erschienen.
Im Vorwort zu diesem Buch erklärte der Künstler, es handele sich um Skizzen für Gemälde, die er eventuell später ausführen wolle. Die jetzt vollendeten Werke sind fotolithografische Übertragungen eigener Bildmotive auf Büttenpapier, denen Bob Dylan mit Aquarell- und Gouachefarben überraschend neue Variationen und Ausdrucksmöglichkeiten verlieh.
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DVD | Bob Dylan
| Don’t Look Back (2 DVD/ Deluxe Edition)
Enthält den orgininalen Film von 1965
und den neu erstellten
“65 revisited”
2 Disks,
Spieldauer: 225 Minuten
In den Jahren 1965 bis 1966, während seiner ersten England-Tour, begleitete Regisseur D.A. Pennebaker Bob Dylan mit der Kamera. Mit seiner selbstgebauten Handkamera rückte er Bob Dylan regelrecht auf den Leib und machte daraus einen überaus spannenden Film. „Don’t Look Back“ zeigt Dylan so nah, wie es nie wieder möglich sein sollte - undurchsichtig, schwierig. Ein Genie? Oder einfach nur ein arroganter Kotzbrocken? Die Bilder des Films sind einzigartig. Nicht zuletzt deswegen ist dieser Dokumentarfilm ein Meilenstein der Filmgeschichte.
Unter anderem ist das 1968 veröffentlichte Companion Book, eine 168-seitiges Werk, das mit Photos unterlegt die gesprochenen Worte der Dokumentation festhält und vor allem ein Daumenkino-Büchlein mit dem Subteranian Homesick Blues-Video mit dabei.
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VIDEO | Subterranean Homesick Blues
| aus dem DokuFilm “Dont Look Back” 1965
| aus der Zeit des Weges
| auf den Höhepunkt gesellschaftlicher Relevanz
“Dont Look Back” beginnt mit dem Song Subterranean Homesick Blues und dem dazugehörigen Video, in dem Bob Dylan einzelne Wörter des Textes auf Papptafeln in die Kamera hält. Die berühmte Sequenz gilt als ein Vorläufer des Musikvideos.
Der Film zeigt den Musiker Bob Dylan auf dessen Großbritannien-Tournee im Jahr 1965. Der 24-jährige Dylan befand sich zu diesem Zeitpunkt auf einem ersten Höhepunkt seiner Karriere, sein Umstieg von der akustischen auf die elektrische Gitarre stand kurz bevor.
Links im Video sieht man Allen Ginsberg. Der seltsame Typ mit Halbglatze | Achtung Gerücht !: im Gespräch mit Bazon Brock.
Okt
25
Eine Liebe | Max Klinger und die Folgen
Oktober 25, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Kunsthalle Hamburg |
Auf über 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt die Hamburger Kunsthalle bis zum 13. Januar 2008 mehr als 200 bedeutende Werke des Künstlers (u.a. 60 Gemälde, 12 Skulpturen) und seinen Einfluss auf folgende Künstlergenerationen.
Der 150. Geburtstag von Max Klinger (1857-1920) im Jahr 2007 ist der Hamburger Kunsthalle und war dem Museum der bildenden Künste Leipzig ein willkommener Anlass, die vielfältigen Wirkungen des Künstlers in der europäischen Kunst um 1900 und in den folgenden Dekaden in einer gemeinsam konzipierten Ausstellung zu untersuchen. Erstmals thematisiert die große Jubiläumsausstellung Eine Liebe. Max Klinger und die Folgen Klingers inspirierende Rolle und belegt seinen Einfluss auf zahlreiche bedeutende Künstler des Symbolismus und Surrealismus, des Naturalismus und des Jugendstils.
Diese bedeutende Wirkung Klingers verbildlicht die Ausstellung mit Gemälden und Graphiken von Max Beckmann, Giorgio de Chirico, Max Ernst, Paul Klee, Käthe Kollwitz, Alfred Kubin, Edvard Munch u. a.
Neben zahlreichen Werken Max Klingers aus Leipzig wird die Schau in der Hamburger Kunsthalle durch den umfangreichen eigenen Bestand ergänzt, für den der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, den Grundstein legte. Unbeirrt von Kritik an Klinger setzte sich Lichtwark immer wieder für sein Werk ein und wurde so nicht nur zu einem seiner wichtigsten Förderer, sondern auch zu einem engen Freund des Künstlers. Wiederholt lud er ihn nach Hamburg ein. Sein Ziel war es, Klingers Werk in einem eigenen Raum umfassend zu präsentieren:
„Wenn wir einen Saal in der Kunsthalle übrig hätten, würde ich vorschlagen, ihn Klinger zu geben, für eine Wanddecoration, in der sich Bilder und Statuen von ihm einfügen.“
Die Ausstellung wird kuratiert von Richard Hüttel (Museum der bildenden Künste Leipzig) und Petra Roettig (Hamburger Kunsthalle). Von März bis Juni 2007 war die Schau im Museum für bildende Künste Leipzig zu sehen.
