Jan
29
Gerhard Richter | Bilder aus privaten Sammlungen
Januar 29, 2008 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Museum Burda |
“Ich verfolge keine Absichten, kein System, keine Richtung, ich habe kein Programm, keinen Stil, kein Anliegen”
Bis zum 27. April 2008 werden mehrere private Sammlungen ihre wichtigsten Richter-Werke im Museum Frieder Burda, Baden-Baden zeigen. Darunter befinden sich Bilder aus den Sammlungen Böckmann (Berlin), Ströher (Darmstadt) und Frieder Burda. Gerhard Richter wird Bilder aus seinem persönlichen Besitz zur Verfügung stellen. Gezeigt werden mehr als 60 überwiegend großformatige Arbeiten aus den Jahren 1963 bis 2007.
Gerhard Richter hat es selbst übernommen, die Baden-Badener Schau im zu kuratieren. Richter ist sehr daran gelegen, seine Bilder in einen spannungsvollen Dialog mit der Museumsarchitektur von Richard Meier zu bringen. Die Werke aus den wichtigsten Richter- Sammlungen geben einen umfassenden Einblick über 40 Jahre Werkentwicklung, die sowohl die deutsche Nachkriegsgeschichte als auch das Medium der Malerei reflektiert. Zwischen nahezu fotorealistischen Bildern und großen, in ihrer expressiven Farbigkeit und technischen Perfektion bestechenden abstrakten Kompositionen präsentiert sich das sehr komplexe Werk Richters.
Die Sammlungen, die in Baden-Baden gezeigt werden, ergänzen sich nahtlos. Vorbild ist der Erfolg der umfassenden Polke-Retrospektive mit drei Privatsammlungen im Museum Frieder Burda 2007. Nach diesem Prinzip sind weitere Ausstellungen in Baden-Baden geplant, darunter im Frühjahr 2009 Georg Baselitz.
Gerhard Richter. Bilder aus privaten Sammlungen
| Museum Frieder Burda
| bis 27. April 2008
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KATALOG | Gerhard Richter
Bilder aus privaten Sammlungen
| Deutsch, 184 Seiten,
| 119 Abb.,
| davon 105 farbig
| 19,30 x 28,60 cm
| gebunden
| mit Schutzumschlag
Die attraktive Publikation gibt anhand von über 90 Werken aus bedeutenden Privatsammlungen darunter auch Arbeiten aus dem Besitz des Künstlers einen konzisen Einblick in über 40 Jahre seiner Arbeit und reflektiert dabei sowohl die deutsche Nachkriegsgeschichte als auch das Medium Malerei.
Richters ungemein komplexes Werk oszilliert zwischen nahezu fotorealistischen Bildern und großen, in ihrer expressiven Farbigkeit und technischen Perfektion bestechenden abstrakten Kompositionen. Im Zentrum steht dabei jedoch stets die Malerei, die sich in vielfältigen Spielarten behauptet und der Wirklichkeit ihre eigene Realität selbstbewusst entgegenstellt. Zur Ausstellung: Sammlung Frieder Burda, Baden-Baden 19.1.-12.5.2008 und weiteren Stationen.
Götz Adriani schreibt im Katalog:
„Richter ist im globalen Vergleich zu einer Instanz des Maß-Gebens und des Maß-Haltens über lange Zeiträume hinweg geworden. Deshalb ist er auch der einzige deutsche Künstler, dem zu Lebzeiten im Museum of Modern Art in New York eine aufwendige Retrospektive zuteil wurde.“
KATALOG
| Gerhard Richter
Malerei
Hrsg. The Museum of Modern Art, New York, Text und Interview mit dem Künstler von Robert Storr.
| 340 Seiten, 304 Abb.,
| davon 138 farbig,
| 165 in Duplex,
| 1 Klapptafel
| 26,50 x 29,50 cm
| Leinen mit Schutzumschlag
Deutsche Fassung des für die amerikanischen Ausstellung editierten Katalogs. Die Publikation zeigt einen repräsentativen Querschnitt aus 40 Jahren intensiven Schaffens, von den frühen gegenständlichen Arbeiten der Sechzigerjahre, für die Richter erstmals Fotografien als Malvorlagen verwendete, über seine Grauen Bilder, bis hin zu den Vermalungen und abstrakten Gemälden der Achtziger- und Neunzigerjahre. Das bestimmende Thema hinter den verschiedenen Motiven und Stilen ist letzten Endes die Malerei selbst, deren Möglichkeiten und Grenzen Richter in den so vielfältig erscheinenden Schaffensperioden immer wieder aufs Neue auslotet.
