standfoto-aus-dieter-roth-dock1.jpgKUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Sprengel Museum Hannover |

Das Sprengel Museum Hannover erinnert bis zum 05. Oktober 2008 an den Künstler Dieter Roth aka Diter Rot (1930-1998).  Die Ausstellung findet anlässlich des 10-jährigen Todestages des Künstlers statt. Im Zentrum der Schau stehen jene experimentellen Filme, die der in Hannover geborene Schweizer während der 1950er und 1960er Jahre in Reykjavík und Kopenhagen schuf: Pop 1, Dock 1 + 2, Letter und Dot.

Ihre ungewöhnliche Ästhetik entfaltet sich im Zusammenspiel von Bewegung und Licht, in Wortspielen und durch die konkrete Bearbeitung des Filmmaterials. Für Dot beispielsweise stanzte Roth mithilfe einer einfachen Lederzange Löcher direkt in den Filmstreifen. Mit schnellen Bildwechseln oder Doppelbelichtungen provoziert Roth das Auge des Betrachters.

Den Filmen werden Arbeiten des Künstlers aus den 1950er bis 1970er Jahren gegenübergestellt, u. a. kinetische Objekte und Materialbilder, die ebenfalls optische Irritationseffekte hervorrufen. Auf diese Weise zeigen sich konzeptuelle, ästhetische und formale Beziehungen zwischen Film und bildnerischem Werk wie auch die konsequente Weiterführung der Idee, virtuelle Bewegung im Bild darzustellen.

DREHMOMENTE. Filme von Dieter Roth
| Sprengel Museum Hannover
| bis 05. Oktober 2008

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Dieter Roth | Infos auf wikipedia

Dieter Roth Foundation  / Museum

Dieter Roth Special ( Flash )
anlässlich der Ausstellung “Roth Time”
im MoMA New York 2004 | Autor: MoMA

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dieter-roth-portrait-1953-photo-kurt-blum.jpg

Dieter Roth
galt als Multitalent, arbeitete als Maler, Zeichner, Plastiker und Designer, schrieb Gedichte, komponierte Musik und machte Filme, verlegte Bücher, überraschte als Installationskünstler, Lehrer und Kurator eigener Ausstellungen.

AUDIO
| Das Berliner Konzert 1974
| anhören

| mehr Audiomaterial auf ubu-web

2006 erschien, in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk, eine Compilation, auf der Interpreten wie Mouse On Mars, Andreas Dorau oder Stereo Total Texte von Roth vertonen („Das Dieter Roth Orchester spielt kleine Wolken, typische Scheiße und nie gehörte Musik“, Intermedium Records 2006). 

dieter-roth-orchester | cd kaufen bai amazonMusik-CD

Das Dieter Roth Orchester spielt kleine Wolken, typische Scheisse und nie gehörte Musik.

Andreas Dorau,
Dieter Roth, Mutter, Ghostigital, Max Müller, Mouse on Mars, Stereo Total u.a.  

 

Die Abstrusitäten, Absurditäten und Surrealismen von Roths Texten erfahren hier in den sinnentleerten Mustern der Popmusik eine schrille und schräge Interpretation, klanglich zwischen New-Wave und DJ-Kultur angesiedelt.

Herausgegeben 2006 von Wolfgang Müller (Die Tödliche Doris) und
Barbara Schäfer.

| CD kaufen bei amazon 

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roth-zeit-basel-koeln-new-york-2004-publikation | kaufen bei amazonPUBLIKATION

Roth Zeit –
Eine Dieter Roth Retrospektive

| 21 x 28 cm
| 304 Seiten
| 406 Abbildungen
| deutsch
| Hardcover

“Roth Zeit” ist die Publikation zur ersten grossen Überblicksausstellung seit dem Tod des Künstlers 1998. Fünf Jahrzehnte umfassendes Schaffen von Zeichnungen, Grafik, Büchern, Gemälden, Objekten, Instalationen, Filmen und Videoarbeiten werden gezeigt. Die Publikation macht Dieter Roths Werk als das innovative und geniale, chaotische und luzide Ganze erlebbar, das es darstellt und welches zugleich ein Spiegel seiner selbst und seiner Epoche ist.

Die Publikation begleitete retrospektiv angelegte Ausstellungen im Schaulager Basel, dem Museum Ludwig in Köln und dem Museum of Modern Art in New York von 2003 - 2004.

| kaufen bei amazon

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dieter-roth-dokumentarfilm.jpgDokumentarfilm
Regie: Edith Jud
Produktionsjahr: 2003
Spieldauer: 118 Minuten
DVD-Ausstattung:
DVD NTSC PAL-tauglich
Bild: 16:9 / Ton: Stereo
Sprachen: Deutsche Originalfassung / English Version
Untertitel: Französisch, Spanisch, Kapiteleinteilung, Bildergalerie, Biografie, Bonus-Film zur Gartenskulptur (28 Min.), Teaser, DVD5, codefree, Farbe, 118 Min. + 28 Min. Extras. Mit dt./engl. Booklet.

Die Werke im Film: Malerei, Grafiken, Objekte und Bücher aus verschiedenen Perioden; Videos mit Arnulf Rainer 1975-76; Kollaborationen mit Arnulf Rainer und Richard Hamilton; Roths 16mm Filme; Reykjavik Slides 1973-75 + 1990-93; Ausschnitte aus einer Sammlung von 30000 Dias; Scheisßgedichtlesung 1975, Ausschnitt aus Video; Soloszenen 1997-98, Ausschnitte aus 151 Videos; Gartenskulptur 1968-96

| DVD kaufen bei amazon 

In Edith Juds vielschichtigem Porträt ist Dieter Roth ein Mann, der dem Leben nicht aus dem Weg ging, sondern es bis zu Neige auskostete, im Positiven wie im Negativen.

“Magie liegt in der Luft – der Film verlebendigt die Genialität, den Witz und die Melancholie dieses Jahrhundertkünstlers auf berührende Weise.” ( Tages-Anzeiger )

Manche vergleichen diese Ausnahmefigur mit Andy Warhol und Joseph Beuys. Jedenfalls gehört der 1998 verstorbene Dieter Roth zu den starken Künstlern, die eine Epoche prägten. Der Film folgt seinen Spuren als Performer oder Selbstdarsteller in eigenen Videos, durch Gespräche mit Freunden und künstlerischen Wegbegleitern, Menschen die ihn liebten wie seine Lebensgefährtinnen und seine zwei Söhne, von denen einer die letzten 20 Jahre mit ihm zusammenarbeitete.

Die Stationen eines Künstlerlebens werden nicht abgehakt, sondern im Mittelpunkt steht die Dialektik von Zerstörung und Kreativität, die sein Werk, aber auch seine private Existenz bestimmten. Der Mann, der 1957 nach Island kam, einem Land, von dem er nur wusste, das dort eine Menge Schafe lebten, nutzte diesen Ort als Refugium vor der harten europäischen Kunstwelt, zu der er Distanz brauchte, obgleich er sich auch als deren Teil betrachtete.

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Mikrokosmos eines wuchernden Werks

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Volkhard App

Anlässlich des 10-jährigen Todestages erinnert das Sprengel Museum in Hannover mit der Ausstellung “Drehmoment” an den Schweizer Künstler Dieter Roth. Die Ausstellungsmacher reihen ihn in das geistige Umfeld der Fluxus-Bewegung ein. Sie konfrontieren Roths filmischen Experimente mit seinen Zeichnungen, druckgrafischen Werken und Objekten.

Es ist der hochkonzentrierte Einblick in eine frühe Werkphase Dieter Roths, noch bevor allenthalben auf seinen Bildern die Wurst zu schimmeln begann und die Schokolade eine merkwürdige Färbung annahm. Diese Expedition des Sprengel Museums führt zurück in die späten fünfziger und frühen sechziger Jahre: Roth hatte sich stilistisch von der Konkreten Kunst, den starren geometrischen Formen à la Max Bill, gelöst und war darauf aus, seine Bilder in Bewegung zu setzen. So versuchte er es unerschrocken mit dem Medium Film - schon um 1956 während seiner Zeit in Kopenhagen, und dann auf Island, in seiner neuen Heimat.

“Seine Position ist im Umkreis von Fluxus längst akzeptiert. Er hat aber das Publikum mit seiner Rigidität und seinem Material - von Schokolade bis Scheiße - außerordentlich düpiert und distanziert, hat auch seine eigene Wirkung zerstört. Ein Koloß mit grauenhaften Umgangsformen, wegen seiner emotionalen Ausbrüche gefürchtet von allen Museumsleuten, die mit ihm Ausstellungen machten - und zugleich von allen geliebt, gerade wegen der Sensibilität, die die Ursache dieser Ausbrüche war. Ein Künstler voller Widersprüche, der heute immer noch neu zu entdecken ist - gerade von jungen Leuten, die gar nicht ahnen, dass es solche Figuren im 20. Jahrhundert gegeben hat, die mit einer solchen Rigidität darauf verzichtet haben, Karriere in der Kunst zu machen.”

Ulrich Krempel, Direktor des Sprengel Museums zehn Jahre nach dem Tod des Künstlers über dessen Ouevre und Reputation.

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Beitrag lesen

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DREHMOMENTE. Filme von Dieter Roth
| Sprengel Museum Hannover
| bis 05. Oktober 2008 

Tobias Rehberger

August 13, 2008 | Leave a Comment

tobias-rehberger-stedelijk-museum-2008-photos-gert-jan-van-rooij.jpgKUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Museum Ludwig, Köln |

Im Museum Ludwig, Köln präsentiert Tobias Rehberger bis zum 21. September 2008 rund 40 Werke in einer 70m langen Installation.

