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Gerhard Richter | Bilder aus privaten Sammlungen
Januar 29, 2008 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Museum Burda |
“Ich verfolge keine Absichten, kein System, keine Richtung, ich habe kein Programm, keinen Stil, kein Anliegen”
Bis zum 27. April 2008 werden mehrere private Sammlungen ihre wichtigsten Richter-Werke im Museum Frieder Burda, Baden-Baden zeigen. Darunter befinden sich Bilder aus den Sammlungen Böckmann (Berlin), Ströher (Darmstadt) und Frieder Burda. Gerhard Richter wird Bilder aus seinem persönlichen Besitz zur Verfügung stellen. Gezeigt werden mehr als 60 überwiegend großformatige Arbeiten aus den Jahren 1963 bis 2007.
Gerhard Richter hat es selbst übernommen, die Baden-Badener Schau im zu kuratieren. Richter ist sehr daran gelegen, seine Bilder in einen spannungsvollen Dialog mit der Museumsarchitektur von Richard Meier zu bringen. Die Werke aus den wichtigsten Richter- Sammlungen geben einen umfassenden Einblick über 40 Jahre Werkentwicklung, die sowohl die deutsche Nachkriegsgeschichte als auch das Medium der Malerei reflektiert. Zwischen nahezu fotorealistischen Bildern und großen, in ihrer expressiven Farbigkeit und technischen Perfektion bestechenden abstrakten Kompositionen präsentiert sich das sehr komplexe Werk Richters.
Die Sammlungen, die in Baden-Baden gezeigt werden, ergänzen sich nahtlos. Vorbild ist der Erfolg der umfassenden Polke-Retrospektive mit drei Privatsammlungen im Museum Frieder Burda 2007. Nach diesem Prinzip sind weitere Ausstellungen in Baden-Baden geplant, darunter im Frühjahr 2009 Georg Baselitz.
Gerhard Richter. Bilder aus privaten Sammlungen
| Museum Frieder Burda
| bis 27. April 2008
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KATALOG | Gerhard Richter
Bilder aus privaten Sammlungen
| Deutsch, 184 Seiten,
| 119 Abb.,
| davon 105 farbig
| 19,30 x 28,60 cm
| gebunden
| mit Schutzumschlag
Die attraktive Publikation gibt anhand von über 90 Werken aus bedeutenden Privatsammlungen darunter auch Arbeiten aus dem Besitz des Künstlers einen konzisen Einblick in über 40 Jahre seiner Arbeit und reflektiert dabei sowohl die deutsche Nachkriegsgeschichte als auch das Medium Malerei.
Richters ungemein komplexes Werk oszilliert zwischen nahezu fotorealistischen Bildern und großen, in ihrer expressiven Farbigkeit und technischen Perfektion bestechenden abstrakten Kompositionen. Im Zentrum steht dabei jedoch stets die Malerei, die sich in vielfältigen Spielarten behauptet und der Wirklichkeit ihre eigene Realität selbstbewusst entgegenstellt. Zur Ausstellung: Sammlung Frieder Burda, Baden-Baden 19.1.-12.5.2008 und weiteren Stationen.
Götz Adriani schreibt im Katalog:
„Richter ist im globalen Vergleich zu einer Instanz des Maß-Gebens und des Maß-Haltens über lange Zeiträume hinweg geworden. Deshalb ist er auch der einzige deutsche Künstler, dem zu Lebzeiten im Museum of Modern Art in New York eine aufwendige Retrospektive zuteil wurde.“
KATALOG
| Gerhard Richter
Malerei
Hrsg. The Museum of Modern Art, New York, Text und Interview mit dem Künstler von Robert Storr.
| 340 Seiten, 304 Abb.,
| davon 138 farbig,
| 165 in Duplex,
| 1 Klapptafel
| 26,50 x 29,50 cm
| Leinen mit Schutzumschlag
Deutsche Fassung des für die amerikanischen Ausstellung editierten Katalogs. Die Publikation zeigt einen repräsentativen Querschnitt aus 40 Jahren intensiven Schaffens, von den frühen gegenständlichen Arbeiten der Sechzigerjahre, für die Richter erstmals Fotografien als Malvorlagen verwendete, über seine Grauen Bilder, bis hin zu den Vermalungen und abstrakten Gemälden der Achtziger- und Neunzigerjahre. Das bestimmende Thema hinter den verschiedenen Motiven und Stilen ist letzten Endes die Malerei selbst, deren Möglichkeiten und Grenzen Richter in den so vielfältig erscheinenden Schaffensperioden immer wieder aufs Neue auslotet.