»Der Versuch, Gerhard Richters Werk in den Griff zu bekommen, gleicht dem Bemühen, aus einem zerbrochenen Becher ausgelaufenes Quecksilber einzufangen”, US-Kritiker Robert Storr.«
»Der Band ist ein Muss für Richter-Fans und für alle, die sich für die Malerei der vergangenen 40 Jahre interessieren.« artinvestor
»Wenn es ein wirklich maßgebliches Buch zum malerischen Gesamtwerk Richters gibt, so ist es sicherlich dieses.« Heft
»Ein sorgfältig edierter, “nobler Bildband” mit einem klugen Aufsatz von Robert Storr über Gerhard Richter…« | Die Zeit, 12.09.2002
Mit zahlreichen brillanten Abbildungen in Farbe und Duplex und einem Text von Robert Storr ist dieses großzügig gestaltete Buch die maßgebliche Monografie zum malerischen Gesamtwerk Gerhard Richters.
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VIDEO
| DEUTSCHE WELLE 2007
Gerhard Richter wird 75
| Video ansehen (real-video) Beitragslänge 03:43 Min.
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Die Erhabenheit des Alltags
FAZ - Rose-Maria Gropp
Das Momentum in Baden-Baden ist die Hängung, das von ihr angeheizte Augenspiel. Es wird angezettelt von der Korrespondenz der gezeigten Werke untereinander. Der Maler Richter mischt ja stets mit; im Museum Frieder Burda hat er es nun durchschlagend getan.
Gerade gut sechzig Bilder - aus einem OEuvre von mehr als 2750 Arbeiten - sind im ganzen Haus verteilt. Der Meister hat sie selbst angerichtet, als sein eigener Kurator. Schließlich konnte er sich vom Feinsten bedienen, nämlich aus den Sammlungen Böckmann, Frieder Burda, Ströher - und aus seinen eigenen Beständen. Da kommt Freude auf.
In den drei Etagen bricht gelegentlich Richters Witz durch, eher scharf als komisch, geistvoll. So plaziert er das Porträt des übergewichtigen Warhol-Superstars Brigid Polk, das er 1971 vom Farbfoto malte, direkt neben seine grau-graue „Kuh“ von 1964.
Die Kuh ohne Hinterleib hebt den Kopf, angesichts von Brigid Polks nackten Brüsten, pralle Erinnerung (steigt man in das Archiv jener wilden Jahre) an deren „Tit Paintings“. Überhaupt hat es dieser zentrale Raum im zweiten Stock des Gebäudes von Richard Meier in sich. An einer Stirnwand hängt da „Frau mit Kind (Strand)“ von 1965, daneben „Tote“ von 1963, Letzteres ein Rätselbild, Zeitungsschnipsel mit Wortfetzen: Die mysteriöse Wucht des verschütteten Zusammenhangs packt mit demselben Griff nach dem Betrachter wie eines der gleichzeitigen „Disaster“ Andy Warhols.
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Mal grau, mal grell, mal abstrakt, mal reell. Man hat ihn dafür kritisiert und hofiert - Weltruhm mit ambivalenten Nebenwirkungen. Kunst bei Richter ist etwas anderes: leise, zweifelnd, raffiniert, betörend - Landschaften z.B. Pure Schönheit. Und viele Fragen.
ARTE | Kultur
Ausstellungen
| VIDEO-Reportage ansehen (wmv video)
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Der Künstler als Kurator
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Stefan Koldehoff (Interview)
Eine selbstgehängte Ausstellung hat Gerhard Richter nun Gelegenheit gegeben, auf Werke zurückzublicken, die er im Laufe von vier Jahrzehnten geschaffen hat. Für die Schau im Baden-Badener Museum Frieder Burda hat er 60 Werke aus mehreren Privatsammlungen ausgewählt.
