FREIHEIT für Ai Weiwei! / Free Ai Weiwei!

Demonstration: 1001 Stühle für Ai Weiwei – chinesische Botschaft Berlin. 17.04.2011

Berliner Appell

Am 3. April 2011 wurde Ai Weiwei auf dem Pekinger Flughafen verhaftet. Seitdem wird er an unbekanntem Ort festgehalten, ohne Kontakt zu seiner Familie oder Anwälten. Dieses Vorgehen verstößt nicht nur gegen elementare Menschenrechte sondern auch gegen chinesisches Recht.

Ais Familie, Freunde und Mitarbeiter werden durch Hausdurchsuchungen, Festnahmen, die Verhängung von Hausarrest und ähnliche polizeiliche Maßnahmen schikaniert. Die Behörden verweigern jede Auskunft über den Verbleib Ai Weiweis und dreier seiner Mitarbeiter. Sie verbreiten Gerüchte über angebliche Wirtschaftsvergehen. In den chinesischen Medien wird er in einer Sprache, die an die Kulturrevolution erinnert, diskriminiert und diffamiert. Es wird versucht, ihn außerhalb der Gesellschaft zu stellen. Die Handlungen der chinesischen Behörden und ihrer Medien haben auf der ganzen Welt Empörung und Proteste hervorgerufen, weil sie als politisch motivierte Willkür gegen einen kritischen, sich für Menschenrechte einsetzenden Künstler angesehen werden.

Ai Weiwei wikipedia.org/wiki/Ai_Weiwei

leistet mit seiner Kunst einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Austausch Chinas mit der Welt. Der internationale wirtschaftliche, politische und kulturelle Austausch, die Öffnung Chinas, nützt dem Land selbst und seinen Partnerländern. Die Verhaftung Ai Weiweis und die Missachtung elementarer Rechtsgrundsätze schaden diesem Austausch und beschädigen damit die Beziehungen zwischen den Staaten und Völkern.

Ai Weiwei wurde am 29. April 2011 in Berlin zu einer Ausstellung erwartet. Die Berliner Universität der Künste hat ihn auf eine Gastprofessur berufen. Die Unterzeichner fordern die sofortige Freilassung Ai Weiweis auch, damit er diesen und anderen internationalen Verpflichtungen nachkommen kann.

Sie erwarten ferner uneingeschränkte Freizügigkeit für Ai Weiwei einschließlich der Möglichkeit, ins Ausland zu reisen und danach wieder nach China zurückzukehren.

Die Unterzeichner fordern nachdrücklich die deutsche Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft auf, sich öffentlich und nicht-öffentlich für die Freilassung von Ai Weiwei einzusetzen.

Unterstützen Sie diesen Aufruf mit Ihrer Unterschrift | berlinerappell-freeaiweiwei.com

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Ai Weiwei ist Chinas bekanntester Künstler,Blogger und Regimekritiker. Das Münchener Haus der Kunst widmete ihm 2009/2010 seine bisher größte Soloausstellung. Lange genoss Ai Weiwei Narrenfreiheit in China, aber seit seinen Recherchen zu den Erdbebenopfern von Sichuan geriet er in China unter Druck. Doch Ai Weiwei ließ sich nicht einschüchtern. Das KULTUR.21-Porträt.

VIDEO | Kultur.21 | Chinas bekanntester Künstler Ai Weiwei in München

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Ai Weiwei zum Mitglied der Akademie der Künste gewählt

Akademie der Künste, Berlin | Pressemitteilung 07. Mai 2011

Der chinesische Konzeptkünstler, Bildhauer und Kurator Ai Weiwei ist heute in die Akademie der Künste gewählt worden. Im Plenum der Frühjahrs-Mitgliederversammlung, die gestern und heute in Berlin stattgefunden hat, wurde er in die Sektion Bildende Kunst gewählt.

In der Begründung für den Wahlantrag wird der international anerkannte Rang des Künstlers hervorgehoben und der angebliche Grund der Inhaftierung als politisch motivierte Willkür verurteilt:

„Ungeachtet der offiziellen Anschuldigung von ‚Wirtschaftsverbrechen’ steht außer Frage, dass seine Verhaftung im Zusammenhang mit seinem Engagement für die Menschenrechte und seinen Protesten gegen die Zerstörung von Umwelt und Geschichte, die im Zentrum seines künstlerischen Schaffens stehen, zu sehen ist.”

Die Akademie hofft, dass ihre Wahlentscheidung dem Künstler, der am 3. April 2011 von chinesischen Sicherheitsbehörden an einen unbekannten Ort verbracht wurde, übermittelt werden kann. Die Mitgliedschaft wird erst wirksam, wenn Ai Weiwei sie angenommen hat. Neben ihm wurden weitere Künstler in die Akademie gewählt. Ihre Namen werden bekannt gegeben, wenn sie die Wahl akzeptiert haben.

Bereits einen Tag nach der Verhaftung Ai Weiweis Anfang April hatte Akademie-Präsident Klaus Staeck in einer öffentlichen Erklärung seine Freilassung gefordert.

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Berlin Appeal

On April 3, 2011, Ai Weiwei was arrested at Beijing Airport. Since then, he has been held in detention at a secret location, with no contact to his family or to his lawyers. This is not only a violation of fundamental human rights, but also stands directly in violation of Chinese law.

Ai Weiwei’s family, friends, and staff have been subject to police harassment in the form of house searches, arrests, and similar actions. Government officials refuse to provide any information about the whereabouts of Ai Weiwei and three of his employees, and are currently spreading rumors about purported economic infringements. Ai Weiwei’s reputation is being tarnished and defamed in the Chinese media in a language that is reminiscent of the Cultural Revolution. The attempt is being made to outcast him from society. The actions of Chinese government officials and their media have met with outrage and protests around the world because they are seen as arbitrary, politically-motivated acts against a critical artist who takes a stand to defend human rights.

Ai Weiwei’s art represents an important contribution to the cultural exchange between China and the world. International economic, political and cultural exchange, the opening of China in general is of considerable advantage to both China and its partner countries. The arrest of Ai Weiwei and the disregard of fundamental legal principles adversely affect this exchange, thus damaging relations among governments and peoples.

Ai Weiwei had been expected to arrive in Berlin for an exhibition on April 29, 2011. Berlin’s Universität der Künste has offered him a guest professorship, funded by Einstein Stiftung Berlin. We, the undersigned, demand his immediate release, also to allow him to comply with these and other international obligations.

They further expect unrestricted freedom of movement for Ai Weiwei, including the freedom to travel abroad and to return back to China.

Support and sign the BERLIN APPEAL | berlinerappell-freeaiweiwei.com

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