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13
Tobias Rehberger
August 13, 2008 | Leave a Comment
KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Museum Ludwig, Köln |
Im Museum Ludwig, Köln präsentiert Tobias Rehberger bis zum 21. September 2008 rund 40 Werke in einer 70m langen Installation.
Das-kein-Henne-Ei-Problem
Ungeachtet der Chronologie, stellt er Arbeiten aus 15 Jahren künstlerischen Schaffens nebeneinander: Stühle, die an Designklassiker erinnern, Blumenvasen- portraits und Prothesen auf Sockeln, japanisch anmutende Blumen aus Papier, Lampen aus Klettband, Objekte aus Plexiglas, Videoregale. Von Spots beleuchtet, werfen all diese Werke Schattenbilder auf die gegenüber liegende weiße Wand. Das alte Werk strahlt im neuen Licht, während ein neues Werk zugleich entsteht: eine Wandmalerei aus Licht, Schatten und Farbe.
Mit dieser Installation überführt Tobias Rehberger das Dreidimensionale in die Zweidimensionalität. Indem er Lichtspiel und Malerei bei der Gestaltung der Wand kombiniert, bleibt die Abhängigkeit zwischen den Objekten im Raum und dem Dargestellten auf der Wand bewahrt – denn gingen die Lichter aus, so würde das Wandbild größtenteils verschwinden. Dem Künstler
„gefällt die Vorstellung, dass etwas Ausgearbeitetes und Endgültiges den Ausgangspunkt für etwas Vages und Skizzenhaftes bilden kann“.
Was war zuerst da: die Henne oder das Ei? Tobias Rehbergers Wandmalerei ist ohne seine Skulpturen nicht denkbar, sowie das Ei ohne Henne unmöglich ist. Aber: Ist das Dreidimensionale ohne die zweidimensionale Skizze denkbar? Ist die Henne ohne Ei möglich? Was war zuerst da? Wie Henne und Ei stehen sich Rehbergers skulpturales Werk und sein Schattenbild gegenüber. Mit dieser Installation wirft Tobias Rehberger einmal mehr die Fragen nach Funktion, Gebrauchswert und Urheberschaft von Kunst auf.
Tobias Rehberger | „Das-kein-Henne-Ei-Problem“-Wandmalerei
| Museum Ludwig, Köln
| bis 21. September 2008
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VIDEO | ansehen
The artist’s comment and an impression of the exhibition in Stedelijk Museum CS ( windows media | 8 min., 12 sec. | english )
Die Ausstellung ist eine Übernahme aus dem Stedelijk Museum CS in Amsterdam. “The chicken-and-egg-no-problem wallpainting”
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PUBLIKATION
| 240 Seiten
| mit 100 farbigen Abbildungen,
| deutsch/englisch
| H 32 x B 25 cm,
| gebunden
| mit farbig bedrucktem Leinen
Tobias Rehberger gehört international zu den bedeutendsten Konzeptkünstlern. Seine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Architektur, Design, Mode, Werbung und Soziologie. Dabei gibt er dem modernistischen Vorhaben, gleichermaßen funktionale wie schöne Objekte zu schaffen, eine aktuelle Dimension. Mit atmosphärischen Installationen, Möbelstücken, Skulpturen, Parks, Kleidungsstücken und Plakaten interpretiert er Klassiker der modernen Kunst oder des Designs neu. In seiner häufig angewendeten Methode der Koproduktion geht es Rehberger um Strategien aus der Produktions- und Vertriebswelt. Nicht mehr der genialische Künstler, sondern kooperative Material- und Informationsverbreitung ist gefragt.
»Jeder sieht die Kunst anders, ich mache nur Vorschläge.«
Tobias Rehberger
(* 1966 in Esslingen) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Er war Schüler von Martin Kippenberger und Thomas Bayrle und ist seit 2001 Professor an der Städelschule Frankfurt. Neben zahlreichen Einzelausstellungen im In- und Ausland nahm er an der 47. Biennale von Venedig (2003) und an der 1. Berlin-Biennale (1998) teil.
Überblicksband zu allen Werkphasen, die mit informativen Kurztexten beschrieben werden. Die hochwertige Ausstattung gibt dem Buch Objektcharakter.
