Not In Our Name, Marke Hamburg

Montag, November 9, 2009
By Peter Panter

ver.di-Landeschef Wolfgang Rose fordert den Senat auf, das Künstler-Manifest „Not in our name, Marke Hamburg” auf die Tagesordnung einer Senatssitzung zu setzen

„Zahlreiche Künstler warnen in einem Manifest vor einer Totalkommerzialisierung der Stadt und ihrer kulturellen und quartiersbezogenen Vielfalt. Diese Protestnote ist ein Aufschrei, den man im Rathaus und auch anderswo in Hamburg nicht überhören sollte. Der Vorwurf lautet: Der Senat missbraucht die Künstler als Standortfaktoren. Er vermarktet die Kreativität der Szene in der Stadt und verringert zugleich den Raum für die Arbeit von Künstlern und Initiativen. Dieser Vorwurf wiegt schwer und bedarf einer Reaktion der Regierung.”

Unter Geiern titel Not In Our Name, Marke Hamburg

 

Not In Our Name, Marke Hamburg!

Das MANIFEST mit ihrer Unterschrift unterstützen
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www.buback.de/nion/index.php

Ein Gespenst geht um in Europa, seit der US-Ökonom Richard Florida vorgerechnet hat, dass nur die Städte prosperieren, in denen sich die “kreative Klasse” wohlfühlt. “Cities without gays and rock bands are losing the economic development race”, schreibt Florida. Viele europäische Metropolen konkurrieren heute darum, zum Ansiedelungsgebiet für diese “kreative Klasse” zu werden. Für Hamburg hat die Konkurrenz der Standorte mittlerweile dazu geführt, dass sich die städtische Politik immer mehr einer “Image City” unterordnet. Es geht darum, ein bestimmtes Bild von Stadt in die Welt zu setzen: Das Bild von der “pulsierenden Metropole”, die “ein anregendes Umfeld und beste Chancen für Kulturschaffende aller Couleur” bietet. Eine stadteigene Marketing-Agentur sorgt dafür, dass dieses Bild als “Marke Hamburg” in die Medien eingespeist wird. Sie überschwemmt die Republik mit Broschüren, in denen aus Hamburg ein widerspruchfreies, sozial befriedetes Fantasialand mit Elbphilharmonie und Table-Dance, Blankenese und Schanze, Agenturleben und Künstlerszene wird. Harley-Days auf dem Kiez, Gay-Paraden in St. Georg, Off-Kunst-Spektakel in der Hafencity, Reeperbahn-Festival, Fanmeilen und Cruising Days: Kaum eine Woche vergeht ohne ein touristisches Megaevent, das “markenstärkende Funktion” übernehmen soll.

Wir sagen: Aua, es tut weh. Hört auf mit dem Scheiß. Wir lassen uns nicht für blöd verkaufen. Liebe Standortpolitiker: Wir weigern uns, über diese Stadt in Marketing- Kategorien zu sprechen. Wir wollen weder dabei helfen, den Kiez als “bunten, frechen, vielseitigen Stadtteil” zu “positionieren”, noch denken wir bei Hamburg an “Wasser, Weltoffenheit, Internationalität”, oder was euch sonst noch an “Erfolgsbausteinen der Marke Hamburg” einfällt. Wir denken an andere Sachen. An über eine Million leerstehender Büroquadratmeter zum Beispiel und daran, dass ihr die Elbe trotzdem immer weiter zubauen lasst mit Premium-Glaszähnen. Wir stellen fest, dass es in der westlichen inneren Stadt kaum mehr ein WG-Zimmer unter 450 Euro gibt, kaum mehr Wohnungen unter10 Euro pro Quadratmeter. Dass sich die Anzahl der Sozialwohnungen in den nächsten zehn Jahren halbieren wird. Dass die armen, die alten und migrantischen Bewohner an den Stadtrand ziehen, weil Hartz IV und eine städtische Wohnungsvergabepolitik dafür sorgen. Wir glauben: Eure “wachsende Stadt” ist in Wahrheit die segregierte Stadt, wie im 19. Jahrhundert: Die Promenaden den Gutsituierten, dem Pöbel die Mietskasernen außerhalb.

