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Millais | Werkschau in der Tate Britain
Oktober 2, 2007 | Comments Off
John Everett Millais | links: Order Of Release, 1852-53 | rechts: Blind Girl, 1854
| Tate Gallery, London
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Tate Britain |
In London ist bis zum 13. Januar 2008 eine umfangreiche Werkschau von John Everett Millais zu sehen - in Form einer thematischen Hängung - “Der Präraffaelit”, “Romanzen und Genrebilder”, “Ästhetizismus”, “Porträts”, “Späte Landschaften” wird das Lebenswerk des viktorianischen Malerfürsten dargestellt.
Millais war Mitte des 19. Jahrhunderts Gründungsmitglied der Präraffaelitischen Bruderschaft in England. Seine Malereien haben unser Viktorianisches Frauenbild geprägt. Die Schau in London ist die erste große Werkübersicht seiner Kunst seit der Königlichen Akademie-Retrospektive von 1967 und die erste Ausstellung seit 1898, die die Ganzheit seiner Karriere abbildet.
Millais
| Tate Britain, London
| bis 13. Januar 2008
Rundgang durch die Ausstellung
| Fotostrecke | mit erläuternden Texten
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John Everett Millais | Ophelia ( Ausschnitt ) 1851-52
| Öl auf Leinwand | 76 x 111.8 cm | Tate Gallery, London
Romantische Liebe & Tragischer Tod
Ophelia von Millais ist das populärste ( am meisten verkaufte ) Postkartenmotiv der Tate Britain. Die Person Ophelia ist ein Charakter in William Shakespeare´s Hamlet. Sie wird verrückt, nachdem ihr Vater, Polonius, von ihrem Geliebten, Hamlet ermordet wird und stirbt sehr jung in Leid und Unglück. Die in Ophelia von Millais gezeigten Ereignisse werden auf der Bühne nicht wirklich gezeigt. Statt dessen wird auf ein Gespräch zwischen Königin Gertrude und Laertes, dem Bruder von Ophelia, verwiesen. Gertrude beschreibt, wie Ophelia in den Fluß fiel, Blumen aufpickend, und langsam ertrank, die ganze Zeit singend.
Hamlet, Act 1V, Scene V11
VIDEO | Where The Wild Roses Grow
| Nick Cave & Kylie Minogue
| das Video greift das Millais´sche Orphelia-Thema optisch auf. Wildromantisches Duett mit Kylie Minogue als singende Wasserleiche. ( Regie: Ali Asad )
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KATALOG | Millais
| 297 x 235 mm
| english
| 180 Farbabb.
| 20 S/W-Abb.
| Tate Britain 2007
Als Gründungsmitglied der Präraffaelit-Bruderschaft führte John Everett Millais die radikalste moderne künstlerische Gruppe in der Geschichte der englischen Kunst an.
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Rosen und Romantik
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Hans Pietsch
Die Londoner Tate Britain erinnert an John Everett Millais.
John Everett Millais | Chill October, 1870 | Tate Gallery, London
1844 gründete der gerade einmal fünfzehn Jahre junge Maler John Everett Millais zusammen mit Mitstudenten an der Royal Academy in London “die präraffaelitische Bruderschaft”. Die akademische Malerei, die ihrer Meinung nach mit Raffael begann, lehnten sie ab. Natur gehöre wieder ins Bild, lautete das Glaubensbekenntnis der Malergruppe. Millais ist bis heute der wohl bedeutendste Maler der Präraffaeliten geblieben. An ihn erinnert nun eine große Werkschau in der Tate Britain in London, wo alles begann.
Der Künstler war eine Art Mozart der englischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Die bisherige Lesart seiner Laufbahn .. war, dass der Begabteste der Präraffaeliten als junger Maler viel versprach, eine Zeit lang innovative Meisterwerke schuf, wie Hamlets tote Geliebte, und sich dann dem Mammon verschrieb - der erfolgreichste und wohlhabendste englische Künstler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ein echter Malerfürst.
