Documenta 12 | Das Fazit

September 29, 2007 | Comments Off

documenta-12-trailer | klick auf foto öffnet video-fensterDOCUMENTA 12 - Trailer

Der Trailer ist ein Ausschnitt aus Rush Hour, Morning and Evening, Cheapside (2005), 35mm, 4 Minuten. Der Film von Mark Lewis wurde der documenta 12 mit freundlicher Genehmigung des Museum of Modern Art, New York, Fund for the Twenty-First Century, zur Verfügung gestellt.

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Nach der Documenta

Brot für die Künstler, Spiele für das Publikum

FR online - Ulf Erdmann Ziegler

Den bildenden Künstlern geht es gut. Die Akademien boomen. Galeristen jagen über Semesterausstellungen; Abschlussklassen stellen gleich im Museum aus.

Dem Publikum dagegen geht es schlecht. Es soll fressen, was auf den Tisch kommt. Galerien sehen zunehmend aus wie Gemischtwarenhandlungen; ernsthafte Retrospektiven sind rar geworden; hochnäsige Kuratoren bestellen mit Riesenbudgets Riesenausstellungen mit einer Halbwertszeit von einem Jahr.

Selbst eine vergebliche Anstrengung wie die Documenta 12 wird von Kritikern mit Samthandschuhen angefasst: die Süddeutsche, die FR, die FAZ, Die Zeit, die New York Times - alle haben sich größte Mühe gegeben, aus raren Blüten Honig zu saugen. Monatelang hatte ein eloquenter Kurator intellektuelle PR gemacht für ein Aby Warburgsches Projekt, den motivischen Abgleich von Fundstücken und Fundstellen. Das Prinzip lebt von der Verkleinerung, vom Wegnehmen der Farbe, von der Darstellung im Zweidimensionalen.

FR - Artikel lesen

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Was bleibt?

BERLINER ZEITUNG - Sebastian Preuss

Nein, die Kunstwelt wurde nicht verändert durch diese zwölfte Documenta. Zu sehr haben sich die Profikunstkenner dem Ansatz von Roger M. Buergel und seiner mitbestimmenden Frau Ruth Noack verweigert. Nur Häme und Spott hatten Künstler und Sammler, natürlich auch die Vertreter des von Buergel so konsequent ausgegrenzten Kunsthandels für die Kasseler Ausstellung übrig,…

Am allermeisten aber polemisierten Buergels Kuratorenkollegen, denn er stellte fast alles in Frage, was ihnen lieb und teuer ist: den Kanon der allseits bevorzugten Künstler, die gängigen Theoriekonstrukte, die Präsentation im weißen Kubus oder in der verrotteten Fabrik, nicht zuletzt die Verflechtung im Netzwerk der Machthaber und Funktionäre.

BERLINER ZEITUNG - Artikel lesen

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Kasseler Sprengkraft

ZEIT online - Hanno Rauterberg

Verstörung war das große Ziel – und verstört hat diese Documenta.

Auf fast schon klassische Weise hat sie das Übliche ins Ungewohnte gewendet: hat nicht die Brachialkunst gezeigt, die sonst so gern genommen wird, sondern sich am Beiläufigen delektiert. Hat sich frei gemacht vom Diktat der Innovation und sich einen Blick in die Geschichte der Moderne gestattet, hoffend darauf, auch die Ideale dieser Moderne zu reaktivieren. Nicht zuletzt hat sie ein neues Vertrauen in die Kunst gesetzt, in ihre ästhetische Eigenmacht. Sie wollte ein Geschmacks-, kein Theorieverstärker sein, sie ließ sich leiten von einer tiefen Lust an der Form.

. wird diese Documenta als eine Documenta der Neubestimmungen in Erinnerung bleiben. Auf geradezu verwegene Weise stellte sie nicht die Kunst, sondern den Betrachter in den Mittelpunkt. Sie forderte seine Bildung, und das heißt: seine Bereitschaft, sich selbst etwas einzubilden, eigene Deutungen zu entwickeln, sich heranzutrauen an das Unvertraute. Früher nannte man dergleichen ästhetische Erfahrung. Welche Sprengkraft sie noch immer besitzt, auch das hat dieser Kunstsommer gezeigt.

ZEIT - Artikel lesen

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documenta-airpoet-11.jpg

DOCUMENTA 12 | Foto _ Galerie ansehen [ airpoet ]

DOCUMENTA 12 | Foto-Rundgang [ NAFAS Kunstmagazin]
| Teilnehmer aus Afrika, Asien, Lateinamerika

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Die Helden helfen nicht mehr

TAGESSPIEGEL - Nicola Kuhn

Trotz . Rekordmeldung will nicht recht Freude aufkommen über die Documenta 12. Die professionelle Kritik scheint sich auf ein Missfallen eingeschworen zu haben.

In einem Akt des Aufbegehrens setzte sich Roger M. Buergel, der künstlerische Leiter des Unternehmens, kurz vor Torschluss mit einer doppelseitigen Erwiderung im „Spiegel“ noch einmal gegen den „Lynchmob“ zur Wehr, der beschlossen habe, seine Ausstellung zu hassen. „In der Verurteilung der Documenta 12 drücken sich Ratlosigkeit und Angst aus,“ konstatierte er – Angst vor der Globalisierung und Angst vor dem Verlust eines festen Kanons.

Was also ist schief gelaufen? Und: Ist die Documenta wirklich das Desaster, als das sie allgemein verhöhnt wird? Zunächst hat noch jede Documenta einen Aufschrei der Empörung ausgelöst. In ihr kreuzen sich so viele Erwartungen, Vorstellungen von Kunst und ihrer künftigen Form, dass noch keine Ausgabe auf die sofortige Gegenliebe von Kritikergemeinde oder Kuratorenkollegen stieß.