Eine Liebe | Max Klinger und die Folgen
| Hamburger Kunsthalle
| bis 18. Januar 2008
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Max Klinger
| Info auf Wikipedia
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KATALOG zur Ausstellung
Eine Liebe
| Max Klinger und die Folgen
23,5 × 30,5 cm,
368 Seiten
inklusive Altarfalz
mit 149 farbigen und
261 s/w-Abbildungen,
Hardcover, gebunden,
mit Schutzumschlag
Klinger hat die Tür in das Reich der Fantasie weit aufgestoßen und seine fantastischen Traumbilder und Szenerien des Unwirklichen faszinierten und inspirierten zahlreiche Künstler. So bezogen sich unter anderen Giorgio de Chirico, Alberto Savinio, Max Ernst, Alfred Kubin aber auch Edvard Munch immer wieder auf seine rätselhaften Bildmotive. Die nachhaltige Etablierung der Grafik als künstlerische Form durch Klinger ist dabei genauso zu beachten, wie sein Versuch, einen Weg aus der „Stilverwirrung“ des Historismus zu finden.
Der Kunstkritiker Richard Muther nannte 1909 Max Klinger den „ersten Modernen“.
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Ohne politisches Anliegen
TAZ - Alexander Diehl
“Max Klinger ist nicht wiederzuentdecken”, schrieb vor 15 Jahren der Kunsthistoriker Thomas Zaunschirm. “Immer, wenn ein neues Interesse für Realismus sich gegen die internationalistischen Tendenzen der Avantgarde behauptet hat, in den dreißiger, nach den sechziger und wieder in den achtziger Jahren, erinnerte man sich seiner, wenn auch nicht gleichermaßen euphorisch.” Nie wieder indes sei er so “in den Olymp gehoben” worden wie im Wien der Jahrhundertwende.
“Wir zeigen mehr Klinger selber”, sagt Kuratorin Roettig über das Verhältnis zwischen ihrer Ausstellung und jener in Leipzig. Weniger also die “sächsischen Bezüge, dafür mehr noch De Chirico und Max Ernst. Also die Auswirkungen auf die Surrealisten mit ihren Kollagen. Max Ernst zum Beispiel interessierte die graphischen Techniken, die Klinger nebeneinander setzt und mit denen er ganz irre Wirkungen erzielt. Klinger arbeitete ja auch mit merkwürdigen Versatzstücken, und das hat die Surrealisten unheimlich interessiert.”
Vieles seiner Skizzen und Wandgemälde ist formal näher am Schwulst gründerzeitlichen Dekors als an der Abstraktion des 20. Jahrhunderts; nicht von ungefähr wird da auch der heftig durch Klinger beeinflusste Karl-May-Illustrator Sascha Schneider gezeigt. Inhaltlich freilich beschreitet er, und das eben besonders in den schwarz-weißen Zeichnungen und Radierungen, durchaus Neuland: Noch bevor Freud seine Traumanalyse vorlegte oder gar die Surrealisten die traumartig-assoziative Kombination von nicht Zusammengehörendem zum Kunstgriff erhoben, ließ Klinger im Zyklus “Der Handschuh” einen ebensolchen zum Leben erwachen und immer fantastischere Bilder durchlaufen.
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Artikel im Zusammenhang mit der vorangegangenen Schwesterausstellung in Leipzig 2007
Ermatteter Amor, übersinnliche Sinnlichkeit
TAGESSPIEGEL online - Michael Zajonz
„Max Klinger und die Folgen“ ist ein ziemlich doppeldeutiger Titel. Denn im Mittelpunkt der großzügig präsentierten Ausstellung stehen die frühen Grafikzyklen, mit denen der in Karlsruhe, Berlin, Brüssel und Paris ausgebildete Künstler bereits um 1880 seine Zeitgenossen erregte – und aufregte.
Etwa mit „Opus VI: Ein Handschuh“. Was als harmloser Sturz einer jungen Frau auf der Rollschuhbahn in der Berliner Hasenheide beginnt, wächst sich auf den folgenden Blättern zu einem triebgesteuerten Tanz um einen von dieser rätselhaften Beauté verlorenen Handschuh aus. Der Held – mit den Zügen Klingers – nimmt das erotische Kleidungsstück mit nach Haus und wird fortan in virtuos in Szene gesetzten Träumen von Monstren, Ertrinkenden und anderem Ungemach heimgesucht. Auf dem letzten Blatt sitzt ein ermatteter Amor neben dem erschlafften Fetisch. Der Kunsthistoriker Werner Hofmann bringt es im vorzüglichen Katalog auf den Punkt: „Freud ante portas“.
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Heiße Träume
FR online - Elke Buhr
Klingers Radiernadel erfasst die bürgerliche Welt in dem Moment, in dem sich ein Arzt namens Sigmund Freud in einer anderen europäischen Metropole langsam zur Theorie des Unbewussten vortastet.
Auch Klinger holt hervor, was unter der Oberfläche brodelt, er inszeniert den Fetisch und die Erotik, er lässt die wilhelminische Steifheit geradezu explodieren in seinen symbolistischen Visionen.
