Kunst und Kalter Krieg

Sonntag, August 23, 2009
By Peter Panter

sybille-bergemann-das-denkmal

Sibylle Bergemann: "Ohne Titel", 1984
aus der Serie "Das Denkmal", 1975-86 (Courtesy Sammlung Sibylle Bergmann)

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KUNSTSCHAU Hamburg – Jens Ullheimer | PT Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg | DHM Berlin

Das Deutsche Historische Museum Berlin zeigt vom 03. Oktober 2009 (Tag der Deutschen Einheit) bis zum 10. Januar 2010 eine Retrospektive, die einem zentralen Kapitel der Moderne in Deutschland gewidmet ist. Im Mittelpunkt steht die deutsche Kunst aus Ost- und Westdeutschland im Kontext des Kalten Krieges. Die Ausstellung wird im Zentrum der Veranstaltungen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls stehen, mit dem der Kalte Krieg zu Ende ging.

In den gezeigten Werken sollen die konkurrierenden Menschenbilder und Ideologien in den beiden deutschen Staaten, aber auch Grenzüberschreitungen zwischen sozialistischem Realismus und westlicher Abstraktion deutlich werden.

Die Ausstellung zeigt rund 320 Werke der Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Installationskunst aus der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, darunter Werke von Joseph Beuys, Bernhard Heisig, Jörg Immendorf, Anselm Kiefer, Via Lewandowsky, Wolfgang Mattheuer, A. R. Penck, Gerhard Richter, Willi Sitte, Werner Tübke und Wolf Vostell. Begleitet werden die Werke aus deutschen und amerikanischen Museen sowie Privatsammlungen von Film-, Foto- und weiteren zeithistorischen Dokumenten.

Die unterschiedliche Entwicklung der Kunst nach Ende des Zweiten Weltkrieges in den deutschen Staaten ist ohne die ideologischen Konzepte des Kalten Krieges nicht denkbar. Doch wie tragbar sind diese Denkmuster heute noch, um deutsche Kunst nach 1945 zu umschreiben? In der Ausstellung werden Stichworte wie „Abstraktion” oder „Realismus” und deren pauschale Zuweisung an die eine oder andere Seite kritisch hinterfragt. Dabei treten Verdrängungsmechanismen beider deutschen Staaten in Erscheinung, die auf die neue politische Situation unterschiedlich reagierten: In der Bundesrepublik durch die Flucht in eine „affirmative Moderne”, in der DDR durch einen plakativen „Antifaschismus”. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung damals nicht wahrgenommene und auch heute noch weitgehend unbekannte Dialoge von Künstlern aus Ost und West sowie die Auseinandersetzung mit einer gemeinsamen, verdrängten Vergangenheit.

Künstler: Gerhard Altenbourg, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Anna und Bernhard Johannes Blume, Carlfriedrich Claus, Lutz Dammbeck, Hanne Darboven, Felix Droese, Hartwig, Ebersbach, Hans Haacke, Bernhard Heisig, Peter Herrmann, Werner Heldt, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Martin Kippenberger, Astrid Klein, Gustav Kluge, Mark Lammert, Wolfgang Mattheuer, Harald Metzkes, Marcel Odenbach, A.R. Penck, Sigmar Polke, Nuria Quevedo, Raffael Reinsberg, Gerhard Richter, Katharina Sieverding, Rosemarie Trockel, Werner Tübke, Günther Uecker, Wolf Vostell u.a.

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Los Angeles County Museum of Art und dem Deutschen Historischen Museum in Berlin. Nach der Eröffnung im Los Angeles County Museum of Art  im Januar 2009 wird die Ausstellung vom Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg bis September 2009 gezeigt und wird danach vom 03. Oktober 2009 an bis zum 10. Januar 2010 im Deutschen Historischen Museum Berlin zu sehen sein. Dort wird sie im Zentrum der Veranstaltungen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls stehen, mit dem der Kalte Krieg zu Ende ging. Jedes Museum zeigt die Werke in eigener Ausstellungsgestaltung.

