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Anish Kapoor | Svayambh | British Sculpture in München
Oktober 21, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT HdK München |
Das Münchener Haus der Kunst zeigt bis zum 20. Januar 2008 die erste umfassende Einzelausstellung von Turner-Preisträger Anish Kapoor seit zehn Jahren in Deutschland.
Der indische Künstler Anish Kapoor (*1954, Bombay) kreiert Objekte, die aus einer anderen Welt zu stammen scheinen: gepulverte Pigment-Skulpturen, monumentale Installationen aus unterschiedlichsten Materialien – oftmals besprüht mit intensiven, und dennoch weich wirkenden Farben. Zwar ist die Materie in Kapoors Schaffen von zentraler Bedeutung, doch ist sie stets verbunden mit einer Idee von Spiritualität, die die oberflächliche “Tatsächlichkeit” des Objekts übersteigt:
“Materie führt in gewisser Weise immer zu etwas Immateriellem” (Kapoor).
Für seine Ausstellung “Svayambh” hat Anish Kapoor eine blutrote Großskulptur geschaffen, die über Gleise langsam, fast unmerklich, durch die monumentalen Räume des Haus der Kunst gleitet. Beim Passieren der Türbögen von einem Raum zum Nächsten hinterlässt der massive rote Block, der an einen Zug erinnert, Spuren: eine Mischung aus Vaseline, Farbe und Wachs. die enorme rote Masse, die an den Türbögen aus Marmor haften bleibt, erinnert an verdichtetes Blut und evoziert ein nahezu apokalyptisches Bild.
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Die Skulptur trägt denselben Titel wie die Ausstellung: “Svayambh”, was sich von Sanskrit “Svayambhu(v)” herleitet und soviel bedeutet wie “selbst erzeugt” oder “aus sich selbst geboren”. “Svayambh” ist als Antwort auf die monumentale Architektur des Haus der Kunst zu verstehen und steht in direktem Bezug zu einer weiteren, ebenfalls ortsspezifischen Arbeit: die “Wunde” ist ein Schlitz von etwa anderthalb Metern, den Kapoor direkt in eine Wand der Ausstellung schneidet. In einem Gebäude wie dem Haus der Kunst mit seiner zum Teil belasteten Geschichte haben derartige Bilder intensive Konnotationen.
Neben den aktuellen, für das Haus der Kunst konzipierten Arbeiten zeigt die Ausstellung auch frühe Skulpturen des Künstlers.
Anish Kapoor | Svayambh
| Haus der Kunst, München
| bis 20. Januar 2008
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Anish Kapoor
| Info auf wikipedia
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Blutrote Apokalypse auf Schienen
SPIEGEL online - Jenny Hoch, München
Ein Klotz aus Wachs und Vaseline fährt durchs Haus der Münchner Kunst, schabt sich ab an den Durchgängen. Mit dieser spektakulären Installation weckt der Bildhauer Anish Kapoor unheimliche Assoziationen zur Nazi-Vergangenheit des Hauses.
Das Szenario der Apokalypse ist überwältigend: Der Block wird gewaltsam durch die architektonischen Gegebenheiten des Gebäudes geformt. Der Raum macht ihn sich untertan, das Objekt schreibt sich mit blutroten Ablagerungen in das Museum ein. Dazu kommen orts- und geschichtsspezifische Assoziationen: Der Klotz wird zum rohen Stück Fleisch, zur namenlosen Opfermasse, die mit dem Zug ins Verderben gefahren wird. Die Verbrechen der Deutschen im Dritten Reich kleben als schleimige Spuren an den Mauern des Nazi-Gebäudes, das nach Plänen des “ersten Baumeisters des Führers”, Paul Ludwig Troost kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erbaut wurde.
Kapoors Werke haben buchstäblich ein Echo. Es verändert sich, je nachdem, wie weit man sich den Objekten nähert. Dabei ist es ganz erstaunlich, wie mühelos sich die Wand-Ausbuchtungen und -Löcher, sowie die Boden-Skulpturen in dem wuchtigen Nazibau behaupten. Es würde auch nicht weiter auffallen, wenn einem hier die Grinsekatze oder gar Humpty Dumty aus Lewis Carolls “Alice im Wunderland”-Büchern begegnen würde. Denn Anish Kapoor ist zwar ein Konzeptkünstler, aber einer mit Phantasie und gutem Karma.
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Anish Kapoor | Svayambh
| Haus der Kunst, München
| bis 20. Januar 2008
Okt
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MATTHEUER, TÜBKE, TRIEGEL | Eine Frankfurter Privatsammlung
Oktober 21, 2007 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Museum Giersch |
Mit 60 ausgewählten Werken widmet sich die Ausstellung bis zum 27. Januar 2008 der Sammlung eines Frankfurter Unternehmers, die sich den drei ostdeutschen Künstlern Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und Michael Triegel widmet.
