ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER – Psycho

Samstag, Januar 7, 2012
By Peter Panter
Lucander Der Mann leidet wirklich ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER   Psycho
Robert Lucander - Der Mann leidet wirklich, sagt einer, der ihn kennt ( Helmut Kohl )

In der Ausstellung PSYCHO werden die unheimlichen, poetisch-surrealistisch anmutenden Bilder der amerikanischen Künstlerin Ena Swansea und die subversiv-hintergründigen Arbeiten des finnischen Künstlers Robert Lucander vorgestellt. Ausstellung großformatiger Malerei bis 25. März 2012.

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Hamburg-Harburg | Phoenix-Hallen Sammlung Falckenberg

Über die Bilder Ena Swanseas (* 1965) sagt ihr Kollege Luc Tuymans, sie erschienen, als wären sie einer Zersetzung durch Zeit erlegen. Die Arbeiten sind im weitesten Sinne Gesellschaftsbilder, angefangen bei der Stadt mit der Kommerzialisierung all ihrer Bereiche, den Plätzen, die von Werbung bestimmt und zu groß angelegten Paraden genutzt werden, bis hin zu Begegnungen zwischen Menschen, die keine Beziehungen miteinander eingehen.

Der Wahl-Berliner Robert Lucander (* 1962), der im skandinavischen Raum so etwas wie ein Superstar ist, steht seit Jahren für eine Form der akkuraten und präzisen, vielfach sehr bunten Malerei. Sein Hauptinteresse gilt Porträt- und Menschendarstellungen, allerdings nie im traditionellen Sinn. Weder geht es ihm inhaltlich um das Erfassen des Wesens der abgebildeten Person, noch geht es ihm formal um den klassisch malerischen Prozess der Realitätsabbildung.

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VIDEO | Talking Heads - Psycho Killer

0 ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER   Psycho

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Psycho | ver-rückt

Der Titel der Ausstellung spielt auf den gleichnamigen Horror-Klassiker von Alfred Hitchcock an und lässt an die Entgleisungen von Schizophrenen, Psychopaten oder anderer psychisch Kranker denken. »Psycho« bedeutet im Griechischen »Seele«. Der Begriff der Geisteskrankheit leitet sich von der Vorstellung ab, dass der Mensch am Geist erkranken kann. In der Psychoanalyse werden tiefenpsychologische Traumata und Verhaltensstörungen behandelt.

Der Roman »American Psycho« von Bret Easton Ellis schließlich zeigt das böse Gesicht eines bedingungslosen Materialismus und lässt offen, ob die grausamen Szenen der psychotischen Phantasie des Protagonisten entspringen oder ob er die Gewaltexzesse tatsächlich ausführt. Umgangssprachlich wird mit »Psycho« eine psychisch erkrankte, häufig verhaltensauffällige und zu aggressivem Verhalten neigende Person bezeichnet, die ihre Umwelt verstört und bedroht. Der Begriff weckt die Erwartung von Kunst, die das Nichtkonforme, Verrückte und dadurch Bedrohliche oder Unheimliche zum Thema hat.

Sowohl der psychologische Charakter der Gemälde Ena Swanseas, als auch das analytisch Fragmentarische und die mediale Entfremdung, die sich in den Werken von Robert Lucander manifestiert, führen bei aller Verschiedenheit zur Irritation des Betrachters. Beide Künstler verunsichern unsere Sehgewohnheit, erzeugen ein subtiles Unbehagen und entlarven wahlweise die eigene oder gesellschaftliche Wirklichkeit als »ver-rückt«.

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PSYCHO – ENA SWANSEA UND ROBERT LUCANDER. Herausgegeben von Dirk Luckow. Mit Texten von Harald Falckenberg, Belinda Grace Gardner und Miriam Schoofs. 56 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Snoeck Verlag, Köln.

BESUCH

Der Besuch der Ausstellung ist im Rahmen von Führungen möglich. Diese finden regelmäßig mittwochs und donnerstags um 18 Uhr, freitags um 17 Uhr sowie samstags und sonntags um 11 Uhr und 15 Uhr statt.

Bitte beachten Sie:

Sammlungsferien 23. Dezember – 31. Dezember 2011
Führung am 25. Dezember, 15 Uhr
Führung am 1. Januar 2012, 15 Uhr

Ausstellung bis 25. MÄRZ 2012

Eine Anmeldung ist erforderlich und kann unkompliziert über die Internetseite der Sammlung Falckenberg vorgenommen werden. Buchungen von individuellen Gruppen-Sonderführungen für Schüler-, Studenten- und Erwachsenengruppen sind während der Ausstellungslaufzeiten jederzeit möglich.