Das beantwortet zugleich die immer mitgestellte Frage, ob sich in Zeiten der permanent vervielfältigenden Biennalen, des sich immer schneller drehenden Rades im Kunstbetrieb, das Modell Documenta nicht längst erübrigt hat. Gerade nicht, wie sich aus den Reaktionen ablesen lässt.

TAGESSPIEGEL - Artikel lesen

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„Wir sind ein bisschen konventionell geblieben“

HANNOVERSCHE ALLGEMEINE - Johanna und Luca Di Blasi

Interview mit Roger Buergel und Ruth Noack … über Kritiker, Kunsthygiene und alte Männer, die nicht loslassen können.

Wie erklären Sie sich die harsche Ablehnung von Profis wie Bazon Brock? Der nannte die documenta ein „völlig beliebiges, ohne jeden Sinn und Verstand, ohne jedes Konzept, ohne jede Thesenbehauptung präsentiertes Sammelsurium dritter Klasse“.

Buergel: Das sind ältere Männer, die nicht loslassen können. Sie glauben, es sei ihre documenta. Da findet jetzt einfach eine Generationsablösung statt. Mit pauschalen Aburteilungen kommt man natürlich nicht weiter. Man muss jetzt einfach warten – und ich bin da auch geduldig. Ich ziehe im Moment noch so eine Kommentarebene ein, schreibe Texte, in denen ich etwas über Zusammenhänge erzähle, und pinne sie an Wände. Ich betrachte die documenta als ein Laboratorium, nicht als fertige Vitrine.

HANNOVERSCHE ALLGEMEINE - Interview lesen

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Wen die Theoriekeule schlägt

WELT online - Uta Baier

. die Ausstellung zeigte bei theoretischer Höchstleistung vor allem Eines: praktische Überforderung und kuratorisches Unvermögen. Nicht umsonst gaben einige Kritiker zu Protokoll, noch keine schlechtere Ausstellung gesehen zu haben.

Doch das Überraschendste am Ende der zwölften Documenta ist, wie aggressiv ihr Chef auf seine Kritiker reagierte. Zum Hass hätten die sich zusammengeschlossen, schrieb Buergel in einer “Kritik der Kritik” und entblödete sich nicht, die Kritiker - Kunsthistoriker, Kuratoren, Museumsdirektoren - als Lynchmob zu bezeichnen, bei dem “das Interesse am Urteil größer (ist) als am Prozess”. Und er zog über ältere Männer her, die nicht loslassen können von ihren Erinnerungen an frühere Documenta-Ausstellungen, an denen sie selbst beteiligt waren und nannte die Kritik einen “Rülpswettbewerb”. Dabei hatte er doch immer wieder kokett verkündet: “Scheitern ist einkalkuliert.”

WELT - Artikel lesen

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documenta12 Katalog | kaufen bei amazonDEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carsten Probst
im Gespräch mit Barbara Steiner,
Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig

Die gebürtige Österreicherin sieht nicht die documenta, sondern das gesamte System der Produktion, Präsentation und Kommerzialisierung von Kunst in der Krise.

AUDIO
| Das vollständige Gespräch mit Barbara Steiner hält Deutschlandradio für begrenzte Zeit zur Verfügung.

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Vom “sinnlichen” Kunstereignis zum “Chaos”

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carsten Probst

Die documenta 12 begann mit Versprechungen und Vorschlusslorbeeren. Von einer “sinnlichen” documenta war die Rede, davon, dass ein “Umsturz” bevorstehe. Doch am Ende der Kasseler Ausstellung stellen die Experten dem Kurator Roger M. Buergel ein vernichtendes Urteil aus.

Jan Hoet, einer von Buergels Amtsvorgängern, bescheinigte ihm kürzlich, von dieser documenta werde nichts im Gedächtnis bleiben. Die “Süddeutsche Zeitung” lässt die Schau zum Schluss, trotz neuen Besucherrekordes, gleich ganz im Chaos versinken.

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

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Pleiten, Pech und Pannen

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carsten Probst
im Gespräch mit Rudolf Schmitz

Für den Kunstkritiker Rudolf Schmitz ist der Ruf der Kasseler documenta als wichtigste Kunstausstellung der Welt ruiniert.

Die Ausstellung, die am Sonntag endet, sei eine Folge von Pleiten, Pech und Pannen gewesen, sagte Schmitz im Deutschlandradio Kultur.

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

AUDIO
| Das vollständige Gespräch mit Kunstkritiker Rudolf Schmitz
hält Deutschlandradio bis zum 20.2.2008 zur Verfügung.

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Kassel, bis 23. September 2007

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Kassel 2007 | Sturmbraut Nr. 1

August 9, 2007 | Comments Off

sturmbraut-1.gif

Dezernat für Kulturordnung und Sicherheit Festivalleitung |
Redaktion Sturmbraut

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Besucher der documenta-Stadt Kassel.

 

Dies ist die erste Ausgabe der Sturmbraut, der offiziellen Publikation zum spartenübergreifenden Festival Bürgerstolz & Stadtfrieden. Das Festival läuft parallel zur documenta und beschäftigt sich explizit mit den kulturellen und sozialen Verhältnissen in der Stadt bzw. den Bedürfnissen ihrer Bewohner.

Gastgeber sind das Kulturzentrum A.R.M. und die Lolita Bar mit deren Organisatoren Bob Wachholder und Ralph Raabe. A.R.M. und Lolita Bar nehmen seit vielen Jahren eine wichtige Rolle als freie Spielstätten in Kassel wahr. Eine Tatsache, die von offizieller Seite bislang stets verkannt wurde.

