rodtchenko-portraitphoto-by-v-kovrigin-1936.jpgKUNSTSCHAU HAMBURG- Jens Ullheimer | PT Gropiusbau Berlin |

Alexander Rodtschenko und Man Ray. Ein russischer und ein amerikanischer Fotokünstler zu Gast im Berliner Walter-Gropius-Bau. Die Doppelausstellung zeigt bis zum 18. August 2008 Werke des Surrealisten Man Ray und des Konstruktivisten Alexander Rodtschenko.

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Alexander Rodtschenko

Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt mit rund 350 Bildern der aus dem neu gegründeten „Moscow House of Photography“ stammenden Ausstellung einen umfassenden Blick in das fotografische Werk eines der innovativsten und vielseitigsten Künstlers der russischen Avantgarde.

Alexander Rodtschenko ist einer der großen Künstler des russischen Konstruktivismus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist weltweit bekannt geworden und zählt bis heute zu den wichtigsten Positionen der Moderne. Bevor er Mitte der 1920er Jahre die Fotografie als neues Medium für sich entdeckte, hatte er sich bereits als vielseitig tätiger und innovativer Künstler in Moskau hervorgetan. Seine Auffassung von Fotografie verstand sich als radikaler Bruch mit der Kunstfotografie der Jahrhundertwende. Der fotografische Blick sollte revolutioniert werden, ein „neues Sehen“ die Gesellschaft und den Menschen – in einer Zeit epochaler Veränderungen in Russland und in Europa – verändern.

Er hält die Motive in extremen Aufsichten und Untersichten fest, in Diagonalen, Anschnitten und Details. Für das damalige herrschende Sehempfinden war dies ein ungewöhnliches Verfahren. Doch die neuen Aufgaben und Themen verlangten seiner Meinung nach eine neue Form der Darstellung:

„Wir müssen unser optisches Erkennen revolutionieren. Wir müssen den Schleier von unseren Augen reißen, der ‚vom Nabel aus‘ heißt.“ „Und die interessantesten Blickwinkel der Gegenwart sind die von oben nach unten und von unten nach oben und ihre Diagonalen“. (1928)

Doch ab 1928 sah sich Rodtschenko zunehmend scharfer Kritik ausgesetzt. „Gefährlich“ und „bürgerlich-formalistisch“ ließ die Zeitschrift Sowjetskoje Foto verlauten, kaum waren die ersten dieser Arbeiten in der Zeitschrift Novy LEF erschienen. Er wird als Anhänger der experimentellen Fotografie von Moholy-Nagy und Man Ray diffamiert. Politischer Hintergrund ist eine stärkere Indienstnahme der Fotografie als Mittel der sozialistischen Massenkommunikation, die eindeutig ‚lesbar‘ sein sollte.

Die im Martin-Gropius-Bau gezeigte Ausstellung zeigt die vielen Facetten von Rodtschenkos bahnbrechendem fotografischen Werk: den Beginn mit den Fotomontagen, die Porträts der Freunde und Familie, teils als Mehrfachansichten, die Experimente mit Perspektiven, Bildstrukturen, Licht- und Schattenwirkungen, die Reportagen mit der Montage von Text und Bild, aber auch die Serie vom Zirkus und die letzten Experimente mit Farbfotografie. Erstmals sind Arbeiten aus dem von den Erben verwalteten Nachlass zu sehen. Die Ausstellung wurde von Olga Sviblova, Direktorin des „Haus der Fotografie Moskau“ kuratiert.

Alexander Rodtschenko
und
Man Ray: Unbekümmert, aber nicht gleichgültig
| Martin-Gropius-Bau, Berlin
| bis 18. August 2008

Rodchenko | Fotogalerie
| des Hauses der Fotografie, Moskau ( 55 Fotos )

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rodtschenko-berlin-2008-katalog.jpgKATALOG