Klingers Todes- und Traumvisionen finden bei Edvard Munch ein expressives Echo, Käthe Kollwitz verfolgt seine Leidensdarstellungen in ihren dunklen Sozialdramen weiter, und Liebhaber des Surrealen von Max Ernst bis zu Giorgio de Chirico und Salvador Dalí zitieren Klingers unheimliche Landschaften. Und der Frauentypus, den Klinger in den Porträts seiner langjährigen Lebensgefährtin, der Dichterin Elsa Asenijeff, verklärt, war der gleiche, den etwas später auch Gustav Klimt zur Ikone machte: verführerische Vamps mit dunklen, langen Locken, die weder ihre Formen noch ihre Sexualität mehr ins Korsett zwängten, und die gelegentlich mehr fallen ließen als nur einen Handschuh.
FR Artikel 3.2007 | nicht mehr online
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Eine Liebe | Max Klinger und die Folgen
| Hamburger Kunsthalle
| bis 18. Januar 2008
Okt
24
Kultur als öffentliches Gut anerkennen
Oktober 24, 2007 | Comments Off
Wolfgang Thierse wirbt für Staatsziel Kultur im Grundgesetz
DEUTSCHLANDRADIO Kultur -
Gespräch mit Wolfgang Thierse | Moderation: Frank Meyer
In der Diskussion über die Aufnahme eines Staatsziels Kultur ins Grundgesetz hat Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) die ablehnende Haltung in den Reihen der CDU/CSU-Fraktion kritisiert. Die überparteiliche Enquete-Kommission habe sich bereits dafür ausgesprochen.
Meyer: Was nun diesen Zugang angeht bei den praktischen Fragen: Ihr Kollege, der Bundestagspräsident Norbert Lammert, der ist ja auch für ein Staatsziel Kultur, er ist aber auch skeptisch, das haben wir eben gehört, was die praktischen Auswirkungen angeht. Er meint, um die Haushaltsmittel für die Kultur muss dann genauso weitergestritten werden. Was denken Sie denn, welche praktischen Folgen hätte ein Staatsziel Kultur?
Thierse: Natürlich muss dann immer noch um die Haushaltsmittel gestritten werden, weil sie ja immer zu knapp sind. Aber in diesem Verteilungskonflikt ums zu knappe Geld, dieser Verteilungskonflikt ist ja ein wesentlicher Inhalt aktueller Tagespolitik jeweils. In diesem Verteilungskonflikt erscheint ja Kultur nicht als eine Pflichtaufgabe, sondern eben als eine Kür, etwa als das fünfte Rad am Wagen. Darauf kann man am Schluss, wenn das Geld nicht reicht, verzichten. Und eine Staatszielbestimmung Kultur würde Bund, Länder und Gemeinden, und die da Agierenden, in einem viel stärkeren Ausmaß dazu verpflichten, Kultur nicht immer hinten herunterfallen zu lassen, etwa zugunsten der sozialen Ausgaben, der Verkehrsausgaben, der Verteidigungsausgaben, was auch immer eine Rolle spielt auf welcher Ebene. Das ist der eigentliche politische Sinn einer solchen Staatszielbestimmung: eine höhere Verpflichtung, für Kultur Verantwortung zu haben, für sie zu sorgen, sie nicht zu kommandieren. Die Freiheit der Kunst wird gewährleistet, das ist ja ein Artikel in unserem Grundgesetz, der gar nicht angetastet werden soll, aber die materiellen Grundlagen der Freiheit, um die haben wir uns doch zu kümmern.
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
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Staatsziel Kultur | Debatte um Gesetzesänderung
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Jens Rossbach
Die Kritiker schimpfen, ein Staatsziel Kultur sei völlig überflüssig. Denn eine Verfassungsänderung würde zwar die besondere Bedeutung der Kultur festschreiben - aber den politischen Alltag nicht verändern.
Die Gegner einer Verfassungsänderung warnen allerdings: Ein Staatsziel Kultur würde einer “Staats-Kultur” Tür und Tore öffnen. Sprich: Die Kulturförderung könnte künftig stark politisch motiviert sein; Auftragskunst und abhängige Auftragskünstler wären die Folge. Der Literaturwissenschaftler und Journalist Tilman Krause etwa sieht die Gefahr einer Zunahme staatlicher Subventionierung und Reglementierung - für den Experten Synonyme eines Kultur-Niedergangs:
“Deswegen sollte eine Gesellschaft alles tun, den selbständigen Eifer und nicht das knechtische Tun zu unterstützen. Dann entsteht nämlich Kultur von selbst. Und solche Kultur aus eigenem Antrieb - die ist es, die wir brauchen. Keine gelenkte, geförderte, verfassungsmäßig verbriefte.”
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
Okt
23
Einstürzende Neubauten | Kosmopolitische Avantgarde-Art-Intelligentsia
Oktober 23, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer |
Alles wieder offen - der neue Tonträger der Einstürzenden Neubauten - erscheint ohne jedwede Mitwirkung eines Labels.
Finanziert wurden die Aufnahmen durch Unterstützer (sogenannte „Supporter“), die über die Homepage Geld gaben, wofür sie eine spezielle erweiterte „Supporter“-Edition des Albums (wahlweise mit oder ohne die begleitende DVD) erhalten werden. Erst durch dieses Subskriptionsmodell wurde die Produktion möglich - ohne die Supporter hätte es Alles wieder offen nicht gegeben. Aber diese Unterstützung erfolgte nicht nur monetär: Die Supporter bildeten die Öffentlichkeit, vor der sich die Entwicklung der Lieder vollzog, sie formten einen Chor für ein Musterhaus-Stück, sie diskutierten mit der Band und bestanden auf der Ausformulierung bereits verworfener Ideen. Diesen Text hat ein Supporter geschrieben.