Die Schau in der Tate Britain versucht nun seine Rehabilitierung …
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Millais
| TATE Britain, London
| bis 13. Januar 2008
Okt
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6 Feet Under | Der Tod zu Gast in Dresden
Oktober 2, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Deutsches Hygienemuseum
AA Bronson | Felix Partz, June 5, 1994
Sammlung Falckenberg | Photo: Jens Ullheimer
Der Tod ist ein universelles und uraltes Thema der Kunst. Die Geschichte des Bildes ist eng mit der Idee des Festhaltens der Gesichtszüge Verstorbener verknüpft. So gelten die Furcht vor dem Tod und die Lust am Sehen und Erkennen als wichtige Triebfedern menschlicher Kultur.
In der zeitgenössischen Kunst zeichnen sich zwei Extreme ab: Entweder wird das Ritual, das von der Religion an professionelle Dienstleistungserbringer oder an die Medien abgegeben wurde, von der Kunst zurückerobert und mit ihren Mitteln neu inszeniert und ausgebaut, oder die Künstler bringen die unerwünschte Leiche wieder in unser Blickfeld zurück und führen auf oft sehr direkte Art vor, dass die physische Existenz nach dem Tod weitergeht.
Six Feet Under vereint Arbeiten, die teilweise speziell für die Ausstellung geschaffen wurden, mit Werken aus der Sammlung des Kunstmuseums Bern, aus anderen Museen und Galerien sowie aus privaten Sammlungen. Das Hauptgewicht liegt auf zeitgenössischer Kunst aus verschiedenen Kontinenten, aus Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, USA, Mexiko, Japan, Indonesien oder Ghana. Die Ausstellung stellt so historische und geografische Verknüpfungen zu einem Thema her, das uns alle betrifft.
Wichtige Themenkreise der Ausstellung sind Totenköpfe und Skelette (von Andy Warhol bis Stefan Balkenhol und Katharina Fritsch), Leichname und Todesarten (von Félix Vallotton und Gabriel von Max bis Andres Serrano und Teresa Margolles), Gräber (von Albert Anker bis Claes Oldenburg und Joe Scanlan), der Künstlertod (von Keith Arnatt bis Gianni Motti und Adrian Paci), Tod und Lifestyle (von John Armleder und Izima Kaoru bis Rosemarie Trockel und Eberhard Havekost), Hommagen (von Ferdinand Hodler und James Ensor bis AA Bronson und Ron Mueck) und das Nachleben (von Adolf Wölfli bis Ana Mendieta, Felix Gonzalez-Torres und Sophia Schama).
Für die Präsentation im Deutschen Hygiene-Museum war es erforderlich, einige Kunstwerke der Berner Version zu ersetzen. Dafür konnten Werke international bedeutsamer Künstler wie Ron Mueck oder Kimsooja integriert werden. Außerdem wurde die Ausstellung ergänzt um einige Werke deutscher Künstler wie Lisa-Marie Auer, Hannes Broecker, Claudia Schoetz, Eberhard Havekost, Martin Mannig und Sophia Schama.
Kuratoren:
Bernhard Fiebicher und Susanne Friedli, beide Kunstmuseum Bern
Six Feet Under.
Autopsie unseres Umgangs mit Toten
| Deutsches Hygienemuseum, Dresden
| bis 30. März 2008
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KATALOG
| Six Feet Under
Autopsie unseres Umgangs mit Toten
| 27 × 21 cm,
| 224 Seiten
| 150 farbige und
| 34 s/w Abbildungen,
| 3 Blatt Spinnennetz-Pergamin,
| Hardcover, gebunden
| deutsch / englisch
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Trauer, Schmerz und Kunst
TAZ - Kirsten Riesselmann
Was fällt Künstlern zum Thema Tod ein? “Six Feet Under” - eine Ausstellung im Hygiene-Museum Dresden zeigt es. Immer diese Totenköpfe…
Es hätte spannend werden können, wäre diese leichtfüßig didaktische Zeige- und Erklärfreude zusammen mit der Kunst auf die Kulturgeschichte und -gegenwart von Erschrecken, Trauern, Beerdigen, Schänden und Erinnern, eben der möglichen Umgänge mit Toten, gestoßen. In “Six Feet Under” aber ist der Anspruch lediglich, die sechs substantivisch viel zu weit gefassten Kapitel “Leichen, Totenköpfe und Skelette”, “Särge, Gräber und Tränen”, “Tod des Künstlers”, “Tod und Lifestyle”, “Hommagen” und “Nachleben” wie als Ergebnis eines Kunstgeschichte-Proseminar-Brainstormings mit irgendwie passendem Zeug zuzustopfen.