»Der Versuch, Gerhard Richters Werk in den Griff zu bekommen, gleicht dem Bemühen, aus einem zerbrochenen Becher ausgelaufenes Quecksilber einzufangen”, US-Kritiker Robert Storr.«
»Der Band ist ein Muss für Richter-Fans und für alle, die sich für die Malerei der vergangenen 40 Jahre interessieren.« artinvestor
»Wenn es ein wirklich maßgebliches Buch zum malerischen Gesamtwerk Richters gibt, so ist es sicherlich dieses.« Heft
»Ein sorgfältig edierter, “nobler Bildband” mit einem klugen Aufsatz von Robert Storr über Gerhard Richter…« | Die Zeit, 12.09.2002
Mit zahlreichen brillanten Abbildungen in Farbe und Duplex und einem Text von Robert Storr ist dieses großzügig gestaltete Buch die maßgebliche Monografie zum malerischen Gesamtwerk Gerhard Richters.
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VIDEO
| DEUTSCHE WELLE 2007
Gerhard Richter wird 75
| Video ansehen (real-video) Beitragslänge 03:43 Min.
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Die Erhabenheit des Alltags
FAZ - Rose-Maria Gropp
Das Momentum in Baden-Baden ist die Hängung, das von ihr angeheizte Augenspiel. Es wird angezettelt von der Korrespondenz der gezeigten Werke untereinander. Der Maler Richter mischt ja stets mit; im Museum Frieder Burda hat er es nun durchschlagend getan.
Gerade gut sechzig Bilder - aus einem OEuvre von mehr als 2750 Arbeiten - sind im ganzen Haus verteilt. Der Meister hat sie selbst angerichtet, als sein eigener Kurator. Schließlich konnte er sich vom Feinsten bedienen, nämlich aus den Sammlungen Böckmann, Frieder Burda, Ströher - und aus seinen eigenen Beständen. Da kommt Freude auf.
In den drei Etagen bricht gelegentlich Richters Witz durch, eher scharf als komisch, geistvoll. So plaziert er das Porträt des übergewichtigen Warhol-Superstars Brigid Polk, das er 1971 vom Farbfoto malte, direkt neben seine grau-graue „Kuh“ von 1964.
Die Kuh ohne Hinterleib hebt den Kopf, angesichts von Brigid Polks nackten Brüsten, pralle Erinnerung (steigt man in das Archiv jener wilden Jahre) an deren „Tit Paintings“. Überhaupt hat es dieser zentrale Raum im zweiten Stock des Gebäudes von Richard Meier in sich. An einer Stirnwand hängt da „Frau mit Kind (Strand)“ von 1965, daneben „Tote“ von 1963, Letzteres ein Rätselbild, Zeitungsschnipsel mit Wortfetzen: Die mysteriöse Wucht des verschütteten Zusammenhangs packt mit demselben Griff nach dem Betrachter wie eines der gleichzeitigen „Disaster“ Andy Warhols.
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Mal grau, mal grell, mal abstrakt, mal reell. Man hat ihn dafür kritisiert und hofiert - Weltruhm mit ambivalenten Nebenwirkungen. Kunst bei Richter ist etwas anderes: leise, zweifelnd, raffiniert, betörend - Landschaften z.B. Pure Schönheit. Und viele Fragen.
ARTE | Kultur
Ausstellungen
| VIDEO-Reportage ansehen (wmv video)
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Der Künstler als Kurator
DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Stefan Koldehoff (Interview)
Eine selbstgehängte Ausstellung hat Gerhard Richter nun Gelegenheit gegeben, auf Werke zurückzublicken, die er im Laufe von vier Jahrzehnten geschaffen hat. Für die Schau im Baden-Badener Museum Frieder Burda hat er 60 Werke aus mehreren Privatsammlungen ausgewählt.