Und deshalb sind wir auch nicht dabei, beim Werbefeldzug für die “Marke Hamburg”. Nicht dass ihr uns freundlich gebeten hättet. Im Gegenteil: uns ist nicht verborgen geblieben, dass die seit Jahren sinkenden kulturpolitischen Fördermittel für freie künstlerische Arbeit heutzutage auch noch zunehmend nach standortpolitischen Kriterien vergeben werden. Siehe Wilhelmsburg, die Neue Große Bergstraße, siehe die Hafencity: Wie der Esel der Karotte sollen bildende Künstler den Fördertöpfen und Zwischennutzungs-Gelegenheiten nachlaufen – dahin, wo es Entwicklungsgebiete zu beleben, Investoren oder neue, zahlungskräftigere Bewohner anzulocken gilt. Ihr haltet es offensichtlich für selbstverständlich, kulturelle Ressourcen “bewusst für die Stadtentwicklung” und “für das Stadt-Image” einzusetzen. Kultur soll zum Ornament einer Art Turbo-Gentrifizierung werden, weil ihr die die üblichen, jahrelangen Trockenwohn-Prozesse garnicht mehr abwarten wollt. Wie die Stadt danach aussehen soll kann man in St. Pauli und im Schanzenviertel begutachten: Aus ehemaligen Arbeiterstadtteilen, dann “Szenevierteln”, werden binnen kürzester Zeit exklusive Wohngegenden mit angeschlossenem Party- und Shopping Kiez, auf dem Franchising-Gastronomie und Ketten wie H&M die Amüsierhorde abmelken.

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AKTUELL | Kundgebung am ExBurgerkingStarbucksElbphilharmonieKulturcafé
[ wo Stadtkultur erlebbar wird ]

WIR BLEIBEN ALLE!

MI 11 NOV 09 um 18 Uhr
Am Mönckebergbrunnen/Barkhof 1, 20095 Hamburg

“Komm in die Gänge” und “Es regnet Kaviar” laden ein

mit Redebeiträgen zu:

  • Kulturkrise & Marke Hamburg
  • Gängeviertel
  • Recht auf Stadt
  • Wohnraumkrise
  • Freiräume

Bringt rote Laternen oder Kerzen mit – es ist Martinstag.
14 Uhr Workshop zum Mega-Laterne bauen im Gängeviertel.

www.gaengeviertel.info
www.esregnetkaviar.de
www.rechtaufstadt.net

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Die Hamburgische Kulturpolitik ist längst integraler Bestandteil eurer Eventisierungs- Strategie. Dreissig Millionen Euro gingen an das Militaria-Museum eines reaktionären Sammlerfürsten . Über vierzig Prozent der Ausgaben für Kultur entfallen derzeit auf die “Elbphilharmonie”. Damit wird die Kulturbehörde zur Geisel eines 500-Millionen-Grabes, das nach Fertigstellung bestenfalls eine luxuriöse Spielstätte für Megastars des internationalen Klassik- und Jazz-Tourneezirkus ist. Mal abgesehen davon, dass die Symbolwirkung der Elbphilharmonie nichts an sozialem Zynismus zu wünschen übrig lässt: Da lässt die Stadt ein “Leuchtturmprojekt” bauen, das dem Geldadel ein Fünf-Sterne-Hotel und 47 exklusive Eigentumswohnungen zu bieten hat und dem gemeinen Volk eine zugige Aussichtsplattform übrig lässt. Was für ein Wahrzeichen!

Uns macht es die “wachsende Stadt” indessen zunehmend schwer, halbwegs bezahlbare Ateliers, Studio- und Probenräume zu finden, oder Clubs und Spielstätten zu betreiben, die nicht einzig und allein dem Diktat des Umsatzes verpflichtet sind. Genau deshalb finden wir: Das Gerede von den “pulsierenden Szenen” steht am allerwenigsten einer Stadtpolitik zu, die die Antwort auf die Frage, was mit städtischem Grund und Boden geschehen soll, im Wesentlichen der Finanzbehörde überlässt. Wo immer eine Innenstadtlage zu Geld zu machen ist, wo immer ein Park zu verdichten, einem Grünstreifen ein Grundstück abzuringen oder eine Lücke zu schließen ist, wirft die Finanzbehörde die “Sahnelagen” auf den Immobilienmarkt – zum Höchstgebot und mit einem Minimum an Auflagen. Was dabei entsteht, ist eine geschichts- und kulturlose Investoren-City in Stahl und Beton.