Damit steht das Album als Absage an alle herkömmlichen Marktanforderungen und - strukturen. Es ist auch diese Haltung, die der Titel Alles wieder offen beschreibt. Der Tonträger ist im Oktober 2007 in aufwendiger Verpackung im Digipak mit einem mehrfarbigen Booklet erschienen, das alle Texte in Deutsch und Englisch enthält.
– Thomas Kolitsch
Supporter werden
| & gutes Kultur-Karma aufbauen
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AUDIO
| Alles Wieder Offen 2007 | Weil Weil Weil | anhören
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CD Einstürzende Neubauten | Alles wieder offen
| Tonträger bei amazon kaufen
“Damit ist die Platte teilweise auch ein interaktives Konsensprodukt, das über die Homepage der Band dank des „Supporter Project“ vorfinanziert wurde und alle künstlerischen Freiheiten von der Covergestaltung bis zum Inhalt garantiert. Das ist einerseits Wasser auf die Mühlen von nicht wenigen, die das Ende der Musikindustrie in alten Strukturen prophezeien, aber die Neubauten zeigen Wege in die (eigene) Zukunft und dort ist Alles wieder offen …”
– Sven Niechziol
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Biografie
1980
Die Neubauten ersetzten herkömmliche Instrumente durch Bohrer, Kreissägen, Bolzenschneider und Metallfässer.
1982
Auftritte bei der Dokumenta in Kassel und bei der Biennale in Paris.
1983
“1/2 Mensch” schließlich verschaffte der Band breiten Erfolg. Die Wochenschrift Die Zeit nannte sie “Fahnenträger auf dem klangvollen Schlachtfeld der künstlerischen Rebellion”.
1987
Vertonung des Musicals “Andi” von Skandalregisseur Peter Zadek im Hamburger Schauspielhaus: die Band wurde gefeiert, Zadek ausgebuht. Spex-Autor Diedrich Diederichsen nannte sie “kosmopolitische Avantgarde-Art-Intelligentsia”.
2002
initiierten die Einstürzenden Neubauten das Webportal neubauten.org um durch einen Supporter-Kreis interaktiv arbeiten zu können und weniger abhängig von Plattenfirmen zu sein.
Biografie auf MUTE Tonträger lesen
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Einstürzende Neubauten | Gestern
VIDEO | Ausschnitt aus 1/2 Mensch
Director: Sogo Ishii, Japan
Spieldauer: 57 Minuten
DVD + Audio CD | Original 1986 - Neuauflage 2005
1/2 Mensch (25th Anniversary Tour Edition) (+ Audio-CD)
| bei amazon kaufen
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Ein Gespräch über 25 Jahre Einstürzende Neubauten: “Nur was nicht ist ist möglich” erzählt die wahre Geschichte der Einstürzenden Neubauten. Blixa Bargeld, Andrew Unruh, Alexander Hacke, Mark Chung, FM Einheit, Rudolf Moser, Jochen Arbeit und viele ihrer wichtigsten Wegbegleiter sprechen über Würde, Selbstbestimmung und Manipulation, über Arbeitsdisziplin und Drogenräusche, Kango- Hammer und Architekturkritik.
BUCH | Nur was nicht ist ist möglich
Die Geschichte der Einstürzenden Neubauten
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Protokolliert und collagiert wurde das Buch von Max Dax und Robert Defcon auf der Basis von 43 autorisierten Einzelinterviews. Viele Mythen und Medien-Hypes werden als solche enttarnt - zugleich erlauben die Einstürzenden Neubauten in ihren eigenen Worten einen tiefen Einblick in Arbeitsweise, Klangforschung und Bandgeschichte. Mit bisher unveröffentlichten Fotos, Notizen und Dokumenten. Nachwort von Arto Lindsay. Ca. 320 Seiten.
Okt
21
Anish Kapoor | Svayambh | British Sculpture in München
Oktober 21, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT HdK München |
Das Münchener Haus der Kunst zeigt bis zum 20. Januar 2008 die erste umfassende Einzelausstellung von Turner-Preisträger Anish Kapoor seit zehn Jahren in Deutschland.
Der indische Künstler Anish Kapoor (*1954, Bombay) kreiert Objekte, die aus einer anderen Welt zu stammen scheinen: gepulverte Pigment-Skulpturen, monumentale Installationen aus unterschiedlichsten Materialien – oftmals besprüht mit intensiven, und dennoch weich wirkenden Farben. Zwar ist die Materie in Kapoors Schaffen von zentraler Bedeutung, doch ist sie stets verbunden mit einer Idee von Spiritualität, die die oberflächliche “Tatsächlichkeit” des Objekts übersteigt:
“Materie führt in gewisser Weise immer zu etwas Immateriellem” (Kapoor).
Für seine Ausstellung “Svayambh” hat Anish Kapoor eine blutrote Großskulptur geschaffen, die über Gleise langsam, fast unmerklich, durch die monumentalen Räume des Haus der Kunst gleitet. Beim Passieren der Türbögen von einem Raum zum Nächsten hinterlässt der massive rote Block, der an einen Zug erinnert, Spuren: eine Mischung aus Vaseline, Farbe und Wachs. die enorme rote Masse, die an den Türbögen aus Marmor haften bleibt, erinnert an verdichtetes Blut und evoziert ein nahezu apokalyptisches Bild.