Autoren:
Daniel Birnbaum ist Rektor der Städelschule Frankfurt und Direktor des Ausstellungshauses Portikus. 2008 wurde er zum Direktor der Biennale von Venedig ernannt. Leontine Coelewij ist Kuratorin am Stedelijk Museum in Amsterdam. Lars Bang Larsen lebt in Frankfurt am Main und Kopenhagen als freier Kritiker und Kurator.
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Die Schattenwelt der Malerei
WESTDEUTSCHE ZEITUNG - Helga Meister
Tobias Rehberger führt im Kölner Museum Ludwig seine eigene Kunst hinters Licht. Dabei spielt er mit Realität und Fiktion.
Die Frage nach Schein und Sein ist so alt wie Philosophie und Kunst. Tobias Rehberger beantwortet sie mit Witz, Intelligenz und einer unschlagbaren Einfachheit. Er stellt und hängt rund 40 Objekte aus den vergangenen 15 Jahren ins Kölner Museum Ludwig, ohne Systematik, ohne Chronologie und ohne Thematik. Anschließend beleuchtet er sie mit so starken Theaterspots, dass sie klare, dunkle Schatten an die gegenüberliegende Wand werfen. Er überführt sein plastisches Werk in die Schattenwelt der Malerei.
Doch das ist nur der erste Schritt zur Verwandlung des Drei- ins Zweidimensionale. Nun beginnt das eigentliche Spiel. Da wird die kunstvoll oder zumindest handwerklich perfekt hergestellte Skulptur, beispielsweise ein Schirm ohne Dach, zum Windpropeller, und Rehberger pinselt dazu als Wandmalerei eine asiatisch anmutende Seenlandschaft mit einer großen, roten Sonnen- oder Mondscheibe. Ein Design-Klassiker als Schattenbild kann eine Comic-Blase vertragen, ein Stuhl-Schatten wird mit dem Edding-Stift farblich aufgepeppt. So schön und doch so falsch ist dieses Werk, dass dem Betrachter die Trennung der Materialien, Techniken und Objekte kaum gelingen will.
Manchmal wirkt die Projektion wichtiger als das originale Kunstwerk, wenn Rehberger Papier-Bäume zu Schattenästen werden lässt und sie vom himmelblau getuschten Firmament mit Sonnenscheibe umgibt. Was ist da eigentlich das Original, was die Fälschung? Ist das anfassbare Objekt echter als der Verschnitt aus materieloser Projektion und hinzugefügten Pinselstrichen?
WZ online WESTDEUTSCHE ZEITUNG - Artikel lesen
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VIDEO | Porträt Tobias Rehberger anlässlich der Schau in Köln 2008
| DEUTSCHE WELLE TV 2008
| Video ansehen ( windows media / Beitragslänge 03:27 Min. | deutsch )
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Wie wir uns entspannen
FR online - Sandra Danicke
Man denke nur an die Stühle, die einst von Design-Legenden wie Marcel Breuer oder Gerrit Rietveld entworfen wurden und heute als Klassiker gelten. 1994 hatte Rehberger Handwerkern in Kamerun den Auftrag erteilt, besagte Sitzmöbel nach seinen Gedächtniszeichnungen nachzubauen. Die Ergebnisse sind derzeit im Museum Ludwig in Köln unter dem Titel “Die ,Das-keine-Henne-Ei-Problem’-Wandmalerei” zu sehen. Als eines von zahlreichen Beispielen dafür, wie ein Werk gleichzeitig auf seine Geschichte verweisen und als Ausgangspunkt für eine neue Arbeit dienen kann.
Kunst, so zeigt es Tobias Rehberger, ist stets vor allem Projektionsfläche, aufgeladen mit Fantasien und Vorstellungen, die über das reale Objekt weit hinausgehen. Was, so lautet eine der zentralen Fragen im Rehbergerschen Kosmos, ist demnach ein Kunstwerk, und wie viel an ihm ist durch Sichtweisen, Kontext, Entstehungszeit bedingt? Was können Oberflächen vermitteln, was nicht? Kann die Gedächtniszeichnung von Design-Klassikern jenen, die sie nicht kennen, etwas über ihren kulturell kodierten Wert vermitteln? Offenbar nicht - die Kameruner Handwerker brachten seinerzeit Verbesserungsvorschläge wie ein Extrabein an oder eine zusätzliche Querstrebe, die im Freischwinger für Stabilität sorgt.
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Tobias Rehberger
| „Das-kein-Henne-Ei-Problem“-Wandmalerei
| Museum Ludwig, Köln
| bis 21. September 2008