Kuratorin: Stephanie Barron, Kunsthistorikerin am Los Angeles County Museum of Art,
Co-Kurator: Eckhart Gillen („Kulturprojekte Berlin”)

Kunst und Kalter Krieg – Deutsche Positionen 1945 – 1989
Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
| bis 06. September 2009

Deutsches Historisches Museum, Berlin
03. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010

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VIDEO | DEUTSCHE WELLE Kultur.21 – S. Bachenheimer & A. Kasiske 2009
| Art of Two Germanys – Deutsche Kunst im Kalten Krieg ( ca 5.30 min )

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40 Jahre deutsche Kunst

DEUTSCHE WELLE – Jochen Kürten ( zur Schau in Nürnberg )

“Kunst und Kalter Krieg” heißt die Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Sie vermittelt ein überraschendes Bild deutscher Kunst.

Für großes Staunen und viele Nachfragen sorgte sie schon in den USA. Die Ausstellung “Kunst und Kalter Krieg, Deutsche Positionen 1945 – 1989″ im “County Museum of Art in Los Angeles” schloß beim amerikanischen Publikum große Lücken. Aus Westdeutschland habe man eigentlich nur Joseph Beuys und dann die neuen Malerstars aus der Leipziger Schule gekannt, betont Ulrich Großmann vom “Germanischen Nationalmuseum” im DW-Gespräch. Noch größer aber sei die Unkenntnis in Sachen DDR-Künstler gewesen. So wurde die erste Station der deutschen Gesamtkunstschau zu einer echten Pionierleistung – das US-Publikum konnte sich erstmals umfassend über deutsche Kunst nach dem Krieg informieren.

In der DDR entstanden auch viele abstrakte Bilder, große Künstlerpersönlichkeiten arbeiteteten abseits der ideologisch gefärbten Staatskunst. In Westdeutschland wurde auch figurativ gemalt. Und die abstrakte Kunst bedeutete nicht selten eine Flucht ins Unverbindliche. Auf diesen Nenner könnte man die Eindrücke zusammenfassen, die man als Besucher der Ausstellung mit nach Hause nimmt.

Die scheinbar so moderne Westkunst verbreitet zum Teil dagegen einen heute “stickig wirkenden Dunst der Abgeschiedenheit”, wie es ein Rezensent der Schau jüngst ausdrückte. Abstrakte Malerei wurde, auch wenn sie internationalen Standards entsprach, zu einem unverbindlichen Formenspiel, zum L´art pour l´art. Es sind diese Verschiebungen in der Wahrnehmung, die die Nürnberger Ausstellung so spannend macht. Doch der Hinweis auf politische und gesellschaftliche Zwänge fehlt auch in der vom amerikanisch-deutschen Duo Stephanie Barron und Eckhart Gillen kuratierten Schau nicht.

DEUTSCHE WELLE – Artikel lesen

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Wie deutsche Kunst den Kalten Krieg erlebte

WELT – Ulf Poschardt ( zur Schau in Nürnberg )

DDR und BRD waren getrennt. Aber nicht nur durch die Mauer. Menschen im Westen konnten ihre Wahrheit allein finden, während die im Osten zu Stimmen in einem streng choreografierten Chor degradiert wurden. Doch wie sieht es mit der Kunst aus? Wie nahe waren sich die der Bundesrepublik und der DDR?

“Tortured” beschreibt die “New York Times” die Kunst dieser Ausstellung, gequält wie gefoltert vom Schatten der Vergangenheit, der die deutsche Kunst nahezu ausschließlich mit großem Ernst begegnen will. Humor taucht nur subtil beim Rheinländer Beuys und brachial bei Martin Kippenberger auf. Ansonsten ein einziges Stahlbad ohne Fun.

Die Ausstellung blickt von links auf die Kunstgeschichte und macht sie zu einem Dokument der Zeitläufte. Unterschiedlichste Qualitäten werden entlang von oft übersehenen Ost-West-Begegnungen arrangiert. Es erinnert ein wenig an die Versuche einer Sendung wie “Kennzeichen D” (ZDF), auf den Schultern des Linksliberalismus kulturelle und politische Passagen zwischen zwei im Kalten Krieg einander fremd gewordenen Staaten zu bauen. Das Verständnis für DDR-Künstler geht dabei relativ weit – zumindest im Katalog. Tübke zum Beispiel bemalt den vermeintlichen “Weißen Terror” in Ungarn 1956 und macht den Volksaufstand damit zu einer Sache der Bourgeoisie gegen die arbeitenden Massen: eine Konterrevolution. Milde wird darüber im Katalog geurteilt, dass “Tübke in erster Linie die Möglichkeit, dramatische Massenszenen zu komponieren” interessiert. Eine bemerkenswerte Einschätzung.