Anmeldung und Information
Sammlung Falckenberg
Phoenix-Hallen
Wilstorfer Str. 71
21073 Hamburg-Harburg
Tel. +49 (0)40 3250 6762
www.sammlung-falckenberg.de
besuch(at)sammlung-falckenberg.de

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ena swansea devil on the road 2005 sammlung falckenberg photo jens ullheimer 600x441 ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER   Psycho

Ena Swansea - devil on the road 2005 - Sammlung Falckenberg [ photo: jens ullheimer ]

ENA SWANSEA [ Malerei ] www.enaswansea.com

In den Staaten längst eine bekannte Größe, gilt Swansea spätestens, seit ihre Arbeiten in den Sammlungen von Charles Saatchi und Harald Falkenberg vertreten sind, auch in Europa als „It-Girl“ der internationalen Kunstszene.

  • 1965 geboren in Charlotte, North Carolina
  • lebt und arbeitet in New York City

Die Gemälde von Ena Swansea

handeln von Träumen und Affekten und zeugen von einer Faszination für das Rätselhafte und die Kraft der Phantasie. Man kann die Bilder als Ausdruck von unterbewussten und irrationalen Wünschen und Ängsten aus den Tiefen der Erinnerung lesen. Ihre flüchtig anmutenden »Traumbilder« vermitteln sich dem Betrachter in der non-verbalen Form und sinnlichen Unmittelbarkeit der Malerei.

“Diese Wirkung erzielt Swansea, indem sie ihre Leinwände mit Grafit grundiert, bevor sie mit Ölfarbe darauf malt. Der Farbauftrag ist durchscheinend und der Pinselstrich bemerkenswert breit, so breit, dass man sich unwillkürlich die Frage stellt, wie bei einer solchen Präsenz des Duktus überhaupt ein derart realistischer Eindruck entstehen kann. Wahrscheinlich liegt es an der grafischen Wirkung der einzelnen Farbschlieren in der Pinselspur, die sich an eine Form anschmiegen als wollten sie diese modellieren. Das entspricht einem stilistischen Mittel, wie es auch die Radierung oder der Kupferstich einsetzen. Überall scheint dabei die schwärzlich-grau schimmernde Grundierung durch.

ena swansea big incident 2004 sammlung falckenberg photo jens ullheimer 600x450 ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER   Psycho

Ena Swansea  - Big Incident 2004 - Sammlung Falckenberg [ photo: jens ullheimer ]

Farblich fallen die Bilder in zwei Dimensionen auseinander, in das in die Ferne davoneilende Schwarzgrau und die auf den Betrachter zuspringenden hellen Farben, die dem Motiv Gestalt geben. Dazwischen entfaltet sich eine Leere, die ans Unheimliche grenzt. Es ist in etwa so wie bei Filmen, in denen Unsichtbare ihr Unwesen treiben. Um ihre Position im Bild zu markieren, greift der Film zu Requisiten: Kleidungsstücke, die den nicht sichtbaren Körper umhüllen, oder Gegenstände, die der Unsichtbare hält. Auch bei Swansea haust das Unheimliche in der Leere. Es ist kein personifizierbares Unheimliches, sondern eine Art abstrakter Leere, ein ungutes Gefühl. Swansea bestreicht die Menschen in ihren Bildern mit Farbe, um sie überhaupt erst sichtbar hervortreten zu lassen.

… mehr Courtney Love als Kate Winslet

Swanseas Arbeiten sind im weitesten Sinne Gesellschaftsbilder, angefangen bei der Stadt mit der Kommerzialisierung all ihrer Bereiche, den Plätzen, die von Werbung bestimmt und zu gross angelegten Paraden genutzt werden, bis hin zu Begegnungen zwischen Menschen, die keine Beziehungen miteinander eingehen und wie Images ihrer selbst einander gegenübertreten. Dabei zeigen sich in den Werken immer wieder Momente der Spiegelung und des Widerscheins. Als Spiegel ist ein solcher Widerschein immer auch eine Reflexion über das Entstehen von Bildern überhaupt. Dabei verweist es auf die grundlegende Fremdheit zwischen einem Gegenstand und seinem Spiegelbild, einander gegenüberstehend wie Zeichen und Bezeichnetes in der klassischen Semiotik. Wer kennt nicht die Fremdheit angesichts des eigenen Spiegelbildes, das schlicht in seiner Verkehrung der Seiten dazu führt, dass man sich im Spiegel nie sehen wird, wie die anderen Menschen einen sehen.”

