Yoko Ono – Between the Sky and My Head

Donnerstag, September 25, 2008
By Peter Panter

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KUNSTSCHAU Hamburg – Jens Ullheimer | PT Kunsthalle Bielefeld |

Mit Yoko Ono (*1933) zeigt die Kunsthalle Bielefeld eine seit mehr als 50 Jahren aktive Künstlerin, der unzweifelhaft das Verdienst zukommt, die Conceptual Art erfunden zu haben. Diese bisher größte Ausstellung der Künstlerin in Deutschland behandelt Onos kosmisches, poetisches wie politisches Verständnis der menschlichen Kultur. Sie umfasst Werke in einer Auswahl von 1961 bis in die jüngste Gegenwart. Die Yoko Ono Schau ist bis 16.11.2008 zu sehen.

Innerhalb des Kunsthallengebäudes sind auf drei Ebenen Skulpturen, Bilder, Zeichnungen, Fotos, Filme und Klanginstallationen zu erleben. Ein mit der Künstlerin in Bielefeld gedrehter Interviewfilm begleitet die Inszenierung.

Im Kunsthalleneingang steht „Play It by Trust“, ein seit 1966 mehrfach aufgelegtes Schachspiel, das in Bielefeld in Marmor mit meterhohen Figuren auf einer Fläche von fünf mal fünf Metern ausgestellt wird. Das Spiel auf weißen Marmor kommt allein mit weißen Figuren aus. „Morning Beams“, einhundert Nylonfäden, die über alle Etagen führen, beleuchten das zwölf Meter hohe Treppenhaus. Onos Zeichnungen, die sie seit Mitte der 1990er Jahre mit Tinte auf Papier ausgeführt hat, sind unter dem Titel „Franklin Summer“ zu sehen. Ein Labyrinth aus Plexiglas mit dem Titel „Amaze“, der berühmte Film „Fly“, der eine Fliege auf dem Körper einer Frau in sechs Akten zeigt, oder das Partizipationsstück „My Mommy is Beautiful“, bei dem Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, dem Museum eine Fotografie ihrer Mutter mit handgeschriebenen Kommentaren anzuvertrauen, ergänzen die Ausstellung.

Im Rahmen der Bielefelder Ausstellung 2008, die Yoko Onos Werke in einer Auswahl von 1961 bis in die jüngste Gegenwart zeigt, sind Arbeiten im Außenraum des Museums zu sehen, die in Verbindung zur Stadt stehen. Dazu gehört ein „Wish Tree“, der analog zu den „Wish-Pieces“ in japanischen Tempelgärten oder den Wunschzetteln in chinesischem Dessertgebäck an die Träume der Menschen appelliert. Kinder und Jugendliche aus drei Bielefelder Schulen haben ihre Wunschzettel an einen ausgewählten Baum außerhalb des Johnson-Baus gehängt.

Für den Kunsthallenpark ist eine „Goldene Leiter“, die Allegorie des Ausstellungstitels „Between the Sky and My Head“, installiert. Das nicht betretbare Werk stellt eine gedachte geistige Mitte zwischen Himmel und Erde dar. Da es für Ono nicht nur Wunschträume, sondern auch poetische Visionen gibt, wie man sich verändern kann, plant sie als dritte Außenarbeit für der Kunsthalle die Umsetzung des 1962 niedergeschriebenen „Riding Piece“: „Ride a coffin car all over the city“. Kunsthallenbesucher können sich während der Ausstellungsdauer für eine begrenzte Dauer mit einem Leichenwagen durch die Stadt chauffieren lassen.

Yoko Ono – Between the Sky and My Head
| Kunsthalle Bielefeld
| bis  16.11.2008

Yoko Ono – IMAGINE PEACE | Internet Special

Die Ausstellung wird sehr ausführlich
auf GERMANBEAT dokumentiert

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yoko-ono-between-the-sky-and-my-head-2008-katalog | kaufen bei amazonKATALOG | Yoko Ono – Between the Sky and My Head

