rheims-heroines.jpgKUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Kestnergesellschaft |

Bis zum 03. Februar 2008 zeigt die kestnergesellschaft erstmals in Deutschland 21 Fotografien der Serie “Héroïnes”, in der Bettina Rheims auf großen Formaten international bekannte Frauen porträtiert. Zu den Heldinnen zählen unter anderen die Schauspielerinnen Milla Jovovich, Eva Ionesco, Béatrice Dalle und Tilda Swinton sowie die Tänzerin und Choreografin Blanca Li, die sie in von Jean Colonna arrangierten Kleidungsstücken in ihrem Atelier vor einer kalt wirkenden Steinkulisse inszeniert.

Bettina Rheims hat sich vor allem durch ihre Frauenporträts einen Namen gemacht. In ihnen nimmt sie keine Rücksicht auf Tabus wie Androgynie, geschlechtliche Identität und Exhibitionismus. Die Bilder verstören oftmals durch ihre Zweideutigkeit, sie hinterfragen die Norm wie das Unausgesprochene, den Voyeurismus sowie die verborgenen Geheimnisse des unmittelbaren Begehrens. Immer wird in den Aufnahmen die weibliche Identität ausgelotet, ohne die Personen als reine Sexualobjekte festzuhalten. Die Serie der “Héroïnes” greift klassische Heldenbilder auf und transferiert diese in unsere Zeit.

Bettina Rheims | Héroïnes
| Kestnergesellschaft, Hannover
| bis 03. Februar 2008

Bettina Rheims
| infos auf wikipedia

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rheims-heroines-hannover-2008-katalog.jpgKATALOG

Zu der Fotoserie “Héroïnes” ist im Schirmer/Mosel Verlag 2007 eine Publikation erschienen, die für die Ausstellung in der Kestnergesellschaft eine mehrseitige Beilage mit Texten von Veit Görner und Caroline Käding erhält, sowie ein von Damien Sausset geführtes Interview mit der Künstlerin.

Bettina Rheims | Héroïnes
deutsch/englisch/französisch
53 farbigen Abb., 134 Seiten

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Wie fühlen sich Frauen in teuren Kleidern? Was machen die Frauen aus den Kleidern, und was machen die Kleider mit den Frauen? Heroines, Bettina Rheims’2005 entstandene Photoserie von 50 Frauen in den neuesten Kreationen der Pariser Haute Couture gibt verblüffende bis provokante Antworten auf diese Fragen. Denn hier geht es, wie bei Bettina Rheims (geb. 1952) kaum anders zu erwarten, nicht einfach um Modephotographie. Vielmehr ließ sie ihre Modelle, die keineswegs alle professionelle Models sind - wie Laetitia Casta oder Milla Jovovitch -, mit den feinen Textilien machen, was sie wollten und was der Photographin in ihr dekonstruktivistisches Konzept passte.

Bettina Rheims ignoriert gängige Schönheitsideale und verweigert sich dem von der Modeindustrie reklamierten Anspruch auf Perfektion und Glamour. Ihre auf hohem ästhetischen Niveau inszenierten Bilder unterwandern sowohl den kommerziellen wie den voyeuristischen bzw. männlichen Blick auf subtile Weise und eröffnen faszinierend beunruhigende Einblicke in die Welt der Haute Couture und derer, die sie tragen.

Heroines, das inzwischen vierte Buch von Bettina Rheimsbei Schirmer/Mosel, entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Modedesigner Jean Colonna, der hier für Layout und Gestaltung verantwortlich zeichnet.

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Die Französin Bettina Rheims (*1952 in Paris) arbeitete vor ihrer Karriere als Fotografin zunächst als Mannequin, Schauspielerin und Journalistin. Neben ihren Fotoserien, die ab 1978 entstanden, trat sie in den 1980er Jahren als Modefotografin für Magazine in Erscheinung. Der künstlerische Durchbruch gelang ihr 1991 mit der Serie “Chambre Close”, die in Anlehnung an die sog. Maisons Closes, den Freudenhäusern in Frankreich, entstand. rheims-inri | Katalog kaufen bei amazon

Ihr Werk ist bekannt für erotische wie provokative Themen, so hat sie in einer Serie mit dem Titel “I.N.R.I.”, 1997 das Leben Jesu in einer psychiatrischen Heilanstalt nachgestellt.

Bettina Rheims und Serge Bramly | I.N.R.I.
| Kronprinzenpalais Berlin
| 1999/2000

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Jesus ist eine Frau und ein Schwarzer, die Heilsgeschichte spielt ebenso auf Mallorca wie in einem verlassenen Krankenhaus bei Paris. Sie in die Bildsprache der Gegenwart zu übersetzen und in das 21. Jahrhundert herüberzuretten, war das Ziel der Zusammensarbeit von Serge Bramly und Bettina Rheims für I.N.R.I.
Die Künstler schufen eine moderne christliche Ikonographie. Die Gestalten der Evangelien werden dafür von unbekannten Darstellern genauso wie von Models und Schauspielern verkörpert.

In 200 farbigen und einigen schwarzweißen Fotografien stellten Rheims und Bramly Szenen aus dem Leben Christi nach. Die Veröffentlichung in Frankreich zog heftige Kritik von Christen auf sich. Von Rechtsradikalen gab es antisemitische Ausschreitungen gegen einige Buchhandlungen, die Rheims’ Fotoband verkauften. ( wikipedia)

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