Auszüge aus einem Text von Holger Birkholz, “Matte Spiegel – Über Ena Swansea”, in: Checkpoint # 6, Magazin der Galerie Arndt & Partner, Berlin / Zürich

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Ena Swansea gling hunks 2 2008 oel auf Graphit auf Leinwand 18288 x 23876 cm SWAN0005 600x470 ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER   Psycho

Ena Swansea - gling hunks 2 - 2008 - Öl auf Graphit auf Leinwand - 182,88 x 238,76 cm

Die im Dunkeln sieht man doch

von Oliver Koerner von Gustorf

[ anlässlich der ersten europäischen Swansea-Einzelausstellung in der Berliner Galerie Crone 2010 ]

Die New Yorker Künstlerin Ena Swansea ist die große Unbekannte der Kunstwelt: ein mysteriöser Star, der unsere Gegenwart in Dämmerlicht taucht. Swansea träumt den amerikanischen Raum. Ein abgeschalteter Bildschirm steht darin, der in Zeitlupe Halluzinationen zeigt: Es sind präzise Momentaufnahmen amerikanischer Gegenwart.

Von der Moderne über die Pop Art bis in die Gegenwart haben Maler in ihrer Kunst immer wieder den Mythos des amerikanischen Raumes beschworen. In seiner natürlichen unberührten Weite oder unübersehbaren urbanen Ausprägung schien er die Begrenzungen des Gemäldes zu sprengen – endlos wie die Wüsten des Westens, gigantisch wie ein Wolkenkratzer, überwältigend wie eine Kinoleinwand

Diesen „amerikanischen Raum“ hat die New Yorker Malerin Ena Swansea in einen hypnotischen Dämmerzustand versetzt: An die Stelle der kristallinen Leinwand ist die Finsternis eines abgeschalteten Bildschirms getreten, auf dessen matt schimmernder Oberfläche sich die ätherischen Schemen einer zugleich fremdartigen wie vertrauten Welt spiegeln.

ena swansea world wide web 2004 ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER   Psycho

Ena Swansea - world wide web | 2004

Mit einem ausgeprägten Sinn für Camp und Ironie läßt sie auf „world wide web“ (2004) autistische Kinder in ein strahlendes Nichts schaukeln oder zeigt auf „german cell phones“ (2004) mobil telefonierende Menschen, die wie die Helden aus einem Flash-Gordon-Comic tonnenschwere Kampfmonturen mit sich schleppen. Auf den metaphysischen Spuren des Lichts folgt Swansea zugleich den Bewegungen der europäischen Malerei. Das Schwarz von Caravaggio, die von Farbe erfüllten Schatten Vermeers, die Pleinair-Malerei des Impressionismus gehen eine hybride Verbindung mit der New Yorker Gegenwartskultur ein, die häufig durch Freunde aus der Kunstszene repräsentiert ist.

Sie seien „komplizierte Grübeleien“, sagt Swansea über ihr Bilder, die in ihrem körperlosen Schwebezustand zwischen Tag und Traum absolute Gegenwart vermitteln. Es sind die gewaltigen Umbrüche, die sich in einer vernetzten und medialisierten Gesellschaft vollzogen haben, die die Malerin faszinieren: „Wenn man sich Manets Bilder anschaut, dann zeigen sie die brandneuen Dinge von damals. Zu diesem Zeitpunkt war der gerade erbaute Pariser Bahnhof St. Lazare etwa das, was heute ein Blackberry-Handy ist. Es waren diese brandneuen Dinge, die auf ganz klare und deutliche Weise den Glamour und die Möglichkeiten des Augenblicks verkörperten. Und es ist interessant, dass die Dinge, die für uns dieses Lebensgefühl verkörpern, keine schimmernden Bahnhöfe sind, sondern Sachen, die klein wie Miniaturen sind und in eine Hosentasche passen.“

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Robert Lucander Meine Saetze fuehren mich in Gefilde in die sich noch kein Mensch gewagt hat 2001 600x426 ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER   Psycho

Robert Lucander [ Contemporary Fine Arts Berlin ]
 - Meine Sätze führen mich in Gefilde, in die sich noch kein Mensch gewagt hat - 2001

ROBERT LUCANDER [ Malerei ]

1962 Geboren in Helsinki, lebt in Berlin

Robert Lucander malt auf industriell gefertigte Sperrholzplatten, die er entsprechend der Maserung zuschneiden und verleimen lässt. Die Maserung eine vorgegebene Individualität ähnlich dem Fingerabdruck eines Menschen, die der Künstler als bildgestaltendes Element einsetzt wirkt in den Bildern als Kontrastmittel zum Massenprodukt Acryl, dessen materielle Eigenschaften als Dekorationsfarbe auf gleichmäßige Deckkraft und Verfließen des Pinselstrichs, kurz, auf Entindividualisierung ausgerichtet sind.