| 208 Seiten
| 183 farb. Abb
| Sprache: Englisch

| kaufen bei amazon

Für dieses Buch hat Yoko Ono eine Auswahl ihrer Werke von 1961 bis in die Gegenwart zusammengestellt – ergänzt um Texte und Manuskripte aus ihrem persönlichen Archiv, teilweise als Faksimiles abgebildet. Mehr als einhundert Tuschezeichnungen aus ihrem weitgehend unbekannten und bislang unpublizierten Zeichnungskonvolut “Franklin Summer” zeigt sie hier zum ersten Mal. Bereits seit 1994 arbeitet sie daran, mittlerweile sind rund 1400 Arbeiten entstanden. Historische Partituren aus ihrem berühmten Künstlerbuch “Grapefruit” von 1964 – wie “Drinking Piece for Orchestra”, “Bicycle Piece for Orchestra”, “Painting to Be Slept On” oder “Coffin Car” – hat Yoko Ono für ihre Bielefelder Retrospektive 2008 erstmals als dreidimensionale Arbeiten realisiert. Sie werden hier auf zahlreichen farbigen Tafeln dokumentiert. Einen sehr persönlichen Hintergrund hat “Vertical Memory” von 1997. Die 21teilige konzeptuelle Photoserie zeigt immer ein und denselben unidentifizierbaren Mann. Mit dem darunterstehenden Text stellt Yoko Ono den Bezug zu den für sie bedeutenden Vaterfiguren her.

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Yoko Ono, geboren 1933 in Tokio, gehört zu den Pionieren der Konzeptkunst. Als eine der ersten Frauen in Japan hat sie 1952 Philosophie studiert. 1953 erhielt sie in den USA am Sarah Lawrence College in Bronxville Kompositionsunterricht. An der Harvard University lernte sie Kreatives Schreiben. Mit dem Komponisten Toshi Ichiyanagi, ihrem ersten Ehemann, lebte sie ab Mitte der 1950er Jahre in New York, wo sie Kontakt zu John Cage aufnahm. Innerhalb der Kunstszene hatten die Avantgardekonzerte in ihrem Loft an der Chambers Street eine legendäre Wirkung. Onos Konzerte im Jahr 1960 wurden nicht nur von jungen Musikern, Künstlern und dem Fluxus-Begründer George Maciunas, sondern auch von John Cage, Robert Rauschenberg, Jasper Johns, Marcel Duchamp, Max Ernst, Peggy Guggenheim oder Isamu Noguchi besucht.

Mütterlicherseits kam Ono aus einer der angesehensten japanischen Familien, weshalb sie als Kind die Schule für die Angehörigen des japanischen Kaiserhauses besuchte. Durch ihren Vater, der Pianist werden sollte, ehe er seine Laufbahn als einer der später führenden japanischen Bankiers einschlug, wurde sie angehalten, frühzeitig Klavier- und Gesangsunterricht zu nehmen. Die Eltern und Verwandten bescheinigten Yoko einen starken Willen und einen unbändigen Freiheitsdrang. In der bislang umfassendsten Publikation    über die Künstlern wird als ihre zentrale Absicht charakterisiert, das „Undenkbare zu denken – und zu tun“. Seit ihrer Bindung an John Lennon im Jahr 1966 arbeitet Ono an keinem geringeren Anspruch, als den Menschen verschiedener Völker inneren Frieden zu stiften. „Imagine Peace“ wird als eine ihrer zentralen Botschaften vor dem Bielefelder Kunsthallengebäude zu sehen sein.

Als junge Künstlerin verließ Ono in den frühen 1960er Jahren New York, um neuerlich nach Japan zu gehen. Während dieser Zeit konzertierte sie mehrfach mit John Cage und dem Pianisten David Tudor. Im Umfeld solcher Konzerte hing sie 1962 im S_getsu Art Center in Tokio anstelle der Bilder, die sie 1961 in der New Yorker AG Gallery gezeigt hatte, Texte zum Lesen auf.

Die Manifestation ihrer konzeptkünstlerischen Arbeit ist die berühmte, mehrfach aufgelegte Stückesammlung „Grapefruit“, die erstmals am 4. Juli 1964 in Tokio im Selbstverlag erschien.

