Heinz Strunk | Zeit

Januar 3, 2008 | Comments Off

heinz-strunk-zeit-2007-videostill.jpgKUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer |  

Zeit | Ein Kurzfilm mit Heinz Strunk.

Der aufstrebende Stadteil Harburg im Süden Hamburgs scheint ein gutes Pflaster für talentierte Satiriker zu sein. Nach dem legendären Heino Jaeger ist auch Heinz Strunk mehr als einen Blick wert.

„Unter den Giganten des Komischen nach Karl Valentin bzw. im letzten Halbjahrhundert erscheint mir Heinz Strunk nach Heino Jaeger, Gerhard Polt und Helge Schneider zwar der noch unbekannteste, aber keineswegs mindeste Bruder, sondern heute schon ein inter pares.“ Eckhard Henscheid

Aus dem Hörspiel “Zeit” von Heinz Strunk (aus der CD Schorfopa - 2007) hat die Filmproduktion Filmstyler Pictures einen Kurzfilm gedreht, der die Erlebnisse des Freizeitdichters vor seinem kleinen Publikum bildlich darstellt.

Einmal im Jahr produziert Filmstyler einen Film fernab von kommerziellen Zwängen oder Auftraggebern, 2007 fiel die Wahl auf “Zeit” von Heinz Strunk und wurde als fünfminütiger Kurzfilm realisiert.

VIDEO | Zeit

Die Story handelt von einem komplexbeladenen „Freizeit-Dichter”, der sich vor einen kleinen Kreis von Kulturfreunden wagt, um diesen ein selbst verfasstes Gedicht zum Thema „Zeit” vorzutragen.

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Der Schorfopa
Volumen 2 seiner Kurzhörspiele.

Format: 1 Audio-CD | Jewelcase 
Spieldauer: 52 Min.
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Für Der Schorfopa hat Heinz Strunk ein zweites „Best of“ seiner von 1995 bis 2007 liebevoll und aufwändig produzierten Kurzhörspiele zusammengestellt. 30 Sekunden bis 5 Minuten dauern seine schrägen Momentaufnahmen aus dem Alltag. Alle Geräusche wurden von ihm selbst produziert und auch alle Rollen persönlich übernommen.

Hörproben aus der CD

Bier gespritzt

Weiberjoggen

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HÖRBUCH
| Fleisch ist mein Gemüse - Eine Landjugend mit Musik
| 5 Audio-CDs
Heinz Strunk liest seinen Bildungsroman.
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Mucke in Zeiten der Kohl-Ära. Oral History des Festzeltes

Als ‚oral history’ kommt es in der vom Stimmenvirtuosen Strunk selbst eingelesenen Hörbuchfassung nun erst wirklich zu sich selbst. Eingelesen? Eingekrächzt, eingesungen, eingebrüllt und eingespeichelt hat Strunk seine Geschichte, die doch bei allem komischen Effekt auch ein dokumentarischer zeitgenössischer Bildungsroman aus der Provinz, ein ‚Anton Reiser’ aus Hamburg-Harburg ist.“

Zur Qualität des Hörbuchs trägt auch bei, wie Strunk seine durchdachte Erzählstruktur durch genauen Einsatz von Liedtexten und leitmotivsche Schlagerphrasen unterstützt.
( FAZ - Richard Kämmerling | 9.2005 )

Traurige Jugend in den 80ern, pubertäre Sexualnöte, schaurige Provinzgestalten und trotz allem der Traum von einer Musikerkarriere. Nur ist Fleisch ist mein Gemüse doch noch etwas härtere Kost. Weil erstens offenbar alles selbst erlebt ist. Und zweitens die Pubertät mit ihren Qualen überhaupt nicht enden will. Denn Heinz ist schon 23, hat immer noch schwere Akne, wohnt bei Muttern und „schraubt“ in seinem Heimstudio im Keller Playbacks zusammen, auf dem Weg zum Hitproduzenten. Und sein Erfolg bei Frauen rangiert auf einer Skala von 1 bis 10 eher im Minusbereich.

Der Alltag ist geprägt vom Daddeln an Spielautomaten, exzessiver Selbstbefriedigung und Musikunterricht, bei dem Heinz seine Schüler mit Fragen nach der „enharmonischen Verwechslung von ges“ quält. Doch auch als der talentierte Hobby-Saxophonist einen Job bei der Tanzband „Tiffanys“ bekommt, ist das keineswegs die Wende zum Besseren. Statt „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“ und willigen Groupies bedeutet das nächtelange Auftritte bei Hochzeiten, Dorfjugendveranstaltungen und Schützenfesten in Garlstorf oder Moorwerder: eine „drittklassige Rumpelband“ in erbarmungswürdig schlecht sitzenden Sakkos und mit einem grauenerregenden Repertoire von G.G. Anderson bis zur „Schützenliesel“.

Die Buchverfilmung soll im April 2008 in die Kinos kommen.

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Heinz Strunk
| Infos auf wikipedia

Künstlersozialkasse | Die ausgesaugte Klasse

Januar 3, 2008 | Comments Off

SUEDDEUTSCHE - Andreas Zielcke

Ein Kreativer verdient 1000 Euro im Monat und will auch noch eine Versicherung? Etwas viel verlangt, findet offenbar die Wirtschaft und ruft nach Abschaffung der Künstlersozialkasse.

Die Wirtschaft hätte, wenn es ihre Absicht ist, Öl ins Feuer zu schütten, den Zeitpunkt nicht besser wählen können. In der aktuellen Diskussion um soziale Gerechtigkeit wirkt die Forderung nach Abschaffung der Künstlerkasse wie ein gezielter Tiefschlag. Er trifft eine Einkommensgruppe, die trotz ihres stolzen Selbstbildes einer gewollten Außenseiter- und Kreativexistenz zu den wirtschaftlich und sozial Deklassierten des Landes gehört. Allein die Zahlen verraten schiere Erbärmlichkeit. Das durchschnittliche Einkommen aller versicherten Künstler und Publizisten liegt derzeit unter 1000 Euro brutto im Monat.

Und keiner weiß um die elende Lage besser als die verwertende Wirtschaft, die ja die Honorare zahlt. Jedem, der die Zahlen zur Kenntnis nimmt, ist klar, dass alle Kunst, mit der Kulturschaffende ihr Brot verdienen, verblassen muss gegenüber der so genannten Lebenskunst dieser marginalisierten Kreativhelden - Lebenskunst ist hier der Euphemismus für einen verlustreichen Lebenskampf zwischen poetischem Höhenflug und trivialer Überlebenssorge.

Seit Juli dieses Jahres werden alle einschlägigen Unternehmen des Landes daraufhin überprüft, ob sie ihrer Zahlungspflicht nachkommen. Offenkundig zahlt nur ein Bruchteil der verpflichteten Betriebe ihre Abgabe an die Künstlerkasse. Und da die Prüfer nicht nur flächendeckend vorgehen, sondern auch befugt sind, die letzten fünf Jahre einzubeziehen, kommen auf viele Unternehmen tatsächlich schmerzhafte Zahlungsforderungen zu.

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  • Ausstellungen | Hamburg

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    ( Archiv )