Ebenso mitfühlend wird die mitunter kaum verhohlene Sympathie für die RAF eingeordnet. Im besten Text des Katalogs schreibt Diedrich Diederichsen als offensiver Linker auch darüber, wie ihm und den befreundeten Künstlern im Laufe der Zeit die Begriffe weggebrochen und ungenau geworden sind. Treffender noch müsste man sagen, dass beide Seiten um ihre Sprache ringen, und die Künstler im Westen ihre eigene finden dürfen, während die im Osten zu Stimmen in einem streng choreografierten Chor degradiert werden.

WELT – Artikel lesen

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kunst-und-kalter-krieg-2009-katalogKATALOG
| Kunst und Kalter Krieg: Deutsche Positionen 1945 – 89
von Stephanie Barron

| Gebundene Ausgabe
| 464 Seiten
| 229 SW- und 310 Farb-Abbildungen, teils ganzseit.)
| Bibliographie, Chronologie
| Sprache: Deutsch
| 30,8 x 22,8 x 4 cm

| kaufen bei amazon

Der erste Überblick zur Kunstproduktion während der deutschen Teilung aus internationaler Sicht mit Positionen deutscher Kunst zwischen 1945 und 1989: Der Einfluss der aktuellen politischen und kulturellen Diskurse in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR wird ebenso aufgezeigt wie die komplexe Verarbeitung von Realismus und Abstraktion, die Entgrenzung konventioneller Kunst durch neue Medien und Kunstformen sowie die Rezeption zeitgenössischer Ausstellungen durch die Künstler. Der Band enthält rund 300 Werke von 120 Künstlern Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Installationskunst aus der Nachkriegszeit bis zum Mauerfall 1989.

Großzügig bebilderte Essays spannen den thematischen Bogen zwischen nationaler Identität und politischem Kontext, beginnend mit der Nachkriegszeit über die Ideologien des Kalten Krieges und den Terrorismus der 1970er Jahre bis hin zur Wiedervereinigung. Dieser neue Ansatz zur Geschichtsschreibung demonstriert die internationale Rolle deutscher Nachkriegskunst innerhalb von Moderne und Postmoderne und wird hier erstmals in der Gesamtschau, kuratiert von Stephanie Barron und Eckhart Gillen, vorgelegt.

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Nun kann die Mauer fallen

DIE ZEIT – Hanno Rauterberg ( zur Schau in Los Angeles )

Eine bahnbrechende Ausstellung in Los Angeles lehrt uns, die deutsche Kunst der Nachkriegszeit neu zu sehen und zu bewerten. Sie begräbt die alten Ost-West-Feindbilder.

[.] selbst 20 Jahre nach dem Mauerfall ist der Kalte Krieg nicht zu Ende, nicht in den Köpfen vieler Museumsdirektoren.

Gerne begreifen sie sich als liberal und aufgeschlossen, durchreisen die Welt und suchen nach fremden Spielarten der Kunst, nach anderen Wegen in die Moderne. Sobald es aber um die Kunst der DDR geht, ist es aus mit Neugier und Liberalität, und nicht wenige der Direktoren fallen zurück ins alte Frontdenken: hier die gute Westmodernevielschichtig und international begehrt; dort die öde Ostkunst, bieder, grau und derart provinziell, dass man gar nicht anders kann, als sie ins Depot zu sperren – bloß weg mit dem ganzen Sozialismusklimbim. Selbst große Malernamen wie Tübke, Heisig oder Sitte bleiben vielerorts unter Verschluss. Und so dürfen sich die SED-Apparatschicks von einst noch heute bestätigt fühlen: Schon immer haben sie’s gewusst, der Klassenfeind kennt kein Pardon.

Und noch eines zeigt der Systemvergleich: dass politische Unfreiheit der Kunst nicht unbedingt schaden muss und umgekehrt politische Freiheit fast schon bedrohlich sein kann.

Das Publikum jedenfalls interessiert sich für Werke aus dem Osten mindestens so sehr wie für die Westkunst. Und gewiss werden die Warteschlangen in Nürnberg und in Berlin groß sein, wenn die Ausstellung aus Los Angeles dort gezeigt werden wird, im Germanischen Nationalmuseum und im Deutschen Historischen Museum. Die klassischen Kunstmuseen haben hingegen abgewinkt, offenbar wollen Köln oder Bonn, Hamburg oder Frankfurt nichts von ungewohnten Ost-West-Querungen wissen. Ein wenig beschämend ist das, im Jahr 20 nach dem Mauerfall. Mag die Kunstwelt sich auch globalisiert haben, in ihrem deutschen Herzen ist es bedrückend eng.