Diese Leipziger Künstlerpersönlichkeiten gehörten der berühmten Hochschule für Graphik und Buchkunst (HGB) zu unterschiedlichen Zeiten an - Mattheuer zeitweise und Tübke längerfristig spielten als Lehrer eine wichtige Rolle an dieser Institution zu Zeiten der DDR, Triegel steht als ehemaliger Student repräsentativ für die “neue” Leipziger Schule nach der Wiedervereinigung. Gemeinsam ist ihnen die Verschmelzung von historischen und aktuellen, von phantastischen und realen Bildelementen …
Mattheuer, Tübke, Triegel
| Museum Giersch, Frankfurt
| bis 27. Januar 2008
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KATALOG
| Mattheuer, Tübke, Triegel
Gebundene Ausgabe
21 x 28 cm,
224 Seiten,
168 Abbildungen
Neben den ausgestellten Werken zeigt das Buch zusätzlich bedeutende Gemälde der jeweiligen Künstler. Einleitende Texte zur Biographie und zum jeweiligen Werk liefern einem wichtigen Beitrag zur international gefeierten Leipziger Malerei der letzten Jahrzehnte.
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Vielfalt der Leipziger Schule
FAZ - Konstanze Crüwell
Eine Premiere für Frankfurt: Nie zuvor hat es in einem Museum dieser Stadt eine umfassende Ausstellung ostdeutscher Malerei gegeben.
Die altmeisterliche Malerei des „extravaganten Manieristen“ Tübke (Eduard Beaucamp, langjähriger Kunstkritiker dieser Zeitung bei der Eröffnung) werden jedoch ebenso wie die Werke von Mattheuer und von Triegel mit dem „stillen Protest seiner makellosen Hyperästhetik gegen die Gleichförmigkeit unserer Zivilisation“ in ihrer „widersprüchlichen Vielfalt“ bis heute von der westlichen Kunstszene nicht wirklich anerkannt. Ganz im Gegensatz sind die Bilder ihrer Enkelgeneration, ob von Neo Rauch, Tim Eitel, Martin Eder oder Matthias Weischer, die gerne mit dem Etikett „Neue Leipziger Schule“ versehen werden, auf dem internationalen Kunstmarkt heißbegehrt.
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PORTRAIT: Michael Triegel
Im Spiegel der Welt
Erste umfassende Publikation
zu den Werken Michael Triegels.
184 Seiten
mit 136 farbigen
und 16 s/w Abbildungen
Format 24 x 30,5 cm
Gebunden mit Schutzumschlag
Michael Triegel (geboren 1968 in Erfurt) sucht in seinen Bildern die Auseinandersetzung mit früheren Epochen der Malerei, speziell mit der italienischen Renaissance, dem Manierismus und der caravaggesken Malerei in Italien. Ausgehend von diesen Vorbildern entwickelt er eine eigenwillige Bildsprache, die in ihrer Technik provozierend traditionell wirkt.
Triegel: „Vielleicht liegt ja die Provokation meines Gesamtwerkes darin, aus der Selbstreflexivität eines Kunstbetriebes und –marktes auszubrechen durch eine angestrebte handwerkliche Meisterschaft und den Glauben an die ungebrochene Wirkmacht der Mythen, Archetypen, der Inhalte und Ikonografien der Kunst und des Geisteslebens langer abendländischer Geschichte, diese untersuchend, befragend, paraphrasierend oder affirmierend.“
In seinem Werk, das inzwischen über 70 Gemälde, zahlreiche Aquarelle, Zeichnungen und Radierungszyklen umfasst, finden sich alle herkömmlichen Gattungen: Portrait, Landschaft und Stillleben, sowie mythologische Historien. Triegel greift Symbolgehalte auf, die er mit diversen Kunstgriffen wie dem Trompe-l’œil variiert und auch verrätselt. Darüber hinaus greift er auf verschiedene Modelle traditioneller Malerei zurück, die vom ikonischen Andachtsbild bis zur großformatigen Altartafel reichen.
In überspitzter Selbstinszenierung wird der Maler bisweilen selbst zum Modell und präsentiert sich dem Betrachter in diversen Rollen. Durch die Verbindung von technischer Bravour und intellektuellem Kalkül tritt er in regelrechte Konkurrenz mit seinen historischen Vorbildern.
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Mattheuer, Tübke, Triegel
| Museum Giersch, Frankfurt
| bis 27. Januar 2008