Komponistin, Filmemacherin, Fluxus-Künstlerin: Yoko Ono machte sich schon vor der Heirat mit John Lennon in Künstlerkreisen einen Namen. Ihr New Yorker Loft wird Anfang der 1960er Jahre zum Treffpunkt der avantgardistischen Kunstszene mit zahlreichen Happenings und Performances. Doch Ono arbeitete auch konzeptionell: 1962 werden in Tokyo erstmals ihre “Instructions for Paintings” ausgestellt.

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BUCH | Grapefruit: A Book of Instructions and Drawings by Yoko Ono

yoko-ono-grapefruit-buch-1964.jpgTunafish
Sandwich
Piece

Imagine one thousand suns in the
sky at the same time.
Let them shine for one hour.
Then,
let them gradually melt
into the sky.
Make one tunafish sandwich and eat.

 

[ Yoko Ono - aus "Grapefruit: A Book of Instructions and Drawings - 1964 ]

Burn this book after you´ve read it.” – Yoko Ono

This is the greatest book i´ve ever burned.” – John Lennon

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Einige der darin enthaltenden Werke gingen bis auf das Jahr 1953 zurück. Ihr Œuvre erschien in diesem Künstlerbuch kapitelweise als Musik, Malerei, Event, Poesie und Objekt, womit sie eine Verbundenheit mit allen Kunstgattungen dokumentierte. Die Verfransung der unterschiedlichen Darstellungsmedien bis hin zur Auflösung ihrer Grenzen blieb für sie bis heute ein Anliegen.

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Die Botschaften der Yoko Ono

DEUTSCHLANDRADIO Kultur – Volkhard App

Diese Frau gibt mit ihren 75 Jahren noch immer keine Ruhe: Yoko Ono zeigt in der Bielefelder Kunsthalle Werke aus vier Jahrzehnten ihres Lebens. Doch als Retrospektive möchte die Künstlerin diese von Poesie, Spiritualität und Scharfsinn geprägte Schau nicht verstanden wissen – vielmehr als Auftakt zu weiteren zehn oder 20 produktiven Jahren.

Frieden zu schaffen, das ist seit den Tagen der “Plastic Ono Band” ihre zentrale Botschaft geblieben. Und so hängt an der Fassade der Bielefelder Kunsthalle ein riesiges Transparent: “Imagine Peace” (“Stelle Dir den Frieden vor”). Einige Installationen erinnern dagegen an die Realität des Krieges, auch an deutsche Geschichte: Da baumeln von der Decke 24 Wehrmachtshelme, in denen sich Puzzleteile befinden – jedes zeigt ein Stück von einem blauen Himmel.

Thomas Kellein, Direktor der Kunsthalle, hat zusammen mit Ono all diese Werke aus gut vier Jahrzehnten ausgesucht:

“Als wir Yoko Ono einluden, war der Wunsch vorhanden, ihre philosophischen Stücke oder auch die Philosophie ihrer Stücke zu präsentieren. Ein schwieriges Unterfangen, denn wie zeigt man Ideen in einem Museum, in dem man erwartet, dass es etwas zu sehen gibt? Glücklicherweise ist Ono sehr weit auf diesen Vorschlag eingegangen. Und so haben wir in der Ausstellung zu einem erheblichen Teil Werke, die 1961, 62 oder 63 als Konzept entstanden sind – und in Bielefeld erleben wir jetzt im Jahre 2008 die Umsetzung.”

Als Retrospektive möchte sie diese von Poesie, Spiritualität und Scharfsinn geprägte Schau aber nicht verstanden wissen. Das Wort klingt ihr zu sehr nach “erledigt” und “abgehakt”. Diese Frau aber gibt mit ihren 75 Jahren noch immer keine Ruhe und sieht die Ausstellung sogar als Auftakt zu weiteren zehn oder 20 produktiven Jahren:

“I think of this whole show as a beginning, the beginning of my next ten to twenty years of work.”

DEUTSCHLANDRADIO – Beitrag lesen

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Im Leichenwagen der Hohepriesterin

SPIEGEL online – Karin Schulze

Wer die Beatles vergöttert, hasst jene Frau, die die Fab Four angeblich spaltete. Doch Yoko Ono gilt auch als begabte “Hohepriesterin des Happenings”. Eine Bielefelder Schau zeigt nun eine Auswahl ihrer Werke. Mit dabei: ein Trimmrad, eine Stubenfliege – und ein Leichenwagen.

