BASQUIAT. Boom for Real

Schirn Kunsthalle, Frankfurt | bis 27. Mai 2018

Jean-Michel Basquiat wearing an American football helmet, 1981, 
Photo: © Edo Bertoglio, courtesy of Maripol, 
Artwork: © VG Bild-Kunst Bonn, 2018 & 
The Estate of Jean-Michel Basquiat, Licensed by Artestar, New York

Mehr als dreißig Jahre nach Jean-Michel Basquiats letzter Präsentation in einer öffentlichen Sammlung in Deutschland widmet die Schirn – organisiert in Kooperation mit der Barbican Art Gallery, London – dem Werk des US-amerikanischen Künstlers eine große Überblicksschau. Basquiat (1960–1988) zählt heute zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts. Erstmals wird in der Ausstellung seine Beziehung zu Musik, Text, Film und Fernsehen in einem übergeordneten kulturellen Zusammenhang herausgestellt.


Die Ausstellung zeichnet Basquiats künstlerischen Weg von den Anfängen bis zu seinem frühen Tod im Alter von 27 Jahren, im Jahr 1988 nach. Sie beleuchtet in verschiedenen Themenbereichen sowohl die kunsthistorische Einordnung seines Œuvres als auch dessen Rezeptionsgeschichte.

Werbung

Unterschiedliche Aspekte wie die Rolle von SAMO© und der Einfluss der New Yorker Downtown-Szene auf Basquiats künstlerische Entwicklung oder die Bedeutung seiner bisher selten erwähnten interdisziplinären Kunstproduktion werden diskutiert. Die Schirn hat hierfür herausragende Gemälde, Zeichnungen, Notizbücher und Objekte von Basquiat aus öffentlichen wie privaten Sammlungen sowie seltene Filme, Fotografien, Musik und Archivmaterial versammelt. Die Vielfalt und Dynamik des Ausnahmekünstlers wird so eindrücklich sichtbar.

———

Schirn Kunsthalle, Frankfurt | bis 27. Mai 2018

BASQUIAT

Boom for Real

Pressetext: Schirn Kunsthalle, Frankfurt
Eine Ausstellung des Barbican Centre, London, 
in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt
Kuratiert von 
Dr. Dieter Buchhart und Eleanor Nairne, Barbican Art Gallery, London

DIGITORIAL | Das kostenlose digitale Begleitangebot bietet spannende Einblicke, interessante Hintergrundinformationen und erklärt die wesentlichen Ausstellungsinhalte. Für Smartphone, Tablet und Desktop.

KATALOG | Basquiat. Boom for Real

LESEPROBE

Gebundenes Buch, Pappband,
296 Seiten,
259 farbige Abbildungen, 53 s/w Abbildungen
Mit Siebdruck auf dem Cover
Verlag: Prestel
Sprache: Deutsch
24 x 3 x 28,9 cm

Mit einem Vorwort von Philipp Demandt und Essays von Dieter Buchhart, Eleanor Nairne, Christian Campbell, Carlo McCormick, Glenn O’Brien, Francesco Martinelli und Jordana Moore Saggese; außerdem mit umfassendem Archiv- und Fotomaterial, zum Teil erstmalig veröffentlicht.

Das Buch beinhaltet einführende Essays, die Basquiats Praxis in einen breiteren kunsthistorischen Kontext stellen und seine Karriere unter dem Aspekt der Performance betrachten.

Sechs thematische Kapitel bieten neue Forschungsergebnisse mit Essays des Dichters Christian Campbell über SAMO©, des Kurators Carlo McCormick über New York/New Wave, des Schriftstellers Glenn O’Briens über die Downtown-Szene, der Wissenschaftlerin Jordana Moore Saggese über Basquiats Beziehung zu Film und Fernsehen und des Musikwissenschaftlers Francesco Martinelli über Basquiats Besessenheit vom Jazz.

Außerdem gibt es ausführliche Texte zu ausgesuchten Werken, seltenes Archivmaterial und zahlreiche Fotos, die veranschaulichen, dass Basquiats Vermächtnis heute einflussreicher und relevanter ist als je zuvor.

Im New York der 1970er- und 1980er-Jahre hinterließ Basquiat mit seinem Klassenkameraden Al Diaz unter dem Pseudonym SAMO© poetisch-konzeptuelle Graffitis auf Häuserwänden, zeichnete mit seinem eigenen Blut, collagierte Baseball- und Postkarten, malte auf Kleidung, Türen, Möbeln, riesigen Leinwänden und allem, was ihn umgab.