Alexander Rodtschenko

Herausgeber Berliner Festspiele
Herausgeber Haus der Fotografie Moskau

| 224 Seiten
| 230 Abb. im Duotone,
| 34 farbige Abb.
| 23,5 x 29 cm
| gebunden mit Schutzumschlag
| Sprache: deutsch

| kaufen bei amazon

»Wir müssen unser optisches Erkennen revolutionieren.«
A. Rodtschenko, 1928

Alexander Rodtschenko (1891 – 1956) zählt zu den großen Erneuerern der Fotografie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Fotomontagen, seine ungewöhnlichen Architekturaufnahmen aus extremer Oberund Untersicht, seine Bildexperimente mit Perspektiven und Licht- und Schattenwirkungen, seine Fotoreportagen, die Bild und Text auf neue Weise kombinierten – all das war bahnbrechend für die Entwicklung der modernen Fotografie. Rodtschenko stellte sich nach der Oktoberrevolution in den Dienst der jungen Sowjetunion und setzte sich gemeinsam mit Künstlern und Dichtern wie Wladimir Tatlin, Wassily Kandinsky und Wladimir Majakowski für den Aufbau einer neuen Gesellschaft ein. Seit dem Ende der 1920er-Jahre sah er sich allerdings zunehmend scharfer politischer Kritik ausgesetzt.

Dieses Buch bietet mit mehr als 250 Abbildungen einen breiten Überblick über die vielen Facetten von Rodtschenkos fotografischem Werk. Darunter sind etliche bislang unpublizierte Arbeiten aus dem Nachlass. Ein Essay über die fotografische Avantgarde in Russland und eine umfangreiche Biografie Rodtschenkos beschließen den opulent ausgestatteten Band.

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rodtchenko-weissmeer-kanal-1933.jpg

1933 | Bau des Bjelomor-Kanals (Weißmeer-Ostsee-Kanal). Mega-Bauprojekt der Stalin-Ära, das durch den Einsatz von Gulag-Häftlingen umgesetzt wurde. Rodtschenko musste die Zwangsarbeiter für die Propagandazeitschrift „SSSR na strojke“  „USSR im Aufbau“ fotografieren. Dieses 140 Meilen lange Arbeitslager kostete 200.000 überwiegend politischen Gefangenen das Leben. ( BBC4 Home )

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Alexander Rodtschenko
auf wikipedia

Rodtchenko-Internet-Special
anlässlich der Ausstellung
im Museum of Modern Art, New York
vom 25. Juni - 06. Oktober 1998

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rodtschenko-plakat-berlin-2008.jpgAuf Demontage

TAGESSPIEGEL - Bernhard Schulz

Ja, die vom Moskauer Haus der Fotografie übernommene Wanderausstellung ist nicht ohne Tücken. Den ganzen Rodtschenko präsentiert sie nicht. Sie zeigt in ihrem besten Raum die bekannten Portraits, die er von seinen Dichter- und Künstlerfreunden anfertigte, von Sergej Tretjakow, von Lilja Brik und immer wieder vom markanten, stets wie zum Sprung bereiten Wladimir Majakowski.

Der Frühstückstisch, an dem Majakowski mit aufgekrempelten Hemdsärmeln sitzt, seine Freunde um ihn herum, vor allem Rodtschenkos gleichermaßen kreative (und in dieser Ausstellung wieder einmal sträflich vernachlässigte) Ehefrau Warwara Stepanowa, dazu die eben mal verkorkte Flasche in der Mitte: Da spürt man hautnah die hitzigen Diskussionen, die sich die Enthusiasten der Revolution um die Zeitschrift „Lef“ („Linke Front“) lieferten, als noch nicht alles unter der Diktatur Stalins zertreten war.

Schöne Fotos, liebgewordene Bekannte, Ikonen der Fotografiegeschichte; aber eben doch nicht all das, was man hätte zeigen können und zeigen müssen und was die unübertroffene Retrospektive des New Yorker Museum of Modern Art 1998 schon einmal zusammengetragen hatte.

TAGESSPIEGEL - Artikel lesen

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Fotografische Moderne

TAZ - Egbert Hörmann

“Es sieht so aus, als könne nur der Fotoapparat das moderne Leben abbilden” - die frühen Zwanzigerjahre bildeten das “Zwischenzeitalter”, eine Zeit, in der - wenn auch kurz und illusorisch - ein überaus fruchtbares Wechselspiel zwischen moderner Kunst und gesellschaftlichem Experiment stattfand. Die Avantgarde und die junge Sowjetmacht waren sich einig: Mit Film und Foto fand Kunst ihren wirkungsvollsten Ausdruck auf der Höhe der Zeit.