In einem Akt kultureller Notwehr setzt sich Bürgerstolz & Stadtfrieden nun für reale und mentale Freiräume in der Stadtlandschaft ein. Denn außerhalb der documenta ist es hier vor allem für junge, engagierte Menschen schwierig, sich anspruchsvoll einzubringen bzw. etwas Adäquates zu erleben.

Und vor allem Plattformen der guten Unterhaltung’ werden in provinziellen Politkreisen gerne stumpfen Discos gleichgesetzt. Hier gilt es auch, außerhalb von Abendveranstaltungen eine ausgewogene und vor allem aktuelle Kulturdefinition zu formulieren.

STURMBRAUT Nr. 1  |  Magazin lesen ( pdf-Format ]

Bürgerstolz & Stadtfrieden Kassel
| Projekt Website

Documenta 12 | Halbzeit

August 6, 2007 | Comments Off

documenta12-katalog.jpgKaffeefahrt zur Kunst |

TAZ - Thomas Winkler |

Eine organisierte Busfahrt von Berlin nach Kassel erzählt einiges über die Leichtigkeit der Kunst und die Schwierigkeit, sie angemessen zu konsumieren.

Nur leichtes Gepäck. Ein Wochenende in Kassel mit einem basisdemokratisch organisierten Kunst- und Künstlerverein. Wir haben gebucht, die documenta als Rundumsorglospaket.

Mit dabei: Frauen mit leuchtend rot geschminkten Mündern. Frauen mit ausladenden Hüten, großflächigen Ohrringen, exaltierten Brillen und Gummibärchen-Brosche. Frauen, behängt mit grellbunten Tüchern und Handtaschen mit Ethno-Motiven. Frauen in mausgrauem Leinen und lila Bluse, die den Bus zum Kirchentag verpasst zu haben scheinen. Vor allem Frauen. Die Männer tragen graue Dreadlocks oder das Haar kurz rasiert. Die meisten sind Brillenträger. Einige stehen auf Sandalen. Andere scheinen festzusitzen in altmodischen Jacketts. Die Männer sind in der Minderzahl.

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Unbeschreiblich weiblich | Die “documenta” der Frauen in Kassel

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carmela Thiele

Die documenta 12 in Kassel bringt eine Menge vergessener Positionen ans Tageslicht, die durch das Raster des Kunstmarktes gefallen sind. Die Mehrzahl dieser neu entdeckten Werke stammen von Frauen. Aber auch die jüngere Generation, vertreten durch Cosima von Bonin, Hito Steyerl oder Zoe Leonard, ist an zentralen Stellen präsent.

Trisha Brown und Yvonne Rainer statt Robert Rauschenberg und Jasper Johns: Die d12 korrigiert ohne viel Aufhebens die Geschichte der Kunst. Beide Frauen revolutionierten in den 1960er Jahren den Tanz und beeinflussten damit auch die bildende Kunst. Oder wie die Künstlerin Valie Export es Ende der 1970er Jahre ausdrückte: “Trisha Brown und Yvonne Rainer liefern Beispiele feministischer Tanzaktionen, die der Phallokratie entkommen sind.”

Ohne Umschweife kommt auch Mary Kelly zu Sache. Sie organisierte anlässlich der documenta das nächtliche Happening “Flashing Nipple” mit hundert Frauen im Park Wilhelmshöhe, deren Brustwarzen mit Lichtern markiert waren. In der Dokumentation in der Neuen Galerie wirken die Lichtreflexe wie Glühwürmchen, die durch den öffentlichen Raum tanzen.

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Foto-Rundgang durch die Documenta 12
Teilnehmer aus Afrika, Asien, Lateinamerika
NAFAS Kunstmagazin

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Documenta 12 | Stop and go mit Ai Weiwei

Juli 8, 2007 | Comments Off

ai-weiwei.jpgDer bislang unterhaltsamste Kommentar zur Documenta kommt von der

TAZ - Rüdiger Kind |

Kassel, 16. Juni 2007, Eröffnung der documenta 12. Die “Welthauptstadt der zeitgenössischen Kunst” versinkt in einem gigantischen Chaos aus zigtausenden, wild hupenden Autos.

Der Stau erstreckt sich flächendeckend von der Wilhelmshöher Allee bis zur Wolfhager Straße. Die Abgasglocke, die über der nordhessischen Stadt hängt wie der Atompilz über dem Bikini-Atoll, macht jeden Atemzug zur Qual. Verwirrte Omis taumeln halb ohnmächtig durch die Fußgängerzone, retten sich vom Drogeriemarkt in die nächste Kaufhalle, um nahe den Belüftungsschlitzen der Klimaanlage etwas Frischluft zu erhaschen.

Die meisten Chinesen scheinen die Stadt denn auch mit einem riesigen Autoscooter zu verwechseln: Karambolagen, Seit- und Frontalzusammenstöße passieren im Minutentakt, die Polizei hat die Unfallaufnahme längst aufgegeben. Für Ai Weiwei ist das Verkehrschaos Bestandteil und erster Höhepunkt der documenta. “Was wir hier erleben dürfen”, sagt der kahl geschorene Sohn des Dichters Ai Qing und zupft verzückt an seinem Bart, “ist die Faszination des chinesischen Menschen für die westliche Technik und fortgeschrittene Lebensart. Eine wunderbare Performance von art in motion.”

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Documenta 12 | Grenzenlose Matrix

Juli 8, 2007 | Comments Off

documenta12-katalog.jpgARTNET -
Belinda Grace Gardner |

Die Live-Begegnung mit der Kunst hat auf der d12 tendenziell eine eigenartig diffuse Wirkung. So bleiben die inneren, tieferen Zusammenhänge, die es zwischen den Ausstellungsstücken in der Schau zweifellos gibt, oft an der Oberfläche rein formaler Ähnlichkeiten haften.