Wäre Yoko Ono Politikerin, würde sie in einem Wurf drei Dinge angehen: Frieden schaffen ohne Waffen, das Image der USA aufpolieren und den Haushalt sanieren. Und das wäre gar nicht schwer. “Statt teure Bomben abzuwerfen”, so schlägt sie vor, “sollten wir mit Fallschirmen tonnenweise Geld abwerfen, und wir würden uns auf der Stelle viele Freunde machen. Werft Geld ab. Das ist billiger.”

Die 1933 in Tokio geborene Bankierstochter hatte immer schon einen etwas weiteren Horizont. Als Spross einer angesehenen japanischen Familie hat sie die Schule der Angehörigen der Kaiserfamilie besucht und später als eine der ersten Frauen in Japan Philosophie studiert. Um 1960 etablierte sie sich in New York als Experimentalmusikerin, Performerin und Mitbegründerin von Fluxus- und Konzeptkunst.

Für “Cut Piece” lud sie das Publikum ein, ihr stückweise die Kleider vom Leib zu schneiden. Für “Bottoms” (1966) ließ sie die Kamera 80 Minuten lang auf 365 Hinterteile der Londoner Künstler- und Intellektuellenszene halten.

SPIEGEL online – Artikel lesen

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VIDEO | “Fly” 1970

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Ein Hauch von Happening

ARTNET – Eric Aichinger

Im Idealfall wären es magische Bäume. Mit Ästen, die weit ins Universum greifen und deren Wurzeln die ganze Welt umfassen. Doch auch so haftet den Ölbäumchen, die das Portal von Philip Johnsons Museumswürfel aus rotem Sandstein flankieren, etwas Märchenhaftes an. Schon am Eröffnungstag der Yoko-Ono-Retrospektive in der Kunsthalle Bielefeld flattern bald mehr handgeschriebene Wunschzettel als Blätter an den beiden Wish Trees (1996/2008). Partizipation ist hier ein kleiner Kirchentag des Konzeptualismus. Jeder Zettel ist Ausdruck eines bunten Gefühls. Aber darum geht es Yoko Ono ja gerade – um die aktive Mitgestaltung des Publikums, um Partizipation als Erlebniswert.

Die Schau bietet einen historischen Rückblick auf die offene Struktur einer Idee von Kunst in Bewegung. Einer Kunst, die sich im ständigen Fluss befindet, indem sie die traditionellen Gattungsgrenzen intermedial überschreitet. Die soziale Sprengkraft aber, die dieser Richtung einst innewohnte, ist allemal in dieser musealisierten Präsentationsform nicht rekonstruierbar.

Onos unverminderter Glaube an die universelle Heilkraft der Liebe und an den Weltfrieden, der in ihren Arbeiten mitschwingt und für den in großen Lettern an der Museumsfront geworben wird, hat etwas Anrührendes. Die historische Halbwertzeit setzt nicht nur den Arbeiten, sondern auch der politischen und gesellschaftlichen Haltung zu, die in ihnen zum Ausdruck kommt. Alles scheint einer anderen Zeit zu entstammen. Liegt das an der ständigen Präsenz der Künstlerin als schamanische Hauptdarstellerin ihres eigenen Werks? Verbrauchen sich Ideen, wenn sie zu naiv materialisiert worden sind? Heute jedenfalls nimmt die von ihr geforderte Partizipation der Besucher eher den Charakter eines Events an. Yoko Ono ist eine publikumswirksame Gaudi geworden. Mindestens so war sie der Kunstgeschichte ein paar Jahre voraus.

ARTNET – Artikel lesen

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Yoko Ono – Between the Sky and My Head
| Kunsthalle Bielefeld
| bis  16.11.2008

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One Response to “Yoko Ono – Between the Sky and My Head”

  1. Hallo zusammen,
    ich sende dann mal Licht-Morsezeichen in der Frequenz “I love you” – wie bekannt um flächendeckend Love and Peace auszustrahel ;)

    Gruss, Rebecca

    http://www.westaflex-forum.de/2008/10/12/oh-no-ono-i-love-you/

    #198

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