Wir haben schon verstanden: Wir, die Musik-, DJ-, Kunst-, Theater- und Film-Leute, die kleine-geile-Läden –Betreiber und ein-anderes-Lebensgefühl-Bringer, sollen der Kontrapunkt sein zur “Stadt der Tiefgaragen” (Süddeutsche Zeitung).

Wir sollen für Ambiente sorgen, für die Aura und den Freizeitwert, ohne den ein urbaner Standort heute nicht mehr global konkurrenzfähig ist. Wir sind willkommen. Irgendwie. Einerseits. Andererseits hat die totale Inwertsetzung des städtischen Raumes zur Folge, dass wir – die wir doch Lockvögel sein sollen – in Scharen abwandern, weil es hier immer weniger bezahlbaren und bespielbaren Platz gibt. Mittlerweile, liebe Standortpolitiker habt ihr bemerkt, dass das zum Problem für euer Vorhaben wird. Doch eure Lösungsvorschläge bewegen sich tragischer Weise kein Jota außerhalb der Logik der unternehmerischen Stadt. Eine frische Senatsdrucksache etwa kündigt an “die Zukunftspotenziale der Kreativwirtschaft durch Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu erschließen”. Eine “Kreativagentur” soll zukünftig u.a. “Anlaufstelle für die Vermittlung von Immobilienangeboten” sein. Wer sich die Mieten nicht leisten kann, muss sich als “künstlerischer Nachwuchs” einsortieren lassen und bei der Kreativagentur um “temporäre Nutzung von Leerständen” ersuchen. Dafür gibt es sogar einen Mietzuschuss, allerdings nur, wenn “die Dringlichkeit des Bedarfs und die Relevanz für den Kreativstandort Hamburg” gegeben sind. Unmissverständlicher kann man nicht klarstellen, was “Kreativität” hier zu sein hat: Nämlich ein profit center für die “wachsende Stadt”.

Und da sind wir nicht dabei. Wir wollen nämlich keine von Quartiersentwicklern strategisch platzierte “Kreativimmobilien” und “Kreativhöfe”. Wir kommen aus besetzten Häusern, aus muffigen Proberaumbunkern, wir haben Clubs in feuchten Souterrains gemacht und in leerstehenden Kaufhäusern. Unsere Ateliers lagen in aufgegebenen Verwaltungsgebäuden, und wir zogen den unsanierten dem sanierten Altbau vor, weil die Miete billiger war. Wir haben in dieser Stadt immer Orte aufgesucht, die zeitweilig aus dem Markt gefallen waren – weil wir dort freier, autonomer, unabhängiger sein konnten. Wir wollen jetzt nicht helfen, sie in Wert zu setzen. Wir wollen die Frage “Wie wollen wir leben?” nicht auf Stadtentwicklungs- Workshops diskutieren. Für uns hat das, was wir in dieser Stadt machen, immer mit Freiräumen zu tun, mit Gegenentwürfen, mit Utopien, mit dem Unterlaufen von Verwertungs- und Standortlogik.

Wir sagen: Eine Stadt ist keine Marke. Eine Stadt ist auch kein Unternehmen. Eine Stadt ist ein Gemeinwesen. Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch eine Frage von Territorialkämpfen ist. Es geht darum, Orte zu erobern und zu verteidigen, die das Leben in dieser Stadt auch für die lebenswert machen, die nicht zur Zielgruppe der “Wachsenden Stadt” gehören. Wir nehmen uns das Recht auf Stadt – mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein. Wir solidarisieren uns mit den Besetzern des Gängeviertels, mit der Frappant-Initiative gegen Ikea in Altona, mit dem Centro Sociale und der Roten Flora, mit den Initiativen gegen die Zerstörung der Grünstreifen am Isebek- Kanal und entlang der geplanten Moorburg-Trasse in Altona, mit No-BNQ in St. Pauli, mit dem Aktionsnetzwerk gegen Gentrifizierung und mit den vielen anderen Initiativen von Wilhelmsburg bis St. Georg, die sich der Stadt der Investoren entgegenstellen.

