Arthur Szyk | Bilder gegen Nationalsozialismus und Terror
KUNSTSCHAU Hamburg | Jens Ullheimer | PT DHM Berlin |
Bis zum 04. Januar 2009 zeigt das Deutsche Historische Museum Berlin erstmals in Deutschland eine Werkauswahl politischer Karikaturen und Illustrationen von Arthur Szyk.
Arthur Szyk (1894–1951) war während des Zweiten Weltkrieges einer der einprägsamsten Schöpfer politischer Karikaturen und Illustrationen in den USA. Mit dem Zeichenstift bekämpfte er das NS-Regime und die mit ihm verbündeten Achsenmächte.
Szyks Arbeiten erschienen in auflagenstarken amerikanischen Magazinen und Tageszeitungen. Durch seine Zeichnungen und das Engagement für verschiedene Hilfsorganisationen versuchte er unablässig, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Massenmord an den europäischen Juden zu richten. Die Präsidentengattin Eleanor Roosevelt bezeichnete ihn als „one-man army“.
Die vom NS-Regime ausgehende Bedrohung begann Szyk in seinen Werken bald nach dessen Machtübernahme 1933 zu thematisieren. Hitler stellte er als die zeitgenössische Verkörperung des in der Geschichte wirkenden Bösen dar, etwa in der Rolle des Pharaos oder des Hunnenkönigs Attila. Pointierte Karikaturen zeigten Himmler, Goebbels und Göring sowie ihre Helfer aus den Reihen der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“. Dabei zog der Künstler eine Kontinuitätslinie zu Preußen, das ihm als Wiege des deutschen Militarismus galt. Die mit dem Deutschen Reich verbündeten Achsenmächte personalisierte Szyk in dem italienischen Diktator Mussolini und dem japanischen Kaiser Hirohito. Um die Zusammenarbeit der Achsenpartner unter deutscher Führung zu verbildlichen, versah er diese ebenfalls mit Hakenkreuzen und anderen NS-Symbolen. Japan wurde zum wiederkehrenden Motiv seiner Zeichnungen, als die USA nach dem Überfall auf Pearl Harbor im Dezember 1941 in den Krieg eintraten.
Die Ausstellung stellt erstmals in Deutschland Arthur Szyks Œuvre und insbesondere seine politischen Zeichnungen anhand eines repräsentativen Querschnitts vor.
Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums
in Zusammenarbeit mit der Arthur Szyk Society, Burlingame, USA
Kuratoren: Katja Widmann und Johannes Zechner
Arthur Szyk: Bilder gegen Nationalsozialismus und Terror
| Deutsches Historisches Museum Berlin
| bis zum 04. Januar 2009
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KATALOG | Arthur Szyk
Bilder gegen Nationalsozialismus und Terror / Drawing Against National Socialism and Terror
| Deutsch, Englisch
| 342 Seiten
| mit 213 farbigen
| und 3 s/w Abb
| 24 x 30 cm
| Hardcover
Arthur Szyk (1894–1951) gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer politischer Illustrationen und Karikaturen im 20. Jahrhundert. Das DHM stellt erstmals in Deutschland seine politischen Zeichnungen aus. Katalog zur Ausstellung im Deutschen Historischen Museum, Berlin, in Zusammenarbeit mit der Arthur-Szyk-Gesellschaft, Burlingame, USA, vom 29. August 2008 bis 4. Januar 2009.
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VIDEO | Cartoon Crusader | Kreuzfahrer der Karikatur | 1946
http://www.dhm.de/ausstellungen/arthur-szyk/video/arthur_szyk_1.flv
Filmausschnitt 2:16 Minuten | Universal Pictures
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Gegen Nazis mit Kunst
TAZ – Daniela Höhn
In Deutschland ist Arthur Szyk kaum bekannt. Das Deutsche Historische Museum in Berlin hat ihm nun eine Ausstellung gewidmet, die grob einer historisch-biografischen Linie folgt und die politische Wirkungsmacht von Bildern zum Thema hat.
Aber haben uns Szyks Arbeiten heute, fast siebzig Jahre nach der “Reichskristallnacht”, noch etwas zu sagen?
Dass seine Kunst eine Botschaft haben muss, stand für ihn von Anfang an fest. Nach seiner Emigration in die USA befasste er sich dann fast ausschließlich mit tagespolitischen Themen.
Szyk hat die politischen “Größen” von damals gezeichnet: Hitler und Stalin, den italienischen “Duce” Mussolini und auch den japanischen Kaiser Hirohito. Totenköpfe, Hakenkreuze und Bomben sorgen oft für ein makaber-prachtvolles Dekor. Ein altertümlich gehörnter Teufel lauert im Hintergrund, oder es toben bis an die Zähne bewaffnete Wagner-Walküren mit wehendem Blondhaar und finsterem Blick. Der Pomp, den Szyk in solchen Bildern heraufbeschwört, ist eine Parodie auf die Selbstdarstellung der faschistischen Regime der Dreißiger- und Vierzigerjahre. Eigentlich, so Szyk, sind Faschisten lächerliche Gestalten: Mussolini, ein Narr, der dem Betrachter den nackten Hintern entgegenreckt; Hirohito, ein Vampir, der irre grinsend über dem Pazifik herumflattert; Hitler, ein Barbar wie einst der berüchtigte Hunnenkönig Attila.
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Arthur Szyk: Bilder gegen Nationalsozialismus und Terror
| Deutsches Historisches Museum Berlin
| bis zum 04. Januar 2009
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