Jean-Michel BASQUIAT – Retrospektive

Anlässlich seines 50. Geburtstags widmete die  Fondation Beyeler dem berühmten amerikanischen Maler und Zeichner (1960-1988) mit über 100 Gemälden, Papierarbeiten und Objekten aus renommierten Museen und Privatsammlungen in aller Welt die erste umfassende Ausstellung in Europa.

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Bis zum 5. September 2010 wurde seine künstlerische Entwicklung und kunsthistorische Bedeutung in Riehen bei Basel nachgezeichnet. Danach ist die Ausstellung vom 15. Oktober 2010 bis zum 30. Januar 2011 im Pariser Museum für moderne Kunst zu sehen.

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Pressetext Fondation Beyeler:

Jean-Michel Basquiat startete im New Yorker Underground

als Graffiti-Sprayer, Musiker und Schauspieler, bevor er 19jährig Kunstmaler wurde. Seine ausdrucksstarke, energievolle Malerei stiess schnell auf Bewunderung. Von Andy Warhol gefördert, avancierte er zu einem international gefeierten Kunststar. Er war der jüngste Documenta-Teilnehmer, wurde an der Art Basel, der Biennale von Venedig und von berühmten Galerien ausgestellt.

Der Sohn von Einwanderern aus der Karibik war der erste schwarze Künstler, der den Durchbruch schaffte. Er arbeitete mit Keith Haring, Francesco Clemente, Debbie Harry und vielen anderen Stars zusammen. In nur acht Jahren schuf er ein umfassendes Werk von rund 1000 Gemälden und mehr als 2000 Zeichnungen, bevor er erst 27jährig am 12. August 1988 an einer „Speedball”-Überdosis, einer intravenös injizierten Mischung aus Kokain und Heroin verstarb.

VIDEO | Reportage von Tim Lienhard für arte TV [ anlässlich der Fondation Beyeler Schau 2010 ]

http://download.www.arte.tv/permanent/u1/artejournal/042714-122-A_B10BAS_DE.mp4

Seine mit comicartigen Figuren, skeletthaften Silhouetten, kuriosen Alltagsobjekten und poetischen Slogans bevölkerten Werke sind farbenprächtig und kraftvoll. Sie vermischen Popkultur und Kulturgeschichte zu kritisch-ironischen Kommentaren über Konsumgesellschaft und soziale Ungerechtigkeit. Die Ausstellung vereint die wichtigen Werke Basquiats und zeigt die künstlerische Entwicklung des legendären Künstlerstars.

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Jean-Michel BASQUIAT | Retrospektive
Fondation Beyeler in Riehen bei Basel
bis 5. September 2010

MAM/ARC City of Paris
15. Oktober 2010 bis 30. Januar 2011

Kuratoren: Dieter Buchhart ( Basel ) & Fabrice Hergott ( Paris )
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KATALOG  Jean-Michel Basquiat

KATALOG | Jean-Michel Basquiat

Essays von Dieter Buchhart, Glenn O’Brien und Robert Storr, ein bisher nur als Videofilm veröffentlichtes Interview mit Jean-Michel Basquiat von Becky Johnston und Tamra Davis (1985)
sowie Kurztexte von Michiko Kono
und eine Chronologie von M. Franklin Sirmans.

244 Seiten, 334 farbige Abb.
25,40 x 31,20 cm
gebunden mit Schutzumschlag
Sprache: Deutsch

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No-Wave | In den 1980er Jahren

waren insbesondere die beiden bankrotten Metropolen Berlin und New York Treffpunkt einer Subkultur, die sich ohne ökonomischen Druck selbst erfahren und mit allen Mitteln ausdrücken wollte.

Der Bankrott als Chance. Anfang der 1980er sind West-Berlin und New York pleite und bieten mit billigen Fabriklofts, in denen Wohnateliers entstehen, einer wilden und jungen Kreativszene eine einmalige Bühne für die Schaffung eines künstlerischen Undergrounds, dessen unterschiedliche Darstellungsformen von Film, Musik, Malerei, Theater bis zur Literatur sich gegenseitig beeinflussen und interdisziplinär und über den Atlantik in Austausch miteinander treten.