Rodtschenkos Sehweise, seine Neudefinition radikaler Ästhetik wie auch die Verschiebung ihrer Grenzen, hat unsere moderne Wahrnehmung der Welt und “die Fähigkeit, von allen Seiten zu sehen”, entscheidend mitgeformt. “Wir sind gezwungen zu experimentieren” -Schklowskis Theorie vom “neuen Sehen” folgend, entwickelte Rodtschenko die berühmte “Rodtschenko-Perspektive”. Deren Grundprinzip war:

“Vor allem von oben nach unten und von unten nach oben - dieses sind die interessantesten Blickwinkel der zeitgenössischen Fotografie.”

rodtchenko-girl-with-leica-1934.jpgVerfremdungen, Paradoxen, Geometrien, extrem steile, hohe und niedere Blickwinkel, die Betonung von Perspektive und Tiefe durch das Prinzip der “Rodtschenko-Verkürzungstechnik”, ergeben immer vitale und hypnotische Aufnahmen von Straßenzügen, Alltagsszenen, technischen Bauten, Sport- und Produktionsstätten und Darstellungen des optimistischen “homo sovieticus”.

Es sind häufig “banale” Motive, die gleichzeitig starken Signalcharakter haben. Wie die Filmregisseure Eisenstein und Wertow komponierte Rodtschenko seine Bilder, anstatt einfach die Kamera “draufzuhalten”,

TAZ - Artikel lesen

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Heroisch und erotisch

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carsten Probst

Auf den ersten Blick sind die historischen Ähnlichkeiten sogar erstaunlich. Rodtschenko ist wie Man Ray ein grandioser Portraitfotograf. Beider Werke ziehen ihre Energie aus der gezielten Grenzüberschreitung des fotografischen Sujets hin zu dem, was man heute Foto-Design nennt: zur Collage, zu Typografie und Werbung. Beide arbeiten auf ihre Weise an einer Idee des kollektiven Bildes in der Fotografie, sei es wie Man Ray auf den Spuren des Unbewussten und der Zufallsmontagen, sei es wie Rodtschenko mit den “Urelementen” von Bildern der russischen Konstruktivisten.

Beide erscheinen in ihrer Zeit als radikale Individualisten mit höchst unterschiedlichen Karriereverläufen: Rodtschenko erlitt das Schicksal aller großen Künstler der frühen Sowjetzeit unter Stalins Regime und musste von Glück reden, dass er überlebte. Aus dem revolutionären Elan der 10er und 20er Jahre wird in den 30er Jahren eine betont unpolitische Auftragsfotografie im Dienst des Sozialistischen Realismus. Es sind immer noch großartige Bilder: Landschaften, und Landleben, Portraits, Industriearbeit oder die Dokumentation eines Kanalbaus - aber nicht mehr das große, dynamische Experiment, nicht mehr der Künstler als Anführer der Revolution. Der Individualist Rodtschenko ist am Ende seines Werkes ein gebrochener Künstler.

Der ein Jahr ältere Man Ray, der ja eigentlich Emmanuel Radnitzky hieß, ehe seine in die USA immigrierten Eltern ihre Nachnamen in Ray verkürzten, wandelte dagegen immer auf einem schmalen Grat zwischen Experiment und Kommerz. Auch Man Ray hatte seine Großkrise, als er von seinem ersten Paris-Aufenthalt vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht zurück in die USA fliehen und sein gesamten Werk zurücklassen musste. Er fiel daraufhin in eine Depression und konnte sich erst in Los Angeles nach und nach wieder hervorarbeiten.

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

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man-ray-links-plakat-berlin-2008-rechts-selbstportrait-1924.jpgKUNSTSCHAU HAMBURG - Jens Ullheimer | PT Gropiusbau Berlin | 

Die Ausstellung im Berliner Walter-Gropius-Bau zeigt bis zum 18. August 2008 Zeichnungen, Fotos, Gemälde und Plastiken aus der Sammlung des Man Ray Trusts in Long Island, New York. Die Sammlung des Man Ray Trusts ist nie zuvor gezeigt worden.

„Unconcerned But Not Indifferent“ (Unbekümmert, aber nicht gleichgültig) lautet die Inschrift auf Man Rays (1890-1976) Grabstein, die für den Titel der Ausstellung gewählt wurde.