Das Hauptinteresse des in Berlin lebenden Robert Lucander (geboren 1962) gilt ebenfalls dem Porträt und Gesellschaftsbild, allerdings nicht im traditionellen Sinn. Weder geht es ihm inhaltlich um das Erfassen des Wesens der abgebildeten Person, noch formal um den klassisch malerischen Prozess der Realitätsabbildung. Im Gegensatz zum suggestiven Illusionismus Ena Swanseas steht bei Robert Lucanders Werken das verwendete Material und die bildkünstlerische Technik selbst im Vordergrund. So scheinen sich die Bilder und Montagen des finnischen Künstlers unmittelbar aus dem Bildträger selbst, der Maserung und den Astlöchern des hölzernen Bildträgers herauszuschälen.

VIDEO | Robert Lucander – Momente in Bildern [ via CastYourArt ]

http://www.castyourart.com/wp-content/podcasts/webseite/058_lucander.flv

Lucander bedient sich der Bildwelt der Magazine und der Werbung, zerlegt die bunte Medienwelt in Fragmente und setzt sie durch Reduktion, Übermalung, Montage, Spiegelungen und Vervielfältigung zu eigenen Bild-Aussagen zusammen, die nur auf den ersten Blick oberflächig und harmlos wirken. Alltägliche Pressemeldungen und Zeitungsbilder benutzt der Künstler für seine subversiv-humorvollen Studien menschlicher Gesten und Grimassen und deckt die gesellschaftlichen Abgründe hinter der Welt der schönen Bilder auf.

Robert Lucander zählt in seinem Heimatland Finnland längst zu den Stars der Kunstszene. Von Anfang an, seit seinem Studium an der Hochschule der Künste, Berlin (1989 – 1995), spielen in seinem Oeuvre Fragen nach dem Stellenwert von Original und Kopie, von Malerei und fotografischer Vorlage eine entscheidende Rolle. Lucanders frühe Abstraktionen etwa verstehen sich nicht als individuelle Entwürfe, sondern als eine Reflexion auf den Begriff der modernen Malerei. Er zitiert, stets mit gezielt gesetzten Irritationsmomenten, wegweisende Positionen der gegenstandslosen Malerei unter Verwendung von ungemischten Lackfarben. Erscheint zunächst der folgende Schritt seiner künstlerischen Entwicklung wie ein Bruch, so eröffnet ihm die Hinwendung zur Figuration ein neues Spielfeld, das es ihm erlaubt, sowohl die Geschichte der Malerei als auch die der Medien, mit einzubeziehen.

Robert Lucander Stereo Perfect So ist es 2006 ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER   Psycho

Seit Mitte der 1990er Jahre ist Robert Lucander international bekannt für seine Bilder auf großen Holztafeln, die in scherenschnittartigen Umrissen und schriller, plakativer Farbigkeit lachende Partymenschen und Personen des öffentlichen Lebens zeigen. Seine Motive und Titel findet er in Zeitschriften, Magazinen, Groschenromanen, Büchern oder auf

Plattencovern. Neuerdings verwendet er auch eigene fotografische Schnappschüsse, die meist von Absurditäten des Alltags erzählen. Humorvoll entlarvt er mittels der Fokussierung auf Gesten und Mimik die Doppelbödigkeit medialen und gesellschaftlichen Terrains. Indem er die Personen seiner Vorlagen ohne Raum, Hintergrund und Bezugskontext agieren lässt, gerinnt das Moment der Kommunikation jedoch zur leeren Hülle, Sehnsüchte und Erwartungshaltungen scheinen im luftleeren Raum zu verpuffen. Mit dem banalen Ausgangsmaterial und seinen mitunter an filmische Montagen erinnernden Bildern unternimmt Robert Lucander Reisen in die Welt der Psychologie. Vergleichbar der Dramaturgie eines David Lynch, der stets zunächst schöne glatte Oberflächen präsentiert, um den Betrachter umso tiefer durch deren Risse in unentwirrbare Schatten- und Doppelwelten blicken zu lassen, konfrontiert der Künstler seine Protagonisten gerne mit sich selbst.