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Die Skulptur trägt denselben Titel wie die Ausstellung: “Svayambh”, was sich von Sanskrit “Svayambhu(v)” herleitet und soviel bedeutet wie “selbst erzeugt” oder “aus sich selbst geboren”. “Svayambh” ist als Antwort auf die monumentale Architektur des Haus der Kunst zu verstehen und steht in direktem Bezug zu einer weiteren, ebenfalls ortsspezifischen Arbeit: die “Wunde” ist ein Schlitz von etwa anderthalb Metern, den Kapoor direkt in eine Wand der Ausstellung schneidet. In einem Gebäude wie dem Haus der Kunst mit seiner zum Teil belasteten Geschichte haben derartige Bilder intensive Konnotationen.
Neben den aktuellen, für das Haus der Kunst konzipierten Arbeiten zeigt die Ausstellung auch frühe Skulpturen des Künstlers.
Anish Kapoor | Svayambh
| Haus der Kunst, München
| bis 20. Januar 2008
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Anish Kapoor
| Info auf wikipedia
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Blutrote Apokalypse auf Schienen
SPIEGEL online - Jenny Hoch, München
Ein Klotz aus Wachs und Vaseline fährt durchs Haus der Münchner Kunst, schabt sich ab an den Durchgängen. Mit dieser spektakulären Installation weckt der Bildhauer Anish Kapoor unheimliche Assoziationen zur Nazi-Vergangenheit des Hauses.
Das Szenario der Apokalypse ist überwältigend: Der Block wird gewaltsam durch die architektonischen Gegebenheiten des Gebäudes geformt. Der Raum macht ihn sich untertan, das Objekt schreibt sich mit blutroten Ablagerungen in das Museum ein. Dazu kommen orts- und geschichtsspezifische Assoziationen: Der Klotz wird zum rohen Stück Fleisch, zur namenlosen Opfermasse, die mit dem Zug ins Verderben gefahren wird. Die Verbrechen der Deutschen im Dritten Reich kleben als schleimige Spuren an den Mauern des Nazi-Gebäudes, das nach Plänen des “ersten Baumeisters des Führers”, Paul Ludwig Troost kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erbaut wurde.
Kapoors Werke haben buchstäblich ein Echo. Es verändert sich, je nachdem, wie weit man sich den Objekten nähert. Dabei ist es ganz erstaunlich, wie mühelos sich die Wand-Ausbuchtungen und -Löcher, sowie die Boden-Skulpturen in dem wuchtigen Nazibau behaupten. Es würde auch nicht weiter auffallen, wenn einem hier die Grinsekatze oder gar Humpty Dumty aus Lewis Carolls “Alice im Wunderland”-Büchern begegnen würde. Denn Anish Kapoor ist zwar ein Konzeptkünstler, aber einer mit Phantasie und gutem Karma.
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Anish Kapoor | Svayambh
| Haus der Kunst, München
| bis 20. Januar 2008
Okt
21
MATTHEUER, TÜBKE, TRIEGEL | Eine Frankfurter Privatsammlung
Oktober 21, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Museum Giersch |
Mit 60 ausgewählten Werken widmet sich die Ausstellung bis zum 27. Januar 2008 der Sammlung eines Frankfurter Unternehmers, die sich den drei ostdeutschen Künstlern Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und Michael Triegel widmet.
Diese Leipziger Künstlerpersönlichkeiten gehörten der berühmten Hochschule für Graphik und Buchkunst (HGB) zu unterschiedlichen Zeiten an - Mattheuer zeitweise und Tübke längerfristig spielten als Lehrer eine wichtige Rolle an dieser Institution zu Zeiten der DDR, Triegel steht als ehemaliger Student repräsentativ für die “neue” Leipziger Schule nach der Wiedervereinigung. Gemeinsam ist ihnen die Verschmelzung von historischen und aktuellen, von phantastischen und realen Bildelementen …
Mattheuer, Tübke, Triegel
| Museum Giersch, Frankfurt
| bis 27. Januar 2008
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KATALOG
| Mattheuer, Tübke, Triegel
Gebundene Ausgabe
21 x 28 cm,
224 Seiten,
168 Abbildungen
Neben den ausgestellten Werken zeigt das Buch zusätzlich bedeutende Gemälde der jeweiligen Künstler. Einleitende Texte zur Biographie und zum jeweiligen Werk liefern einem wichtigen Beitrag zur international gefeierten Leipziger Malerei der letzten Jahrzehnte.
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Vielfalt der Leipziger Schule
FAZ - Konstanze Crüwell
Eine Premiere für Frankfurt: Nie zuvor hat es in einem Museum dieser Stadt eine umfassende Ausstellung ostdeutscher Malerei gegeben.
