ROBERT WILSON – Voom Portraits

Vom 16. Oktober 2009 an zeigt die Sammlung Falckenberg in den Hamburger Phoenix-Hallen Robert Wilsons Voom-Porträts. Wilson “porträtiert nicht nur berühmte Persönlichkeiten, sondern auch unbekannte Menschen und Tiere, die bisher nicht künstlerisch repräsentiert wurden.
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Gerade in deren Inszenierungen erreicht Wilsons komplexe Bild- und Tonsprache ihre Höhepunkte, nämlich eine Zelebrierung der Empathie. Anonyma werden zur Diva, Neutra erhalten Kultstatus. In der Geschichte der Portraitmalerei und des fotografischen Portraits, insbesondere der inszenierten Fotografie, stellen seine inszenierten Portraits einen Höhepunkt der Vollendung dar… [ Peter Weibel ]
Im Hamburger Süden ( Harburg ) ist die Videoschau bis zum 10. Januar 2010 zu sehen.
Robert Wilson. Video Portraits
Autor: Peter WeibelTaschenbuch
223 Seiten
Sprache: Englisch, Deutsch
23 x 2,7 x 25 cm
Übernahme einer bereits 2009 u.a. in der Neuen Galerie Graz und dem Palazzo Reale, Mailand gezeigten Ausstellung. Die Voom Portraits touren seit 2005 um die Welt und werden 2010 auch im ZKM Karlsruhe gezeigt. Kurator | deutschsprachiger Raum: Peter Weibel
Der Medientheoretiker Peter Weibel, Leiter des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe, ist im Oktober 2009 mit dem Europäischen Kulturpreis in der Kategorie “Projekt” ausgezeichnet worden.
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ROBERT WILSON – Voom Portraits
Sammlung Falckenberg, Hamburg
16. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010
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VIDEO | Robert Wilson – Voom Portraits | Mailand Sommer 2009
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Ein Stillleben ist ein wirkliches Leben | A Still Life is a Real Life
[ Ein Statement von Robert Wilson ]
Die Videoportraits kann man im Sinne der drei traditionellen Methoden, wie Künstler Räume konstruieren, sehen. Halte ich meine Hand vor mein Gesicht, kann ich behaupten, sie sei ein Portrait. Sehe ich meine Hand aus einiger Entfernung, kann ich sagen, sie sei Teil eines Stilllebens, sehe ich sie vom gegenüberliegenden Straßenrand aus, kann ich sagen, sie sei Teil einer Landschaft.
Indem wir diese Räume konstruieren, sehen wir ein Bild, das wir als Portrait verstehen können. Wenn wir es genau betrachten, ist dieses Stillleben ein wirkliches Leben. Und wenn wir darüber nachdenken und lange genug hinschauen, werden die geistigen Räume in gewisser Weise zu geistigen Landschaften.
Diese Portraits entwickelten sich aus einer Arbeit, die ich in den 1970er Jahren schuf. Ich gestaltete verschiedene Portraits, darunter waren der surrealistische Autor Louis Aragon, die Gesellschaftsdame Helene Rochas, eine Ente, ein Priester, den ich in einer Bar traf, Museumsdirektor Pontus Hulten, Sony CEO Akito Morita und der französische Kulturminister Michel Guy. Diese Portraits waren im Fernsehen, in Galerien, Museen, U-Bahnstationen, Hotellobbys, Flughäfen zu sehen, und sogar am Zifferblatt einer Armbanduhr. Ich stelle mir vor, dass die VOOM Portraits im öffentlichen Raum genauso wie zuhause angesehen werden sollten. Zuhause sind sie quasi wie ein Fenster im Raum oder ein Feuer im Kamin.
Oft werde ich gefragt: “Welche Idee steckt hinter diesen Bildern?” Ich interpretiere meine Arbeit nicht. Das ist die Aufgabe der anderen. Wenn man einem Werk eine bestimmte Bedeutung zuschreibt, wird dessen Poesie eingeschränkt und es wird der Möglichkeit neuer Gedanken beraubt. Es handelt sich um subjektive, poetische Aussagen über verschiedene Persönlichkeiten. Ein Mann von der Straße, ein Kind, Superstars, die Götter unserer Zeit.