Basquiat arbeitete mit vielen Künstlerinnen und Künstlern zusammen, u. a. mit Andy Warhol und Keith Haring. Er spielte in dem Film New York Beat mit Blondies Sängerin Debbie Harry und trat zusammen mit seiner experimentellen Band Gray auf. Er entwickelte Wandbilder und Installationen für New Yorker Clubs wie Area und Palladium und produzierte gemeinsam mit K-Rob und Rammellzee die Hip-Hop-Platte Beat Bop. Aus dieser sich im Lower Manhattan versammelnden Kreativszene des Post-Punk-Undergrounds heraus eroberte Basquiat die Kunstwelt und erhielt 1982 als bis dahin jüngster Teilnehmer in der Geschichte der documenta internationale Anerkennung.

Seine Bilder hingen neben Werken von Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Gerhard Richter und Cy Twombly. Basquiats lebendige, rohe Bilderwelt entspringt einer Belesenheit, die sich in großen Schrift- und Textfragmenten durch das gesamte Werk zieht. Sie zeugt von seinen enzyklopädischen Interessen und seiner Erfahrung als junger Künstler ohne akademische Ausbildung. Basquiat pflegte einen spielerischen Umgang mit Sprache, liebte den Rhythmus und die Wiederholung von Worten, das Sampeln und Scratchen. Er rebellierte mit Worten, Wortmutationen und Auslöschungen gegen die politische Gleichgültigkeit – seine einzigartige Malerei richtet sich gegen Ausbeutung, Konsumwahn, Unterdrückung, Rassismus und Polizeigewalt.

Die Ausstellung in der Schirn zeichnet Basquiats künstlerischen Weg von den Anfängen bis zu seinem frühen Tod im Alter von 27 Jahren, im Jahr 1988 nach. Sie beleuchtet in verschiedenen Themenbereichen sowohl die kunsthistorische Einordnung seines Œuvres als auch dessen Rezeptionsgeschichte. Unterschiedliche Aspekte wie die Rolle von SAMO© und der Einfluss der New Yorker Downtown-Szene auf Basquiats künstlerische Entwicklung oder die Bedeutung seiner bisher selten erwähnten interdisziplinären Kunstproduktion werden in der Ausstellung diskutiert.

Die Schirn hat hierfür herausragende Gemälde, Zeichnungen, Notizbücher und Objekte von Basquiat aus öffentlichen wie privaten Sammlungen sowie seltene Filme, Fotografien, Musik und Archivmaterial versammelt. Die Vielfalt und Dynamik des Ausnahmekünstlers wird so eindrücklich sichtbar.

THEMENBEREICHE und WERKE der AUSSTELLUNG

Am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn schuf Basquiat politisch aufgeladene Graffitis. Im Jahr 1978 taggte der damals 17-Jährige mit seinem Highschool-Freund Al Diaz unter dem Pseudonym SAMO© kryptische Statements in schwarzen Großbuchstaben an New Yorker Hauswände. Die Graffitis waren satirische Angriffe auf die Banalität der amerikanischen Kultur, die durch ihren spielerisch-rhythmischen Umgang mit Sprache schnell unverwechselbar wurden.

Die Ausstellung in der Schirn stellt zahlreiche Fotografien von Henry Flynt vor, der diese ersten Arbeiten von Basquiat dokumentierte. Für den Erfolg von SAMO© war die Inszenierung in dem damals neuen Künstlerviertel SoHo entscheidend. Medien wie die SoHo Weekly News oder die Village Voice starteten Aktionen, um die Identität von SAMO© zu veröffentlichen.

Humorvoll reflektierte Basquiat seinen Status als Künstler. Er war Autodidakt, ging mit 16 Jahren von der Schule ab und erhielt nie formalen Kunstunterricht. Mit seiner Familie besuchte er regelmäßig die New Yorker Museen. Er besaß eine umfassende Sammlung von Künstlermonografien, die er als Quellen nutzte. Schon in den frühesten Gemälden und Zeichnungen zeigte Basquiat, dass er souverän mit dem visuellen Vokabular der westlichen Malerei des 20. Jahrhunderts umzugehen wusste, und entwickelte zugleich sehr früh einen höchst eigenständigen Stil.

