Max Beckmann | Exil in Amsterdam

Mittwoch, Oktober 31, 2007
By Peter Panter

max-beckmann-bestandskatalog-2007.jpgKUNSTSCHAU Hamburg -
Jens Ullheimer
| PT Pinakothek der Moderne München |

Die Pinakothek der Moderne München zeigt bis zum 06. Januar 2008 eine Ausstellung über das Amsterdamer Exil von Max Beckmann. Während seines zehnjährigen Aufenthaltes in den Niederlanden entstand rund ein Drittel seines Gesamtwerkes.

Die Pinakothek der Moderne beherbergt mit dem St. Louis Art Museum den umfangreichsten Werkkomplex sowie das Archiv des Künstlers und stellt damit die für ihn wichtigste Forschungsstelle. München ist zudem der Ort, an dem sich die menschenverachtende nationalsozialistische Kulturpolitik 1937 mit der Eröffnung des »Hauses der deutschen Kunst« und der Ausstellung »Entartete Kunst« in aller Schärfe artikulierte. Dies war für Max Beckmann direkter Auslöser seiner Emigration nach Amsterdam. Das Entsetzen über die Entwicklungen in Deutschland, die physische und psychische Anspannung des Exils mobilisierten dort Gegenkräfte, die sich in einer Fülle herausragender Werke niederschlugen.

Vor diesem Hintergrund, der die besondere Brisanz des auch kulturpolitisch eminent wichtigen Themas markiert, ist die Ausstellung nicht nur für die Kenntnis von Max Beckmann relevant. Siebzig Jahre nach der Ausstellung »Entartete Kunst« bedeutet sie vielmehr auch eine erneute Auseinandersetzung und Aufarbeitung dieser kritischen Periode deutscher Geschichte.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Van Gogh Museum in Amsterdam.

Max Beckmann – Exil in Amsterdam
| Pinakothek der Moderne München
| bis 06. Januar 2008

Max Beckmann
| Infos auf wikipedia

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Fotostrecke ausgestellter Arbeiten ansehen
BR online | München 2007

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zu den Ausstellungen
in München und Amsterdam 2007

Max Beckmann
| Exil in Amsterdam
 

Deutsch
440 Seiten,
273 Abb.,
davon 231 farbig,
42 in Duplex
25,00 x 30,70 cm
gebunden
mit Schutzumschlag

Profundes Überblickswerk über die fruchtbarste und bedeutendste Schaffensphase Max Beckmanns mit zahlreichen Farb- und Duplexabbildungen.

Beginnend mit dem letzten in Deutschland vollendeten Werk, dem Triptychon Versuchung aus dem Besitz der Pinakothek der Moderne, widmet sich die Publikation dem malerischen und zeichnerischen Œuvre des Künstlers in einer Zeit bedrohlicher äußerer Instabilität und zugleich innerer Konzentration bis zu seiner Übersiedlung in die USA. Der Band ist damit von größter Bedeutung für die Kenntnis des beckmannschen Werkes in seiner produktivsten und wichtigsten Lebensphase.

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Die Todesboten stehen bereit

NZZ – Anne Erfle

Max Beckmanns Bilder aus dem Amsterdamer Exil zählen zu seinen stärksten Werken. Eine grandiose Ausstellung in der Münchner Pinakothek der Moderne zeigt sie in reicher Auswahl.

«Das Unsichtbare sichtbar machen durch die Realität, die das eigentliche Mysterium des Daseins bildet»,

das wollte Beckmann in seiner Malerei umsetzen. Überzeugendes Beispiel zu dieser These sind die Selbstporträts. Sie ziehen sich wie ein Psychogramm durch Beckmanns Werk und eröffnen dem Betrachter Einblick in seine individuelle seelische Verfassung.

Das in den ersten Monaten im Exil entstandene Selbstporträt mit dem zynischen Titel «Der Befreite» spiegelt die tiefe Trauer und die Ohnmacht auf schmerzhafte Weise. Eingezwängt auf engstem Raum blickt er aus depressiv verschatteten Augen ins Leere. Die eine Gesichtshälfte erscheint maskenhaft in pastosem Weiss, die andere in giftigem Grün, als sei er bereits kontaminiert. Die schwere Eisenkette, die er in seinen Händen hält, ist zwar gesprengt, jedoch noch am vergitterten schwarzen Fenster im Hintergrund verankert und lastet schwer auf seiner Schulter. «Amerika» als diffuser Schriftzug am Bildrand liegt noch in weiter Ferne.

NZZ – Artikel lesen

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KATALOG zu den Ausstellungen in der TATE Modern, London | MoMA, New York | Centre Georges Pompidou, Paris 2003

beckmann-tate-2003-cover.jpg

 

 

 

BECKMANN

Gebundene Ausgabe
304 Seiten
174 Farb- und
40 s/w-Illustrationen
Englisch
28,4 x 24,6 x 2,8 cm

 

Exhibition Brochure ansehen
| viele Abbildungen (pdf-Format)
| MoMA, New York 2003

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Lebenshunger. Todesangst

BERLINER ZEITUNG – Ingeborg Ruthe

Die zehn Exil-Jahre in Amsterdam, die nur als Transitstation auf dem Weg nach Amerika gedacht waren, sind – trotz aller Nöte und Ängste – seine intensivsten. Ein Drittel seines Werkes entsteht in der Zeit, in der er auf das Visum für die USA wartet. Die Papiere kommen nach Kriegsende: 1947. Beckmann bleiben noch drei Jahre.