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Peter Stormare – actor
In den 1970er Jahren schuf Robert Wilson seine ersten Portraits bedeutender Persönlichkeiten, wie Louis Aragon, Pontus Hultén, Helene Rochas, aber auch unbekannter Passanten und Tiere. Obwohl Wilson selbst sich weigert, seine Werke zu interpretieren, übernimmt er offensichtlich gerne die Aufgabe der Interpretation, wenn es sich um Persönlichkeiten handelt. Seine Portraits sind nämlich theatralische Inszenierungen und somit Interpretationen.
Robert Wilsons Künstlertum konstruiert sich aus einer Reihe einzelner persönlicher Erfahrungen abweichendem Verhaltens (wie Sprachbehinderung, Gehörlosigkeit), wie auch aus den entscheidenden künstlerischen Impulsen der 1960er Jahre (von Performance bis zur Minimal Art), die in seine epochemachenden und legendären Inszenierungen ab den 1970er Jahren einflossen:
- 1976 Einstein on the Beach mit Musik von Philip Glass. 1979 Death Destruction & Detroit mit Musik von Alan Lloyd.
- 1981-1984 The CIVIL warS, Theaterprojekt mit Produktionen aus 5 Nationen, geplant für die „Cultural Olympics” Los Angeles 1984 (unvollendet).
- Er kooperierte mit William Burroughs und Tom Waits (The Black Rider, 1990),
- mit Laurie Anderson, David Byrne, Lou Reed (Time Rocker, 1996) und anderen.
- Später inszenierte er neben zeitgenössischen Autoren wie Heiner Müller und Susan Sontag, mit denen er befreundet war, auch Klassiker.
Absolute Wilson: Der Film
auf 2 DVDs im Mediabook mit Booklet und über 3 Std. Bonusmaterial)
Darsteller: Robert Wilson, David Byrne, Susan Sontag
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 4:3
Anzahl Disks: 2
Produktionsjahr: 2006
Spieldauer: 101 MinutenSeine Bühnenproduktionen gelten als revolutionär, doch die Person hinter den Kulissen ist bis heute ein Rätsel geblieben: Robert Wilson. Der Film öffnet die Tür zu Leben und Wirken dieses Visionärs, der so grandiose Theaterinszenierungen wie “Black Rider”, “Einstein on the Beach” und “Deafman Glance” schuf und im sich auch durch seine Arbeit mit Lernbehinderten einen Namen machte.
Fünf Jahre lang hat die Hamburger Filmemacherin Katharina Otto-Bernstein den Bühnenregisseur Robert Wilson für ihren Film mit der Kamera begleitet. Entstanden ist das spannende Portrait eines Künstlers, der als schüchterner Außenseiter in Texas aufwuchs, und später mit seinen bahnbrechenden Inszenierungen die internationale Theaterwelt veränderte wie kaum ein anderer.
Neben Wilson selbst kommen auch zahlreiche Zeitzeugen, Kollegen und Weggefährten zu Wort: so z.B. der Musiker David Byrne, die Publizistin Susan Sontag, der Komponist Philip Glass, die Opernsängerin Jessye Norman, der ehemalige Intendant der Pariser Oper Charles Fabius, und viele andere. Entstanden ist ein faszinierendes Porträt über einen der kontroversesten, innovativsten und rätselhaftesten Künstler unsere Zeit.
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Aus seiner Inszenierungskunst heraus wurde Wilson auch Bühnenbildner und Bildhauer, Maler und Zeichner. Seine Bildkunst beschränkte sich aber nicht nur auf die Fläche, sondern er schuf auch dreidimensionale Objekte, Installationen und Environments von höchsten poetischen Graden, zum Teil absurd und surrealistisch, zum Teil extrem minimalistisch, aber immer überraschend.
In der zeitbasierten Bildform Video und Film erreichte er eine innovative Bildsprache, die eine Welt kreiert, zwischen chaplinesque und kafkaesk, aber immer absolutely Wilson.
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In jüngster Zeit hat er den Reichtum seiner Bühnensprache auch auf Museen übertragen und als überragender Kurator neue Ausstellungstypen und Präsentationsformen für Objekte geschaffen. All diese Erfahrungen als Bild- und Objektkünstler, als Bühnenbildner und Regisseur, als Choreograf und Kurator hat er in seinen Videoportraits seit 2004 konzentriert, da es ihm die technischen Möglichkeiten des High Definition Fernsehens erlauben, den Reichtum seiner Bild- und Bühnensprache auszudifferenzieren: Bewegung, Gestik, Make-up, Kostüm, Kulisse, ebenso wie die Stile der Hoch- und Popkultur und die klassischen wie Neuen Medien: Malerei, Design, Musik, Oper, Tanz, Theater, Fotografie, Fernsehen, Film, etc. .