Genau darin liegt ein Problem dieser documenta: dass nämlich die angeblich auf Bedeutung stiftenden Vernetzungen basierende Matrix, die die optische Verwandtschaft der Bildsprachen vorgibt, nicht immer tragfähig ist.

Zwar ist die Idee einer „Migration der Formen“ im Sinne des Standardwerks Patterns that Connect von Carl Schuster und Edmund Carpenter spannend. Auch ist es hochinteressant, sich auf die Spur der Entwicklungslinien etwa vom jahrhundertealten, aus Alltagsformen erwachsenen Ornament hin zur abstrakten modernistischen Rasterstruktur zu machen. Doch läuft eine bewusst auf Kontextualisierung verzichtende, nonchalant das Unvereinbare verbindende Ausstellung Gefahr, ins Leere zu zielen oder zumindest in Beliebigkeit abzugleiten.

Eine allzu sehr auf die äußere Anmutung der Exponate gestützte Präsentationspraxis produziert schon mal Hohlformeln.  Andererseits haben die von Buergel/Noack locker in Szene gesetzten Referenz-Cluster, die sich teils über mehrere Stationen der Ausstellung verteilen und deshalb eben nicht immer anschaulich werden, das Potenzial, die mehr oder weniger verborgenen Affinitäten und Kontinuitäten in der „Migration der Formen“ freizusetzen.

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ARTNET _ documenta12 _ Dossier

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bazonbrock-rechts-studentenpartei-1967.jpgARTNET - Bazon Brock |

Steht die documenta 12 für eine Selbstermächtigung von Kuratoren, die nicht wahrhaben wollen, dass die von ihnen verachtete kommerzielle Sphäre längst intelligentere Kunstvermittlung betreibt als sie selbst? Und erinnert die proklamierte Radikalität des „bloßen Lebens“ nicht an die höfische Verklärung des harten bäuerlichen Daseins durch Marie Antoinette? Eine kritische Betrachtung.

Die Ursachen für den d-12-Schrecken ohne Ende kann man getrost im Unabhängigkeits- gleich Willkürpathos der herrscherlichen Macher sehen, die sich keiner öffentlichen Diskussion stellen und keiner internen Kritik ausgesetzt sind, weil sie sich ohnehin nur mit einen Netzwerk von Opportunisten und armen Würstchen umgeben, denen die Aussicht auf ein anständiges Honorar sogar das Abnicken offensichtlicher Unsinnigkeiten wert ist.

Als Journalist überträgt man eben ganz unverschämt, will sagen unverdächtig, die zahlungsgewichteten Anzeigenmitteilungen gemeinsam mit den honorierten Meinungsäußerungen, die in Wahrheit demokratisch legitimierter Medienfaschismus sind.

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ARTNET _ documenta12 _ Dossier

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Kassel, bis 23. September 2007

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“Keine Atempause - Geschichte wird gemacht” (Fehlfarben 1980)

“Kassel brennt” (London´s burning, The Clash 1977)

Kunst kommt von Knallen

DIE ZEIT -  Hanno Rauterberg vergleicht die Biennale in Venedig mit der Kasseler Documenta und bringt sie auf einen Nenner des Politischen. 

Es ist die Stunde der Besinnung aufs Wesentliche, die Stunde der politischen Künstler. Ihnen gehören die großen Bühnen dieses Sommers. Gleich doppelt dürfen sie aufspielen – auf der Biennale in Venedig und auf der Documenta in Kassel …

Beide Ausstellungen sind sich verblüffend ähnlich: Beide wenden sich gegen die Übermacht des Marktes, verlangen nach einer Kunst der Ein- und Aufmischung …

Soll niemand sagen, die Kunst sei doch nur Tralala. Nur grelles Spektakel, Partykulisse, nur das Spielzeug der Schönen und Reichen. Nein, die Kunst geht aufs Ganze. Sie verkämpft sich, ringt mit dem Schweren, dem Blutigen, mit Folter und Vertreibung, Krieg und Tod. Manche nennen das die Rückkehr des Politischen.

Politisch ist diese Documenta . mehrfach: Sie fragt, was von den alten Utopien noch trägt. Sie fragt, welchen Mustern wir trauen, welchen Formen wir Geltung einräumen. Sie fragt, wie sich unser Blick auf die Welt weiten lässt und ob sich damit unser Bild von der Welt verändern könnte. Und selbst dort ist sie noch politisch, wo sie unpolitisch wird, denn dann setzt sie die Kunst frei von Verwertungs- und Aufklärungsinteressen, begreift sie als Selbstzweck, als Ornament und Dekor, einen Schauwert, nur dafür da, um betrachtet, nicht um bedacht zu werden.

ZEIT - Artikel lesen

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DEUTSCHE WELLE | Kultur-Sommer 2007 

VIDEO _ Reportage ansehen | Documenta 12 |  Andrea Horakh

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Rückkehr der Dekadenz 

BERLINER ZEITUNG - Sebastian Preuss

Die Documenta 12 erntet wütende Kritik, dabei huldigt sie der Kunst in nie da gewesener Weise

Es sei die schlechteste Ausstellung, die er je irgendwo gesehen habe, wütete der Kritiker des Londoner Daily Telegraph. Andere Experten verurteilten die Schau als reaktionär, weil sie die Kontexte der Kunstwerke vernachlässige. Hier ginge es vor allem um Interior Design, ätzte eine populäre Kunstfigur im Fernsehen. Was denn mit den Europäern los sei, fragte ein fassungsloser Museumsmann aus Amerika. Wo man sich in der Kunstwelt auch umhört, überall Ablehnung, Unverständnis, bis hin zu Abscheu und Verdammung.