Die altmeisterliche Malerei des „extravaganten Manieristen“ Tübke (Eduard Beaucamp, langjähriger Kunstkritiker dieser Zeitung bei der Eröffnung) werden jedoch ebenso wie die Werke von Mattheuer und von Triegel mit dem „stillen Protest seiner makellosen Hyperästhetik gegen die Gleichförmigkeit unserer Zivilisation“ in ihrer „widersprüchlichen Vielfalt“ bis heute von der westlichen Kunstszene nicht wirklich anerkannt. Ganz im Gegensatz sind die Bilder ihrer Enkelgeneration, ob von Neo Rauch, Tim Eitel, Martin Eder oder Matthias Weischer, die gerne mit dem Etikett „Neue Leipziger Schule“ versehen werden, auf dem internationalen Kunstmarkt heißbegehrt.
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PORTRAIT: Michael Triegel
Im Spiegel der Welt
Erste umfassende Publikation
zu den Werken Michael Triegels.
184 Seiten
mit 136 farbigen
und 16 s/w Abbildungen
Format 24 x 30,5 cm
Gebunden mit Schutzumschlag
Michael Triegel (geboren 1968 in Erfurt) sucht in seinen Bildern die Auseinandersetzung mit früheren Epochen der Malerei, speziell mit der italienischen Renaissance, dem Manierismus und der caravaggesken Malerei in Italien. Ausgehend von diesen Vorbildern entwickelt er eine eigenwillige Bildsprache, die in ihrer Technik provozierend traditionell wirkt.
Triegel: „Vielleicht liegt ja die Provokation meines Gesamtwerkes darin, aus der Selbstreflexivität eines Kunstbetriebes und –marktes auszubrechen durch eine angestrebte handwerkliche Meisterschaft und den Glauben an die ungebrochene Wirkmacht der Mythen, Archetypen, der Inhalte und Ikonografien der Kunst und des Geisteslebens langer abendländischer Geschichte, diese untersuchend, befragend, paraphrasierend oder affirmierend.“
In seinem Werk, das inzwischen über 70 Gemälde, zahlreiche Aquarelle, Zeichnungen und Radierungszyklen umfasst, finden sich alle herkömmlichen Gattungen: Portrait, Landschaft und Stillleben, sowie mythologische Historien. Triegel greift Symbolgehalte auf, die er mit diversen Kunstgriffen wie dem Trompe-l’œil variiert und auch verrätselt. Darüber hinaus greift er auf verschiedene Modelle traditioneller Malerei zurück, die vom ikonischen Andachtsbild bis zur großformatigen Altartafel reichen.
In überspitzter Selbstinszenierung wird der Maler bisweilen selbst zum Modell und präsentiert sich dem Betrachter in diversen Rollen. Durch die Verbindung von technischer Bravour und intellektuellem Kalkül tritt er in regelrechte Konkurrenz mit seinen historischen Vorbildern.
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Mattheuer, Tübke, Triegel
| Museum Giersch, Frankfurt
| bis 27. Januar 2008
Okt
20
Der Gute Ton Zum Wochenende | | | | | | Herbie Hancock - The Joni Letters
Oktober 20, 2007 | Comments Off
Liebesbriefe nach Kanada
ZEIT_online_Musik | Christian Broecking
Der Jazzpianist Herbie Hancock bewundert die Popsängerin Joni Mitchell. Er hat ihr sein neues Album gewidmet und Norah Jones, Tina Turner und Leonard Cohen ans Mikrofon gebeten.
Herbie Hancock ist mittlerweile 67 Jahre alt. River: The Joni Letters ist seine erste Platte, auf der die Texte eine Rolle spielen. Die Arbeit an dem Album sei eine Herausforderung gewesen, erzählt er. Es sei ihm darum gegangen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Musik die Hörer dazu motiviere, auf die Worte zu achten. Deshalb spielte er die Lieder langsamer ein als Joni Mitchell. Sie wirbelte damals ihre tiefgründigen Texte um sich, hier wäre das auf Kosten der Inhalte gegangen. Dadurch, dass er die CD wie eine imaginäre Filmmusik zu ihrem Werk anlegte, schuf er Raum. Weniger ist mehr, das war sein Motto.
ZEIT TonträgerBlog - Artikel lesen
Herbie Hancock | River: The Joni Letters | 2007
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Herbie Hancock - River: The Joni Letters
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JAZZECHO - PR | Universal Music Classics & Jazz Division
Etwas, das Joni Mitchell und Herbie Hancock mit anderen großen Künstlern des 20. Jahrhunderts - wie etwa Miles Davis, Wayne Shorter oder auch Pablo Picasso - gemein haben, ist die nie nachlassende kreative Rastlosigkeit, die ihnen in Fleisch und Blut übergegangen ist.
All diese Künstler besaßen seit jeher ein unstillbares Verlangen, ja, einen nachgerade unausweichlichen Drang mit jeder gespielten Note oder jedem Pinselstrich Neuland zu erkunden. Es war genau diese Art von künstlerischer Neugier, die Davis 1963 dazu motivierte, den damals 23jährigen Herbie Hancock gemeinsam mit Wayne Shorter, Ron Carter und Tony Williams in sein Quintett zu holen. Das Quintett ging als eines der wichtigsten Ensembles des 20. Jahrhunderts in die Geschichte des Jazz und der Musik im Allgemeinen ein.