Man kommt unten in dieses Museum hinein, in die große Eingangshalle, die so große Formate zulässt wie kaum ein anderes Museum in Deutschland, und sieht dort riesige Abstraktionen, man sieht die Vermalungen, also Bilder, auf denen er einfach Farbe hin- und hergemalt hat, ohne irgendeinen Gegenstand vor Augen zu haben. Man sieht seine Experimente mit der Farbe Grau, also riesige Leinwände, auf denen er mal mit der Tapetenrolle, mal mit dem Pinsel, mal fast gesprüht, schaut, welche Wirkung nur Farbe ohne jedes Motiv haben kann. Schraubt sich dann nach oben über die Rampen in diesem Museum, kommt vorbei an den fotorealistischen Bildern, kommt vorbei an den Farbfeldmalereien aus den 70er-Jahren, die er jetzt für das Kirchenfenster im Kölner Dom wieder neu aufgegriffen und neu interpretiert hat. Kommt vorbei an den Kerzen- und Totenschädelbildern, den Vanitas-Motiven, und hat eigentlich wirklich einen kompletten Überblick über das Werk von Gerhard Richter in nur 60 Bildern.
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
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Gerhard Richter. Bilder aus privaten Sammlungen
| Museum Frieder Burda
| bis 27. April 2008
Jan
29
EMILIO VEDOVA 1919 - 2006
Januar 29, 2008 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Berlinische Galerie |
“Addio Vedova, Künstler der Rebellion“ – so verabschiedete La Repubblica Emilio Vedova im Herbst 2006. Gut ein Jahr nach dem Tod des Künstlers würdigt die Berlinische Galerie den Hauptvertreter des italienischen abstrakten Expressionismus mit der ersten umfassenden Retrospektive in Deutschland. Die Ausstellung - ergänzt durch mehrere dokumentarische Filme zum Gesamtwerk Vedovas - ist bis zum 20. April 2008 zu sehen.
Vedova war seit 1948 Stammgast auf der Venedig-Biennale, 1997 wurde er mit dem Goldenen Löwen für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. Neben Venedig fühlte er sich zeitlebens Berlin eng verbunden, wo er 1993 zum Mitglied der Akademie der Künste ernannt wurde.
Von Ende 1963 bis Mitte 1965 lebte und arbeitete er in der damals geteilten Stadt als „Artist in Residence“ im Rahmen eines Stipendiums der Ford Foundation. Vedova war fasziniert von den Gegensätzen der Stadt. Seit den 60er Jahren experimentierte Vedova mit der Erweiterung des klassischen Bildraumes. Es entstehen die so genannten Plurimi: Malerei und Collage auf mehrseitigen, beweglichen Holzelementen, die frei in den Raum gehängt oder gestellt werden.
Mit der hier entstandenen Arbeit Absurdes Berliner Tagebuch ´64 – eines seiner Hauptwerke – wurde der Künstler auf die documenta III eingeladen. 2002 schenkte Vedova diese monumentale Arbeit der Berlinischen Galerie. Es ist ein Herzstück seines Schaffens; in der Komplexität und Monumentalität gibt es bei Vedova kein vergleichbares Werk. Es atmet die große Tradition des weltoffenen Geistes in der Malerei der Lagunenstadt, ist aber zugleich dramatisch hinterfeuerte Antwort eines einzelnen auf die Existenzfragen seiner Zeit, die der Kalte Krieg mit der unausweichlichen, harten Realität der Teilung Berlins aufgeworfen hatte.
Das “Absurde Berliner Tagebuch ‘64″ ist jedoch von viel ausgreifenderer Brisanz; denn diese gewaltige, beinahe neun Meter hohe und auf fast 200 m² sich erstreckende Installation von sieben „Plurimi“ ist von dem unbändigen Willen des freien Geistes und der Toleranz getragen, der sich ein Vierteljahrhundert später mit dem Fall der Mauer für die Welt erfüllte.
| mehr Infos
Die Ausstellung gibt mit rund 150 Arbeiten einen bisher in Deutschland einzigartigen Überblick, der Vedovas gesamtes Lebenswerk von den Jugendjahren bis zu seinem Tod umspannt.
EMILIO VEDOVA 1919 - 2006
| Berlinische Galerie
| bis 20. April 2008
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SPECIAL | BASELITZ | Hommage an Emilio Vedova
Die Venedig-Biennale ehrte im letzten Jahr den 2006 verstorbenen Künstler Emilio Vedova, der seit 1948 regelmäßig auf der Biennale vertreten war, mit einer Hommage im venezianischen Pavillon. Das Zentrum der Ausstellung bildeten sechs neue großformatige Gemälde von Georg Baselitz. Baselitz schuf die erstmals auf der Biennale präsentierten Bilder eigens als Hommage an den großen italienischen Maler.