ZEIT – Artikel lesen

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Eine Schau, die keine Furcht kennt

FAZ - Jordan Mejias, Los Angeles ( zur Schau in Los Angeles )

Mit dreihundert Gemälden, Skulpturen, Fotografien, Videos und Installationen von hundertzwanzig Künstlern lässt die Ausstellung in vier Abteilungen Ost und West zusammenprallen; aber nicht weniger oft und überzeugend veranschaulicht sie auch, wie sich Parallelen herausbilden und erstaunliche Korrespondenzen ergeben. Die ersten vier Nachkriegsjahre und ihre düsteren Versuche, neue Wege zu beschreiten und alte, unter Hitler verbotene wiederzubetreten und so mit dem noch kaum überwundenen Horror zurechtzukommen, erleben in der Tat allmählich eine künstlerische Spaltung. Im Osten soll der Sozialismus sich in einer proletarischen Art von heroischem Realismus offenbaren, im Westen die Abstraktion von Freiheit und demokratischen Idealen künden.

„Art of Two Germanys” versucht, vertraute Erzählungen zu untergraben. Wer noch einmal hören und sehen will, wie Westdeutschland als gelehriges Mitglied eines internationalen Clubs, in dem die Ideen nur so sprühten und der unwiderstehliche Westweltgeist sich in all seiner Fülle und atemberaubenden Geschwindigkeit austobte, dem bedauernswerten, hoffnungslos provinziellen, allenfalls handwerklich versierten, sonst aber künstlerisch und überhaupt total erstarrten Osten davongeeilt ist, wird in Los Angeles nicht auf seine Kosten kommen.

Was [.] aus den achtziger Jahren an unleugbar politisierter, gesellschaftskritischer Kunst gezeigt wird, macht den Fall der Mauer geradezu unvermeidlich. Derweil im Westen der Terror der RAF bei Katharina Sieverding und Lutz Dammbeck, der den Osten gegen den Westen eintauschen durfte, in den Vordergrund drangen und Martin Kippenberger, Isa Genzken, Rosemarie Trockel sich in den postmodernen Diskurs um Gender, Sex und Klassenstrukturen mischten, forderten ostdeutsche Künstler immer frecher den Staat heraus.

Es ist eine Schau, die keine Furcht kennt, sich im Spannungsfeld von Kunst und Politik umzusehen, und dort absichtlich und ungewollt verschüttete Dramen freilegt. Zumal den deutschen Besucher zieht sie genau dadurch in ihren Bann, dass sie den Klischees über die Ostkunst misstraut, endlich ihre Vielfalt, Vielschichtigkeit und Widersprüche zu beschreiben beginnt und sich so jeder monolithischen Darstellung, jedem dominierenden Erzählstrang verweigert.

FAZ – Artikel lesen

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Kunst aus dem geteilten Deutschland

DEUTSCHLANDRADIO Kultur – Kerstin Zilm ( zur Schau in Los Angeles )

Zum ersten Mal wird in den USA Kunst aus den beiden deutschen Nachkriegsstaaten gezeigt und im Gesamtzusammenhang präsentiert.

Für Kurator Eckhart Gillen von den “Kulturprojekten Berlin” geht es auch darum, zu zeigen, wie Künstler mit Umerziehungs-Strategien von Ost und West umgegangen sind, sie überwunden und unterlaufen haben. Dass dabei die Grenze zwischen den beiden Teilen Deutschlands oft verschwimmt, ist Teil des Ausstellungskonzepts.

“Auch zu verunsichern: Diese klaren Grenzen zwischen den ahnungslosen Künstlern in der DDR und den anderen, die international und frei waren, Dinge zwischen Realismus und Abstraktion, lassen sich hier studieren. Dass es ähnliche Haltungen gab gegen die Aufbau-Euphorie oder die Wirtschaftswunder-Euphorie. Das sind dann eher dunkle Bilder. Ob abstrakt oder figurative, das spielt gar keine so grosse Rolle.”