Das-kein-Henne-Ei-Problem 

Ungeachtet der Chronologie, stellt er Arbeiten aus 15 Jahren künstlerischen Schaffens nebeneinander: Stühle, die an Designklassiker erinnern, Blumenvasen- portraits und Prothesen auf Sockeln, japanisch anmutende Blumen aus Papier, Lampen aus Klettband, Objekte aus Plexiglas, Videoregale. Von Spots beleuchtet, werfen all diese Werke Schattenbilder auf die gegenüber liegende weiße Wand. Das alte Werk strahlt im neuen Licht, während ein neues Werk zugleich entsteht: eine Wandmalerei aus Licht, Schatten und Farbe.

Mit dieser Installation überführt Tobias Rehberger das Dreidimensionale in die Zweidimensionalität. Indem er Lichtspiel und Malerei bei der Gestaltung der Wand kombiniert, bleibt die Abhängigkeit zwischen den Objekten im Raum und dem Dargestellten auf der Wand bewahrt – denn gingen die Lichter aus, so würde das Wandbild größtenteils verschwinden. Dem Künstler

„gefällt die Vorstellung, dass etwas Ausgearbeitetes und Endgültiges den Ausgangspunkt für etwas Vages und Skizzenhaftes bilden kann“.

Was war zuerst da: die Henne oder das Ei? Tobias Rehbergers Wandmalerei ist ohne seine Skulpturen nicht denkbar, sowie das Ei ohne Henne unmöglich ist. Aber: Ist das Dreidimensionale ohne die zweidimensionale Skizze denkbar? Ist die Henne ohne Ei möglich? Was war zuerst da? Wie Henne und Ei stehen sich Rehbergers skulpturales Werk und sein Schattenbild gegenüber. Mit dieser Installation wirft Tobias Rehberger einmal mehr die Fragen nach Funktion, Gebrauchswert und Urheberschaft von Kunst auf.

Tobias Rehberger | „Das-kein-Henne-Ei-Problem“-Wandmalerei
| Museum Ludwig, Köln
| bis 21. September 2008

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VIDEO | ansehen

The artist’s comment and an impression of the exhibition in Stedelijk Museum CS ( windows media | 8 min., 12 sec. | english )

Die Ausstellung ist eine Übernahme aus dem Stedelijk Museum CS in Amsterdam. “The chicken-and-egg-no-problem wallpainting”

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tobias-rehberger-1993-2008-publikation | kaufen bei amazon

 

 

PUBLIKATION

Tobias Rehberger
1993 – 2008

| 240 Seiten
| mit 100 farbigen Abbildungen,
| deutsch/englisch
| H 32 x B 25 cm,
| gebunden
| mit farbig bedrucktem Leinen

| kaufen bei amazon

Tobias Rehberger gehört international zu den bedeutendsten Konzeptkünstlern. Seine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Architektur, Design, Mode, Werbung und Soziologie. Dabei gibt er dem modernistischen Vorhaben, gleichermaßen funktionale wie schöne Objekte zu schaffen, eine aktuelle Dimension. Mit atmosphärischen Installationen, Möbelstücken, Skulpturen, Parks, Kleidungsstücken und Plakaten interpretiert er Klassiker der modernen Kunst oder des Designs neu. In seiner häufig angewendeten Methode der Koproduktion geht es Rehberger um Strategien aus der Produktions- und Vertriebswelt. Nicht mehr der genialische Künstler, sondern kooperative Material- und Informationsverbreitung ist gefragt.

»Jeder sieht die Kunst anders, ich mache nur Vorschläge.«

Tobias Rehberger
(* 1966 in Esslingen) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Er war Schüler von Martin Kippenberger und Thomas Bayrle und ist seit 2001 Professor an der Städelschule Frankfurt. Neben zahlreichen Einzelausstellungen im In- und Ausland nahm er an der 47. Biennale von Venedig (2003) und an der 1. Berlin-Biennale (1998) teil.

Überblicksband zu allen Werkphasen, die mit informativen Kurztexten beschrieben werden. Die hochwertige Ausstattung gibt dem Buch Objektcharakter.

Autoren:
Daniel Birnbaum ist Rektor der Städelschule Frankfurt und Direktor des Ausstellungs­hauses Portikus. 2008 wurde er zum Direktor der Biennale von Venedig ernannt. Leontine Coelewij ist Kuratorin am Stedelijk Museum in Amsterdam. Lars Bang Larsen lebt in Frankfurt am Main und Kopenhagen als freier Kritiker und Kurator.

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Die Schattenwelt der Malerei

WESTDEUTSCHE ZEITUNG - Helga Meister

Tobias Rehberger führt im Kölner Museum Ludwig seine eigene Kunst hinters Licht. Dabei spielt er mit Realität und Fiktion.

Die Frage nach Schein und Sein ist so alt wie Philosophie und Kunst. Tobias Rehberger beantwortet sie mit Witz, Intelligenz und einer unschlagbaren Einfachheit. Er stellt und hängt rund 40 Objekte aus den vergangenen 15 Jahren ins Kölner Museum Ludwig, ohne Systematik, ohne Chronologie und ohne Thematik. Anschließend beleuchtet er sie mit so starken Theaterspots, dass sie klare, dunkle Schatten an die gegenüberliegende Wand werfen. Er überführt sein plastisches Werk in die Schattenwelt der Malerei.

Doch das ist nur der erste Schritt zur Verwandlung des Drei- ins Zweidimensionale. Nun beginnt das eigentliche Spiel. Da wird die kunstvoll oder zumindest handwerklich perfekt hergestellte Skulptur, beispielsweise ein Schirm ohne Dach, zum Windpropeller, und Rehberger pinselt dazu als Wandmalerei eine asiatisch anmutende Seenlandschaft mit einer großen, roten Sonnen- oder Mondscheibe. Ein Design-Klassiker als Schattenbild kann eine Comic-Blase vertragen, ein Stuhl-Schatten wird mit dem Edding-Stift farblich aufgepeppt. So schön und doch so falsch ist dieses Werk, dass dem Betrachter die Trennung der Materialien, Techniken und Objekte kaum gelingen will.

Manchmal wirkt die Projektion wichtiger als das originale Kunstwerk, wenn Rehberger Papier-Bäume zu Schattenästen werden lässt und sie vom himmelblau getuschten Firmament mit Sonnenscheibe umgibt. Was ist da eigentlich das Original, was die Fälschung? Ist das anfassbare Objekt echter als der Verschnitt aus materieloser Projektion und hinzugefügten Pinselstrichen?

WZ online WESTDEUTSCHE ZEITUNG - Artikel lesen

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rehberger-man-with-big-cock-2.jpg

 

VIDEO | Porträt Tobias Rehberger anlässlich der Schau in Köln 2008
| DEUTSCHE WELLE TV 2008

| Video ansehen ( windows media / Beitragslänge 03:27 Min. | deutsch )

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Wie wir uns entspannen

FR online - Sandra Danicke

Man denke nur an die Stühle, die einst von Design-Legenden wie Marcel Breuer oder Gerrit Rietveld entworfen wurden und heute als Klassiker gelten. 1994 hatte Rehberger Handwerkern in Kamerun den Auftrag erteilt, besagte Sitzmöbel nach seinen Gedächtniszeichnungen nachzubauen. Die Ergebnisse sind derzeit im Museum Ludwig in Köln unter dem Titel “Die ,Das-keine-Henne-Ei-Problem’-Wandmalerei” zu sehen. Als eines von zahlreichen Beispielen dafür, wie ein Werk gleichzeitig auf seine Geschichte verweisen und als Ausgangspunkt für eine neue Arbeit dienen kann.

Kunst, so zeigt es Tobias Rehberger, ist stets vor allem Projektionsfläche, aufgeladen mit Fantasien und Vorstellungen, die über das reale Objekt weit hinausgehen. Was, so lautet eine der zentralen Fragen im Rehbergerschen Kosmos, ist demnach ein Kunstwerk, und wie viel an ihm ist durch Sichtweisen, Kontext, Entstehungszeit bedingt? Was können Oberflächen vermitteln, was nicht? Kann die Gedächtniszeichnung von Design-Klassikern jenen, die sie nicht kennen, etwas über ihren kulturell kodierten Wert vermitteln? Offenbar nicht - die Kameruner Handwerker brachten seinerzeit Verbesserungsvorschläge wie ein Extrabein an oder eine zusätzliche Querstrebe, die im Freischwinger für Stabilität sorgt.

FR online - Artikel lesen

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Tobias Rehberger
| „Das-kein-Henne-Ei-Problem“-Wandmalerei
| Museum Ludwig, Köln
| bis 21. September 2008

rodtchenko-portraitphoto-by-v-kovrigin-1936.jpgKUNSTSCHAU HAMBURG- Jens Ullheimer | PT Gropiusbau Berlin |

Alexander Rodtschenko und Man Ray. Ein russischer und ein amerikanischer Fotokünstler zu Gast im Berliner Walter-Gropius-Bau. Die Doppelausstellung zeigt bis zum 18. August 2008 Werke des Surrealisten Man Ray und des Konstruktivisten Alexander Rodtschenko.

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Alexander Rodtschenko

Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt mit rund 350 Bildern der aus dem neu gegründeten „Moscow House of Photography“ stammenden Ausstellung einen umfassenden Blick in das fotografische Werk eines der innovativsten und vielseitigsten Künstlers der russischen Avantgarde.