Der Berlinischen Galerie ist es nun gelungen, die bereits an ausländische Sammler verkauften Arbeiten von Baselitz nach Berlin zu holen und im Rahmen der Vedova-Retrospektive erstmals in Deutschland zu zeigen.
| bis 20. April 2008
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Als Sankt Dada Einzug hielt
TAZ - Brigitte Werneburg
Einen Venezianer stellt man sich anders vor. Anders als diesen wunderlichen Waldschrat, diesen zwei Meter großen Hünen mit dem prächtigen Zottelbart. Und doch, dieser Riese tanzt, er ist voller Energie, voll Rhythmus, immer in Bewegung. Er nimmt die Welt in Besitz, und sei es nur, dass er ein Stück Metall vom Boden aufhebt oder einen Draht, den er verbiegt und verformt. Was immer er in die Hände bekommt, verwandelt er unweigerlich in ein von ihm geschaffenes Ding. Er ist also kein ungefährlicher Bursche.
Von November 1963 bis Mai 1965 experimentiert Vedova in Berlin weiter an den sogenannten Plurimi, doppelseitig bemalten Holzplatten, mit denen er die Malerei von der Wand reißt und mitten in den Raum hinein montiert …
… war nicht jede Arbeit, die er in dem von Albert Speer erbauten Breker-Atelier im Käuzchensteig schuf, ein pièce de résistance? Musste der Gedanke Vedova nicht beflügeln, dass mit seinen raumgreifenden, zusammengenagelten und geknoteten Bildinstallationen, seinen Materialcollagen, Sankt Dada Einzug in die unheiligen Hallen hielt? Und mit ihm der Abfall, der Dreck und die Gesellschaftskritik? Um ausgerechnet dort als das vielleicht venezianischste Erbe in Vedovas Kunst - verkörpert in seinem Selbstverständnis als durch und durch politischer Künstler - zu triumphieren?
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Der Berserker tanzt Walzer
TAGESSPIEGEL online - Christina Tilmann
Es ist der große Auftritt. Für Emilio Vedova, den Meister des abstrakten Expressionismus in Italien, der im Berlin der Jahre 1963 bis 1965 seine prägenden Eindrücke erhielt. Und für die Berlinische Galerie und ihr Haus in der Alten Jakobstraße, das noch nie so großzügig, so überzeugend, so monumental bespielt worden ist.
Die erste große Vedova-Ausstellung in Berlin: Das ist die Einlösung eines Versprechens – und ein Vermächtnis. 2002 hatte der italienische Maler sein Hauptwerk, das „Absurde Berliner Tagebuch ’64“, der Berlinischen Galerie geschenkt, wo es seit der Eröffnung des neuen Hauses im ehemaligen Glaslager in Kreuzberg einen Ehrenplatz hat. Einzige Bedingung: die Ausrichtung einer großen Ausstellung.
Eine „Hommage an Dada“ hat Vedova eine andere Berliner Arbeit genannt, und von der Dada-Technik der Kombination des Unzusammengehörigen hat er sich einiges abgeschaut. Hannah Höch, die Hausheilige der Berlinischen Galerie, war ihm in seiner Berliner Zeit wertvolle, wenn auch wesensmäßig völlig entgegengesetzte Gesprächspartnerin: Man stelle sich die Diskussionen zwischen der stillen, zurückgezogenen, zierlichen Dadaistin und dem venezianischen Berserker und Zweimetermann vor.
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EMILIO VEDOVA 1919 - 2006
| Berlinische Galerie
| bis 20. April 2008
Jan
17
Jannis Kounellis | Retrospektive
Januar 17, 2008 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Neue Nationalgalerie Berlin |
Bis zum 24. Februar 2008 wird in der Berliner Neuen Nationalgalerie eine Installation von Jannis Kounellis gezeigt.
Kounellis hat in die obere Halle der Neuen Nationalgalerie ein Labyrinth aus rund 160 Stahlelementen gebaut, das im Dialog mit der klassischen Architektur Mies van der Rohes steht. Gegen die starre Halle hat er eine dynamische, spitzwinklige, mit Kohle bekrönte Struktur gesetzt und vor die Glaswände der Halle große Wandarbeiten gestellt. Sie verschließen - zumindest teilweise - den Blick nach außen und betonen so den Eindruck der Abgeschlossenheit des Labyrinths.