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Robert Lucander. Cocktail International
- ALLES ORIGINAL REMIX

Mit Texten von Beate Ermacora, Harald Falckenberg, Oliver Zybok
Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr: Robert Lucander 2006

gebundene Ausgabe
: 104 Seiten
108 Farb-Abb.,
dt./engl.,
30,5 x 24,1 x 1,5 cm

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Das Motiv des Spiegelbildes, latent bereits in Robert Lucanders abstrakten Werken vorhanden, untersucht er in den letzten Jahren geradezu systematisch, wobei er die Helden seiner Darstellungen in Identitätsfragen involviert. In der Arbeit “Mensch ärgere Dich nicht. West und Ost” (2006) spielt ein einsamer Rentner, einmal im kleinkarierten und einmal im großkarierten Hemd, leidenschaftlich mit Figuren in den Farben der deutschen Flagge gegen sich selbst. Oder ein Mädchen, dessen Trägerkleid an ein Gemälde von Mondrian erinnert, ruft seinem Spiegelbild mit gerunzelten Stirnfalten und entsetztem Gesichtsausdruck die Worte “Das darf doch nicht wahr sein!” entgegen.

Robert Lucander bearbeitet seine Holztafeln explizit unmalerisch, die Figuren werden durch Bleistiftschraffuren und Zeichnungslinien angedeutet, bildnerische Tiefe entsteht durch den gekonnten Einbezug der Holzmaserung. Der Farbauftrag ist auf kontrastreiche Setzungen in Lack beschränkt. Der Künstler arbeitet stets an der Grenze, an der Malerei aufhört Malerei zu sein, ja er widersetzt sich all ihren Traditionen, indem er untypische Techniken verwendet und jeglichen authentischen Erzählfluss ad absurdum führt. Stets die Balance haltend zwischen malerischem Anliegen und gesellschaftsrelevanten Aussagen besetzt Robert Lucander innerhalb der zeitgenössischen Kunstlandschaft eine singuläre Position. Sie zeichnet sich durch Witz und Originalität aus und begibt sich auf die Suche nach der Grenze zwischen Schein und Wirklichkeit, Lüge und Wahrheit.

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Presse-Echo | Auswahl

Suggestive Bilder

Carsten Probst für Deutschlandradio Kultur 19.12.2011 | Artikel lesen

Ziemlich untypisch ist diese Malerei der 1966 geborenen Amerikanerin, untypisch für die Sammlung von Harald Falckenberg, der gerade im Bereich der Malerei frühzeitig mit Jonathan Meese, Albert Oehlen, Werner Büttner oder Björn Melgaard auf theatralisch veranlagte Randalemaler gesetzt hat. Ena Swansea wirkt dagegen wie eine Erbin der Romantik. Und auch Robert Lucander, mit dem sie gemeinsam diese über drei Stockwerke der Sammlung Falckenberg angelegte Ausstellung bestreitet, wirkt eher wie ein feinsinniger, kulinarischer Rezitator der Tradition. In diesem Fall der Pop Art,

Obwohl die Ausstellung insgesamt vielleicht als zu groß geraten erscheint, weil man schnell das Verfahren der beiden Maler verstanden hat und dann kaum noch mehr entdecken kann als die Anwendung immer derselben Prinzipien – …

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Aus dem Maschinenraum der Kunst

Die Vorstellungen des traditionellen Kunstliebhabers von einer ungetrübten Freude am Werk werden im zeitgenössischen Diskurs durch die Fragestellung “Was sind die Rahmenbedingungen für Kunst, wie wird etwas Kunst?” wissenschaftstheoretisch attackiert.

3865726372 ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER   Psychocover photo: jens ullheimer

Aus dem Maschinenraum der Kunst
von Harald Falckenberg

Gebundene Ausgabe
| 375 Seiten
| Sprache: Deutsch
| 16,2 x 10,4 x 2,8 cm

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Mit seinen Aufzeichnungen “Aus dem Maschinenraum der Kunst” liefert Harald Falckenberg Belege für diese grundlegende Wende aus der Sicht eines Sammlers. Es geht um eine Sichtweise, die nicht das Kunstwerk, sondern den Künstler, die Bedeutung neuer Erkenntnisse der Hirnforschung und Psychoanalyse für die Kunst sowie den Einfluss des aktuellen Kunstbetriebs in den Mittelpunkt stellt. Der Band enthält darüber hinaus Portraitskizzen zu Werner Büttner, Hanne Darboven, Jonathan Meese, Klaus Staeck u.a., sowie ein Gespräch des Autors mit Hans Ulrich Obrist.

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Sammlung Falckenberg | Wilstorfer Straße 71 | Phoenix-Hallen / Hamburg-Harburg

 ENA SWANSEA und ROBERT LUCANDER   Psycho

Sammlung Falckenberg [ netPlanet Harburg ]

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