1981 gelang ihm mit seinen Werkpräsentationen in der Gruppenausstellung New York/New Wave im P.S. 1 der Durchbruch. Arbeiten wie Untitled (1980) – eine über zwei Meter hohe Metallplatte mit „NEWYORK NEWAVE“-Schriftzug – oder eine umfassende Werkgruppe können in der Schirn erstmals wieder als größeres Konvolut betrachtet werden. Die Begeisterung der Zeitgenossen und der Zuspruch, den der Künstler von Kollegen und Kritikern erhielt, lässt sich bis heute nachempfinden. Auch die Werke seiner ersten US-Einzelausstellung im Jahr 1982 waren voller explosiver Energie – Farbschichten in intensiven Tönen und hingekritzelten, eingeritzten Schwüngen, die Bewegungsstrichen in Action-Comics gleichen.

Die Schirn präsentiert aus dieser Zeit u. a. Untitled (1982) – einen siegreichen Boxer mit erhobenen Fäusten und dornigem Heiligenschein.

Jean-Michel Basquiat - Untitled, 1982, Acrylic and oil on linen, 
Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, 
© VG Bild-Kunst Bonn, 2018 & The Estate of Jean-Michel Basquiat, 
Licensed by Artestar, New York, 
Courtesy Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, Foto: Studio Tromp, Rotterdam

Basquiat war nicht nur Maler und Zeichner, sondern auch Performer, Schauspieler, Dichter, Musiker und DJ. Er folgte damit unmittelbar der in der internationalen Kunstszene der 1970er- und frühen 1980er-Jahre verbreiteten Tendenz multidisziplinär zu arbeiten. Zusammen mit Michael Holman, Vincent Gallo und Nicholas Taylor spielte Basquiat in der Band Gray Klarinette und Synthesizer. In seinem Œuvre nimmt die Jazz- und Bluesmusik eine wichtige Rolle ein. In vielen Gemälden befasste er sich mit der Geschichte schwarzer Jazzmusiker, u. a. in dem Bild King Zulu (1986). Mit Fab 5 Freddy, Toxic und Rammellzee war er ein früher Akteur der Hip-Hop-Bewegung und produzierte unter seinem eigenen Label Tartown die Platte Beat Bop (1983), für die er auch das Cover entwarf.

In dem Independentfilm New York Beat (später bekannt unter Downtown 81) von Glenn O’Brien erhielt Basquiat die Hauptrolle und verkörperte den Künstler, der er später werden würde. Die Ausstellung in der Schirn lässt diese Zeit mit dem Film New York Beat (1980–81), mit Interviews, Mitschnitten von Basquiats Fernsehauftritten in der Sendung TV Party (1979–1982) sowie Fotografien heute berühmter Akteure der Downtown-Szene wie Madonna, Debbie Harry, Grace Jones, Maripol oder Andy Warhol wieder aufleben. In Zusammenarbeit mit Keith Haring, Jennifer Stein, John Sex und weiteren Künstlerinnen und Künstlern entstanden in den frühen 1980er-Jahren zudem zahlreiche Collagen, Postkarten und Objekte.

Jean-Michel Basquiat on the set of Downtown 81, 1980–81
Photo: Edo Bertoglio (Swiss, born 1951). 35 mm slide
© New York Beat Films, LLC. Courtesy Maripol
By permission of the Estate of Jean-Michel Basquiat, all rights reserved

Die Ausstellung zeigt u. a. einen Kühlschrank Untitled (Fun Fridge) (1982) oder eine Vase – ebenfalls Untitled aus dem Jahr 1982. Auf Initiative von Bruno Bischofberger lernte Basquiat Andy Warhol kennen – mit Francesco Clemente sollten sie eine Serie von Gemeinschaftsarbeiten realisieren. Basquiat und Warhol setzten ihre Zusammenarbeit in den Jahren 1984 und 1985 fort. Die Schirn zeigt u. a. Arm and Hammer II (1984) von Basquiat und Warhol und das Doppelporträt Dos Cabezas (1982), das Basquiat unmittelbar nach der ersten Begegnung mit Warhol anfertigte.

Was Basquiat für seine künstlerischen Arbeiten brauchte, nahm er sich aus seinem Umfeld. Dabei experimentierte er immer auch mit verschiedenen Bildträgern und Materialien. Nach Art des Kopierens und Einfügens fremder Inhalte übernahm er gefundenes Material und veränderte es, um es seiner Ästhetik anzupassen. Sein Ansatz beruhte auf der Cut-up-Technik der Beat-Autoren, die Anfang der 1980er-Jahre ein Revival erlebte. Er strukturierte die Bildfläche mit den Konventionen des Zitierens – Fußnoten, Ziffern, Register – sowie mit Rastern, Linien und Vektoren, die an Mind-Maps und Flussdiagramme erinnern.