Das Kalkül von Buergel, dem Leiter der zwölften Weltkunstschau, und seiner mitkuratierenden Ehefrau Ruth Noack scheint also grandios aufgegangen zu sein. Sie wollten mit allem brechen: mit dem Kanon des Kunstbetriebs und des Marktes, mit den gängigen Präsentationsformen für Gegenwartskunst wie den üblichen Theoriekonstrukten der Ausstellungsmacher.

Dabei muss seine Sinne verloren haben, wen diese Documenta nicht überwältigt.

Trotz aller Mängel bietet diese zwölfte Documenta Seherfahrungen, wie sie in der Gegenwartskunst noch nie zu erleben waren. Festgefahrene Kunstfunktionäre mag das zur Weißglut treiben, doch lieber sollten wir uns alle über diese Gelegenheit freuen.

BERLINER ZEITUNG - Artikel lesen

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Ganz anderer Meinung ist der Documenta-KommunikationsVeteran Bazon Brock, der in einem Telefoninterview des DEUTSCHLANDRADIOS ausführlich zu Wort kommt und das Ende der “staatlich geförderten Kunst” gekommen sieht.

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“Völlig beliebiges Sammelsurium dritter Klasse”

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Bazon Brock

Der Kulturwissenschaftler Bazon Brock hat die Documenta 12 mit scharfen Worten kritisiert. Die am Samstag in Kassel eröffnete Schau zeitgenössischer Kunst bezeichnete Brock im Deutschlandradio Kultur als ein “völlig beliebiges, ohne jeden Sinn und Verstand, ohne jedes Konzept, ohne jede Thesenbehauptung präsentiertes Sammelsurium dritter Klasse”.

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

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| AUDIO | Vollständiges Bazon Brock Interview anhören

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Kassel, bis 23. September 2007

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Die künstlerische Leitung der documenta hat entschieden, zum ersten Mal in der Geschichte dieser Großausstellung Audioführungen anzubieten.

Vier verschiedene Audioführungen stehen zur Auswahl: Neben einer umfassenden Führung von Roger M. Buergel stehen Features zu den drei Leitfragen der documenta 12 bereit. Die Hauptführung ist in sechs Sprachen abrufbar, die Themenführungen jeweils auf Deutsch und Englisch.

Die Documenta stellt auch iPods mit verschiedenen Führungen leihweise gegen eine Gebühr von 3 € zur Verfügung (gültiger Lichtbildausweis erforderlich). An den Ausgabepunkten der Audio-Führungen, Friedrichsplatz und Aue (Nähe Pavillon), befinden sich außerdem Aufladestationen und Rechner zum Herunterladen der MP3-Dateien auf den eigenen MP3-Player.

AUDIO_Führungen herunterladen / anhören

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Kassel, bis 23. September 2007

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spielplatz67-kassel-2007a.jpgPT Dezernat für Kulturordnung & Sicherheit
| Ralph Raabe und die 4 lustigen Fünf |

Das “Dezernat für Kulturordnung und Sicherheit” präsentiert bis zum 23. September 2007 das Kunstfestival Bürgerstolz & Stadtfrieden. Gezeigt werden Konzertreihen zeitgerechter Musik, bildende und darstellende Kunst, sowie Live-Happenings und Theater parallel zur documenta 12 in Kassel.

Wenn am 16. Juni die documenta12 ihre Pforten öffnet, legt die nordhessische Provinzstadt Kassel für drei Monate ihr Gewand des Aschenputtels ab und präsentiert sich als Metropole für moderne Kunst. Protegiert wird sie von Stadtpolitikern, die im grauen Alltag weniger als Kunstförderer, sondern vielmehr als Saubermänner und Klotz am Bein der freien Kunst auftreten.

Das Dezernat für Kulturordnung und Sicherheit präsentiert ihr eigenes Festival. Parallel zur documenta12 zeigt es junge, lebendige Kunst auf dem Festivalgelände in der Werner-Hilpert-Straße. Noch bis zum 23.09. werden somit lokale und überregionale Künstler an 101 Tagen ihre alternativen, volksnahen Arbeiten präsentieren. Inhaltlich wird dabei vor allem der Kunst- und Kulturstandort Kassel ins rechte Licht gerückt. Sowohl der Titel des Festivals als auch dessen Leitung verweisen als Ableitung bzw. Zitat städtischer Institution und Planung auf diese Zielsetzung.

Kulturelle Freiheit und städtische Realität

Veranstalter und Künstler aus dem ganzen Land versammeln sich, um die kulturelle, politische und soziale Situation in Kassel aufzugreifen und massiv zu hinterfragen, den Diskurs über die Auslegung des städtischen Kunstbegriffs anzustoßen und voranzutreiben.

So sieht sich das Festival Bürgerstolz & Stadtfrieden als notwendige Ergänzung zum geförderten Kulturbetrieb, dessen Ausrichtung weder die kulturellen noch die sozialen Realitäten der Stadt aufgreift, sondern ein sozial einseitiges, auf die ältere Generation ausgelegtes Kulturverständnis widerspiegelt. Das Festival konzentriert sich auf diejenigen, die von der Stadt Kassel zur großen Randgruppe deklariert worden sind: Interessierte, kritische, kreative Menschen zwischen 15 und 50.

Intelligente Kulturförderung – eine Investition für die Zukunft.