Man Ray

Mit über 300 Stücken ist sie die erste ihrer Art, die Man Rays künstlerische Arbeiten mit den Gegenständen und Bildern in Beziehung setzt, aus denen er seine Inspiration schöpfte – seine Melone und sein Spazierstock, Gegenstände aus den Regalen seines Studios in der Rue de Ferou in Paris, seine Sammlung erotischer Fotografien und die Objekte, die er für seine bekannten Rayografien verwendete.

Wegen der Fülle des Materials, das im Man Ray Trust zur Verfügung stand, beschäftigt sich die Ausstellung mit der Entwicklung zahlreicher Motive von den Skizzen bis zum Meisterwerk und zeigt Man Rays gelegentliche Nutzung fotografischen Materials für Gemälde und Grafiken.

Der Aufbau von „Unbekümmert, aber nicht gleichgültig“ folgt den vier Schaffensperioden von Man Ray: New York (1890–1921), Paris (1921–1940), Los Angeles (1940–1951), Paris (1950–1976). Es werden zahlreiche Werke aus jeder Lebensperiode Man Rays gezeigt. Viele der vorgestellten Arbeiten sind gut bekannt, jedoch seit seinem Tod nicht mehr zu sehen gewesen. Als Ergebnis gründlicher Recherchen in den nicht katalogisierten Beständen des Trusts zeigt die Ausstellung erstmals eine Auswahl aus bislang gänzlich unbekannten Werkserien.

Man Ray: Unbekümmert, aber nicht gleichgültig
| Martin-Gropius-Bau, Berlin
| bis 18. August 2008

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man-ray-berlin-2008-katalog | kaufen bei amazon

 

KATALOG
Man Ray

| 336 Seiten
| 137 farbige Abb.,
| 200 Abb. im Duotone
| 22 x 27 cm
| gebunden
| mit Schutzumschlag

| kaufen bei amazon

 

Mehr als dreihundert Zeichnungen, Fotos, Gemälde und Plastiken geben einen kompakten Überblick über Man Rays Leben und seine künstlerische Entwicklung.

Mit einer Vielzahl bislang unbekannter Werke und Dokumente aus allen Schaffensphasen Man Rays (1890-1976) bietet dieser Band eine neue, überraschende Sicht auf das Leben und die künstlerische Produktion des großen amerikanischen Fotografen und Malers.

Zum ersten Mal präsentiert der New Yorker Man Ray Trust, der einen Großteil des Künstler-Nachlasses aufbewahrt, seine umfangreiche Sammlung: kaum bekannte Frühwerke, persönliche Gegenstände und Dokumente aus seinem Privatleben, Skizzen und Entwürfe für größere Arbeiten sowie zahlreiche der berühmten Meisterwerke.

Dieses Buch enthält weit mehr als 300 Abbildungen von Fotografien, Zeichnungen, Gemälden und Plastiken, die sowohl das herausragende Niveau wie auch den Facettenreichtum des Gesamtwerks von Man Ray belegen. Ergänzt werden die Bilder von einem einleitenden Essay über die künstlerische Entwicklung Man Rays und einer umfassenden und detaillierten Chronologie zum Leben und Werk des Künstlers.

• Ein ganz neuer Blick auf Man Ray: Viele unbekannte Werke des Künstlers werden erstmals gezeigt
• Mit mehr als dreihundert Zeichnungen, Fotos, Gemälden und Plastiken
• Enthält einen kompakten Überblick über Man Rays Leben und seine künstlerische Entwicklung

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Man Ray Trust ( mit umfangreichem Bildmaterial )

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VIDEO | Emak Bakia, 1926

 

Im Herbst kam schließlich der fast zwanzigminütige mit Jazzmusik von Django Reinhardt unterlegte Film Emak Bakia in Paris zur Aufführung; die Premiere in New York fand im darauf folgenden Frühjahr statt. Man Ray skizzierte sein Werk als „Pause für Reflexionen über den gegenwärtigen Zustand des Kinos.” Emak Bakia basierte ohne bestimmte Handlung auf Improvisationen, die mit Rhythmik, Geschwindigkeit und Licht spielen und somit auf das Medium Film an sich reflektieren. Der Film sollte ein cinepoeme, eine „visuelle Poesie“ sein, wie Man Ray auch im Untertitel betonte. ( wikipedia )

| mehr Kurzfilme von Man Ray auf ubuweb

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Man Ray: Unbekümmert, aber nicht gleichgültig
und
Alexander Rodtschenko
| Martin-Gropius-Bau, Berlin
| bis 18. August 2008

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