Dita von Teese – burlesque performer
Die porträtierten Persönlichkeiten verweisen dabei nicht nur auf eigene biografische Details, sondern auch auf kulturgeschichtliche Quellen. Die Subjekte sind dadurch sowohl konstruiert wie authentisch, biografisch wie soziografisch, Portraits ihres Lebens wie eines Mediums oder einer Epoche. Die Portraits sind visuelle Geschichte aber auch Teil der Geschichte bzw. selbst Geschichte.
Robert Wilson porträtiert nicht nur berühmte Persönlichkeiten, sondern auch unbekannte Menschen und Tiere, die bisher nicht künstlerisch repräsentiert wurden. Gerade in deren Inszenierungen erreicht Wilsons komplexe Bild- und Tonsprache ihre Höhepunkte, nämlich eine Zelebrierung der Emphatie (des Einfühlungsvermögens). Anonyma werden zur Diva, Neutra erhalten Kultstatus. In der Geschichte der Portraitmalerei und des fotografischen Portraits, insbesondere der inszenierten Fotografie, stellen seine inszenierten Portraits einen Höhepunkt der Vollendung dar… [ Peter Weibel ]
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Robert Wilson | Biografie [ via arteTV ]
Robert Wilson wird 1941 in Waco/Texas geboren. Nach dem Architekturstudium erregt er in den 1960er Jahren Aufsehen mit ersten experimentellen Aufführungen, die alle Grenzen der Künste zu sprengen scheinen: Baby Blood (1967), Life And Times Of Sigmund Freud (1969) und Life And Times Of Josef Stalin, eine 12-stündige stille Oper (1973).
VIDEO | Absolute Wilson | Trailer
Gemeinsam mit Philip Glass entsteht die Oper Einstein On The Beach. Wilson arbeitet Ende der 1970er Jahre erstmalig an Theatern in Deutschland An der Berliner Schaubühne entsteht Death, Destruction And Detroit (1979, 1987), an den Münchner Kammerspielen Die Goldenen Fenster (1982). Zwei Jahre später trifft Wilson auf Heiner Müller, der am deutschsprachigen Teil von CIVILwarS mitarbeitet, einem Stück, das in 5 Orten weltweit entsteht und dann in Los Angeles 1984 bei den Olympischen Spielen zusammengeführt werden sollte.
VIDEO | Robert Wilson / Philip Glass – Einstein On The Beach
( Ausschnitt aus der DVD ABSOLUTE WILSON )
1986 inszeniert er in New York Müllers Hamletmaschine. Am Hamburger Thalia Theater entsteht The Black Rider (1991), am Berliner Ensemble (BE) 1998 Brechts Der Ozeanflug, Heiner Müllers Landschaft Mit Argonauten und Dostojewskis Aufzeichnungen Aus Einem Toten Winkel, für die Salzburger Festspiele 1998 Dantons Tod von Büchner. 2003 inszeniert er am Be Leonce Und Lena (Musik: Herbert Grönemeyer), 2005 Das Wintermärchen, 2007 Die Dreigroschenoper von Brecht/Weill und 2009 SONETTE (Musik: Rufus Wainwright). Wilson inszeniert an der Pariser Oper, in Zurich Wagner’s Ring des Nibelungen, an der Scala, den Salzburger Festspielen, an der Metropolitan Opera in New York, der Oper in LA und vielen anderen Institutionen. Für das IVAM in Valencia, das Centre Pompidou in Paris, das Museum of Fine Arts in Boston entstehen eigene Installationen und Ausstellungen.
Absolute Wilson: The Biography | Das Buch
Gebundene Ausgabe: 270 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (2006)
Sprache: Deutsch
31,4 x 25,2 x 3 cm
Neben fünf Einladungen zum Berliner Theatertreffen erhält er u.a. den “Goldenen Löwen” der Kategorie Skulptur auf der Biennale Venedig für seine Installation “Memory/Loss”, den “Obie-Award” für Regie und die Nominierung zum Pulitzer-Preis für Theater. Von 2005 bis 2009 entsteht eine große Anzahl von Videoportraits von Stars, Tieren und ganz normalen Menschen, die VOOM Portraits, die in Museen weltweit gezeigt werden. Wilson gründet 1992 das Watermill Center, das ab 2006 als ganzjährige Kultureinrichtung auf Long Island funktioniert und die Arbeit und Entwicklung von jungen Künstlern unterstützt.
