MANET. Sehen – Der Blick der Moderne

Kunsthalle, Hamburg | bis 04. September 2016

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Édouard Manet - Nana, 1877, Öl auf Leinwand, 154 x 115 cm, Ausschnitt
Hamburger Kunsthalle © bpk/Hamburger Kunsthalle, Foto: Elke Walford

Ab Ende Mai 2016 zeigt die Hamburger Kunsthalle aus Anlass ihrer Wiedereröffnung eine Ausstellung der Superlative: Mit Meisterwerken von Édouard Manet (1832-1883) präsentiert sie einen der bedeutendsten Wegbereiter der modernen Malerei, der die Kunst im 19. Jahrhundert wie kein Zweiter revolutioniert hat.


Das Thema der Ausstellung, Manets Blicke, zeigt das Werk des Künstlers in einer neuen Perspektive. Seine Gemälde, die schon im 19. Jahrhundert in den Pariser Salon-Ausstellungen Publikumsmagneten waren, lösten wahre Proteststürme aus. Das lag vor allem an seiner malerischen Strategie, mit bisher unbekannter Direktheit ein spannungsvolles Verhältnis zwischen den Personen im Bild und den Betrachtern herzustellen. Diese bisweilen direkte Ansprache des Betrachters fasziniert bis heute.

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Kunsthalle, Hamburg | bis 04. September 2016

Manet – Sehen

Der Blick der Moderne

Pressetext: Hamburger Kunsthalle | www.hamburger-kunsthalle.de
Kurator: Hubertus Gaßner

Manets Gemälde verdeutlichen, wie sich das Sehen in der Öffentlichkeit der modernen Metropole Paris seit den 1860er-Jahren unaufhaltsam verändert – ein Wandel, den Manet und seine Zeitgenossen in ihrer Kunst pointiert zum Thema machten.

In der Rückwendung auf Alte Meister, wie etwa auf die großen Spanier Velázquez und Goya, aber gleichzeitig auch in der Beschäftigung mit den Themen des modernen Lebens, entwickelt Manet die neue Bildsprache seiner Zeit.

Sehen und gesehen werden war auch das große Thema, das die Pariser zu den Salon-Ausstellungen lockte. Erstmals zeigt die Hamburger Kunsthalle Bildpaare, die Manet für die Hängung im Salon ausgewählt hat:

  • Die Nana (1877) aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle hängt Seite an Seite mit Jean-Baptiste Faure in der Rolle des Hamlet (1877), eine Leihgabe aus dem Museum Folkwang in Essen;
  • weiterhin begegnen sich die Meisterwerke Le balcon (1868/69) aus dem Musée d’Orsay in Paris und Le déjeuner (1868) aus der Neuen Pinakothek in München;
  • und auch so hochkarätige Werke, wie Lola de Valence (1862) aus dem Musée d’Orsay oder Le philosophe (1865/67) aus dem Art Institute of Chicago, die Manet gemeinsam in seinem Pavillon anlässlich der Weltausstellung 1867 präsentierte, werden in Hamburg zu sehen sein.

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KATALOG | Manet. Sehen
Der Blick der Moderne

Gebundene Ausgabe
240 Seiten
ca. 140 Abbildungen
Michael Imhof Verlag
Sprache: Deutsch
24,5 x 27,5 cm

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Der umfangreiche Katalog umfasst Essays von Michael Diers, Dorothee Hansen, Joachim Kaak, Matthias Krüger, Michael Lüthy und Barbara Wittmann sowie Beiträge weiterer Autorinnen und Autoren aus der Hamburger Kunsthalle.

Mit Manets Spitzenwerken aus internationalen Museen bietet die Ausstellung die einmalige Gelegenheit, den ganzen Manet vom Frühwerk bis zum Spätwerk zu sehen – eine Chance, die es in Deutschland seit Jahrzehnten nicht gegeben hat.


 


Der Flaneur

Anders als die meisten seiner späteren impressionistischen Malerkollegen war Manet sein Leben lang ein überzeugter Stadtbewohner und verließ Paris selten und ungern, außer zu Studienaufenthalten im Ausland oder in den Sommerferien.

Manet lebte nicht zurückgezogen in seinem Maleratelier, sondern flanierte – elegant mit Zylinder und Handschuhen in der Art eines Dandy bekleidet – täglich durch die Straßen seiner Geburtsstadt und besuchte regelmäßig Restaurants, Cafés und Varietés, in denen er mit progressiven Malern, Schriftstellern und Politikern zusammentraf.

Zu diesen Künstlerlokalen gehörten zunächst das Café Guerbois, das Café de Bade und das Café Tortoni, in den 1870ern folgten das Café de la Nouvelle Athènes, die Brasserie Reichshoffen und die Folies Bergère.

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Édouard Manet - Musik im Tuileriengarten, 1862, oil on canvas, 76x118 cm
[Public domain], via Wikimedia Commons

Im 1862 entstandenen Gruppenporträt Musik im Tuileriengarten stellte sich Manet zusammen mit den Malern Albert de Balleroy und Henri Fantin-Latour, den Schriftstellern Zacharie Astruc, Théophile Gautier und Charles Baudelaire sowie dem Komponisten Jacques Offenbach als Teil der bürgerlichen Pariser Gesellschaft dar. Musik im Tuileriengarten gehört zu Manets frühesten Bildern, in denen er la vie moderne – das moderne Leben – thematisierte.

Damit folgte er einem Aufruf, den Baudelaire 1859 an die Künstler gerichtet hatte. Darstellungen der vie moderne wurden in den späteren Schaffensjahren für Manets Werk charakteristisch. Im eine Dekade später entstandenen Werk Maskenball in der Oper wiederholte Manet das Sujet eines Gruppenporträts mit Freunden, verlegte das Geschehen jedoch in einen Innenraum.

[ Seite „Édouard Manet". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 1. Juni 2016, 12:35 UTC. (Abgerufen: 8. Juni 2016, 13:11 UTC)]


VIDEO | Hamburg Journal – 26.05.2016