AUDIO | The ‘OPTIMO NO WAVE MIX’ 44 min [ via OPTIMO UK ]

Tracklist

  1. Mars – 3E
  2. DNA – You and You
  3. Teenage Jesus and The Jerks – Freud In Flop
  4. The Contortions – Contort Yourself
  5. The Fire Engines – Get Up And Use Me
  6. Blurt – Puppeteer
  7. Tools You Can Trust – Show Your Teeth
  8. Sonic Youth – Shaking Hell
  9. 8 Eyed Spy – Lazy In Love
  10. Pulsallama – On The Rag
  11. Arto / Neto – Pini, Pini
  12. Y Pants – That’s The Way Boys Are
  13. ImpLOG – Breakfast
  14. Jill Kroesen – Fay Shism Blues

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Downtown 81

Downtown 81

Jean-Michel Basquiat (1960-1988) spielte mit 19 Jahren die Hauptrolle in diesem Klassiker der “Downtown” New Yorker Kunst und Musikszene der frühen 1980er Jahre. Ein Künstler der sein Appartement verliert und nun versucht seine Bilder unter Rappern, Strippern, Models und diversen Figuren der Kunstwelt zu verkaufen. Mit Tuxedomoon, Deborah Harry, DNA, James White und vielen mehr. Was als Fiktion gedacht war, entpuppt sich als ein Dokumentarfilm über den New Yorker Underground. 20 Jahre dauert es, bis der Film zum ersten mal gezeigt wird, beim Filmfestival von Cannes. Weitere fünf Jahre vergehen bis er 2006 auf DVD erscheint.

TONTRÄGER | Downtown 81 OST  | CD kaufen bei amazon

Keiner der Darsteller in „Downtown 81″ ist Profi. Die meisten Protagonisten stammen aus der Musik-Szene, wie Debbie Harry, die Sängerin von Blondie. Während der 80er Jahre lies sich die Stylistin und Fotografin Maripol in New York kein Event entgehen. Sie ist die Produzentin von „Downtown 81″. Nur ihrer Verbissenheit ist es zu verdanken, dass der Film heute als DVD erscheint. Sie betrachtet den Film als eine Art musikalische Odysee, eine Doku-Fiktion.

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VIDEO | Downtown 81 extrait (a.k.a New York Beat Movie)

http://www.dailymotion.com/video/xal0p

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„Downtown 81″ lässt alle Sounds Revue passieren, die den Big Apple damals prägten, vom No Wave der Band DNA bis zu den Anfängen des Hiphop. Ebenfalls im Film, der Pionier der New Yorker Underground-Szene Michael Holman. 1979 gründete er die Gruppe „Gray”, zusammen mit Jean Michel Basqiuat und Vincent Gallo. Zwei Jahre später eröffnet er das „Negril”, den ersten Hiphop-Club in Manhattan. An den Plattentellern: Afrika Bambaataa und Kool Herc. Mit einer Super8 Kamera filmt Michael die ersten B-Boys.

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Die Straßen sehen aus wie Kunst

Andreas Busche für die TAZ – 2005 Artikel lesen

Die Kaputtheit New Yorks war für die verstreuten Künstlerkolonien Ende der Siebzigerjahre ungeheuer inspirierend: eine riesige Stadtlandschaft, deren kulturelles Branding erst noch bevorstand.

Ich war frei, aber die Stadt war es nicht. Lower East Side sah aus wie ein Kriegsgebiet, als hätten wir eine Bombe über unseren Köpfen abgeworfen.” Und kurz darauf: “Die Straßen sehen aus wie Kunst.”

Die zwischen 1978 und 1982 in Manhattans East Side ansässige Avantgarde-Szene kultivierte diesen bohemitischen Existenzialismus bis zu ihrem frühzeitigen Exitus mit einer auch für heutige Verhältnisse hypertrophen Produktivität. Beginn und Ende dieser kurzen Epoche lassen sich kaum verbindlich festmachen. Als verlässliche Eckdaten könnte die Veröffentlichung der von Brian Eno initiierten “No New York”-Compilation und die Eröffnung des Mudd Clubs 1978 dienen sowie die bahnbrechende “New York/New Wave”-Ausstellung im P.S.1 im Jahr 1981, die den Kunstboom im East Village auf ihrem Höhepunkt erfasste und gleichzeitig den Ausverkauf der Downtown-Szene besiegelte.

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Jean-Michel Basquiat - The Radiant Child

The Radiant Child

Die ehemalige Jean-Michel Basquiat Freundin und heutige Regisseurin Tamara Davis hat 2010 den Dokumentarfilm “Jean-Michel Basquiat – The Radiant Child” veröffentlicht.

Er besteht zu großen Teilen aus Filmmaterial, das Davis während Basquiats Zeit in der New Yorker Kunstszene der frühen 1980er (und später auch international) gedreht und zu einer interessanten Dokumentation zusammengeschnitten hat.

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  • Import, PAL, Widescreen
  • Englisch
  • Untertitel: Französisch
  • Region 2
  • Anzahl Disks: 1
  • 90 Minuten

Dazu kommen (neue) Interviews mit befreundeten Künstlern wie Julian Schnabel, Larry Gagosian, Bruno Bischofberger, Tony Shafrazi, Fab 5 Freddy, Jeffrey Deitch, Glenn O’Brien, Maripol, Kai Eric, Nicholas Taylor, Fred Hoffmann, Michael Holman, Diego Cortez, Annina Nosei, Suzanne Mallouk, Rene Ricard, Kenny Scharf und vielen anderen. Der Soundtrack zu “The Radiant Child” kommt von den Beastie Boys Adam Horowitz und Mike Diamond.