Seine besondere Vorliebe galt schematischen Darstellungen komplexer Zusammenhänge – von Leonardo da Vincis Kodizes über Sternkarten bis zu Illustrationen aus Enzyklopädien und Nachschlagewerken. Dort fand Basquiat das Rohmaterial für seine Kunst. Immer wieder bezog er sich in seinen Arbeiten auch auf die Werke berühmter Künstler, u. a. Pablo Picasso, Henri Matisse, Tizian oder Leonardo da Vinci. Die Schirn präsentiert etwa die Arbeiten Untitled (Pablo Picasso) (1984) oder Leonardo da Vinci’s Greatest Hits (1982). Seine Gedanken- und Ideenwelt hielt Basquiat in linierten Notizheften fest.

Die Ausstellung versammelt eine Auswahl dieser Hefte mit Gedichten, Skizzen, Zitaten, Textfragmenten und Adressen, die Tagebücher und Inspirationsquellen zugleich waren.

VIDEO | Basquiat: Boom for Real at the Barbican Art Gallery / A 360 Exhibition Tour

Join Barbican curator Eleanor Nairne and Gus Casely-Hayford as they look around the ‚Encyclopedia‘ room in our Basquiat: Boom For Real exhibition and discuss the wide range of influences Jean Michel Basquiat brought into his paintings.


No-Wave | In den 1980er Jahren

waren insbesondere die beiden bankrotten Metropolen Berlin und New York Treffpunkt einer Subkultur, die sich ohne ökonomischen Druck selbst erfahren und mit allen Mitteln ausdrücken wollte.

Der Bankrott als Chance. Anfang der 1980er sind West-Berlin und New York pleite und bieten mit billigen Fabriklofts, in denen Wohnateliers entstehen, einer wilden und jungen Kreativszene eine einmalige Bühne für die Schaffung eines künstlerischen Undergrounds, dessen unterschiedliche Darstellungsformen von Film, Musik, Malerei, Theater bis zur Literatur sich gegenseitig beeinflussen und interdisziplinär und über den Atlantik in Austausch miteinander treten.

AUDIO | The ‚OPTIMO NO WAVE MIX‘ 44 min [ via OPTIMO UK ]

Tracklist

  1. Mars – 3E
  2. DNA – You and You
  3. Teenage Jesus and The Jerks – Freud In Flop
  4. The Contortions – Contort Yourself
  5. The Fire Engines – Get Up And Use Me
  6. Blurt – Puppeteer
  7. Tools You Can Trust – Show Your Teeth
  8. Sonic Youth – Shaking Hell
  9. 8 Eyed Spy – Lazy In Love
  10. Pulsallama – On The Rag
  11. Arto / Neto – Pini, Pini
  12. Y Pants – That’s The Way Boys Are
  13. ImpLOG – Breakfast
  14. Jill Kroesen – Fay Shism Blues

—————–

Downtown 81

Downtown 81

Jean-Michel Basquiat (1960-1988) spielte mit 19 Jahren die Hauptrolle in diesem Klassiker der „Downtown“ New Yorker Kunst und Musikszene der frühen 1980er Jahre. Ein Künstler der sein Appartement verliert und nun versucht seine Bilder unter Rappern, Strippern, Models und diversen Figuren der Kunstwelt zu verkaufen. Mit Tuxedomoon, Deborah Harry, DNA, James White und vielen mehr. Was als Fiktion gedacht war, entpuppt sich als ein Dokumentarfilm über den New Yorker Underground. 20 Jahre dauert es, bis der Film zum ersten mal gezeigt wird, beim Filmfestival von Cannes. Weitere fünf Jahre vergehen bis er 2006 auf DVD erscheint.

Keiner der Darsteller in „Downtown 81″ ist Profi. Die meisten Protagonisten stammen aus der Musik-Szene, wie Debbie Harry, die Sängerin von Blondie. Während der 80er Jahre lies sich die Stylistin und Fotografin Maripol in New York kein Event entgehen. Sie ist die Produzentin von „Downtown 81″. Nur ihrer Verbissenheit ist es zu verdanken, dass der Film heute als DVD erscheint. Sie betrachtet den Film als eine Art musikalische Odysee, eine Doku-Fiktion.