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Winona Ryder – actress
Robert Wilson is an exhibition of provocative high-definition video portraits by epochal avant-garde artist Robert Wilson.
Working since 2004 as an Artist-in-Residence with VOOM HD Networks, a US-based television provider devoted to high-definition television channels that commissioned and produced this works, Robert Wilson has created video portraits that combine high-definition’s state-of-the-art clarity with his own distinctive artistic vision, a cross between photography, film, literature and sound.
The portraits, including celebrities, artists, intellectuals, animals, are presented on large-scale HD plasma flat-screens, and each work is accompanied by original musical scores.
PORTRAITS from
- Johnny Depp – actor
- Salma Hayek – actress
- Sean Penn – actor
- Isabella Rossellini – actress
- Brad Pitt – actor
- Robert Downey Jr. – actor
- Winona Ryder – actress
- Steve Buscemi – actor
- Macaulay Culkin – actor
- Robin Wright Penn – actress
- Willem Dafoe – actor
- Marianne Faithful – singer and actress
- Mikhail Baryshnikov – dancer and choreographer
- Alan Cumming – actor
- Peter Stormare – actor
- Jeanne Moreau – actress
- Isabelle Huppert – actress
- Juliette Binoche – actress
- Renee Fleming – opera singer
- JT Leroy – writer
- Gabriella Ornstein – actress
- Tatiana Platt – executive and philanthropist
- Princess Caroline of Monaco
- Gao Xingjian – writer
- Dita von Teese – burlesque performer
- Farah Diba – Empress of Iran
- Norman Paul Fleming – auto mechanic
- Byambajav Ulambayar – sumo world champion
- Zhang Huan – artist
- Lucinda Childs – dancer and choreographer
- William Pope L. – artist
- Alexis Broschek
- Snow Owl
- Black Panther
- Porcupine
- Frog
- Briard Dog
- Skunk
Horizontal and vertical versions of each portrait were created. Additionally, the Salma Hayek, Frog and Snow Owl were created as a series, which means multiple unique portraits were created of each. Of the 38 subjects, the is a total of 153 unique portraits.

Steve Buscemi – actor
Artist Statement: A Still Life is a Real Life [ Robert Wilson ]
“The video portraits can be seen in the three traditional ways that artists construct space. If I hold my hand in front of my face, I can say it is a portrait. If I see my hand at a distance, I can say it is part of a still life, and if I see it from across the street, I can say that it is part of a landscape.
In constructing these spaces, we see an image which can be thought of as a portrait. If we look carefully, this still life is a real life. And in a way, if we think about it and look at them long enough, the mental spaces become mental landscapes.
VOOM Portrait | Isabella Rossellini (Actress) 2005 Music by: Henri Rene & His Orchestra Voice by: Robert Wilson Arranged by: Peter Cerone
These portraits stem from a work I did in the 1970s, VIDEO 50. I made various portraits, including surrealist writer Louis Aragon, socialite Helene Rochas, a duck, a priest I met in a bar, museum director Pontus Hulten, Sony CEO Akito Morita and France’s Minister of Culture Michel Guy. Those portraits could be seen on TV, in galleries, museums, subways, hotel lobbies, airports, or even on the face of a wristwatch.
I imagine the VOOM portraits being seen in public spaces, as well as at home. At home, they are a kind of window in the room or a fire in the fireplace. Often people ask me, “What are the ideas behind the images?” I do not interpret my work. Interpretation is for others. To fix a meaning to a work limits its poetry and the possibility of other ideas. They are personal, poetic statements of different personalities.”
To-date the portrait series has been exhibited in museums and galleries in New York, Los Angeles, Iowa, Omaha, Houston, Miami Beach, Philadelphia, Moscow Russia, Naples Italy, Spoleto Italy, Singapore, Sao Paulo Brazil, and soon to Valladolid Spain, Milan Italy, Graz Austria, Hamburg Germany, Karlsruhe Germany, Groningen Holland, and Paris France. Future exhibitions are currently being scheduled.
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ROBERT WILSON – Voom Portraits
Sammlung Falckenberg, Hamburg
16. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010





