Sie malen das ausgezehrte Bild ihres an Aids gestorbenen Freundes groß auf Vinylplane (AA Bronson) oder sie kippen das Gewicht ihres ebenfalls an Aids gestorbenen Freundes (79,4 Kilo) in Form von bunten Bonbons in eine Ecke des Ausstellungsraums, auf dass die Besucher den Leib des Toten sozusagen langsam weglutschen (Felix Gonzalez-Torres). Ron Mueck baut seinen ganzen toten Vater mit Silikon, Acryl und organischem Material wie üblich verblüffend realistisch nach, stutzt ihn allerdings auf nur einen Meter Länge.
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Auf Tuchfühlung mit dem Tod
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Alexandra Gerlach
Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zeigt in der Ausstellung “Six Feet Under”, wie unterschiedliche Künstler aus aller Welt mit den Themen Tod, Abschied und Bestattung umgehen. Deutlich wird dabei, dass gerade im europäischen Kulturraum die Toten aus dem Alltagsleben verdrängt worden sind.
Via-a-vis stechen großformatige Fotografien ins Auge. Eine zeigt bläulich und aufgedunsen das Profil eines Ertrunkenen, daneben das eines Verbrannten und schließlich das gebrochene Auge eines Gewaltopfers. Bilder, die beklemmen, weil sie den Tod so nahe bringen. Und genau das will die Ausstellung, wie Museumsdirektor Klaus Vogel betont:
“Der Tod und noch mehr der Tote, der Leichnam ist wegdelegiert, an Spezialisten, an Fachleute, er hat keine Rolle.”
Dies ist allenfalls anders im Fernsehen, wo der Tod tagtäglich in den Nachrichten oder im abendlichen Krimi nach Hause kommt.
Auch diese Realität ist ein Thema für die Künstler. An den Völkermord in Ruanda mit 800.000 Toten erinnert die Arbeit eines jungen Künstlers aus Sachsen. Er prangert an, per Tastendruck. Auf seinem Taschenrechner lässt er die Zahlen über das Display rasen:
“Indem er hier per Taschenrechner sozusagen demonstriert, wie viel Mal man sozusagen abdrücken muss, um 800.000 Menschen zu töten.”
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
AUDIO | Gespräch mit Susanne Friedli
| Co-Kuratorin der Ausstellung
| und Kuratorin am Kunstmuseum Bern
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Das schockt – Kunst über das Totenreich
WELT online - Matthias Kamann
Kein sanfter Abschied: Die Ausstellung “Six Feet Under” im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden zeigt moderne Künstler, die sich mit dem Tod beschäftigen. Die Schau will den Schrecken des Sterbens zulassen – mit Hilfe von realistischen Leichenfiguren.
Es gehört zu den vielen Vorzügen der aus Bern nach Dresden gekommenen Ausstellung „Six Feet Under“, dass sie das neue Interesse am Tod stets brüskiert, sobald sie es bedient. Unablässig scheinen die rund 140 Kunstwerke vom 19.Jahrhundert bis zur Gegenwart den Betrachtern zu sagen: Schön, dass ihr euch endlich mit dem Thema befasst – aber glaubt nicht, dass es schön ist.
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Six Feet Under.
Autopsie unseres Umgangs mit Toten
| Deutsches Hygienemuseum, Dresden
| bis 30. März 2008