VIDEO | Downtown 81 extrait (a.k.a New York Beat Movie)

„Downtown 81″ lässt alle Sounds Revue passieren, die den Big Apple damals prägten, vom No Wave der Band DNA bis zu den Anfängen des Hiphop. Ebenfalls im Film, der Pionier der New Yorker Underground-Szene Michael Holman. 1979 gründete er die Gruppe „Gray“, zusammen mit Jean Michel Basqiuat und Vincent Gallo. Zwei Jahre später eröffnet er das „Negril“, den ersten Hiphop-Club in Manhattan. An den Plattentellern: Afrika Bambaataa und Kool Herc. Mit einer Super8 Kamera filmt Michael die ersten B-Boys.

—————–

Die Straßen sehen aus wie Kunst

Andreas Busche für die TAZ – 2005 Artikel lesen

Die Kaputtheit New Yorks war für die verstreuten Künstlerkolonien Ende der Siebzigerjahre ungeheuer inspirierend: eine riesige Stadtlandschaft, deren kulturelles Branding erst noch bevorstand.

Ich war frei, aber die Stadt war es nicht. Lower East Side sah aus wie ein Kriegsgebiet, als hätten wir eine Bombe über unseren Köpfen abgeworfen.“ Und kurz darauf: „Die Straßen sehen aus wie Kunst.“

Die zwischen 1978 und 1982 in Manhattans East Side ansässige Avantgarde-Szene kultivierte diesen bohemitischen Existenzialismus bis zu ihrem frühzeitigen Exitus mit einer auch für heutige Verhältnisse hypertrophen Produktivität. Beginn und Ende dieser kurzen Epoche lassen sich kaum verbindlich festmachen. Als verlässliche Eckdaten könnte die Veröffentlichung der von Brian Eno initiierten „No New York“-Compilation und die Eröffnung des Mudd Clubs 1978 dienen sowie die bahnbrechende „New York/New Wave“-Ausstellung im P.S.1 im Jahr 1981, die den Kunstboom im East Village auf ihrem Höhepunkt erfasste und gleichzeitig den Ausverkauf der Downtown-Szene besiegelte.

—————–

Jean-Michel Basquiat - The Radiant Child

Die ehemalige Jean-Michel Basquiat Freundin und heutige Regisseurin Tamara Davis hat 2010 den Dokumentarfilm „Jean-Michel Basquiat – The Radiant Child“ veröffentlicht.

The Radiant Child

Er besteht zu großen Teilen aus Filmmaterial, das Davis während Basquiats Zeit in der New Yorker Kunstszene der frühen 1980er (und später auch international) gedreht und zu einer interessanten Dokumentation zusammengeschnitten hat.

DVD | kaufen bei amazon

  • Import, PAL, Widescreen
  • Englisch
  • Untertitel: Französisch
  • Region 2
  • Anzahl Disks: 1
  • 90 Minuten

Dazu kommen (neue) Interviews mit befreundeten Künstlern wie Julian Schnabel, Larry Gagosian, Bruno Bischofberger, Tony Shafrazi, Fab 5 Freddy, Jeffrey Deitch, Glenn O’Brien, Maripol, Kai Eric, Nicholas Taylor, Fred Hoffmann, Michael Holman, Diego Cortez, Annina Nosei, Suzanne Mallouk, Rene Ricard, Kenny Scharf und vielen anderen. Der Soundtrack zu „The Radiant Child“ kommt von den Beastie Boys Adam Horowitz und Mike Diamond.

Der Film dreht sich rund um rares Video-Interview-Material das Tamra Davis mit Basquiat vor 20 Jahren gedreht hat.

In the crime-ridden NYC of the 1970s, he covers the city with the graffiti tag SAMO. In 1981 he puts paint on canvas for the first time, and by 1983 he is an artist with „rock star status.“ He achieves critical and commercial success, though he is constantly confronted by racism from his peers. In 1985 he and Andy Warhol become close friends and painting collaborators, but they part ways and Warhol dies suddenly in 1987. Basquiat’s heroin addiction worsens, and he dies of an overdose in 1988 at the age of 27. The artist was 25 years old at the height of his career, and today his canvases sell for more than a million dollars. With compassion and psychological insight, Tamra Davis details the mysteries that surround this charismatic young man, an artist of enormous talent whose fortunes mirrored the rollercoaster quality of the downtown scene he seemed to embody.

 


 

SCHIRN KUNSTHALLE
Römerberg, 60311 Frankfurt

EINTRITT
12 €, ermäßigt 9 €,
freier Eintritt für Kinder unter 8 Jahren

ÖFFNUNGSZEITEN
Diens­tag, Frei­tag–Sonn­tag 10–19 Uhr
Mitt­woch+ Donners­tag 10–22 Uhr

————-

SOCIAL MEDIA anonym durch Einsatz des c't-Projektes Shariff