Mit der formalen Entscheidung knüpft er an das mythische Labyrinth des Königs Minos von Kreta an, während die Materialien und die Formen das Labyrinth als Kunstwerk des 20. Jahrhunderts ausweisen. Hier sind der Kubismus und der russische Konstruktivismus ebenso zu nennen wie die von Kounellis und Mario Merz gemeinsam begründete Arte povera.
Im Labyrinth selbst finden sich rund 20 Arbeiten von Kounellis, die unterschiedliche Facetten seines Werkes beleuchten.
Jannis Kounellis
Neue Nationalgalerie, Berlin
| bis 24. Februar 2008
Infos & Installationsansichten
Jannis Kounellis
| infos auf wikipedia
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KATALOG
Jannis Kounellis
Deutsch/Englisch
ca. 240 Seiten,
ca. 172 Abb.,
davon ca. 12 farbig,
ca. 160 in Duplex,
28 x 28 cm, gebunden
Kounellis,
der 1936 in Piräus geboren wurde und seit Mitte der 1950er-Jahre in Rom lebt, zählt zu den Gründern der Arte povera, die mit armen und erst einmal kunstfernen Materialien wie Sackleinen, Kohle, Wolle, Kaffee und Gas u. a. Installationen schaffen. Diese werden vom Künstler als ¯Bilder® konzipiert, in denen er mit Hilfe der ungewöhnlichen Materialien die verborgenen Kräfte archaischer Welten zur Darstellung bringt.
Diese Publikation begleitet die jüngste Arbeit des griechisch-italienischen Künstlers Jannis Kounellis, der in der Neuen Nationalgalerie Berlin eine facettenreiche Installation unter dem Titel Labyrinth eingerichtet hat. In die offene, tendenziell endlose Halle setzt Kounellis ein aus Metallplatten bestehendes und nach außen geschlossenes Labyrinth. In den sich daraus ergebenden unterschiedlichen Räumen begegnen wir wie auf einer Lebensreise Werken aus allen Schaffensphasen des Künstlers.
Ausstellung: Neue Nationalgalerie Berlin, 8.11.2007-24.2.2008
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Arme Kunst
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carsten Probst
Seit etwa zehn Jahren hat es den Anschein, als beginne der heute 71-jährige Bilanz zu ziehen über sein Lebenswerk. Natürlich mythologisch, aber auch ironisch, augenzwinkernd, wie man so sagt, was aber gar nicht so leicht ist im gnadenlos-strengen Stahl- und Glas-Pavillon der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe in Berlin.
Ähnlich wie Jörg Immendorff vor einem Jahr in gleicher Halle darf auch Kounellis sich nun mit einer Art selbstreferenziellem Museum im Museum verewigen. Das hat er zuvor auch schon in Paris und Rom getan und diesem “Museum seiner selbst” dabei die Form eines stählernen Labyrinths gegeben, das verwirrend genug ist, um davor Schilder aufzustellen, das Eltern davor warnt, ihre Kinder allein hineinzulassen. Es könnte kaum eine passendere Metapher für die Beschreibung der “Arte povera” geben als so ein Labyrinth.
Der Pollock-Verehrer Jannis Kounellis ist ein leidenschaftlicher Verächter des Rationalismus und auch des Terrors, der in seinem Namen ausgeübt wird, von der römischen Militärherrschaft bis zur französischen Revolution. In Berlin dürfte einem die preußische Tradition des Rationalismus mit all ihren militaristischen Nachahmern bestens in Erinnerung sein. Die vier großen Messer gleich am Eingang weisen darauf hin, was gemeint ist.
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
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Die Überwindung der Schwerkraft
TAGESSPIEGEL online - Nicola Kuhn
Stahl, Kohle, Blei: Jannis Kounellis verwandelt den Mies van der Rohe-Bau der Neuen Nationalgalerie Berlin in ein Labyrinth.
Die 2,35 Meter hohen Labyrinthwände wirken unter der luftigen Decke der Neuen Nationalgalerie keineswegs erdrückend, sondern wie ein ausbalancierter Kontrapost. Und die knapp dreißig, zum Teil monumentalen Stücke erscheinen geradezu sparsam platziert. Der Besucher bewegt sich erstaunlich leichtfüßig von Werk zu Werk, obwohl ihn das reine Gewicht und die Tristesse der Farben von Rostbraun, Stahlgrau und Kohleschwarz – hinterfangen vom Berliner Novemberhimmel – melancholische stimmen müssten.
