der-rechte-weg-videostill.jpgKUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Deichtorhallen, Hamburg |

Die Ausstellung ist bis zum 31. August 2008 für Deutschland exklusiv in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen und wird danach aufgelöst. Somit ergibt sich die letzte Gelegenheit für viele Jahre, das Werk der beiden Künstler im Überblick zu sehen. Die in Kooperation mit der Tate Modern, London, und dem Kunsthaus Zürich entwickelte Ausstellung bietet den ersten umfassendsten Überblick über das vielfältige und hintergründige Werk der beiden Künstler, die seit 1979 zusammen arbeiten.

Peter Fischli (* 1952) und David Weiss (* 1946)

sind die international bekanntesten Schweizer Künstler ihrer Generation. Ihr Werk zählt zu den einflussreichsten Positionen der Gegenwartskunst. Es verbindet die Medien Fotografie, Bildhauerei und Film in eigenwilliger und überraschender Weise, wobei das Ab- und Hintergründige des Banalen und Einfachen das durchgehende Thema ihrer künstlerischen Arbeit bildet.

Die Ausstellung präsentiert in der Raumgestaltung durch Peter Fischli und David Weiss 25 Ensembles, die jeweils einem Thema und einer anderen medialen Möglichkeit der Kunst in unserer  Zeit gewidmet sind. Darunter befinden sich auch ganz neue Werkreihen, die bei den ersten Stationen der Ausstellung in  London, Paris und Zürich noch nicht zu sehen waren, wie beispielsweise die “Tonskulpturen” aus ungebranntem Ton von 2007. Aber auch die Ensembles, die bereits in den ersten Stationen der Ausstellung zu sehen waren, werden dank des umfassenden Raumangebots der großen Deichtorhalle in Hamburg nun erstmals vollständig gezeigt.

Speziell für die große Deichtorhalle haben Peter Fischli und David Weiss in den letzten Monaten eine Raumgestaltung entwickelt, mit der die Architektur der Halle in neuer Weise erlebbar wird. In der Reihe der monographischen Ausstellungen, die seit 2005 in der Halle stattfinden, tritt diesmal das Spiel mit Helligkeit und Dunkelheit im Dialog mit der Industriearchitektur der Halle hinzu. Die großzügig angelegten Räume der Ausstellung versetzen den Betrachter in jeweils unterschiedliche Welten, vom Exotismus der großen Farbfotos von Flughäfen und Blumenensembles bis zur Reflexion über Bildhauerei in den “grauen Skulpturen” und neuen, von der digitalen Technologie inspirierten Arbeiten wie “Surrli” und “Fotografias”.

Peter Fischli / David Weiss: Fragen & Blumen
| Deichtorhallen Hamburg
| bis 31. August 2008

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KATALOG | Fragen & Blumen -
Eine Retrospektive

| 352 Seiten
| Deutsche Ausgabe
| Ill., z. T. farbig
| 22,5 cm

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Frechheiten

Das Wetter ist meist schlecht

FR online - Sandra Danicke

Die “Airports” sind eine Frechheit. So wie zuvor schon die Blumenfotos und eine in ihrer Scheußlichkeit kaum zu überbietende Polyurethan-Skulptur eine Frechheit gewesen waren. Die einen hübsch und damit scheinbar belanglos, die andere ein zugespitzter Brachialkitsch, wie man ihn in dieser Potenz nicht einmal auf Deutschlands Einkaufsstraßen findet.

Jetzt also steht man im zweiten Raum der Retrospektive von Peter Fischli und David Weiss in den Hamburger Deichtorhallen, sieht Flughafen-Fotos und fragt sich: Was soll das? Und merkt lange nicht, dass es genau diese Frage ist, die man sich im Zusammenhang mit zeitgenössischer Kunst schon viel zu lange nicht mehr ernsthaft gestellt hat.

Egal, ob da ein Putzlappen im White Cube gelegen hatte, der Ausstellungsraum demonstrativ verschlossen oder leer war, ob man kitschige Katzenbilder zu sehen bekommen hatte oder Filme, in denen gar nichts passiert - stets hatte man als Kunstkenner einen Referenzrahmen parat, konnte ein- oder zuordnen, verwerfen oder grandios finden. Bei Fischli/Weiss macht sich die lang vermisste Ratlosigkeit breit.

FR - Artikel lesen

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Catwalk der Würstchen

TAGESSPIEGEL - Nicola Kuhn

Seit das Schweizer Künstlerduo Künstlerduo Fischli/Weiss vor knapp dreißig Jahren mit seiner Zusammenarbeit begann, hat der Humor in die sonst so strenge zeitgenössische Kunst Einzug gehalten.  
 
