Kunst-Events

November 7, 2007 | Comments Off

philippe-paredo-il-tempo-del-postino-photo-joel-fildes.jpgFAZ - Julia Voss und Niklas Maak |

So geht das alles nicht weiter 

… eine banale Geste, die, um als Kunst anerkannt zu werden, der Expressbetankung mit Bedeutung bedarf, und je öder das Werk, desto verrückter irrlichtert die Auslegung zwischen Paranoia und Kirchentag herum.

Das Werk und die Auslegung sind symptomatisch für das Elend einer Kunst, die bei gleichzeitig höchsten Ansprüchen zwischen Faulheit und Nichtkönnen pendelt, was einem mit Verweis auf die „Tradition des Fragments“ aber auch noch als Leistung des Weglassens verkauft wird. Mehr noch: Was als Fotoreportage oder als Drehbuchidee durchfallen würde, entzieht sich, einmal zur „Kunst“ umdeklariert, allen Qualitätskriterien. (zu den Fotos von Maulwurfshügeln der Documenta 2007-Künstlerin Martha Rosler)

Kann es sein, dass es nur an der konservativen Darreichungsform liegt, dass man so wenig interessante Kunst sieht?

Denn mit erstaunlicher Monotonie hat der Ausstellungsbetrieb bisher immer weitergemacht, als hätte sich in der Geschichte der Kunst in den letzten sechzig Jahren nichts getan. Trotz Video, Installation, Performance und Happening wird mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit versucht, all das in Vitrinen und auf Wänden zu befestigen - mit zweifelhaften Ergebnissen: Bilder hängen gut an einer Wand, Reste einer Matthew-Barney-Performance eher nicht. Auch Videokunst wird gern präsentiert, als sei sie ein leider etwas unruhiges Ölgemälde: Oft gibt es keine Stühle davor, es ist hell, man stolpert hinein ins Werk. Kein Kino würde sich das erlauben - das Museum schon.

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  • Kunst | Presseschau

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  • Ausstellungen | Hamburg

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    ( Archiv )