Davis war es auch, der Hancock empfahl “eine Sache nie zu beenden”. Hancock hat, ähnlich wie Joni Mitchell, mit den verschiedensten Genres und Mitteln experimentiert, um seiner unermüdlichen Neugier Ausdruck zu verleihen. Er profilierte sich nicht nur als Jazzmusiker, sondern auch in den Bereichen der elektronischen Musik, des Funk, der Orchester- und Filmmusik.
Auf “River: The Joni Letters” präsentiert er nun - mal mit Gesang, mal rein instrumental - eine Kollektion von Songs, die Joni Mitchell entweder selbst komponiert hat oder die sie bei ihrer kompositorischen Arbeit beeinflußt haben.
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AUDIO | Herbie Hancock | River: The Joni Letters | 2007
| The Jungle Line (Feat. Leonard Cohen)
| anhören
AUDIO | Herbie Hancock | River: The Joni Letters | 2007
| Solitude (Piano)
| anhören
»Herbie Hancock erzählt im Interview, dass der bemerkenswerteste Cut des zehn Tracks umfassenden ›River – The Joni Letters‹ – das gemeinsam mit Leonard Cohen aufgenommene ›The Jungle Line‹ –, ganz anders entstanden sei, als man es angesichts der unglaublich einfach wirkenden Aufnahme annehmen würde.
Mitnichten hätten Hancock und Cohen den Song in einer gemeinsamen Session aufgenommen. ›Nein, es war Larry Klein, der Leonard Cohens Rezitation von Mitchells Song-Gedicht in einem Studio eingespielt hat. Über einen Server habe ich mir die Gesangsspur heruntergeladen und dann zu Leonards Stimme Klavier gespielt.‹ Das Ergebnis, der nur mit Klavier und Cohens Stimme aufgenommene Track, ist also eine große Illusion, die perfekte Täuschung, vor allem: ein grandioser Song.«
(Max Dax, Spex #311)
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Herbie Hancock
| River: The Joni Letters
| 2007
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VIDEO |
Herbie Hanckock - Soundtrack zu Antonioni´s Blow Up - 1966
| Bringing Down The Birds
VIDEO |
Dee Lite - Groove Is In The Heart
| New Yorker Club Hit 1990
| basiert auf dem Hankockschen Thema von
| “Bringing Down The Birds” (Hookline-Sample)
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Herbie Hanckock
| Info auf wikipedia
Okt
17
Pflanzendialoge und andere Merkwürdigkeiten in Dortmund
Oktober 17, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Künstlerhaus Dortmund |
Die Ausstellung “Alles im grünen Bereich” im Künstlerhaus Dortmund befasst sich bis 11. November 2007 mit künstlerischen Positionen die einen Bezug zu “Natur” im weitesten Sinne haben.
Der Begriff “Natur” (lat.: natura, von nasci “entstehen, geboren werden”) wird in verschiedenen Gesellschaften und oft auch innerhalb einer Gesellschaft unterschiedlich und teilweise widersprüchlich verwendet.
Unter Natur wird heute im westlichen Kulturkreis im allgemeinen das verstanden, was nicht vom Menschen geschaffen wurde. Hier unterscheidet man zwischen belebter Natur (z.B. Pflanzen und Tiere) und unbelebter Natur (z.B. Steine, Flüssigkeiten, Gase). “Natur” wird als Gegenbegriff zu “Kultur” verstanden.
Im Rahmen der Ausstellung wird mittels bildnerischer Medien thematisiert, dass die Natur sich seit dem 19. Jahrhundert langsam zum “Produkt” entwickelt hat, vom Menschen soweit manipuliert und beeinflusst, dass sie ihrer “eigentlichen Natur” völlig verlustig gegangen ist. Es wird heute als absolut normal betrachtet, dass man etwas “natürliches” künstlich generieren kann und dass etwas “künstliches” natürlich erscheint.
Die Verwischung der Grenzen zwischen Natur und Kultur ist längst eine allgemein akzeptierte Tatsache.
Die ausgewählten KünstlerInnen
- Harald Finke, Hamburg
- Jennifer Halfpap, Hamburg
- Karin Hilmar, Gelsenkirchen
- Astrid Korntheuer, Offenbach
- Katerina Kuznetcowa, Münster
- Ilka Meyer, Berlin
- Stephan Reusse, Köln
- Stephanie Senge, München
- Sandra Voets, Düsseldorf
untersuchen aus verschiedensten Blickwinkeln das Verhältnis Mensch - Natur. Sie analysieren die Verschmelzungspunkte von Natur und Kultur, vom Natürlichen und Künstlichen.
Alles im grünen Bereich
| Künstlerhaus Dortmund
| bis 11. November 2007
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Geschwätzige Pflanzen
WESTROPOLIS - Nadine Albach
Alles im grünen Bereich. Das heißt ja gemeinhin, das alles in Ordnung ist. Ob das auch für das Verhältnis von Mensch und Natur gilt, wie Künstler unsere Umwelt sehen und ob es noch so etwas wie die unberührte, unbeeinflusste Natur gibt - das Künstlerhaus bietet ungewöhnliche Antworten. Oder neue Fragen.