Als sich Kassel für den Titel der Kulturhauptstadt bewarb, formulierte ihr Berater Reinhart Richter eine maßgebliche Vision: “Wenn im Jahr 2006 die Entscheidung fällt, muss hier schon der stadtgesellschaftliche Aufbruch funktioniert haben”. In programmatischen Reden bezog er sich auf Joseph Beuys` Konzept der “Welt als Gesamtkunstwerk“ und dessen Begriff der sozialen Plastik; demnach auf einen Gestaltungsprozess, in dem alle Menschen Teil der inhärenten Entwicklung sein sollen. Pläne also, die auch dazu führen sollten, Nachwuchs an Kassel zu binden. Von so genannten Zukunftswerkstätten war die Rede. Die Bewerbung scheiterte – aus heutiger Sicht zu Recht.

Die politischen Realitäten haben sich derweil dem demographischen Wandel der Stadt angepasst: Mit fortschreitender Überalterung schwindet im Kulturamt das Verständnis für zeitgemäße Kulturarbeit, und Kassel findet sich in einer zwiespältigen Realität wieder: Im Fünfjahrestakt präsentiert sich die Stadt für drei Monate als moderne Kunstmetropole, während die junge Kunst jenseits der documenta repressiv behandelt wird: Verbote, Propaganda und eine zweifelhafte Fördermittelvergabe zeugen davon.

“The exhibition is an alien phenomenon for much of the local blue-collar population.” SPIEGEL online International - Cameron Abadi

Akut gefährdet sind städtische Kulturanbieter jenseits des Mainstreams, obwohl gerade sie als Garant dienen, dass kreative Köpfe langfristig an die Stadt gebunden werden. Vor diesem Hintergrund sehen sich die Veranstalter von Bürgerstolz & Stadtfrieden nicht nur als Fürsprecher für eine freie und starke Kunst, sondern auch als Vorkämpfer des Zukunftsstandorts Kassel.

Festival Bürgerstolz und Stadtfrieden | www.buergerstolzundstadtfrieden.de
| 101 Tage Kunst, Kultur und Leben
| bis zum 23.09.2007

Dezernat für Kulturordnung & Sicherheit
Werner Hilpert Str. 22
34117 Kassel

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CONTRASTING CULTURES

SPIEGEL online International - Cameron Abadi, Kassel

A City in the Shadow of Documenta

When Documenta opens on Friday, as it does every five years, it will cast a light on the paradox of the world’s biggest contemporary art show: The exhibition is an alien phenomenon for much of the local blue-collar population. About halfway between Kassel’s central train station and Friedrichplatz, the central site of the Documenta 12 art exhibition, a self-made billboard has been propped on the sidewalk. With black letters painted on white cardstock, the sign poses a simple question: “After the 100 days, then what?”

SPIEGEL International - Artikel lesen ( english )

documenta12-katalog.jpgBefreiung aus der Gefangenschaft des Marktes |

FAZ - Thomas Wagner |

Irgendwo zwischen Formlosigkeit und Formschicksal, zwischen dem künstlerischen Drang zur Form und deren kulturellem Transfer lassen Buergel und Noack sich die Ausstellung entwickeln. … sie machen keine Ausstellung, sie lassen diese sich entwickeln, entfalten, sich ausbreiten. Darin liegt der Unterschied - und die Provokation …

… schaffen Buergel und Noack tatsächlich so etwas wie einen Neuanfang: mit und durch die Kunst, anhand einzelner, nicht isolierter Werke, vor allem aber nicht entlang eines zementierten Verständnisses, das über den Werken schwebt. Einzelne Fäden aufnehmen und sie zur Probe zusammenzwirbeln - das versucht die d 12. Den Fäden folgen, sie weiterspinnen, das muss jeder Besucher selbst.

Die documenta macht Kunst wieder erfahrbar. Buergel setzt sie nicht auf Diät. Er nimmt sie schlicht ernst, manchmal zu ernst. Weil sie das Sensationelle meidet, befreit die d12 die Kunst aus der Gefangenschaft, in der sie die aufs Neue schielende Wahrnehmung des Marktes zu halten sucht.

Hätte sie auch die Drehzahl des Spinnrads des Kuratierens gedrosselt, wäre sie wirklich wunderbar.

FAZ - Artikel lesen

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Schule des Sehens, Alphabet der Formen

FR online - Elke Buhr

Die “Migration der Form” hatten der künstlerische Leiter Roger M. Buergel und seine Kuratorin Ruth Noack zum zentralen Inszenierungsprinzip ihrer Documenta12 gemacht. Sie wollten zeigen, wie Formen wandern, durch die Zeit und von Kultur zu Kultur; sie wollten untersuchen, wie ähnliche ästhetische Lösungen auf unterschiedliche Weise mit Kontexten und Inhalten paktieren. Und wo das gelingt, ist der Effekt atemberaubend. Bereits nach dem ersten Rundgang über die Mammut-Ausstellung ist klar: Buergel und Noack haben diese Documenta zu einer echten ästhetischen Erfahrung gemacht.

… gelingt es ihr, Schluss zu machen mit der leidigen Opposition zwischen dem Politischen und dem Schönen, zwischen dem Engagement und der Form. Und nebenbei haben Buergel und Noack es wirklich geschafft, weitgehend an den großen Namen des heiß gelaufenen Kunstmarktes vorbei zu kuratieren, ohne dass es im Mindesten auf die Qualität geschlagen wäre.

FR online - Artikel lesen

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Rohrstockhiebe in Arkadien

SPIEGEL online - Jenny Hoch, Kassel

Wer sich von der Ausstellung allerdings einen marktfähigen Wegweiser durch angesagte Positionen der Gegenwartskunst erwartet, der wird enttäuscht sein. Denn diese Documenta will alles, nur nicht dem überhitzten Kunstmarkt Futter in den unersättlichen Rachen werfen.