Kounellis ist längst ein Klassiker, der das von ihm entwickelte Setting meisterlich orchestriert. Im Gegensatz zu Bildhauerkollegen wie Günther Uecker oder Rebecca Horn, die in ihrem Alterswerk plötzlich zu opernhaften Requisiteuren werden, inszeniert er mit vollendeter Eleganz ein Bühnenstück. Wohnt schon dem einzelnen Werk Theatralik inne, so entwickelt sich aus dem Zusammenspiel der Objekte eine ganze Partitur. Die Chronologie spielt keine Rolle; Kounellis unternimmt seine Lebenskunstreise im offenen Kontinuum der Zeit.
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Jannis Kounellis
Neue Nationalgalerie, Berlin
| bis 24. Februar 2008
Jan
12
Bettina Rheims | Héroïnes | Heldinnen
Januar 12, 2008 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Kestnergesellschaft |
Bis zum 03. Februar 2008 zeigt die kestnergesellschaft erstmals in Deutschland 21 Fotografien der Serie “Héroïnes”, in der Bettina Rheims auf großen Formaten international bekannte Frauen porträtiert. Zu den Heldinnen zählen unter anderen die Schauspielerinnen Milla Jovovich, Eva Ionesco, Béatrice Dalle und Tilda Swinton sowie die Tänzerin und Choreografin Blanca Li, die sie in von Jean Colonna arrangierten Kleidungsstücken in ihrem Atelier vor einer kalt wirkenden Steinkulisse inszeniert.
Bettina Rheims hat sich vor allem durch ihre Frauenporträts einen Namen gemacht. In ihnen nimmt sie keine Rücksicht auf Tabus wie Androgynie, geschlechtliche Identität und Exhibitionismus. Die Bilder verstören oftmals durch ihre Zweideutigkeit, sie hinterfragen die Norm wie das Unausgesprochene, den Voyeurismus sowie die verborgenen Geheimnisse des unmittelbaren Begehrens. Immer wird in den Aufnahmen die weibliche Identität ausgelotet, ohne die Personen als reine Sexualobjekte festzuhalten. Die Serie der “Héroïnes” greift klassische Heldenbilder auf und transferiert diese in unsere Zeit.
Bettina Rheims | Héroïnes
| Kestnergesellschaft, Hannover
| bis 03. Februar 2008
Bettina Rheims
| infos auf wikipedia
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Zu der Fotoserie “Héroïnes” ist im Schirmer/Mosel Verlag 2007 eine Publikation erschienen, die für die Ausstellung in der Kestnergesellschaft eine mehrseitige Beilage mit Texten von Veit Görner und Caroline Käding erhält, sowie ein von Damien Sausset geführtes Interview mit der Künstlerin.
Bettina Rheims | Héroïnes
deutsch/englisch/französisch
53 farbigen Abb., 134 Seiten
Wie fühlen sich Frauen in teuren Kleidern? Was machen die Frauen aus den Kleidern, und was machen die Kleider mit den Frauen? Heroines, Bettina Rheims’2005 entstandene Photoserie von 50 Frauen in den neuesten Kreationen der Pariser Haute Couture gibt verblüffende bis provokante Antworten auf diese Fragen. Denn hier geht es, wie bei Bettina Rheims (geb. 1952) kaum anders zu erwarten, nicht einfach um Modephotographie. Vielmehr ließ sie ihre Modelle, die keineswegs alle professionelle Models sind - wie Laetitia Casta oder Milla Jovovitch -, mit den feinen Textilien machen, was sie wollten und was der Photographin in ihr dekonstruktivistisches Konzept passte.
Bettina Rheims ignoriert gängige Schönheitsideale und verweigert sich dem von der Modeindustrie reklamierten Anspruch auf Perfektion und Glamour. Ihre auf hohem ästhetischen Niveau inszenierten Bilder unterwandern sowohl den kommerziellen wie den voyeuristischen bzw. männlichen Blick auf subtile Weise und eröffnen faszinierend beunruhigende Einblicke in die Welt der Haute Couture und derer, die sie tragen.
Heroines, das inzwischen vierte Buch von Bettina Rheimsbei Schirmer/Mosel, entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Modedesigner Jean Colonna, der hier für Layout und Gestaltung verantwortlich zeichnet.