Alexander Rodtschenko ist einer der großen Künstler des russischen Konstruktivismus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist weltweit bekannt geworden und zählt bis heute zu den wichtigsten Positionen der Moderne. Bevor er Mitte der 1920er Jahre die Fotografie als neues Medium für sich entdeckte, hatte er sich bereits als vielseitig tätiger und innovativer Künstler in Moskau hervorgetan. Seine Auffassung von Fotografie verstand sich als radikaler Bruch mit der Kunstfotografie der Jahrhundertwende. Der fotografische Blick sollte revolutioniert werden, ein „neues Sehen“ die Gesellschaft und den Menschen – in einer Zeit epochaler Veränderungen in Russland und in Europa – verändern.

Er hält die Motive in extremen Aufsichten und Untersichten fest, in Diagonalen, Anschnitten und Details. Für das damalige herrschende Sehempfinden war dies ein ungewöhnliches Verfahren. Doch die neuen Aufgaben und Themen verlangten seiner Meinung nach eine neue Form der Darstellung:

„Wir müssen unser optisches Erkennen revolutionieren. Wir müssen den Schleier von unseren Augen reißen, der ‚vom Nabel aus‘ heißt.“ „Und die interessantesten Blickwinkel der Gegenwart sind die von oben nach unten und von unten nach oben und ihre Diagonalen“. (1928)

Doch ab 1928 sah sich Rodtschenko zunehmend scharfer Kritik ausgesetzt. „Gefährlich“ und „bürgerlich-formalistisch“ ließ die Zeitschrift Sowjetskoje Foto verlauten, kaum waren die ersten dieser Arbeiten in der Zeitschrift Novy LEF erschienen. Er wird als Anhänger der experimentellen Fotografie von Moholy-Nagy und Man Ray diffamiert. Politischer Hintergrund ist eine stärkere Indienstnahme der Fotografie als Mittel der sozialistischen Massenkommunikation, die eindeutig ‚lesbar‘ sein sollte.

Die im Martin-Gropius-Bau gezeigte Ausstellung zeigt die vielen Facetten von Rodtschenkos bahnbrechendem fotografischen Werk: den Beginn mit den Fotomontagen, die Porträts der Freunde und Familie, teils als Mehrfachansichten, die Experimente mit Perspektiven, Bildstrukturen, Licht- und Schattenwirkungen, die Reportagen mit der Montage von Text und Bild, aber auch die Serie vom Zirkus und die letzten Experimente mit Farbfotografie. Erstmals sind Arbeiten aus dem von den Erben verwalteten Nachlass zu sehen. Die Ausstellung wurde von Olga Sviblova, Direktorin des „Haus der Fotografie Moskau“ kuratiert.

Alexander Rodtschenko
und
Man Ray: Unbekümmert, aber nicht gleichgültig
| Martin-Gropius-Bau, Berlin
| bis 18. August 2008

Rodchenko | Fotogalerie
| des Hauses der Fotografie, Moskau ( 55 Fotos )

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rodtschenko-berlin-2008-katalog.jpgKATALOG

Alexander Rodtschenko

Herausgeber Berliner Festspiele
Herausgeber Haus der Fotografie Moskau

| 224 Seiten
| 230 Abb. im Duotone,
| 34 farbige Abb.
| 23,5 x 29 cm
| gebunden mit Schutzumschlag
| Sprache: deutsch

| kaufen bei amazon

»Wir müssen unser optisches Erkennen revolutionieren.«
A. Rodtschenko, 1928

Alexander Rodtschenko (1891 – 1956) zählt zu den großen Erneuerern der Fotografie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Fotomontagen, seine ungewöhnlichen Architekturaufnahmen aus extremer Oberund Untersicht, seine Bildexperimente mit Perspektiven und Licht- und Schattenwirkungen, seine Fotoreportagen, die Bild und Text auf neue Weise kombinierten – all das war bahnbrechend für die Entwicklung der modernen Fotografie. Rodtschenko stellte sich nach der Oktoberrevolution in den Dienst der jungen Sowjetunion und setzte sich gemeinsam mit Künstlern und Dichtern wie Wladimir Tatlin, Wassily Kandinsky und Wladimir Majakowski für den Aufbau einer neuen Gesellschaft ein. Seit dem Ende der 1920er-Jahre sah er sich allerdings zunehmend scharfer politischer Kritik ausgesetzt.

Dieses Buch bietet mit mehr als 250 Abbildungen einen breiten Überblick über die vielen Facetten von Rodtschenkos fotografischem Werk. Darunter sind etliche bislang unpublizierte Arbeiten aus dem Nachlass. Ein Essay über die fotografische Avantgarde in Russland und eine umfangreiche Biografie Rodtschenkos beschließen den opulent ausgestatteten Band.

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rodtchenko-weissmeer-kanal-1933.jpg

1933 | Bau des Bjelomor-Kanals (Weißmeer-Ostsee-Kanal). Mega-Bauprojekt der Stalin-Ära, das durch den Einsatz von Gulag-Häftlingen umgesetzt wurde. Rodtschenko musste die Zwangsarbeiter für die Propagandazeitschrift „SSSR na strojke“  „USSR im Aufbau“ fotografieren. Dieses 140 Meilen lange Arbeitslager kostete 200.000 überwiegend politischen Gefangenen das Leben. ( BBC4 Home )

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Alexander Rodtschenko
auf wikipedia

Rodtchenko-Internet-Special
anlässlich der Ausstellung
im Museum of Modern Art, New York
vom 25. Juni - 06. Oktober 1998

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rodtschenko-plakat-berlin-2008.jpgAuf Demontage

TAGESSPIEGEL - Bernhard Schulz

Ja, die vom Moskauer Haus der Fotografie übernommene Wanderausstellung ist nicht ohne Tücken. Den ganzen Rodtschenko präsentiert sie nicht. Sie zeigt in ihrem besten Raum die bekannten Portraits, die er von seinen Dichter- und Künstlerfreunden anfertigte, von Sergej Tretjakow, von Lilja Brik und immer wieder vom markanten, stets wie zum Sprung bereiten Wladimir Majakowski.

Der Frühstückstisch, an dem Majakowski mit aufgekrempelten Hemdsärmeln sitzt, seine Freunde um ihn herum, vor allem Rodtschenkos gleichermaßen kreative (und in dieser Ausstellung wieder einmal sträflich vernachlässigte) Ehefrau Warwara Stepanowa, dazu die eben mal verkorkte Flasche in der Mitte: Da spürt man hautnah die hitzigen Diskussionen, die sich die Enthusiasten der Revolution um die Zeitschrift „Lef“ („Linke Front“) lieferten, als noch nicht alles unter der Diktatur Stalins zertreten war.

Schöne Fotos, liebgewordene Bekannte, Ikonen der Fotografiegeschichte; aber eben doch nicht all das, was man hätte zeigen können und zeigen müssen und was die unübertroffene Retrospektive des New Yorker Museum of Modern Art 1998 schon einmal zusammengetragen hatte.

TAGESSPIEGEL - Artikel lesen

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Fotografische Moderne

TAZ - Egbert Hörmann

“Es sieht so aus, als könne nur der Fotoapparat das moderne Leben abbilden” - die frühen Zwanzigerjahre bildeten das “Zwischenzeitalter”, eine Zeit, in der - wenn auch kurz und illusorisch - ein überaus fruchtbares Wechselspiel zwischen moderner Kunst und gesellschaftlichem Experiment stattfand. Die Avantgarde und die junge Sowjetmacht waren sich einig: Mit Film und Foto fand Kunst ihren wirkungsvollsten Ausdruck auf der Höhe der Zeit.

Rodtschenkos Sehweise, seine Neudefinition radikaler Ästhetik wie auch die Verschiebung ihrer Grenzen, hat unsere moderne Wahrnehmung der Welt und “die Fähigkeit, von allen Seiten zu sehen”, entscheidend mitgeformt. “Wir sind gezwungen zu experimentieren” -Schklowskis Theorie vom “neuen Sehen” folgend, entwickelte Rodtschenko die berühmte “Rodtschenko-Perspektive”. Deren Grundprinzip war:

“Vor allem von oben nach unten und von unten nach oben - dieses sind die interessantesten Blickwinkel der zeitgenössischen Fotografie.”

rodtchenko-girl-with-leica-1934.jpgVerfremdungen, Paradoxen, Geometrien, extrem steile, hohe und niedere Blickwinkel, die Betonung von Perspektive und Tiefe durch das Prinzip der “Rodtschenko-Verkürzungstechnik”, ergeben immer vitale und hypnotische Aufnahmen von Straßenzügen, Alltagsszenen, technischen Bauten, Sport- und Produktionsstätten und Darstellungen des optimistischen “homo sovieticus”.

Es sind häufig “banale” Motive, die gleichzeitig starken Signalcharakter haben. Wie die Filmregisseure Eisenstein und Wertow komponierte Rodtschenko seine Bilder, anstatt einfach die Kamera “draufzuhalten”,

TAZ - Artikel lesen

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Heroisch und erotisch

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carsten Probst

Auf den ersten Blick sind die historischen Ähnlichkeiten sogar erstaunlich. Rodtschenko ist wie Man Ray ein grandioser Portraitfotograf. Beider Werke ziehen ihre Energie aus der gezielten Grenzüberschreitung des fotografischen Sujets hin zu dem, was man heute Foto-Design nennt: zur Collage, zu Typografie und Werbung. Beide arbeiten auf ihre Weise an einer Idee des kollektiven Bildes in der Fotografie, sei es wie Man Ray auf den Spuren des Unbewussten und der Zufallsmontagen, sei es wie Rodtschenko mit den “Urelementen” von Bildern der russischen Konstruktivisten.