SPIEGEL - Artikel lesen

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Die Kunst der Ausstellung

TAZ - Brigitte Werneburg

Trotz ausgestopfter Giraffe und Blumenzucht wirkt die Ausstellung irgendwie museal.

Der Frage nach der Ausstellung und dem Zusammenspiel zwischen Institution, Raumarchitektur und Exponaten, aus dem sie hervorgeht, ging vor genau zehn Jahren die Berliner Künstlerin Bettina Allamoda in ihrer Installation “les artistes décorateurs” im kunstraum münchen nach. Dieses Zusammenspiel hat seine eigene Geschichte.

Eine Geschichte, der sich Roger M. Buergel mit der Referenz auf die erste documenta durchaus bewusst ist. Der atmosphärisch-illustrative Kontext, in den Arnold Bode damals die Kunst einbettete, überlebte später allerdings nur noch im Naturkundemuseum, im Anthropologischen und Technischen Museum.

Zu Allamodas Installation gehörte auch eine 1962 entstandene Fotografie des Apartments von Ben Heller am Central Park West. Hier diente ein Jackson Pollock als eine Art Raumteiler, der bestens mit Mies van der Rohes Barcelona Chair harmonierte. So ungefähr darf man sich das Flair der documenta 12 vorstellen, wobei orientalische Teppiche, Hochzeitsschleier und Hochzeitsvorhänge Mies Barcelona Chair ersetzen.

TAZ - Kommentar lesen

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Im leichten Laufschritt durch die Weltkunst

NZZ - Samuel Herzog

Die 12. Documenta von Kassel kommt ohne Aufregung daher. … - man trabt durchs Weltgelände, Dinge tauchen auf und verschwinden wieder, alles ist irgendwie wichtig und doch auch irgendwie nicht. Die Strecke ist nur leicht coupiert, weder gibt es heftige Steigerungen noch krasse Abfälle.

Manches auf dieser Documenta scheint einer geheimen, für Dritte kaum verständlichen Logik zu folgen - vielleicht fühlen wir uns hier deshalb manchmal wie in den Privatgemächern eines etwas verschrobenen Sammlers mit einem leichten Hang zum Esoterischen. Sehr kommunikativ ist das nicht und auch nicht sehr zeitgemäss. Trotzdem ist diese Documenta eine schöne und recht weltläufige Ausstellung geworden, die den Werken viel Raum und dem Betrachter letztlich viel Freiheit lässt.

NZZ - Artikel lesen

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Überall Kreuze

ARTNET Magazin - Ein kritischer Kommentar von Robert Fleck, dem künstlerischen Leiter der Deichtorhallen Hamburg und Kommissar des Österreichischen Pavillons der diesjährigen Biennale in Venedig.

Ist die religiöse Symbolik der heimliche Inhalt einer documenta, bei der die aktuelle Kunst nur in der Sekundärgalerie vorkommt?

Das Konzept ist nicht aufgegangen. Roger M. Buergel hat die Rehabilitierung der Form und der formalistischen Präzision angekündigt und eine Ausstellung abgeliefert, die zwischen einer von den Werken nicht abgesicherten Überästhetisierung in der Neuen Galerie und im Fridericianum und einer Flohmarktästhetik in der provisorischen Architektur der Auepavillons schwankt.

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Die Kunst in der Grabkammer

ARTNET Magazin - Gerrit Gohlke

Dass die Beantwortung .. vieler . Fragen nicht zufällig, sondern mutwillig der Mutmaßung und Spekulation überlassen bleibt, ist das unheilbare Ärgernis dieser ungemein muffigen Monumentalausstellung, die ihrem Publikum per Gleitwort das „Lauschen und Schauen“ empfiehlt, sich selbst aber in affektierten Posen um jede Auseinandersetzung drückt.

Die documenta 12 wird als höfische Inszenierung im Gedächtnis bleiben. Sie ist ein Akt der Willkür, der selbstgefällig die eigene Subjektivität dem Rest der Welt als Anreiz zum Nachdenken verkaufen will.

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ARTNET _ documenta12 _ Dossier

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Elegant in die Besenkammer

SUEDDEUTSCHE - Holger Liebs

Dies sei ja wohl die “schlechteste Documenta aller Zeiten”, schimpften einige und regten sich über diese “Privatmythologie” auf; von den “wunderbaren Räumen” und der “eleganten Hängung”, vor allem im Fridericianum, in der Neuen Galerie und auf Schloss Wilhelmshöhe, schwärmten andere.

Der pädagogische Anspruch der Documenta - ihr Schiller’scher Bildungsgedanke: die ersehnte Erziehung des Menschengeschlechts durch ästhetische Erfahrung - führt im Ganzen zu einer erstaunlich humorlosen Veranstaltung, die manchmal gar ans Waldorfhafte, Esoterische grenzt.

Aber man lernt tatsächlich viel, erblickt nie Gesehenes, ja kann sich bisweilen verzaubern lassen …

Gerade im Fridericianum und in der Neuen Galerie, wo dunkel getönte Wände und Vorhänge nur gedämpftes Licht zulassen, wirkt der Kunst-Parcours wie aus einem Guss …

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DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Barbara Wiegand 

Ein Ausstellungsrundgang als aktiver Müßiggang, auf dem der Betrachter nicht nur dem Geist, sondern durchaus auch den Augen und dem Bauch vertrauen soll.