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Die Französin Bettina Rheims (*1952 in Paris) arbeitete vor ihrer Karriere als Fotografin zunächst als Mannequin, Schauspielerin und Journalistin. Neben ihren Fotoserien, die ab 1978 entstanden, trat sie in den 1980er Jahren als Modefotografin für Magazine in Erscheinung. Der künstlerische Durchbruch gelang ihr 1991 mit der Serie “Chambre Close”, die in Anlehnung an die sog. Maisons Closes, den Freudenhäusern in Frankreich, entstand. 
Ihr Werk ist bekannt für erotische wie provokative Themen, so hat sie in einer Serie mit dem Titel “I.N.R.I.”, 1997 das Leben Jesu in einer psychiatrischen Heilanstalt nachgestellt.
Bettina Rheims und Serge Bramly | I.N.R.I.
| Kronprinzenpalais Berlin
| 1999/2000
Jesus ist eine Frau und ein Schwarzer, die Heilsgeschichte spielt ebenso auf Mallorca wie in einem verlassenen Krankenhaus bei Paris. Sie in die Bildsprache der Gegenwart zu übersetzen und in das 21. Jahrhundert herüberzuretten, war das Ziel der Zusammensarbeit von Serge Bramly und Bettina Rheims für I.N.R.I.
Die Künstler schufen eine moderne christliche Ikonographie. Die Gestalten der Evangelien werden dafür von unbekannten Darstellern genauso wie von Models und Schauspielern verkörpert.
In 200 farbigen und einigen schwarzweißen Fotografien stellten Rheims und Bramly Szenen aus dem Leben Christi nach. Die Veröffentlichung in Frankreich zog heftige Kritik von Christen auf sich. Von Rechtsradikalen gab es antisemitische Ausschreitungen gegen einige Buchhandlungen, die Rheims’ Fotoband verkauften. ( wikipedia)
Jan
3
Heinz Strunk | Zeit
Januar 3, 2008 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer |
Zeit | Ein Kurzfilm mit Heinz Strunk.
Der aufstrebende Stadteil Harburg im Süden Hamburgs scheint ein gutes Pflaster für talentierte Satiriker zu sein. Nach dem legendären Heino Jaeger ist auch Heinz Strunk mehr als einen Blick wert.
„Unter den Giganten des Komischen nach Karl Valentin bzw. im letzten Halbjahrhundert erscheint mir Heinz Strunk nach Heino Jaeger, Gerhard Polt und Helge Schneider zwar der noch unbekannteste, aber keineswegs mindeste Bruder, sondern heute schon ein inter pares.“ Eckhard Henscheid
Aus dem Hörspiel “Zeit” von Heinz Strunk (aus der CD Schorfopa - 2007) hat die Filmproduktion Filmstyler Pictures einen Kurzfilm gedreht, der die Erlebnisse des Freizeitdichters vor seinem kleinen Publikum bildlich darstellt.
Einmal im Jahr produziert Filmstyler einen Film fernab von kommerziellen Zwängen oder Auftraggebern, 2007 fiel die Wahl auf “Zeit” von Heinz Strunk und wurde als fünfminütiger Kurzfilm realisiert.
VIDEO | Zeit
Die Story handelt von einem komplexbeladenen „Freizeit-Dichter”, der sich vor einen kleinen Kreis von Kulturfreunden wagt, um diesen ein selbst verfasstes Gedicht zum Thema „Zeit” vorzutragen.
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Der Schorfopa
Volumen 2 seiner Kurzhörspiele.
Format: 1 Audio-CD | Jewelcase
Spieldauer: 52 Min.
kaufen bei amazon
Für Der Schorfopa hat Heinz Strunk ein zweites „Best of“ seiner von 1995 bis 2007 liebevoll und aufwändig produzierten Kurzhörspiele zusammengestellt. 30 Sekunden bis 5 Minuten dauern seine schrägen Momentaufnahmen aus dem Alltag. Alle Geräusche wurden von ihm selbst produziert und auch alle Rollen persönlich übernommen.
Hörproben aus der CD
Bier gespritzt
Weiberjoggen
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HÖRBUCH
| Fleisch ist mein Gemüse - Eine Landjugend mit Musik
| 5 Audio-CDs
Heinz Strunk liest seinen Bildungsroman.