Beide erscheinen in ihrer Zeit als radikale Individualisten mit höchst unterschiedlichen Karriereverläufen: Rodtschenko erlitt das Schicksal aller großen Künstler der frühen Sowjetzeit unter Stalins Regime und musste von Glück reden, dass er überlebte. Aus dem revolutionären Elan der 10er und 20er Jahre wird in den 30er Jahren eine betont unpolitische Auftragsfotografie im Dienst des Sozialistischen Realismus. Es sind immer noch großartige Bilder: Landschaften, und Landleben, Portraits, Industriearbeit oder die Dokumentation eines Kanalbaus - aber nicht mehr das große, dynamische Experiment, nicht mehr der Künstler als Anführer der Revolution. Der Individualist Rodtschenko ist am Ende seines Werkes ein gebrochener Künstler.

Der ein Jahr ältere Man Ray, der ja eigentlich Emmanuel Radnitzky hieß, ehe seine in die USA immigrierten Eltern ihre Nachnamen in Ray verkürzten, wandelte dagegen immer auf einem schmalen Grat zwischen Experiment und Kommerz. Auch Man Ray hatte seine Großkrise, als er von seinem ersten Paris-Aufenthalt vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht zurück in die USA fliehen und sein gesamten Werk zurücklassen musste. Er fiel daraufhin in eine Depression und konnte sich erst in Los Angeles nach und nach wieder hervorarbeiten.

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

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man-ray-links-plakat-berlin-2008-rechts-selbstportrait-1924.jpgKUNSTSCHAU HAMBURG - Jens Ullheimer | PT Gropiusbau Berlin | 

Die Ausstellung im Berliner Walter-Gropius-Bau zeigt bis zum 18. August 2008 Zeichnungen, Fotos, Gemälde und Plastiken aus der Sammlung des Man Ray Trusts in Long Island, New York. Die Sammlung des Man Ray Trusts ist nie zuvor gezeigt worden.

„Unconcerned But Not Indifferent“ (Unbekümmert, aber nicht gleichgültig) lautet die Inschrift auf Man Rays (1890-1976) Grabstein, die für den Titel der Ausstellung gewählt wurde.

Man Ray

Mit über 300 Stücken ist sie die erste ihrer Art, die Man Rays künstlerische Arbeiten mit den Gegenständen und Bildern in Beziehung setzt, aus denen er seine Inspiration schöpfte – seine Melone und sein Spazierstock, Gegenstände aus den Regalen seines Studios in der Rue de Ferou in Paris, seine Sammlung erotischer Fotografien und die Objekte, die er für seine bekannten Rayografien verwendete.

Wegen der Fülle des Materials, das im Man Ray Trust zur Verfügung stand, beschäftigt sich die Ausstellung mit der Entwicklung zahlreicher Motive von den Skizzen bis zum Meisterwerk und zeigt Man Rays gelegentliche Nutzung fotografischen Materials für Gemälde und Grafiken.

Der Aufbau von „Unbekümmert, aber nicht gleichgültig“ folgt den vier Schaffensperioden von Man Ray: New York (1890–1921), Paris (1921–1940), Los Angeles (1940–1951), Paris (1950–1976). Es werden zahlreiche Werke aus jeder Lebensperiode Man Rays gezeigt. Viele der vorgestellten Arbeiten sind gut bekannt, jedoch seit seinem Tod nicht mehr zu sehen gewesen. Als Ergebnis gründlicher Recherchen in den nicht katalogisierten Beständen des Trusts zeigt die Ausstellung erstmals eine Auswahl aus bislang gänzlich unbekannten Werkserien.

Man Ray: Unbekümmert, aber nicht gleichgültig
| Martin-Gropius-Bau, Berlin
| bis 18. August 2008

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man-ray-berlin-2008-katalog | kaufen bei amazon

 

KATALOG
Man Ray

| 336 Seiten
| 137 farbige Abb.,
| 200 Abb. im Duotone
| 22 x 27 cm
| gebunden
| mit Schutzumschlag

| kaufen bei amazon

 

Mehr als dreihundert Zeichnungen, Fotos, Gemälde und Plastiken geben einen kompakten Überblick über Man Rays Leben und seine künstlerische Entwicklung.

Mit einer Vielzahl bislang unbekannter Werke und Dokumente aus allen Schaffensphasen Man Rays (1890-1976) bietet dieser Band eine neue, überraschende Sicht auf das Leben und die künstlerische Produktion des großen amerikanischen Fotografen und Malers.

Zum ersten Mal präsentiert der New Yorker Man Ray Trust, der einen Großteil des Künstler-Nachlasses aufbewahrt, seine umfangreiche Sammlung: kaum bekannte Frühwerke, persönliche Gegenstände und Dokumente aus seinem Privatleben, Skizzen und Entwürfe für größere Arbeiten sowie zahlreiche der berühmten Meisterwerke.

Dieses Buch enthält weit mehr als 300 Abbildungen von Fotografien, Zeichnungen, Gemälden und Plastiken, die sowohl das herausragende Niveau wie auch den Facettenreichtum des Gesamtwerks von Man Ray belegen. Ergänzt werden die Bilder von einem einleitenden Essay über die künstlerische Entwicklung Man Rays und einer umfassenden und detaillierten Chronologie zum Leben und Werk des Künstlers.

• Ein ganz neuer Blick auf Man Ray: Viele unbekannte Werke des Künstlers werden erstmals gezeigt
• Mit mehr als dreihundert Zeichnungen, Fotos, Gemälden und Plastiken
• Enthält einen kompakten Überblick über Man Rays Leben und seine künstlerische Entwicklung

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Man Ray Trust ( mit umfangreichem Bildmaterial )

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VIDEO | Emak Bakia, 1926

 

Im Herbst kam schließlich der fast zwanzigminütige mit Jazzmusik von Django Reinhardt unterlegte Film Emak Bakia in Paris zur Aufführung; die Premiere in New York fand im darauf folgenden Frühjahr statt. Man Ray skizzierte sein Werk als „Pause für Reflexionen über den gegenwärtigen Zustand des Kinos.” Emak Bakia basierte ohne bestimmte Handlung auf Improvisationen, die mit Rhythmik, Geschwindigkeit und Licht spielen und somit auf das Medium Film an sich reflektieren. Der Film sollte ein cinepoeme, eine „visuelle Poesie“ sein, wie Man Ray auch im Untertitel betonte. ( wikipedia )

| mehr Kurzfilme von Man Ray auf ubuweb

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Man Ray: Unbekümmert, aber nicht gleichgültig
und
Alexander Rodtschenko
| Martin-Gropius-Bau, Berlin
| bis 18. August 2008

alexander-kosolapov-1943-marlborough-malevic.gifKUNSTSCHAU Hamburg | Jens Ullheimer | PT Schirn Frankfurt |

Die Ausstellung „Die Totale Aufklärung. Moskauer Konzeptkunst 1960–1990“ bietet bis zum 14. September 2008 einen umfassenden Überblick über die Konzeptkunst im spät- und postsowjetischen Russland.

Die Kunst des Moskauer Konzeptualismus entstand bereits Ende der 1960er Jahre, wobei in den Aktionen, Installationen und Texten der Moskauer Konzeptualisten die Bilderwelten der sowjetischen Ideologie kritisch reflektiert wurden. Da das Kunstleben in der Sowjetunion einer strengen ideologischen Zensur unterstand, wurden die Aktivitäten der Künstlergruppe als eine Art politischer Provokation empfunden, eignete sie sich doch das Privileg der Interpretation von Kunst und Gesellschaft an, das allein der Kommunistischen Partei zustehen sollte. Die Ausstellung präsentiert rund 130 Werke von 30 Künstlern.

KÜNSTLERLISTE: Juri Albert, Sergei Anufriev, Grisha Bruskin, Erik Bulatov, Ivan Chuikov, Elena Elagina, Andrei Filippov, Ilya Kabakov, Georgy Kizevalter, Kollektive Aktionen, Komar & Melamid, Alexander Kosolapov, Juri Leiderman, Igor Makarevich, Medizinische Hermeneutik, Boris Mikhailov, Andrei Monastyrski, Nikolai Panitkov, Pavel Pepperstein, Victor Pivovarov, Dmitri Prigov, Lew Rubinstein, Leonid Sokov, Vadim Zakharov.

In der russischen kunstinteressierten Öffentlichkeit gilt der Moskauer Konzeptualismus als wichtigste russische Kunstbewegung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er ist eine geschlossene, relativ klar definierte, sich von der übrigen russischen Kunst bewusst abgrenzende Bewegung, die über ihre eigene, für den russischen Betrachter leicht identifizierbare Ästhetik und sogar über eine quasi-institutionelle innere Organisation verfügt. Im Westen dagegen blieb eine kunsthistorische Einordnung der Gruppe im Rahmen einer Ausstellung bisher jedoch aus.