Man kommt unten in dieses Museum hinein, in die große Eingangshalle, die so große Formate zulässt wie kaum ein anderes Museum in Deutschland, und sieht dort riesige Abstraktionen, man sieht die Vermalungen, also Bilder, auf denen er einfach Farbe hin- und hergemalt hat, ohne irgendeinen Gegenstand vor Augen zu haben. Man sieht seine Experimente mit der Farbe Grau, also riesige Leinwände, auf denen er mal mit der Tapetenrolle, mal mit dem Pinsel, mal fast gesprüht, schaut, welche Wirkung nur Farbe ohne jedes Motiv haben kann. Schraubt sich dann nach oben über die Rampen in diesem Museum, kommt vorbei an den fotorealistischen Bildern, kommt vorbei an den Farbfeldmalereien aus den 70er-Jahren, die er jetzt für das Kirchenfenster im Kölner Dom wieder neu aufgegriffen und neu interpretiert hat. Kommt vorbei an den Kerzen- und Totenschädelbildern, den Vanitas-Motiven, und hat eigentlich wirklich einen kompletten Überblick über das Werk von Gerhard Richter in nur 60 Bildern.
DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen
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Gerhard Richter. Bilder aus privaten Sammlungen
| Museum Frieder Burda
| bis 27. April 2008
Jan
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EMILIO VEDOVA 1919 - 2006
Januar 29, 2008 | Comments Off
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Berlinische Galerie |
“Addio Vedova, Künstler der Rebellion“ – so verabschiedete La Repubblica Emilio Vedova im Herbst 2006. Gut ein Jahr nach dem Tod des Künstlers würdigt die Berlinische Galerie den Hauptvertreter des italienischen abstrakten Expressionismus mit der ersten umfassenden Retrospektive in Deutschland. Die Ausstellung - ergänzt durch mehrere dokumentarische Filme zum Gesamtwerk Vedovas - ist bis zum 20. April 2008 zu sehen.
Vedova war seit 1948 Stammgast auf der Venedig-Biennale, 1997 wurde er mit dem Goldenen Löwen für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. Neben Venedig fühlte er sich zeitlebens Berlin eng verbunden, wo er 1993 zum Mitglied der Akademie der Künste ernannt wurde.
Von Ende 1963 bis Mitte 1965 lebte und arbeitete er in der damals geteilten Stadt als „Artist in Residence“ im Rahmen eines Stipendiums der Ford Foundation. Vedova war fasziniert von den Gegensätzen der Stadt. Seit den 60er Jahren experimentierte Vedova mit der Erweiterung des klassischen Bildraumes. Es entstehen die so genannten Plurimi: Malerei und Collage auf mehrseitigen, beweglichen Holzelementen, die frei in den Raum gehängt oder gestellt werden.
Mit der hier entstandenen Arbeit Absurdes Berliner Tagebuch ´64 – eines seiner Hauptwerke – wurde der Künstler auf die documenta III eingeladen. 2002 schenkte Vedova diese monumentale Arbeit der Berlinischen Galerie. Es ist ein Herzstück seines Schaffens; in der Komplexität und Monumentalität gibt es bei Vedova kein vergleichbares Werk. Es atmet die große Tradition des weltoffenen Geistes in der Malerei der Lagunenstadt, ist aber zugleich dramatisch hinterfeuerte Antwort eines einzelnen auf die Existenzfragen seiner Zeit, die der Kalte Krieg mit der unausweichlichen, harten Realität der Teilung Berlins aufgeworfen hatte.
Das “Absurde Berliner Tagebuch ‘64″ ist jedoch von viel ausgreifenderer Brisanz; denn diese gewaltige, beinahe neun Meter hohe und auf fast 200 m² sich erstreckende Installation von sieben „Plurimi“ ist von dem unbändigen Willen des freien Geistes und der Toleranz getragen, der sich ein Vierteljahrhundert später mit dem Fall der Mauer für die Welt erfüllte.
| mehr Infos
Die Ausstellung gibt mit rund 150 Arbeiten einen bisher in Deutschland einzigartigen Überblick, der Vedovas gesamtes Lebenswerk von den Jugendjahren bis zu seinem Tod umspannt.