YouTube Preview Image

Der Film dreht sich rund um rares Video-Interview-Material das Tamra Davis mit Basquiat vor 20 Jahren gedreht hat.

In the crime-ridden NYC of the 1970s, he covers the city with the graffiti tag SAMO. In 1981 he puts paint on canvas for the first time, and by 1983 he is an artist with “rock star status.” He achieves critical and commercial success, though he is constantly confronted by racism from his peers. In 1985 he and Andy Warhol become close friends and painting collaborators, but they part ways and Warhol dies suddenly in 1987. Basquiat’s heroin addiction worsens, and he dies of an overdose in 1988 at the age of 27. The artist was 25 years old at the height of his career, and today his canvases sell for more than a million dollars. With compassion and psychological insight, Tamra Davis details the mysteries that surround this charismatic young man, an artist of enormous talent whose fortunes mirrored the rollercoaster quality of the downtown scene he seemed to embody.

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The Street and Studio: From Basquiat to Banksy

Im Sommer 2010 holte die Kunsthalle Wien den urbanen Stil der Straße in die Ausstellungshalle. Historisches Gravitationszentrum und Ausgangspunkt der Ausstellung war der US amerikanische Maler Jean Michel Basquiat (1960 88),

dessen Werke – unbewusst oder explizit – als wegweisende Referenzpunkte für die changierenden Formen der Malerei, Zeichnung und Videokunst mit Bezügen zur urbanen und suburbanen Kultur neu interpretiert werden.

Katalog | The Street And Studio

200 Seiten
Verlag: Verlag für Moderne Kunst; Auflage: 1., Auflage (30. November 2010)
Sprache: Englisch, Deutsch
28 x 21,8 x 2,2 cm

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Der Katalog fokussiert auf die Straße als den Ort, an dem Kunst heute entsteht, und als die Inspirationsquelle für junge Künstler, deren Leben und deren Kunst von Urbanität und Mobilität geprägt sind. Doch auch die »Straße« hat ihre kunsthistorische Tradition: Eine entscheidende Figur ist der US-amerikanische Neoexpressionist Jean-Michel Basquiat, dessen Werk die changierenden Formen der Street Culture und Urban Art maßgeblich beeinfusst hat.

Der Slogan »Reclaim the Street« begleitet sämtliche »Widerstandsbewegungen«, die Kritik an den Strukturen und Machenschaften der Globalisierung üben. Früher wie heute fließt dabei die Bildsprache der Street Art in die Popkultur ein. Die Straße hat als öffentliche Plattform immer auch eine politische Dimension inne, die von der Suche nach Identität bis zum Klassenkampf für soziale Gerechtigkeit reicht. Begleitend zur Ausstellung widmet sich der Katalog dem Künstleratelier Straße, zeigt alternative Umgangsformen mit dem öffentlichen Raum und dessen Gestaltung, zeichnet die Traditionslinien nach und stellt eine neue zeitgenössische Künstlerschaft vor.

Interviews mit Bruno Bischofberger, Galerist und bedeutender Sammler von Jean-Michel Basquiat; agnès b., Modedesignerin und Pionierin in Sachen Street Art-Vermittlung in Paris; Adrian Nabi, Kurator, Künstler und Herausgeber der Zeitschrift »Backjumps Urban Communication and Aesthetics«, Berlin; Glenn O Brian, Drehbuchautor und Produzent von »Downtown 81« (1981/2001) mit Jean-Michel Basquiat und Musikkritiker von Andy Warhols »Interview«-Magazin.

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Heiss und kalt zugleich

Hans-Joachim Müller für die NZZ Artikel lesen

Aber deutlich wird doch, wie der Sprayer zum Atelierkünstler geworden ist … Für radikale Szenenwechsel war in acht Berufsjahren keine Zeit. Das vor allem führt die Ausstellung vor, die zu den überzeugendsten Gegenwartskunst-Veranstaltungen gehört, die hier zu sehen waren.

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Jean-Michel BASQUIAT | Retrospektive
Fondation Beyeler in Riehen bei Basel
bis 5. September 2010

Kuratoren: Dieter Buchhart ( Basel ) & Fabrice Hergott ( Paris )

MAM/ARC City of Paris
15. Oktober 2010 bis 30. Januar 2011

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1 comment for “Jean-Michel BASQUIAT – Retrospektive

  1. Yannik
    29. Oktober 2010 at 08:22

    Netter Beitrag, weiter so.

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