Der Moskauer Konzeptualismus entwickelte sich innerhalb der unabhängigen, inoffiziellen Moskauer Kunstszene der 1960er, 1970er und 1980er Jahre. Diese Szene entstand fast unmittelbar nach dem Tod Stalins im Jahr 1953 in größeren Städten der Sowjetunion. Sie wurde von den zuständigen Behörden zwar toleriert, war aber vom offiziellen Ausstellungsbetrieb sowie von den staatlich kontrollierten Massenmedien fast vollkommen abgeschnitten. Der Name „Moskauer Konzeptualismus“ verweist einerseits auf die Moskauer Untergrundszene und andererseits auf die westliche, vor allem angloamerikanische Konzeptkunst der 1960er Jahre – auf die künstlerische Praxis der Gruppe „Art and Language“ und diejenige von Joseph Kosuth – die den Moskauer Konzeptualisten dank der westlichen Zeitschriften und Kataloge, die damals nach Moskau gelangten, wohlbekannt war. Doch hat diese Praxis in Moskau eine grundlegende Transformation erfahren. Das Adjektiv „Moskauer“ ist also eher Programm als bloße Ortsangabe.

Die sowjetische Kultur war einheitlich – und sie war ausschließlich institutionell geprägt. Die alltägliche Massenkultur war genauso zentralistisch, bürokratisch und institutionell verwaltet wie die Hochkultur – und wurde im Grunde nach den gleichen
ideologisch korrekten Kriterien bewertet, anerkannt und verbreitet. Daher spielte der offizielle Diskurs darüber, was Kunst ist, in allen Bereichen der sowjetischen Kultur eine alles bestimmende Rolle. Das Hauptverfahren des Moskauer Konzeptualismus bestand darin, diesen offiziellen Diskurs privat, ironisch, profan zu benutzen, zu variieren und zu analysieren. In diesem Sinne praktizierte der Moskauer Konzeptualismus Aufklärung – und zwar totale Aufklärung.

Dabei benutzten die Künstler der ersten Generation des Moskauer Konzeptualismus der 1960er und 1970er Jahre wie Ilya Kabakov, Vitali Komar und Alexander Melamid, Dmitri Prigov oder Lew Rubinstein vor allem die Sprache des „einfachen sowjetischen Menschen“. Die sorgsam ausgewählten und hundertmal zensierten Formulierungen der offiziellen sowjetischen Ideologie wurden durch ihren alltäglichen, „unkultivierten“ Gebrauch unweigerlich beschädigt und deplatziert und dabei mit allen erdenklichen rein privaten und unausgegorenen Meinungen vermischt. Vor allem Ilya Kabakov und Dmitri Prigov schöpften in ihren Kommentaren zur eigenen und fremden Kunst reichlich aus diesem Fundus des alltäglichen unkultivierten Theoretisierens, und dies oft auf höchst unterhaltsame Weise. Man kann sagen, dass der Moskauer Konzeptualismus die diskursive Massenkultur seiner Zeit zu seinem Gegenstand gemacht hat. Er war auf der einen Seite in der Tat eine Art Konzeptkunst. Aber noch viel mehr war er eine Art diskursiver Pop Art.

Die Totale Aufklärung. Moskauer Konzeptkunst 1960–1990
| Schirn Kunsthalle Frankfurt
| bis 14. September 2008

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moskauer-konzeptkunst-1960-bis-1990-katalog.jpgKATALOG

„Die totale Aufklärung.
Moskauer Konzeptkunst 1960–1990“.

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Die umfassende Publikation widmet sich der im Westen immer noch wenig bekannten konzeptuellen Strömung in der Kunst des spät- und postsowjetischen Russlands.

Sie verdankt ihren Namen einem Essay von Boris Groys aus dem Jahr 1974, in dem er das besondere Verhältnis einiger Moskauer Künstler zur russischen Tradition als Unterscheidungsmerkmal zu westlichen Vorbildern kennzeichnet. Beginnend Ende der 1960er-Jahre operiert die Moskauer Konzeptkunst parallel zur westlichen und spiegelt dabei die existenzielle Erfahrung wider, Teil eines politischen Konzeptes zu sein. In radikaler Abkehr vom romantischen Bild des autonom agierenden Künstlergenies wird der Betrachter mit einbezogen, werden Prozesse der Herstellung und Bedingungen der Rezeption sichtbar gemacht. Der Band zeigt Schlüsselwerke und die bedeutendsten künstlerischen Positionen anhand von Malerei, Zeichnung, Fotografie und Installationen.

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VIDEO  ( flash ) Webfilm der Frankfurter Schirn

 

Anlässlich der Ausstellung „Die totale Aufklärung. Moskauer Konzeptkunst 1960–1990“ begleitet der Webfilm der Frankfurter Schirn den Kurator Boris Groys durch die Ausstellung. Im Gespräch mit Martina Weinhart, Kuratorin an der Schirn und Projektleiterin dieser Ausstellung, stellt Groys anhand wichtiger Hauptwerke, historischer Fotografien und Filmbilder die Aktivitäten und künstlerischen Ideen der Moskauer Konzeptualisten vor.

| Kamera / Schnitt: Astrid Rieger
| Ton: Bernd Thiele

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vadim-zakharov-eye-patch.jpgBilder einer Ausstellung

FR online - ( Kurator ) Boris Groys in eigenen Worten
Aufgezeichnet von Esther Jacobs

Natürlich hat die besondere gesellschaftliche Situation dieser Kunst auch auf sie zurückgewirkt. Sie hatte keinen Markt. Die Künstler produzierten nicht für eine Nachfrage, sie folgten nicht den Bedürfnissen der anderen, sondern nur den eigenen. Dadurch haben die meisten Werke etwas für den westlichen Betrachter ungewohnt Privates. Der Künstler hat an nichts Kommerzielles gedacht, nicht an Käufer und nicht an sein Image. In der Sowjetunion war Kunst keine Ware. Schon gar nicht die Moskauer Konzeptkunst. Sie war es auch nicht im Westen. Lange Zeit wurde sie nicht einmal wahrgenommen, geschweige denn gekauft. Selbst die Sammlung Ludwig hat sie erst in den letzten Jahren erworben.

Jetzt allerdings gehen die Preise in die Höhe. Der Grund ist einfach. Die reichen Russen haben angefangen, diese Kunst zu kaufen. Sie kaufen wie verrückt.

Die russischen Käufer haben ein sehr sentimentales Verhältnis zu dieser Kunst. Es ist die Kunst ihrer Jugend. Es ist ein Spiegel der Welt, aus der auch sie kommen, und die eigenartige Verbindung von Schrecken, Liebe und Ironie, die diese Kunst prägt, ist ihrem eigenen Verhältnis zur sowjetischen Vergangenheit nicht unähnlich.

Je stärker der Westen ihnen vorwirft, es habe einen russischen Imperialismus gegeben, desto mehr identifizieren sie sich damit und wollen ihn wiederhaben. Als diese Kunst entstand, war sie das Produkt einer Vielvölkerbohème, die in Moskau zusammenkam und eigene Wege suchte, heute wird sie gekauft und gehandelt als Dokument eines glorreichen, frechen Aufbruchs ins neue Russland.

FR - Artikel lesen

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arte-television-europe

 

Sie haben die Ikonen des Sozialismus humorvoll verfremdet: die Moskauer Konzeptkünstler der Jahre 1960 bis 1990. Das war zu Sowjetzeiten nicht ganz ungefährlich …

ARTE | Kultur | Ausstellungen

| VIDEO-Reportage ansehen ( windows media )
| Reportage von
| J. Hendrikx | H. Rädler | T. Kellner | S. Schnabel

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alexander-kosolapov-lenin-coca-cola-1993.gifKunst aus dem sowjetischen Untergrund

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Volkhard App

Von der politischen Nomenklatura unerwünscht und von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet begannen die Moskauer Konzeptualisten bereits in den 60er Jahren mit ihrer Arbeit. Ihre Aktionen, Installationen und Texte standen nahezu zwangsläufig im Widerspruch zum System.

Aufmüpfigen Künstlern wurden repräsentative Ausstellungsmöglichkeiten verwehrt, darin bestand ihre gemeinsame Erfahrung. Aber bildeten sie - diese Maler, Kritiker und sonstigen klugen Köpfe - wirklich eine Gruppe? Boris Groys, Initiator dieser Ausstellung, war in den siebziger Jahren einer von ihnen:

“Ja, das war unbedingt eine Gruppe, die Solidarität war sehr ausgeprägt unter den Bildenden Künstlern, Essayisten und Poeten, die diese Gruppe angeführt haben. Man traf sich regelmäßig, trank Wein, trug Gedichte vor und zeigte Bilder. Meine Rolle in jener Zeit war wichtig, weil ich in dieser Gruppe als Einziger theoretische Schriften über sie verfasste und ich war dort generell wahrscheinlich der einzige Theoretiker.”

In der Schirn ist so eine Zeitreise möglich: zurück auf einen fernen Planeten, in eine abgeschlossene Phase der Kunstgeschichte - zu Protagonisten, die sich im kleinen Kreis an der Subversion versuchten: nicht durch politische Pamphlete, sondern mit ironisch-verspielten Ideen, textverliebt und kommentarlustig, für abgedrehte Einfälle empfänglich und für intellektuelle Verstiegenheit.

Als Alexander Kosolapov 1993 Lenins stilisiertes Konterfei mit dem Schriftzug von Coca Cola zusammen ins Bild setzte, war die Sowjetunion bereits kollabiert. Einige dieser Künstler sind bei uns seither in bedeutenden Einzelausstellungen gewürdigt worden. Die Frankfurter Schau weist mit ihrem Rückblick noch einmal auf den historischen Zusammenhang hin, das ist ihr großes Verdienst.