Das Triptychon “Karneval” 1942/43 ist das Exilbild schlechthin. Max Beckmann malte sich, tragisch eingeklemmt zwischen Sündenfall und Paradies, um ihn tobt der Zweite Weltkrieg. Wehrmacht, Gestapo, SS haben Amsterdam, das Notquartier des deutschen Malers, im Griff. Bald wird der Herzkranke abermals eine Einberufung an die Front bekommen, ihr nur durch den physischen Zusammenbruch entgehen.

Jene dunkle-turbulente Zeit macht Münchens Pinakothek der Moderne, zusammen mit dem Van Gogh-Museum Amsterdam, zum Thema einer überwältigenden Ausstellung.

BERLINER ZEITUNG – Artikel lesen

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Zehn Jahre Amsterdam

3SAT – Kerstin Arnold

“Ich suche aus der gegebenen Gegenwart die Brücke zum Unsichtbaren – ähnlich wie ein berühmter Kabbalist es einmal gesagt hat: »Willst du das Unsichtbare fassen, dringe so tief du kannst ein in das Sichtbare«.”

Die kommenden Jahre bieten dem Künstler viel, manchmal vielleicht zu viel Sichtbares, in das er eindringen muss. Mit dem Ausbruch und dem Vordringen des Krieges verdüstert sich auch das Panorama seiner Bilder. Schwarz, Braun und Grau verdrängen die übrigen Farben aus dem Blickfeld oder mischen sich verdunkelnd unter sie. Immer wieder tragen und gebrauchen die dargestellten Figuren Schwerter und andere Waffen. Auch dass er sich neben – meist blutigen – Geschichten aus der griechischen und biblischen Mythologie gerade mit der Apokalypse und dem “Faust II” beschäftigt, wird kein Zufall gewesen sein.
 
Dennoch oder gerade deshalb geht von diesen Bildern eine unglaubliche Faszination aus. Man fühlt sich teils gleichermaßen abgestoßen und angezogen von ihnen. Gerät fast unweigerlich in ihren Bann, selbst wenn sie sich nur schwer fassen lassen. Doch sie können, wie Beckmann es ausgedrückt hat,

“wenn der Kontakt da ist, einen heftigen Glanz annehmen und Wahrheiten sagen, die ich nicht mit Worten ausdrücken kann und auch vorher nicht gewusst habe.”

3SAT – Artikel lesen

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Artikel im Zusammenhang mit der vorangegangenen Schwesterausstellung
im Van Gogh Museum, Amsterdam 2007

beckmann-moma-catalog-cover-2003.jpg“Als Übergang ist Amsterdam ganz schön”

WELT online – Tim Ackermann | April 2007

Eigentlich wollte der Maler nach Frankreich fliehen. Stattdessen saß er sieben Jahre in den Niederlanden fest.

Erst zwei Jahre nach dem Krieg besucht der Direktor des Amsterdamer Stedelijk Museums Beckmann.

Er kauft bei der Gelegenheit nichts. So befinden sich heute nur drei Bilder des Malers in öffentlichen niederländischen Sammlungen.

Die fehlende Beachtung dürfte Beckmann geschmerzt haben. Ebenso die Tatsache, dass er nach Kriegsende noch über ein Jahr lang als „feindlicher Ausländer“ eingestuft wird und keine Bilder verkaufen darf. Im Sommer 1947 erhält er endlich die ersehnte Einreiseerlaubnis in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1950 als Kunstprofessor arbeiten wird. Beckmann freut sich auf die neue Heimat Amerika. Nach zehn Jahren, wie er betont, in „diesem Plättbrettland“.

WELT – Artikel lesen

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Land der eisernen Grenzen

TAGESSPIEGEL online – Christina Tilmann

Vor allem war es die Erfahrung, als Maler nicht geschätzt zu werden, die Anonymität, die Einsamkeit, die dem in den Zwanzigern in Deutschland als Malerstar gefeierten Beckmann in Amsterdam zu schaffen machten.

Das Desinteresse allerdings war gegenseitig. Weder hat sich Max Beckmann, der ohnehin zur abweisenden Einzelgängerei neigte, je bemüht, richtig Niederländisch zu lernen oder Kontakt zu den Amsterdamer Kunstkreisen aufzunehmen – Französisch hatte er in seinen Pariser Jahren, Englisch in den letzten Jahren in den USA hingegen ordentlich, wenn auch mit starkem deutschen Akzent gesprochen. Noch wurde sein Werk in Amsterdam auch nur ansatzweise geschätzt.

Eine einzige Ausstellung gab es 1938 im Kunstzaal van Lier – die Kritiker beurteilten Max Beckmann als „überschätzten deutschen Expressionisten“. So schrieb der Kunstkritiker Kasper Niehaus:

 „Für ein geübtes Auge, geschult an unserer eigenen, verfeinerten Art zu malen, sind diese groben Bilder ohne Nuancen nicht gerade ein Fest.“

TAGESSPIEGEL – Artikel lesen

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Max Beckmann – Exil in Amsterdam
| Pinakothek der Moderne München
| bis 06. Januar 2008

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