Not In Our Name MARKE HAMBURG  Blog | nionhh.wordpress.com

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richard florida Not In Our Name, Marke Hamburg

 

Richard Florida

Auf den Barrikaden in Hamburg | ZDF Aspekte

FR 06 NOV 09

Interview mit Richard Florida (engl.)

Kultur fördert das Image einer Stadt, so propagiert der US-Ökonom Richard Florida. Im Fall Hamburg aber begrüßt er den Protest der Künstler gegen ihre Vermarktung durch die Stadtpolitik. Florida fordert Unterstützung für die Kreativen – “not just mow them down with a bulldozer“.

Hamburg solle als erste Stadt der Welt vorangehen und ihnen Eigentumsanteile in ihren Stadtteilen und Häusern anbieten

[Video] www.zdf.de/ZDFmediathek/content/884024?inPopup=true

Richard Florida schreibt über Konzepte und Theorien der „kreativen Klasse“ und deren Zusammenhänge mit der urbanen Gesellschaft. Hierzu verfasste Florida u.a. die Bücher The Rise of the Creative Class, Cities and the Creative Class. Florida sieht einen Zusammenhang zwischen der ökonomischen Stärke einer städtischen Region im Verhältnis zur Anwesenheit von hochtechnisierten Arbeitern, Künstlern, Musikern und homosexuellen Menschen. Die wirtschaftliche Stärke einer Region ziehe neben Kapital und Wirtschaft nach Florida insbesondere kreative Menschen an. Florida verfasste ein eigenes Ranking-System, das nach Kriterien wie Bohemian index, Gay Index oder Diversity index unterscheidet und danach Städte beurteilt. [ via wikipedia ]

Who’s Your City?: How the Creative Economy Is Making Where to Live the Most Important Decision of Your Life | Richard Florida 2009
(Gebundene Ausgabe) | kaufen bei amazon

Er stellt fest, dass die traditionelle Standortpolitik, die auf die Attrahierung ( Anziehung / Ansiedelung ) von Unternehmen sowie auf die Bildung von Produktionsclustern zielt, unzureichend sei. Denn seine creative capital theory verdeutliche, dass die Stadt- und Regionalpolitik vielmehr darauf fokussieren sollte für kreative Menschen ein attraktives Milieu der Offenheit und Toleranz zu schaffen („jobs follow people, not people follow jobs any more“). [ Cities and the Creative Class | Uni Dortmund ]

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Interview mit Rocko Schamoni | “Es ist bizarr, was hier abgeht”

Künstler in Hamburg fühlen sich als Marketing-Objekt und Lockvogel für Investoren missbraucht – und alles andere als unterstützt. Seit Wochen besetzen sie Häuser und wehren sich gegen Quartiersneubauten. aspekte hat mit Rocko Schamoni – Musiker, Schriftsteller und eine der Zentralfiguren des Kiez-Undergrounds – über die dicke Luft in der Hansestadt und plötzliche “Umarmungen der Politik” gesprochen.

[Video] www.zdf.de/ZDFmediathek/content/883320?inPopup=true

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Plagiat der Marketing-Broschüre “Hamburg”: “Unter Geiern”,

Unter Geiern cover Not In Our Name, Marke Hamburgmit dem namhafte Künstler dagegen protestieren, dass die Künstlerszene vor den Karren der Hamburg-Marketing gespannt und als Gentrifizierungs-Instrument mißbraucht wird.

 

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| Broschüre downloaden / ansehen

| Recht auf Stadt | www.rechtaufstadt.net

 

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Klarstellungen zum Manifest „Not In Our Name, Marke Hamburg”

Am 29. 11. haben wir im Gängeviertel ein Manifest vorgestellt, in dem freie Kulturschaffende und Kreative Stellung zum Thema Gentrifzierung und Stadtentwicklung beziehen. Über den massiven Support freuen wir uns sehr. Aus den cirka 260 Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichnern 
sind mittlerweile über 2600 geworden – die Zahl der Unterstützer hat sich in sechs Tagen verzehnfacht. Sehr in unserem Sinne ist, dass längst nicht mehr nur Menschen mit kreativen Berufen unterzeichnen.