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

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Heiterkeit im Untergrund

FAZ - Margarete Vöhringer
 
Wer sich Konzeptkunst bislang als anstrengende Angelegenheit vorgestellt hat, der erlebt in der Frankfurter Schirn eine Überraschung. Ausgerechnet in der Zeit des Eisernen Vorhangs, die man sich dunkel vorstellt, voller Restriktionen und Mangelerscheinungen, kam ein Humor in der russischen Kunst auf, der auch vor dem Westen nicht haltmachte.

So trifft der erste Blick in die Ausstellung auf Arbeiten, die weltweit bekannte Konsumartikel zitieren: Ein Gemälde verbindet die Ästhetik einer Marlboro-Zigarettenschachtel mit dem Schriftzug „Malevich“; Lenins Konterfei ziert ein „Coca- Cola“-Werbeschild, auf dem der Slogan versichert: „It’s the real thing. Lenin.“

Wer sich irritiert umsieht, ob er sich auch wirklich in der richtigen Ausstellung mit russischer Kunst befindet, entdeckt das erste eigentliche Bild des Rundgangs neben der Tür: Erik Bulatows Gemälde „Trademark“, das einen realistisch-barocken Wolkenhimmel zeigt, herrlich blau, mit einem riesigen, goldenen CCCP-Logo mitten darauf, dem Gütesiegel der sowjetischen Planwirtschaft. Selbst über den russischen Wolken war alles von sowjetischer Qualität und unter Kontrolle, könnte das heißen. Denkt man aber daran, dass auch minderwertige Produkte mit diesem Zeichen versehen wurden, ziehen sich die Wolken plötzlich bedrohlich zusammen.

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Die Totale Aufklärung.
Moskauer Konzeptkunst 1960–1990

| Schirn Kunsthalle Frankfurt
| bis 14. September 2008

lovis_corinth_selbstbildnis-mit-skelett-1896.jpgKUNSTSCHAU Hamburg | Jens Ullheimer | PT MdbK Leipzig |

Bis zum 19. Oktober 2008 zeigt das Museum der bildenden Künste, Leipzig nahezu 100 Gemälde aus allen Schaffensphasen – darunter zahlreiche Leihgaben aus nationalen und internationalen, öffentlichen und privaten Sammlungen. Erstmals werden die Gemälde Corinths mit einer konzentrierten Auswahl von Werken nachgeborener Künstler konfrontiert. Georg Baselitz, Rainer Fetting, Gotthard Graubner und Dieter Krieg, setzen in ihrer Arbeit bewusst oder unbewusst den Weg fort, den Corinth beschritten hat.

Innerhalb der DDR-Kunst fungierte er für Hartwig Ebersbach, Sighard Gille, Bernhard Heisig Willi Sitte und Norbert Tadeusz als »Leitfigur und Pate«. Diese Verortung wird der Leipziger Station einen besonderen Schwerpunkt verleihen, während Regensburg die Verbindung zu Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, Sigmar Polke und der expressiven Figuration in der eigenen Sammlung sucht.

Die Ausstellung im Museum der bildenden Künste findet anlässlich des 150. Geburtstages des Leipziger Museums statt, das schon 1926 die umfassende Corinth-Gedächtnis-Ausstellung präsentierte. Für das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg, als bundesweit einzigartiger Spezialsammlung ostdeutscher Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart, ist Corinth die zentrale Identifikationsfigur. Seit 1974 wird hier der Corinth-Preis verliehen.

Malerei als Abenteuer – dies trieb Lovis Corinth bis an den Rand zum Formlosen und mitten in die Moderne hinein. Dabei blieb er den ewigen Existenzfragen des Menschen um Eros und Tod, Gewalt und Leidenschaft zeitlebens treu. Akademiker, Naturalist, Impressionist, Expressionist – wie kaum ein zweiter Künstler verlieh Corinth dem Medium Malerei neue Ausdruckskraft jenseits der Stile. Er entwickelte ein spannungsvolles Themenspektrum zwischen dionysischer Antike und christlicher Leidensgeschichte, vom intimen Genrebild bis zur subjektiven Landschaftsimpression. 1858 im ostpreußischen Tapiau geboren, gilt er heute als ein Begründer der Moderne in der Malerei. Sein Geburtstag jährt sich 2008 zum 150sten Mal.

Lovis Corinth ging in seiner Kunst bis an Grenzen und wurde neben Oskar Kokoschka und Max Beckmann zum großen Einzelgänger der figurativen Moderne im frühen 20. Jahrhundert. Sein Werk beeinflusste und bestärkte Generationen deutscher Künstler in Ost wie West. Die Retrospektive in Paris, Leipzig und Regensburg ermöglicht nicht nur einen umfassenden Zugang zum explosiven Werk Lovis Corinths im Kontext der Moderne, sondern klärt auch erstmals eine wesentliche kunsthistorische Bezugsgröße der „Renaissance“ figurativer Malerei der Gegenwart.

Museum der bildenden Künste, Leipzig
Lovis Corinth | Internet-Special
| bis 19. Oktober 2008

Kunstforum
Ostdeutsche Galerie, Regensburg
| 9.11.2008 – 15.2.2009

Lovis Corinth
>> umfangreiche Bildergalerie
| auf wikipedia

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lovis-corinth-und-die-geburt-der-moderne-2008-katalog | kaufen bei amazon

KATALOG
Lovis Corinth und die Geburt der Moderne

| Format 24 × 32,5 cm,
| 384 Seiten
| 228 farbige,
| 29 Duplex
| und 11 s/w Abbildungen,
| Hardcover, gebunden
| deutsch

| kaufen bei amazon

 

Der Katalog erlaubt einen hochkarätigen Überblick über das Œuvre Lovis Corinths. Ausgangspunkt ist das thematisch differenzierte Frühwerk, in dem vielfältige Anregungen verschmelzen. In mythologischen und biblischen Darstellungen, Porträts, Landschaften oder Stillleben entwickelte sich Corinth zum vitalen Impressionisten und führenden Vertreter der Berliner Sezession. Im expressiven Spätwerk triumphiert die Ausdruckskraft der Farbe und des Malduktus über die gegenständliche Formensprache.

Der Katalog versammelt rund 100 Gemälde sowie Zeichnungen und Grafiken, die mit Zeitgenossen der deutschen und internationalen Moderne sowie einer konzentrierten Auswahl an Werken nachgeborener Künstler in Dialog treten und Corinth als Solitär zwischen Tradition und Avantgarde begreifbar werden lassen.

Mit Textbeiträgen von Bernhard Heisig, Anselm Kiefer, Serge Lemoine, Ulrike Lorenz, Mario-Andreas von Lüttichau, Marie-Amélie zu Salm-Salm, Klaus Theweleit, Beat Wyss und Michael F. Zimmermann

Die Publikation erschien anlässlich der Ausstellungen „Lovis Corinth und die Geburt der Moderne“, die vom 11. Juli bis 19. Oktober 2008 im Museum der bildenden Künste Leipzig und vom 9. November 2008 bis 15. Februar 2009 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg zu sehen sind.

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Zwischen Tradition und Moderne  ( zur Ausstellung in Paris )

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Kathrin Hondl

Lovis Corinth entwickelt sich zu einem “Maler des Fleisches” zwischen Tradition und Moderne. Nah beieinander hängen in der thematisch geordneten Ausstellung im Musée d’Orsay Genre-Gemälde wie “Das große Martyrium” - eine schonungslos drastisch gemalte Kreuzigungsszene - , Schlachthausbilder, auf denen das Fleisch eines toten Ochsen in kräftigen Rottönen Leben eingehaucht bekommt, Frauenakte, auf denen die nackte Haut Formen und Farben annimmt, die die radikale Malerei eines Lucian Freud vorweg zunehmen scheinen.

Marie-Amélie zu Salm-Salm: “Also immer wieder schafft er es, auch so Grenzen aufzubrechen zwischen den unterschiedlichen Gattungen, uns immer wieder zu überraschen, auch mit seiner Malweise, wenn Sie sich zum Beispiel vorne die Violinistin anschauen, von 1900. Ein Gesicht in der alten Malweise, ganz detailliert ist das Gesicht ausgearbeitet. Und dann hat sie ein Kleid an, man würde sagen: informelle Malerei der 50er Jahre vorgegriffen. Komplett aufgelöste Struktur. Und da schafft einfach Corinth es, uns immer wieder zu überraschen. Und ich denke, das ist ganz gut zusammengefasst mit den Begriffen zwischen Tradition und Moderne.”

Die Pariser Ausstellung geht sogar noch einen Schritt weiter - bis zur Gegenwartskunst, so die These, reicht der Einfluss von Lovis Corinth. Der Beleg: Ein großes Tryptichon von Anselm Kiefer mit dem Titel - in Anlehnung an Corinths berühmtes “Selbstbildnis mit Skelett”, das in der Pariser Ausstellung leider fehlt - “Für Lovis Corinth. Selbstbildnis mit Skelett”.

Anselm Kiefer: “Es ist nicht nur eine Hommage. Es ist ein Bild, das ich gemalt hab’ quasi neben Corinth. Also ich wusste vom Serge Lemoine, dass er die Ausstellung macht, er hat mich gefragt, ob ich etwas da beitragen will. Und dann hab’ ich eigentlich ein Jahr an Corinth gedacht - während ich gearbeitet habe. Ich hab’ nicht speziell ein Bild gemacht für Corinth - eigentlich war’s wie eine Parallelaktion.”