Auch wenn das durchaus bedeuten kann, wie Buergel provokant formuliert, dass man nicht alles gesehen haben muss, nicht alles verstehen muss, mögen muss, ja sich auch mal langweilen kann. Ästhetik ist bei ihm also nicht das perfekte Event, sondern - und das ist absolut lobenswerter Ansatz, in Zeiten von Kunsthype und Blockbuster-Schauen - es ist ein Bekenntnis zur fast vergessenen Alltagskultur des Hinsehens, des Auf-sich-wirken-lassens, des Vielleicht-etwas-Erkennens, vielleicht den Blick-weiter-schweifen-lassens …

Im Pavillon ist Buergel wohl mit seinem ästhetischen Anspruch an die Grenzen gelangt. Vielleicht auch an die Grenzen dessen, was eine ästhetische Betrachtung der Kunst heute vermag - zum einen ist es sicher ein wichtiger Schritt, sie nach den von verkopfter Konzept-Kunst dominierten Zeiten wieder zuzulassen, um einen Zugang zur Kunst zu finden. Andererseits besteht immer die Gefahr der Oberflächlichkeit, dass man die Inhalte dieser Betrachtungsweise zu sehr unterordnet. Eine Gefahr, in die sich Buergel bewusst begeben hat, mit dem Wissen, dass er scheitern kann. Manchmal - im Pavillon tut er es. Aber nicht immer.

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

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arte-television-europe

 

Eröffnung der documenta 12
| VIDEO-Reportage ansehen (real video)

arte.tv hält Sie den ganzen Sommer lang über die documenta 12 in Kassel und die Biennale in Venedig auf dem Laufenden. 

| arte _ Kunstspecial | Zwei Blogs und Video_Reportagen.

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Ratlos in Kassel – ein Versuch, sich auf die «documenta 12» einzulassen

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| Sendung vom 20.06.2007 | Bericht: Markus Unterfinger

Das Ziel der Kuratoren klang einleuchtend. Nicht die grossen Stars der Gegenwartskunst sollten die «documenta 12» prägen, sondern die ästhetische Erfahrung der Besucher. Ein Augenschein an der grössten Kunstausstellung der Welt zeigt Schwächen: Erklärungsbedarf allenthalben, überfordertes Publikum, übercodierte Kunst. Ist das Konzept der Ausstellung als Gegenveranstaltung zum grossen Kunstkommerz in der Umsetzung gescheitert?

VIDEO | Reportage des SF | Documenta 12 (Breitband-Video | 6 Minuten )

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Documenta 12 - KATALOG

| Documenta 12 - BILDBAND

| DOCUMENTA | BÜCHER

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Kassel, bis 23. September 2007

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  • Ausstellungen | Hamburg

    Kunstverein Hamburg
    Hamburg-Zentrum
    BOJAN SARCEVIC | Only After Dark
    | bis 21. September 2008

    Die Kunst von Bojan Sarcevic ist geprägt durch das Spannungsverhältnis von sozialer Relevanz und dem Anspruch auf Autonomie.

    Vor diesem Hintergrund wäre auch das Aufgreifen des Formenvokabulars der 1910er und 1930er Jahre in seinem Werk zu deuten. Denn gerade in dieser Zeitspanne kristallisierte sich der für das 20. Jahrhundert so entscheidende Konflikt zwischen der Vorstellung einer vollkommen zweckfreien Kunst, die sich in erster Linie auf die ästhetische Gestaltung beruft und einer politisch agitatorischen Haltung, mit dem Anspruch, durch Kunst die Gesellschaft zu verändern. Vor diesem Hintergrund könnte man auch den im Kunstverein in Hamburg präsentierten Werkzyklus Only After Dark deuten. Für diese fünf erstmals in Deutschland vollständig präsentierten 16 mm Filme hat der Künstler abstrakte Objekte, kleine Skulpturen aus Holz, Metall und anderen Materialien mit der Kamera suggestiv abgetastet.

    Jeweils eigens hierfür komponierte Musik unterstreicht den atmosphärischen dichten und mysteriösen Charakter, der zusätzlich durch die an konstruktivistische Architektur erinnernden Pavillons unterstrichen wird, in denen sie präsentiert werden. Dabei oszillieren die von ihm inszenierten und dann gefilmten Modelle zwischen Landschaft, Architektur, Design und Kulisse. Die gesellschaftliche Bedingtheit dieser Bereiche wird von Bojan Sarcevic in einen bewussten Widerspruch zur formalen Eleganz der Inszenierung gesetzt.

    Hamburger Kunstverein


    Kunstverein Harburger Bahnhof
    Hamburg-Harburg
    SONJA VORDERMAIER
    GEELKE GAYCKEN

    Reihe Ordnung sagt | MACHT
    04.09. - 02. November 2008

    Die Installation vereint exzessiven Gestaltungswillen mit wortwörtlich zur Schau gestellter Gestaltungsmacht. Formen, Strukturen und Materialien werden nach ihren Möglichkeiten befragt und in ein sinnliches Erlebnis für die Ausstellungsbesucher überführt.

    Mit dieser Ausstellung setzt der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung sagt fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. MACHT ist der fünfte Teil der Reihe und wird von Vordermaier und Gaycken mit einer für das Publikum begehbaren Installation realisiert. Macht wird hierbei definiert als das Vermögen, das Mögliche wirklich werden zu lassen.

    Die Hamburger Künstlerinnen Sonja Vordermaier und Geelke Gaycken verfolgen das Konzept, neue Dimensionen von Wahrnehmungen zu schaffen. Dabei berücksichtigen sie gleichermaßen die vorgegebenen formalen Kriterien wie Größe und Aufbaustruktur des über 100 Jahre alten, ehemaligen Wartesaals der 1. Klasse des Fernbahnhofs Harburg, als auch die besondere Beschaffenheit des Arbeitsmaterials selbst. Symmetrien der prunkvollen Architektur werden in der Installation aufgenommen, durch „Antiraster“ konterkariert und teilweise aufgelöst.

    Kunstverein Harburger Bahnhof
    ( Archiv )