Sie stehen da, grün, stumm, schön - Pflanzen. Harald Finke aber sucht die Kommunikation mit ihnen: Elektroden greifen die Spannungsschwankungen der Blätter ab, setzen sie in digitale Impulse um - und zeichnen in „Pflanzenschrift” am Computermonitor auf, was im grünen Inneren vorgeht. „Für die Wissenschaft ist das unbrauchbares Zeugs, für mich ist das fantastisch. Die Pflanzen geben wirklich Antwort; sie reagieren auf mich”, sagt Finke. Fasst ein Blatt an - und zeigt den drastischen Ausschlag am Monitor. Unsichtbares erkennbar gemacht.
Eigene Welten wie diese offeriert die vielseitige und spielerische Schau „Alles im grünen Bereich” mit neun Künstlern aus ganz Deutschland. Ilka Meyer etwa hat unzählige Flechten, Symbiosen aus Pilzen und Algen, in ein Waschbecken gesetzt. Eine eigentümliche Schönheit geht von ihnen aus, emotionale Assoziationen treffen auf kantig-kalte Keramik. Zugleich werden die Flechten wachsen, sich verändern. „Alles ist flüchtig”, sagt Meyer.
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Kommunikation & Pflanze
Portrait HARALD FINKE, Hamburg
Harald Finke hat einen Anspruch, der nicht lieb bei der Kunst stehen bleiben will, er hat einen Anspruch, der sich auf Technik und Wissenschaft erweitert und eine Haltung, die sich, ohne dazu im Widerspruch zu stehen, auf eine fast mystische Naturreligion hin öffnet. Manchmal scheint es, er wäre unter anderen Umständen auch bereit, als Druide, oder merlin-gleicher Naturzauberer zu fungieren.”
2005 Hajo Schiff, Hamburg
photo: harald finke | ELF-FELD Installation | Kunstverein Harburger Bahnhof | Hamburg 2006
“Die Philosophie einer Pflanzenschrift, wie sie Harald Finke vorschwebt, will nicht einfach die Schrift neu erfinden. Vielmehr geht es darum, die Differenzierungskraft der Schrift mit der neuen Methode des Subdialogs herzustellen, indem der Künstler auf die verborgene Schrift der Natur, auf etwas Abwesendes verweist. Im Verweisgefüge seiner “PflanzenSchrift” wird der Mensch zum Teil eines Textes, über den er nicht urteilen kann, insofern diese subjektlos generierte Urschrift ein die Welt erschließendes Denken ermöglicht.
“PflanzenSchrift” behandelt ebenfalls das Verhältnis von Kunst, Natur und Mensch. Dabei kommt nicht ein Anthropozentrismus zum Zug, der sich den Menschen als “Krone der Schöpfung” und damit als “Besitzer” der Erde vorstellt, sondern, im Gegenteil, eine Anthropopoiesis, die eine gedoppelte Figur vorschlägt:
Der Mensch ist Mensch für sich, indem er sich in einem langen, kulturellen Prozess selbst zu erschaffen sucht; Er ist aber ebenso ein Geschaffener, der im Reich des Lebens und des Lebendigen einen eigenen Platz eingeräumt erhält. Dieser Sonderstellung des Menschen als Geschaffenem und sich selbst Schaffendem widmet sich das Projekt “PflanzenSchrift”.
Diese konzeptuelle künstlerische Praxis zwischen Eremit, Forscher und Sozialarbeiter versucht hinter den Schleier des Nichtwissens zu blicken. Als Künstler sucht Finke nach Geheimnissen, die er lüften kann, um dahinter wieder neue Geheimnisse zu entdecken - eine Entdeckungsreise ohne Ende.”
“Dass Finke kein Mystiker, sondern ein Morphologe, ein Bilder und Umbilder organischer Natur ist, zeigt sich daran, dass er mit seiner Kunst nicht ein Scheinwissen vermitteln will, sondern es auf subtile Art darauf angelegt hat, nach und nach immer mehr Geheimnisse aufzuspüren. “Indem ich mich kontemplativ und meditativ auf das fokussiere, was an inneren pflanzlichen Informationen in mir vorhanden ist, nähere ich mich dem Sein der Pflanze”. Der Blick nach innen spiegelt sich als Welt im Draußen: Das Wurzelwerk wächst oben, wo sonst der Kopf steht, das Blattwerk treibt im Geschlechtsbereich seltsame Blüten.”
“Sowohl die Pflanzenschrift als auch die Pflanzenzeichnungen können als Reaktion gegen die Naturlyrik der Romantiker verstanden werden, in der die Gefühle des Dichters auf die Natur projiziert werden. Wenn Finke als Künstler mit der Natur arbeitet, dann interessiert er sich viel mehr für das Wesen der Dinge, so wie es Goethe darum ging, “die Genesen der Dinge aufzuspüren”. Es beschäftigen ihn die Phänomene selbst, nicht die Gefühle, die sie in ihm auslösen. Seine Kunst steht für Phänomene, die sich subversiv verhalten gegenüber der reinen Verstandesebene. Als Künstler bleibt er zugleich wissend und unschuldig. Er hört niemals auf zu staunen. Ginge die Fähigkeit zum Staunen verloren, gäbe es keine Kunst mehr.”
© Paolo Bianchi
Zitate aus dem Vorwort zu “Harald Finke - PflanzenSchrift”, Kulturstiftung Schloss Agathenburg, 1999
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Alles im grünen Bereich
| Künstlerhaus Dortmund
| bis 11. November 2007