Ein Riesentopf steht in der Mitte des Saals, rund und hoch, wie in den Afrikakarikaturen, in denen der unter die Wilden gefallene Forscher auf sein letztes Stündlein harrt und noch einen lakonischen Kommentar zum Besten gibt. Im Kochgefäß des Schweizer Künstlerduos Peter Fischli und David Weiss hockt zum Glück kein Safari-Delinquent. Stattdessen stehen auf der Innenwand Fragen über Fragen: „Bin ich ein Schwamm?“ – „Wandern die Seelen?“ – „Ist alles vorbestimmt?“

Oder: „Ist das Essen fertig?“– „Fährt noch ein Bus?“ Oder: „Quäle ich mich unnötig?“ – „Muss ich fröhlich sein?“ Auf den ersten Blick mag man auch Fischli/Weiss für Karikaturisten halten, die ihren Scherz nur dreidimensional betreiben. Doch wer länger seine Nase in ihren „Fragentopf“ hält, kommt aus dem Schmunzeln plötzlich ins Grübeln: Ist hier das Lachen wirklich erlaubt? Darf Kunst überhaupt witzig sein?

TAGESSPIEGEL - Artikel lesen

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Verdrehte Wirklichkeit

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Anette Schneider

Für ihre umfangreiche Retrospektive haben Fischli und Weiss die Deichtorhalle umbauen, Wände einziehen und so neue Räume schaffen lassen. Anders als in London und Zürich sind in Hamburg alle Werkgruppen vollständig versammelt. Auch sind noch zusätzliche Arbeiten zu sehen.

Allerdings irritiert die Konzeption: die Künstler zeigen hier Fotografien, Filme und Skulpturen streng voneinander getrennt, was der Ausstellung einen merkwürdigen Ernst verleiht. Auch verhindert diese Präsentation das Vergnügen, die drei Kunstgattungen in einem Raum zu erleben und damit unmittelbar zu sehen, wie sich Fotografie, Skulptur und Film aufeinander beziehen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung: der Film “Lauf der Dinge”. 1987 machten sich Fischli und Weiss an dieses 30-minütige Feuerwerk aus irrwitzigen Kettenreaktionen, die ein Autoreifen auslöst, der - vorsichtig angetippt - langsam eine Schräge hinabrollt.

VIDEO | Der Lauf Der Dinge 1986 | Ausschnitt “Feuerteil”

DVD | Der Lauf der Dinge / The Way Things Go [UK IMPORT]
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Auch andere Filme gibt es zu entdecken. Etwa “Ratte und Bär”, in denen die beiden in absurden Ratte- und Bärkostümen mit sehr denkerischem Gestus durch Wälder und Gebirge streifen und einsam-genialische Künstler mimen.

“Und für diese Filme ‘Ratte und Bär’ haben sie als Erklärung dann ein Heft mit veröffentlicht mit lauter Diagrammen. Und das war eine wirkliche Parodie auf Josef Beuys und auf die Ernsthaftigkeit, in der Beuys und überhaupt die Kunst damals aufgetreten ist.” ( Deichtorhallenleiter Robert Fleck )

Mit diesem Humor stellen die beiden immer wieder vermeintlich Selbstverständliches in Frage, führen die Absurdität im Banalen vor, und spielen mit unserer Wahrnehmung …

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

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Meuterei der Mode-Würstchen

SPIEGEL online - Jenny Hoch

Verkleidete Würstchen, flammenschlagende Kettenreaktionen: Das legendäre Künstlerduo Fischli/Weiss brachte den Humor in die Kunst. Jetzt offenbaren die Kindsköpfe ihre dunklen Seiten - mit Zivilisationsschrott und Höllenskulpturen.

Die beiden balancieren sicher auf dem schmalen Grad zwischen Trivialem und Intellektuellen, und geht doch mal ein Schritt daneben, wie zum Beispiel die eher austauschbare Bilderansammlung “Sichtbare Welt”, verzeiht man ihnen das gerne. Und schmunzelt über ihre wunderbar skurrilen Arbeiten, die niemals mit großer Geste daherkommen, sondern stets leise und mit hintergründigem Humor.

Doch unversehens wechselt Launiges mit Ernsthaftem, und spätestens, wenn man vor der düsteren, höllenartigen Skulptur “Boite de Nuit (Fieber)”, der tristen Fotoserie “Agglomeration” oder dem mit Zivilisationsschrott beladenen “Floss” steht, das von Krokodilen und Flusspferden umkreist wird, ist die lustige Diskostimmung verflogen. Denn Fischli und Weiss haben, das übersieht man leicht anhand der Fülle an witzigen Arbeiten, durchaus eine dunkle Seite.

