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Kunst-Events
November 7, 2007 | Comments Off
FAZ - Julia Voss und Niklas Maak |
So geht das alles nicht weiter
… eine banale Geste, die, um als Kunst anerkannt zu werden, der Expressbetankung mit Bedeutung bedarf, und je öder das Werk, desto verrückter irrlichtert die Auslegung zwischen Paranoia und Kirchentag herum.
Das Werk und die Auslegung sind symptomatisch für das Elend einer Kunst, die bei gleichzeitig höchsten Ansprüchen zwischen Faulheit und Nichtkönnen pendelt, was einem mit Verweis auf die „Tradition des Fragments“ aber auch noch als Leistung des Weglassens verkauft wird. Mehr noch: Was als Fotoreportage oder als Drehbuchidee durchfallen würde, entzieht sich, einmal zur „Kunst“ umdeklariert, allen Qualitätskriterien. (zu den Fotos von Maulwurfshügeln der Documenta 2007-Künstlerin Martha Rosler)
Kann es sein, dass es nur an der konservativen Darreichungsform liegt, dass man so wenig interessante Kunst sieht?
Denn mit erstaunlicher Monotonie hat der Ausstellungsbetrieb bisher immer weitergemacht, als hätte sich in der Geschichte der Kunst in den letzten sechzig Jahren nichts getan. Trotz Video, Installation, Performance und Happening wird mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit versucht, all das in Vitrinen und auf Wänden zu befestigen - mit zweifelhaften Ergebnissen: Bilder hängen gut an einer Wand, Reste einer Matthew-Barney-Performance eher nicht. Auch Videokunst wird gern präsentiert, als sei sie ein leider etwas unruhiges Ölgemälde: Oft gibt es keine Stühle davor, es ist hell, man stolpert hinein ins Werk. Kein Kino würde sich das erlauben - das Museum schon.

