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Werner Herzog | The Wild Blue Yonder
November 5, 2007 | Comments Off
ZEIT online - Diedrich Diederichsen |
Wir sind dann mal weg
Wackelkameras fangen fremde Lebensformen ein, schwarz-weiße Bilder künden unklar von der Frühzeit des Fliegens, zweifelhafte Wissenschaftler winken mit windigen Weltformeln.
Irgendwann, so der Plot, nimmt die Menschheit den alten Roswell-Zwischenfall von 1947 doch noch ernst. Die Ufologen hatten immer schon Recht: Damals ist wirklich ein Schiff von Außerirdischen auf der Erde notgelandet, was die Regierung natürlich vertuscht hat. Mit neuen Methoden hat man den Space-Schrott noch einmal inspiziert und dabei aus Versehen todbringende Essenzen freigesetzt. Um die Menschheit zu retten, musste Ende der neunziger Jahre unter strikter Geheimhaltung eine Astronautencrew nach einer Ersatz-Erde suchen und dabei alle bisherigen kosmischen Geschwindigkeitsbeschränkungen durch den Einsatz neuer astrophysikalischer Erkenntnisse überwinden: Wurmlöcher, wenig stabile Zeittunnel und das Ausnutzen von stellarer Anziehungskraft helfen dabei.
Herzog hat in seinem Film inszenierte und echte Nasa-Bilder von Weltraumreisen fröhlich gemischt. Auffällige Locations und verrücktes Filmmaterial aus dem weiteren Umfeld der Weltraumforschung bilden dokumentarische Belege für die Geschichte, die der Alien uns erzählt. So hat man das Gefühl, dass die Geschichte mit viel Humor all das narrativ zusammenschustert, was dem Regisseur an interessantem Material über den Weg lief.
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VIDEO
| Trailer zu Werner Herzogs “The Wild Blue Yonder” 2005
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| Paul Weller | PromoVideo | “Wild Blue Yonder” 2006
wildblueyonder
| Film-Projekt-Webseite
Nov
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Der Reiz von Fülle und Leere | Bühnenbilder
November 5, 2007 | Comments Off
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Stefan Keim |
Ungewöhnliche Bühnenbilder prägen immer häufiger die Theateraufführungen
Die Bühne ist eine Hügellandschaft aus blauen Müllsäcken. Kein Schauspieler ist zu sehen. Ganz leise schleicht sich ein Geräusch ins Ohr, wird langsam lauter. Jetzt kann man es identifizieren, Kinderstimmen rufen, es ist wahrscheinlich ein Spielplatz. Aber zu sehen sind bloß die Müllsäcke. Ein gespenstischer, beeindruckender Moment, der beste in Martin Kusejs Inszenierung von Georg Büchners “Woyzeck” in München. Die Formulierung ist typisch: Fast immer nennen Kritiker den Regisseur zuerst. Dabei gebührt ein großer Teil des Ruhms dem Bühnenbildner, in diesem Fall Martin Zehetgruber.
… das Performanceduo Signa in Köln:
Da wurde in eine Halle eine komplette kleine Stadt gebaut, ohne Techniker und Elektriker. Thomas Bo Nilsson hat sie entworfen. Die Schauspieler hämmerten und tapezierten selbst, verlegten auch die Kabel. Sie richteten sich ihr Umfeld ein, bauten die Welt selbst, in der sie in einer bis zu 84 Stunden langen Installation Tag und Nacht spielen. Selten war die Entwicklung des Bühnenbildes so sehr integraler Bestandteil des Probenprozesses.
Das Ergebnis ist überwältigend. Wer in die Performance “Die Erscheinungen der Martha Rubin” geht und sich in dieser künstlichen Stadt bewegt, vergisst irgendwann ganz, dass er im Theater ist. Das liegt an der Glaubwürdigkeit der Schauspieler. Aber es ist auch ein Triumph des Bühnenbildes.
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