EMILIO VEDOVA 1919 - 2006
| Berlinische Galerie
| bis 20. April 2008
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SPECIAL | BASELITZ | Hommage an Emilio Vedova
Die Venedig-Biennale ehrte im letzten Jahr den 2006 verstorbenen Künstler Emilio Vedova, der seit 1948 regelmäßig auf der Biennale vertreten war, mit einer Hommage im venezianischen Pavillon. Das Zentrum der Ausstellung bildeten sechs neue großformatige Gemälde von Georg Baselitz. Baselitz schuf die erstmals auf der Biennale präsentierten Bilder eigens als Hommage an den großen italienischen Maler.
Der Berlinischen Galerie ist es nun gelungen, die bereits an ausländische Sammler verkauften Arbeiten von Baselitz nach Berlin zu holen und im Rahmen der Vedova-Retrospektive erstmals in Deutschland zu zeigen.
| bis 20. April 2008
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Als Sankt Dada Einzug hielt
TAZ - Brigitte Werneburg
Einen Venezianer stellt man sich anders vor. Anders als diesen wunderlichen Waldschrat, diesen zwei Meter großen Hünen mit dem prächtigen Zottelbart. Und doch, dieser Riese tanzt, er ist voller Energie, voll Rhythmus, immer in Bewegung. Er nimmt die Welt in Besitz, und sei es nur, dass er ein Stück Metall vom Boden aufhebt oder einen Draht, den er verbiegt und verformt. Was immer er in die Hände bekommt, verwandelt er unweigerlich in ein von ihm geschaffenes Ding. Er ist also kein ungefährlicher Bursche.
Von November 1963 bis Mai 1965 experimentiert Vedova in Berlin weiter an den sogenannten Plurimi, doppelseitig bemalten Holzplatten, mit denen er die Malerei von der Wand reißt und mitten in den Raum hinein montiert …
… war nicht jede Arbeit, die er in dem von Albert Speer erbauten Breker-Atelier im Käuzchensteig schuf, ein pièce de résistance? Musste der Gedanke Vedova nicht beflügeln, dass mit seinen raumgreifenden, zusammengenagelten und geknoteten Bildinstallationen, seinen Materialcollagen, Sankt Dada Einzug in die unheiligen Hallen hielt? Und mit ihm der Abfall, der Dreck und die Gesellschaftskritik? Um ausgerechnet dort als das vielleicht venezianischste Erbe in Vedovas Kunst - verkörpert in seinem Selbstverständnis als durch und durch politischer Künstler - zu triumphieren?
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Der Berserker tanzt Walzer
TAGESSPIEGEL online - Christina Tilmann
Es ist der große Auftritt. Für Emilio Vedova, den Meister des abstrakten Expressionismus in Italien, der im Berlin der Jahre 1963 bis 1965 seine prägenden Eindrücke erhielt. Und für die Berlinische Galerie und ihr Haus in der Alten Jakobstraße, das noch nie so großzügig, so überzeugend, so monumental bespielt worden ist.
Die erste große Vedova-Ausstellung in Berlin: Das ist die Einlösung eines Versprechens – und ein Vermächtnis. 2002 hatte der italienische Maler sein Hauptwerk, das „Absurde Berliner Tagebuch ’64“, der Berlinischen Galerie geschenkt, wo es seit der Eröffnung des neuen Hauses im ehemaligen Glaslager in Kreuzberg einen Ehrenplatz hat. Einzige Bedingung: die Ausrichtung einer großen Ausstellung.
Eine „Hommage an Dada“ hat Vedova eine andere Berliner Arbeit genannt, und von der Dada-Technik der Kombination des Unzusammengehörigen hat er sich einiges abgeschaut. Hannah Höch, die Hausheilige der Berlinischen Galerie, war ihm in seiner Berliner Zeit wertvolle, wenn auch wesensmäßig völlig entgegengesetzte Gesprächspartnerin: Man stelle sich die Diskussionen zwischen der stillen, zurückgezogenen, zierlichen Dadaistin und dem venezianischen Berserker und Zweimetermann vor.
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EMILIO VEDOVA 1919 - 2006
| Berlinische Galerie
| bis 20. April 2008