Die Ausstellungsarchitektur nimmt diese bisher oft vernachlässigte Ernsthaftigkeit von Fischli und Weiss geschickt auf. Sie veranstaltet kein Kasperletheater, sondern ordnet die Werkgruppen in mal hellen, mal dunklen, doch stets formal streng gegliederten Räumen.

SPIEGEL - Artikel lesen

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arte-television-europe

 

Peter Fischli und David Weiss sind zu ihrer großen Retrospektive nach Hamburg gekommen. Einer Ausstellung, die sich nicht in ausufernden Theorien verstricken soll. Die Lust am Banalen ist das Leitmotiv ihrer Kunst. Sie adaptieren Gegenstände und Situationen des Alltags und stellen sie mit Humor in einen künstlerischen Kontext. Immer wieder wird in diesen Arbeiten die Vorstellung von Wirklichkeit in Frage gestellt.

ARTE | Kultur | Ausstellungen

| VIDEO-Reportage ansehen (wmv video)

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Zur Ausstellungsstation Kunsthaus Zürich in 2007:
Die Kohlköpfe Arkadiens

NZZ - Urs Steiner

Fischli/Weiss sind dann richtig gut, wenn Uneingeweihte gar nicht merken, dass hier jemand Kunst gemacht hat. Dann kommen ihre Subversivität, ihr Changieren zwischen heiligem Ernst und abgründigem Witz am besten zum Ausdruck. Wie selbstverständlich nehmen die Dinge dann ihren Lauf.

Dichotomien sind ein grundlegendes Arbeitsinstrument von Fischli/Weiss. Immer wieder werden Sinnlichkeit und Rationalität auseinanderdividiert und neu miteinander in Beziehung gebracht - ein Vorgang, der sich im Ausstellungstitel «Fragen & Blumen» widerspiegelt. Die unter dringendem Kitschverdacht stehenden Blumenbilder etwa sind Resultat von Doppelbelichtungen und somit Kompositionen des Zufalls. Anderseits arrangieren die Künstler ihre an Max Frisch gemahnenden, streng rationalen Fragenkataloge zu luftigen Projektionen.

NZZ - Artikel lesen

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Die Fischli/Weiss-Schau war vorher bis 14.01.2007 in der Tate Modern, London zu sehen.
The Flowering Of A New Unreality

Hier der Link zu einem bebilderten Artikel des New Yorker Kunstkritikers Jan Avgikos im TATE ETC. Magazine — Issue 8 / Autumn 2006 anlässlich der Tate Modern Schau.

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Peter Fischli / David Weiss: Fragen & Blumen
| Deichtorhallen Hamburg
| bis 31. August 2008

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  • Ausstellungen | Hamburg

    Kunstverein Hamburg
    Hamburg-Zentrum
    BOJAN SARCEVIC | Only After Dark
    | bis 21. September 2008

    Die Kunst von Bojan Sarcevic ist geprägt durch das Spannungsverhältnis von sozialer Relevanz und dem Anspruch auf Autonomie.

    Vor diesem Hintergrund wäre auch das Aufgreifen des Formenvokabulars der 1910er und 1930er Jahre in seinem Werk zu deuten. Denn gerade in dieser Zeitspanne kristallisierte sich der für das 20. Jahrhundert so entscheidende Konflikt zwischen der Vorstellung einer vollkommen zweckfreien Kunst, die sich in erster Linie auf die ästhetische Gestaltung beruft und einer politisch agitatorischen Haltung, mit dem Anspruch, durch Kunst die Gesellschaft zu verändern. Vor diesem Hintergrund könnte man auch den im Kunstverein in Hamburg präsentierten Werkzyklus Only After Dark deuten. Für diese fünf erstmals in Deutschland vollständig präsentierten 16 mm Filme hat der Künstler abstrakte Objekte, kleine Skulpturen aus Holz, Metall und anderen Materialien mit der Kamera suggestiv abgetastet.

    Jeweils eigens hierfür komponierte Musik unterstreicht den atmosphärischen dichten und mysteriösen Charakter, der zusätzlich durch die an konstruktivistische Architektur erinnernden Pavillons unterstrichen wird, in denen sie präsentiert werden. Dabei oszillieren die von ihm inszenierten und dann gefilmten Modelle zwischen Landschaft, Architektur, Design und Kulisse. Die gesellschaftliche Bedingtheit dieser Bereiche wird von Bojan Sarcevic in einen bewussten Widerspruch zur formalen Eleganz der Inszenierung gesetzt.

    Hamburger Kunstverein


    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    ( Archiv )