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

anselm-kiefer-lovis-corinth-2007.jpgAnselm Kiefers “Für Lovis Corinth. Selbstporträt mit Skelett (2007)”

ist ein Triptychon, auf dem die verwelkte Sonnenblume, Symbol der Eitelkeit, den Hintergrund des Gemäldes bildet. Die weißen Blätter mit den Nummern und Buchstaben erinnern an die Nomenklatur der Sterne, die von der NASA aufgestellt wurde. Anselm Kiefer ging es darum, eine Verbindung zwischen den dargestellten Elementen und dem Kosmos herzustellen. Der Schaukasten ist mit Stacheln gespickt, die auf das Leiden Christi hinweisen. Auf dem Mittelteil ist eine Wirbelsäule zu sehen, die an Corinths Selbstporträt mit Skelett im Lenbachhaus in München erinnert. Mit diesem Bild wird der Einfluss des Künstlers auf die Gegenwartskunst deutlich.

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VIDEO | ansehen
Paris entdeckt den deutschen Maler Lovis Corinth ( wmv-Format )

| Aus: ttt - titel thesen temperamente
| Hessischer Rundfunk | Sendung vom: 13.04.08 | 23:00 Uhr

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Wegbereiter der Abstraktion ( zur Ausstellung in Leipzig )

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Tobias Barth

Als “Maler für Maler” ist Corinth gern apostrophiert worden, weiß Ulrike Lorenz, Direktorin Ostdeutsche Galerie Regensburg,  zu berichten:

“Das Verrückte ist ja, das Corinth immer unabhängig von der Wahrnehmung des breiten Publikums wo ja Corinth jahrzehntelang keine Rolle gespielt hat, Corinth immer ein Künstler für Künstler gewesen ist, einer der von den Machern als Macher erkannt wurde, als Vorbild. Und da ist das Interessante, das sowohl in der Ost- wie in der Westkunst einzelne Figuren immer wieder auf Corinth zurückgegriffen haben.”

Diesen Faden nimmt das Museum der bildenden Künste in Leipzig auf und zeigt in einer parallelen Schau die Werke von Künstlern, die sich explizit auf Lovis Corinth beziehen und berufen. Willi Sitte ist dabei und Bernhard Heisig, Anselm Kiefer, Sieghard Gille und Hartwig Ebersbach, für den bis heute Corinth ein Impulsgeber ist:

“Man kann die Bilder riechen, man kann den Duft der Frauen den Bildern abnehmen, und diese Kraft der Natur hat mich sehr beeindruckt.”

DEUTSCHLANDRADIO - Beitrag lesen

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corinth-nacktheit.jpgWas alles in einem Vulkan steckt

FR online - Judith von Sternburg

Hier ist ein Maler, der zwanghaft provoziert. Seinen Arbeiten jedoch ist keine Anstrengung anzumerken. Im Gegenteil: Davon hätte mancher Rekonstrukteur paradiesähnlicher Zustände um 1900 wohl geträumt, so viel Entspannung ins Bild zu setzen, wie es Corinth mit seinen Frauenakten gelingt.

Bilder wie die Hinrichtung auf “Das große Martyrium” (1907) oder die Verbindung von Sexualität und Gewalt auf “Die Lebensalter I” (1904) werden dem Betrachter in seine Albträume folgen. Mancher wird sich bei dem Gedanken ertappen, dass er nicht wollte, dass seine Kinder das sehen (viele springen im Museum herum, was ja an sich schön ist). Der Grund liegt nicht in bürgerlicher Abscheu, sondern schrecklicher Erkenntnis: Corinth übertreibt keineswegs. Er malt es, wie es ist.

Besucher nehmen ferner in Kauf, dass ihnen danach vieles andere unwichtig vorkommen wird. Das fängt schon im Obergeschoss an, wo unter dem Motto “Ein Maler für Maler” spätere Künstler präsentiert werden, die gleichfalls Akte und Schweinehälften malten.

FR - Artikel lesen

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Urviech der Kunst

ZEIT - Hanno Rauterberg

Öfters ist Corinth, der Gerbersohn, zum Malen in die Schlachthäuser gezogen, häufig zeigt er das Verfallen und Sterben, den Tod. Mal blutig-rau, dann wieder heiter-harmlos, so ist seine Bilderwelt. Und doch fällt sie nicht auseinander, im Gegenteil: Ernst und Unernst brauchen einander. Denn wie leicht würde das Theatralische umkippen in Schwulst, wäre nicht Corinths Begabung im Beschwipsten. Und umgekehrt, wie belanglos komödiantisch wirkten manche Bilder, hätten sie nicht ein Widerlager im Dramatischen.

Nur wenigen Künstlern seiner Generation gelingt diese Balance. Viele meinen, sie müssten sich entscheiden, die einen malen duftig-impressionistische Landschaften, die anderen ätherischen Mystizismus. Corinth aber bleibt vielgesichtig, auf den Festochsen ebenso neugierig wie aufs Schlachtvieh. Wohl deshalb haben sich viele schwer getan mit seiner Kunst, sie war nicht eindeutig genug.

Erst in den letzten Jahren wird er häufiger gewürdigt, auch die Leipziger Ausstellung, die zunächst in Paris gezeigt wurde, zeugt von dieser neuen Zuneigung. Wie es scheint, vermag man Corinth heute eher zu schätzen, die Gier, mit der er sich die unterschiedlichsten Themen und Stile einverleibt, Rembrandt ebenso wie Frans Hals oder Goya.

ZEIT - Artikel lesen

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corinth_selbstportrait_mit_seiner-frau.jpgCorinth und die Lust am Fleische

Thüringer Allgemeine - Peter Arlt
 
Die Bedeutung der Leipziger Ausstellung liegt natürlich darin, Corinths großartige Malerei in den Blickpunkt zu stellen und mit ihr auf die Anfänge der Moderne zurückzublicken. Zugleich ruft sie in Erinnerung, was ihr als Bestandteil der Moderne nachfolgte: Max Beckmann, Oskar Kokoschka, Otto Dix und weitere Nachfolger: Bernhard Heisig, Anselm Kiefer oder Willi Sitte, dessen Hommage das von ihm zitierte letzte Selbstporträt Corinths aus Zürich als Gegenüber die Ehre gibt.

Die großartige Bilderschau besitzt also nicht nur eine retrospektive Bedeutung, sondern erklärt vielmehr Corinth als den Maler für Maler “für dringend notwendig” (Heisig), weil in seiner zupackenden, sinnbildlich verdichteten Malerei die sinnliche Erscheinung des Menschen regiert. Vielleicht hieße die Ausstellung deshalb besser “Corinth und die Lust am Fleische”. Denn was sagte der Leipziger Max Klinger über Corinth? Der Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt zitierte dies in seiner Eröffnungsrede genüsslich auf Sächsisch: “Flesch. Viel Flesch!”

Thüringer Allgemeine - Artikel lesen

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Museum der bildenden Künste, Leipzig
Lovis Corinth | Retrospektive
| bis 19. Oktober 2008

Kunstforum
Ostdeutsche Galerie, Regensburg
| 9.11.2008 – 15.2.2009

djurberg-filmstill-hungry-hungry-hippoes-2007.jpgKUNSTSCHAU Hamburg | Jens Ullheimer | PT Sammlung Goetz |

Die Sammlung Goetz, München zeigt bis zum 11. Oktober 2008 im BASE 103 zehn kurze, von schwarzem Humor geprägte, Animationsfilme und eine dazugehörige Skulpturengruppe von der 1978 im schwedischen Lysekil geborenen Künstlerin Nathalie Djurberg.

Die Künstlerin beweist in ihren Arbeiten vielseitiges Talent. Sie führt selber Regie und Kamera und ist auch für die technische Umsetzung, die Kostüme, die Plastilinfiguren und die Anfertigung der Schauplätze aus Pappmaschee und Knetmasse verantwortlich. Jedes Bild wird aufwendig in Stop-Motion-Technik mit einer Mini-DV-Videokamera einzeln aufgenommen. Dabei bleiben häufig die Spuren der Herstellung, wie beispielsweise die Fäden der Puppen, oder auch ihre eigenen Hände sichtbar, was eine naive Machart der Filme vorgibt. Ihr Lebensgefährte Hans Berg komponiert den elektronischen, häufig verstörenden Soundtrack, der die Stimmung der Filme teils untermalt, oft aber die Grausamkeit der abgründig-grotesken Szenen hemmt.

Inhaltlich wird der Zuschauer in Djurbergs Arbeiten mit komplementären Themenpaaren wie Macht – Ohnmacht, Fürsorge – Missbrauch, Gewalt – Liebe, Masochismus – Sadismus, Monstrosität – Verletzlichkeit konfrontiert. In Hungry Hungry Hippoes (2007) beispielsweise befinden sich drei halb nackte, durch Reizwäsche stark sexualisierte Frauenfiguren aus Trikotstoff, die in ihrer gewaltigen Leibesfülle an Nilpferde erinnern, mit einem zarten, nackten, schwarzafrikanischem Knaben in einer Umkleide und treiben ein schauerliches Spiel, das im Assoziationsfeld zwischen Zuwendung und Missbrauch changiert. Djurberg manipuliert in ihren Arbeiten bewusst die Sehweise des Zuschauers und macht ihn somit zum Voyeur, der mit Faszination und Abgestoßenheit reagiert.