Die Ausstellungsmacher versuchen nicht, eine umfassende Darstellung deutscher Kunst aus 44 Jahren zu erreichen. Bewusst soll es auch keine Präsentation von Höhepunkten der Kunst des Kalten Krieges sein, sondern ein Blick darauf, wie die gemeinsame Geschichte vor 1945 die Kunst beeinflusste, genauso wie die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen politischen Systemen und Ideologien der Nachkriegszeit. Die Kuratoren strukturieren die Ausstellung in Zeitabschnitten: Formalismusdebatte und Expressionismus 1945 bis 1950, Abstrake Kunst, sozialistischer Realismus und Konstruktivismus in den 50ern, Experimentieren mit Material, Form und Technologie sowie Auseinandersetzung mit Auschwitz-Prozessen, Mauerbau und Kaltem Krieg in den 60ern und 70ern und schließlich immer stärkere Politisierung der Kunst und die Bildung loser Netzwerk zwischen Künstlern beider Staaten in den 80er Jahren.

DEUTSCHLANDRADIO – Beitrag lesen

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feindliche-brueder-kalter-krieg-deutsche-kunstPUBLIKATION

Feindliche Brüder?
Der Kalte Krieg und die deutsche Kunst 1945–1990

von Eckhart Gillen
Verlag: Nicolai (Oktober 2009)
512 Seiten
300 Abbildungen in Farbe
21 x 26 cm, Hardcover mit Schutzumschlag

| kaufen bei amazon

Dieses Buch lenkt zwanzig Jahre nach dem Mauerfall erstmals die Aufmerksamkeit auf die deutsche Kunst im Zeitalter des Kalten Krieges. Im aufgeladenen Spannungsfeld der ideologischen Systemgegensätze haben die Künstler in Ost und West eine vielschichtige und sehr eigenständige politische Ikonografie entwickelt: In ihren Werken suchen sie nach ästhetischen Ausdrucksformen für das Erbe einer gemeinsamen Geschichte und die Existenz in einer konfliktreichen Gegenwart.

Eckhart Gillen zieht in diesem Buch Bilanz. Überzeugend legt er dar, dass es an der Zeit ist, die alten Feindbilder und Vorurteile zu relativieren und durch einen neuen unbefangenen Rückblick auf die Kunst im geteilten Deutschland abzulösen. Anhand von mehr als 300 Farbabbildungen verdeutlicht er, wie in Bildern und Skulpturen historische Erinnerungen und subjektive Wahrnehmungen höchst unterschiedlich verarbeitet wurden, wo sich aber auch ästhetische Berührungspunkte entdecken lassen. So wird im Fokus der Kunst die deutsche Zeitgeschichte auf eine neue, oft überraschende Weise als ein gemeinsamer kultureller Erinnerungsraum sichtbar.

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Der Vorhang war nicht so eisern

Berliner Zeitung – Sebastian Preuss ( zur Schau in Nürnberg )

Eine Ausstellung in Nürnberg blickt erstmals vorbehaltlos auf die Kunst im geteilten Deutschland

Auf eine solche Ausstellung mussten wir zwanzig Jahre warten. Und jetzt, da man die eindrucksvolle, intelligente Schau im Germanischen Nationalmuseum durchwandert, fragt man sich: Warum eigentlich nicht viel früher? Warum nur war das Land, waren die einschlägigen Szenen vorher nicht bereit, das Kunstleben der Bundesrepublik und der DDR unvoreingenommen nebeneinander zu betrachten? In keiner Kultursparte hielt sich die Ausgrenzung des Ostens in einem unduldsamen Westen so hartnäckig und beschämend wie in der Kunst.

Zum ersten Mal dürfen wir eine integrale deutsch-deutsche Kunstgeschichte durchlaufen, und mit wachsender Begeisterung folgt man der ertragreichen Spurensuche.

So konsequent wie noch nie hängt jetzt die Ost- und Westkunst nebeneinander, nicht nach Quote, aber dort, wo es Sinn macht. Es ist eine Erzählung, in der man vieles neu lernen kann, ja häufig muss man erst einmal genau hinschauen oder die Werkerklärungen konsultieren, um die Artefakte überhaupt in den einen oder anderen Landesteil verorten zu können.

Berliner Zeitung – Artikel lesen

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Kunst und Kalter Krieg – Deutsche Positionen 1945 – 1989
Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
| bis 06. September 2009

Deutsches Historisches Museum, Berlin
03. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010

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