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Mucke in Zeiten der Kohl-Ära. Oral History des Festzeltes
Als ‚oral history’ kommt es in der vom Stimmenvirtuosen Strunk selbst eingelesenen Hörbuchfassung nun erst wirklich zu sich selbst. Eingelesen? Eingekrächzt, eingesungen, eingebrüllt und eingespeichelt hat Strunk seine Geschichte, die doch bei allem komischen Effekt auch ein dokumentarischer zeitgenössischer Bildungsroman aus der Provinz, ein ‚Anton Reiser’ aus Hamburg-Harburg ist.“
Zur Qualität des Hörbuchs trägt auch bei, wie Strunk seine durchdachte Erzählstruktur durch genauen Einsatz von Liedtexten und leitmotivsche Schlagerphrasen unterstützt.
( FAZ - Richard Kämmerling | 9.2005 )
Traurige Jugend in den 80ern, pubertäre Sexualnöte, schaurige Provinzgestalten und trotz allem der Traum von einer Musikerkarriere. Nur ist Fleisch ist mein Gemüse doch noch etwas härtere Kost. Weil erstens offenbar alles selbst erlebt ist. Und zweitens die Pubertät mit ihren Qualen überhaupt nicht enden will. Denn Heinz ist schon 23, hat immer noch schwere Akne, wohnt bei Muttern und „schraubt“ in seinem Heimstudio im Keller Playbacks zusammen, auf dem Weg zum Hitproduzenten. Und sein Erfolg bei Frauen rangiert auf einer Skala von 1 bis 10 eher im Minusbereich.
Der Alltag ist geprägt vom Daddeln an Spielautomaten, exzessiver Selbstbefriedigung und Musikunterricht, bei dem Heinz seine Schüler mit Fragen nach der „enharmonischen Verwechslung von ges“ quält. Doch auch als der talentierte Hobby-Saxophonist einen Job bei der Tanzband „Tiffanys“ bekommt, ist das keineswegs die Wende zum Besseren. Statt „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“ und willigen Groupies bedeutet das nächtelange Auftritte bei Hochzeiten, Dorfjugendveranstaltungen und Schützenfesten in Garlstorf oder Moorwerder: eine „drittklassige Rumpelband“ in erbarmungswürdig schlecht sitzenden Sakkos und mit einem grauenerregenden Repertoire von G.G. Anderson bis zur „Schützenliesel“.
Die Buchverfilmung soll im April 2008 in die Kinos kommen.
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Heinz Strunk
| Infos auf wikipedia
Jan
3
Künstlersozialkasse | Die ausgesaugte Klasse
Januar 3, 2008 | Comments Off
SUEDDEUTSCHE - Andreas Zielcke
Ein Kreativer verdient 1000 Euro im Monat und will auch noch eine Versicherung? Etwas viel verlangt, findet offenbar die Wirtschaft und ruft nach Abschaffung der Künstlersozialkasse.
Die Wirtschaft hätte, wenn es ihre Absicht ist, Öl ins Feuer zu schütten, den Zeitpunkt nicht besser wählen können. In der aktuellen Diskussion um soziale Gerechtigkeit wirkt die Forderung nach Abschaffung der Künstlerkasse wie ein gezielter Tiefschlag. Er trifft eine Einkommensgruppe, die trotz ihres stolzen Selbstbildes einer gewollten Außenseiter- und Kreativexistenz zu den wirtschaftlich und sozial Deklassierten des Landes gehört. Allein die Zahlen verraten schiere Erbärmlichkeit. Das durchschnittliche Einkommen aller versicherten Künstler und Publizisten liegt derzeit unter 1000 Euro brutto im Monat.
Und keiner weiß um die elende Lage besser als die verwertende Wirtschaft, die ja die Honorare zahlt. Jedem, der die Zahlen zur Kenntnis nimmt, ist klar, dass alle Kunst, mit der Kulturschaffende ihr Brot verdienen, verblassen muss gegenüber der so genannten Lebenskunst dieser marginalisierten Kreativhelden - Lebenskunst ist hier der Euphemismus für einen verlustreichen Lebenskampf zwischen poetischem Höhenflug und trivialer Überlebenssorge.
Seit Juli dieses Jahres werden alle einschlägigen Unternehmen des Landes daraufhin überprüft, ob sie ihrer Zahlungspflicht nachkommen. Offenkundig zahlt nur ein Bruchteil der verpflichteten Betriebe ihre Abgabe an die Künstlerkasse. Und da die Prüfer nicht nur flächendeckend vorgehen, sondern auch befugt sind, die letzten fünf Jahre einzubeziehen, kommen auf viele Unternehmen tatsächlich schmerzhafte Zahlungsforderungen zu.