Nathalie Djurberg erwarb 2002 ihren Abschluss an der Kunstakademie in Malmö (Schweden) und hatte bereits im gleichen Jahr ihre erste Einzelausstellung in Schweden. Seit 2004 stellt sie an renommierten Institutionen weltweit aus. Sie gilt international als eine der aufstrebendsten jungen Künstlerinnen Schwedens und lebt in Berlin.
 
Nathalie Djurberg
| Sammlung Goetz, München
| bis 11. Oktober 2008

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nathalie-djurberg-katalog-wien-2008.jpgPUBLIKATION
zur Ausstellung
Kunsthalle Wien
31.01. - 13.03.07

Nathalie Djurberg.
Denn es ist schön zu leben
Hrg.: Gerald Matt,
Angela Stief
für die Kunsthalle Wien
 
| Taschenbuch
| 100 Seiten
| 62 farbige Abb.
| deutsch / english
| 16 x 12 x 0,8 cm

| kaufen bei amazon

Nathalie Djurberg erzählt in ihren Animationen Geschichten, die die Schönheit des Lebens vor allem in dunklen Fantasien, unzüchtigen Darstellungen und im Bruch von gesellschaftlichen Tabus suchen und finden. Im project space wird ein umfangreicher Einblick in das Trickfilm-Oeuvre der jungen schwedischen Künstlerin gewährt.

Nathalie Djurberg geboren 1978, stellte u.a. in der Foundation Beyeler, Basel, der Tate Modern, London und dem P.S.1 Contemporary Art Center/MoMA New York aus und nahm an der Berlin Biennale (2006) teil. 

Von der Regie über die technische Realisierung bis zu den Plastilinfiguren, macht Nathalie Djurberg alles selbst. Es entstehen Geschichten, die nicht halten, was sie auf den ersten Blick versprechen, die Kindlichkeit der Gestaltungsmittel, wird den Inhalten diametral entgegen gesetzt: Djurberg führt Machtspiele auf, sie inszeniert mit viel Blut und Tränen Sadismen wie Masochismen. Sie bewirkt durch die Kontrastierung von hartem Content mit kindlich anmutender Formensprache ein Erschrecken wie Entzücken, das seinesgleichen sucht.

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VIDEO | Dauer: ca. 57 Minuten

White Screen: incontro con Nathalie Djurberg e i suoi video
Viafarini, Milano. 23 maggio 2007.

Milovan Farronato im Dialog mit Nathalie Djurberg. Mit zahlreichen Filmausschnitten.

http://www.undo.net/ 

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Bewegte und starre Bilder

DEUTSCHLANDRADIO Kultur - Carsten Probst

Die Sammlung Goetz in München gilt als bedeutend für die Gegenwartskunst. Die einstige Galeristin Ingvild Goetz sammelt ebenso wagemutig wie zielsicher. Jetzt bietet ihre Sammlung eine erstaunliche Doppelausstellung: Sie zeigt Arbeiten der Schwedin Nathalie Djurberg und des belgischen Künstlers Francis Alys, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Goetz entdeckte sie ( Djurberg ) 2006 auf der vierten Berlin Biennale. Obwohl damals erst 27 Jahre alt, erregte die gebürtige Schwedin mit ihren Videoarbeiten sofort Aufsehen. Darin zeigt sie selbstgebastelte Figuren aus knetgummiartigem Material, die im ersten Moment durchaus wie Lehrfilme aus dem Kleinkinderfernsehen wirken. Erst dann registriert man, dass es sich um Figuren bei extremen sexuellen Handlungen handelt, um Fantasien von Liebe und Zwang, Unterdrückung und Unterwerfung, Obsessionen und Perversionen. Und man entdeckt, dass man fasziniert und durchaus berührt hinschaut, dass allein schon die kindlich-unschuldige Präsentation dieser Filme buchstäblich eine Eindringlichkeit bewirkt, die die vorschnellen Einordnungen umgeht.

djurberg-filmstill-feed-all-the-hungry-little-children-2007.jpgIn dem Video “Feed all the Hungry little Children” zeigt Djurberg eine Frau mit entblößten Brüsten, aus der die Milch in Fontänen in die aufgesperrten Münder einer Kinderschar spritzt, die um sie herumsitzt, eine bedrohliche wie ausgebeutete Übermutter, die eine fast spirituell überhöhte Allegorie auf das sexuelle Machtspiel der Fürsorge ist.

Deutschlandradio - Beitrag lesen

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Nathalie Djurberg
| Sammlung Goetz, München
| bis 11. Oktober 2008

dali und ingrid bergmann | filmset spellbound 1944KUNSTSCHAU Hamburg - Jens Ullheimer | PT Tate Modern | MoMA

Das Museum of Modern Art New York zeigt bis zum 15. September 2008 die Ausstellung “Dalí: Painting and Film”. Es ist die erste Ausstellung, die die enge Verbindung zwischen der Malerei und den Filmen von Salvador Dalí (1904 – 1989) untersucht. Organisiert wurde die multimediale Dali-Schau von der Tate Modern London, in Zusammenarbeit mit der Fundació Gala-Salvador Dalí und dem Museum of Modern Art.

Durch seine Zusammenarbeit mit Luis Buñuel, Alfred Hitchcock und Walt Disney entstanden einige der unvergesslichsten und einflussreichsten Szenen des avantgardistischen Kinos.

Dalí & Film ist chronologisch angeordnet und fasst mehr als einhundert Werke aus Sammlungen der ganzen Welt zusammen, darunter über 60 Gemälde. Parallel dazu sind Dalís wichtigste Filmprojekte zu sehen, wie zum Beispiel Un Chien andalou, L’Âge d’or (1929/30), Spellbound (1945) oder Destino (1946), sowie die dazu gehörige Fotografien, Zeichnungen und Manuskripte.

Die zwei Filme, die er als Co-Autor mit Luis Buñuel 1929/30 drehte, Un Chien andalou ( Ein andalusischer Hund ) und L’Âge d’or ( Das Goldene Zeitalter ), zeugen von Dalís lebhafter Fantasie und seiner Beschäftigung mit den für den Surrealismus so wichtigen Theorien Freuds, besonders dessen Traumdeutung und Theorie zum Unterbewussten. “Ein andalusischer Hund” beinhaltet eindringliche Bilder, wie zum Beispiel das Zerschneiden eines Augapfels mit einem Rasiermesser.

VIDEO | Ein andalusischer Hund | Schwarzweiß, 17 Minuten
| Der Film von Luis Buñuel und Salvador Dalí gilt als Meisterwerk des surrealistischen Films. Bei der Premierenvorstellung 1929 in Paris trug Buñuel sicherheitshalber Steine in den Taschen, um sich gegen das vielleicht aufgebrachte Publikum wehren zu können. Aber die Gästeliste garantierte den Erfolg: Picasso, Man Ray, André Breton, Le Corbusier, Aragon, Max Ernst, Magritte, Cocteau und Eluard.

 

| FILMBESPRECHUNG | Der andalusische Hund

“Der Inhalt, das Drehbuch dieses radikalen Werkes geht auf zwei Träume beider Künstler zurück. Jedoch filterten Buñuel und Dalí alle Bilder und Ideen hinfort, die zu einer Erklärung oder logischen Rationalität hätten führen können. Ja, “Der andalusische Hund” sollte die Irritation, die Eliminierung des Verstandesmäßigen und der Psychologie in ihrer Totalen sein. Eine traditionelle Narration sucht man ebenfalls wie eine logisch aufeinander aufbauende, sukzessive Szenenabfolge vergebens. Kein Schnitt, keine Aktion auf der Leinwand sollte erklärbar, nicht einmal konkret interpretierbar sein. So dient schon der Titel des Films zur Verunsicherung: Einen Hund gibt es im ganzen Film nicht, und schon gar keinen andalusischen.”

 

dali_lights_dream-dali-study-for-the-dream-sequence-in-spellbound-1945-copyrights-salvador-dali-fundacio-gala-salvadordali-dacs-2007.jpg Dali-Studie für die Traumsequence in “Spellbound”, 1945

Sein ganzes Leben lang beschäftigte Dalí sich mit Filmen. Er entwickelte poetische Texte und Skizzen, Szenarien und Gemälde. Seine traumartigen Visionen entpuppten sich als ideal für Hollywood in den 1940ern und auf der Kinoleinwand wurden Dalís Fantasien zugänglich für ein Massenpublikum. Dalí ergriff die Gelegenheit mit Hitchcock an Spellbound zu arbeiten.

VIDEO | Spellbound | Traumsequenz 1945 | Regie: Alfred Hitchcock |
| Oscar für Miklós Rózsa | Filmmusik

Die Traumsequenz wurde von Salvador Dalí entworfen und war ursprünglich etwas länger angelegt. Sie enthielt eine Szene in einem Ballsaal mit herabhängenden Klavieren und unbeweglichen Figuren, die vorgeben zu tanzen, gefolgt von dem vorgeblichen Dr. Edwardes alias John Ballantine, der mit Dr. Peterson tanzt, bevor sie sich in eine Statue verwandelt. In der Endfassung des Films fiel diese Szene aus Zeitgründen dem Schnitt zum Opfer. ( wikipedia )

Wie diese Ausstellung zeigen wird, übertrug die berühmte Traumsequenz für Hitchcocks Thriller die Bildsprache Dalís zeitgleich entstandener Gemälde wie Melancholy, Atomic, Uranic Idyll (1945) auf das cinematografische Großformat.

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| Dali Online-Special
| Museum of Modern Art
| bis 15. September 2008

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VIDEO | 1971
| Blick von Orson Welles auf den symphatisch durchgeknallten Meister.
| “Soft Self Portrait”