Schließlich haben wir unsere Rolle als „Kreative” in Gentrifizierungs- und Aufwertungsprozessen thematisiert, um zu sagen: Die Stadt gehört allen. Wir beanspruchen keine hervorgehobene Stellung, wir kämpfen um Freiräume nicht anders als andere Einwohnerinnen und Einwohner dieser  Stadt.

Deshalb halten wir es für notwendig, ein paar Missverständnissen vorzubeugen, die von politischer und von Medienseite an uns herangetragen werden. Das Manifest ist kein „Künstlermanifest”, kein 
„Aufschrei” oder Forderungskatalog von sich vernachlässigt fühlenden Kreativen, die von Politikern an die Hand genommen werden möchten. Wir machen keine Lobbyarbeit damit und verwahren uns gegen Versuche, uns so zu interpretieren – mögen sie auch noch so wohlmeinend sein. All  das steht zwar in „Not In Our Name, Marke Hamburg” bereits deutlich drin, aber vielleicht muss man es nochmal und in Großbuchstaben sagen:

WIR WOLLEN KEINE GÜNSTIGEN ATELIERS ALS ALIBI EINER STADT, DIE NUR FÜR DIE BESSERVERDIENENDEN DA IST.

Insbesondere die GAL scheint „Not In Our Name, Marke Hamburg” aufgeschreckt zu haben. In gleich zwei Presseerklärungen zum Manifest erklärt die GAL, sie begrüße unsere Kritik, weil sie „das Problem der Gentrifizierung” selbst „erkannt und benannt” habe und „intensiv an Antworten darauf” arbeite. Ehrlich gesagt: Da lachen ja die Hühner. Die GAL hat den Bau der Vattenfall-Fernwärmeleitung durch St. Pauli und Altona durchgewunken und lässt den den dortigen Arme-Leute-Grünzug auf Kosten „nicht zukunftsfähiger” Sozialwohnungen aufschicken. Die GAL unterstützt die Ansiedlung von Ikea in der Neuen Großen Bergstraße massiv und sorgt damit dafür, dass die letzte Arme-Leute-Fußgängerzone in der westlichen inneren Stadt verschwindet. Die GAL hat zwei Monate  lang zur Besetzung des Gängeviertels geschwiegen, um nach der Zahlung durch den Investor zu vermelden, es länge jetzt „in seiner Hand zu entscheiden, welche Zukunft die Kunstschaffenden im Viertel haben.”

Ein Wort noch zum Bürgermeister, der sich wünscht „dass diejenigen, die das unterschrieben haben, sich vorher geäußert hätten”: Zum Konzept der unternehmerischen Stadt und der Ideologie des  meistbietenden Verhökerns  -in Hamburg eine Erfindung der SPD und heute der ganze Stolz der CDU- gibt es seit vielen Jahren meterweise kritische Artikel, Bücher und andere Publikationen. Eine  Literaturliste senden wir gerne zu.

Wer dem Manifest Forderungen ablauschen will, möge doch einfach die Solidaritätserklärung mit den diversen Initiativen und der Recht-auf-Stadt-Bewegung ernst nehmen, deren Forderungen wir uns zu eigen machen – unter anderem: Keine Moorburg-Trasse! Gängeviertel selbstverwaltet! 
Kein Ikea in Altona! BNQ stoppen! Bezahlbare Wohnungen überall in der Stadt! Keine Privatisierung öffentlicher Räume! Keine Vertreibung von Hartz- IV-EmpfängernInnen aus ihren Wohnungen! Freie Wohnortwahl für Flüchtlinge!

Ted Gaier, Melissa Logan, Rocko Schamoni, Peter Lohmeyer, Tino Hanekamp und Christoph Twickel  für die „Not in Our Name, Marke Hamburg”-Initiative

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